Welchen Einfluss hatte die Erklärung der Volkswagen AG am 20. September 2015, dass im großen Stil global rund 11 Mio. dieselbetriebene Fahrzeuge mit illegaler Abschalteinrichtung verkauft worden sind, auf den Aktienkurs der Volkswagen AG?
Zur Beantwortung der Forschungsfrage wird eine Eventstudie erstellt deren Ziel es ist, die tatsächlich realisierten Renditen am Markt mit den erwarteten und über den Zeitablauf als „normal“ einzustufenden Renditen der Volkswagen AG Aktie gegenüberzustellen, um so herauszufinden, ob die Stellungnahmen einen signifikanten Einfluss auf den Aktienkurs hatte.
Daraus leitet sich folgende Hypothese ab:
Nullhypothese: Das Eingeständnis der Volkswagen AG hatte keinen Einfluss auf den Aktienkurs.
Alternativhypothese: Das Eingeständnis der Volkswagen AG hatte einen Einfluss auf den Aktienkurs.
Im ersten Teil der Arbeit werden theoretische Grundlagen erläutert und es findet eine fachliche Einordnung statt. Für die Ermittlung der realisierten und der normalen Renditen der Volkswagen AG wird auf die Markteffizienzhypothese nach Bachelier, Samuelson und Fama zurückgegriffen. Im Anschluss wird der Ablauf einer Eventstudie erläutert. Darauf folgt ein Überblick über die verwendete Literatur. Nach dem theoretischen Teil folgen die Datensammlung und die Erklärung der statistisch-methodischen Verfahren zur Beantwortung der Hypothese. Zunächst werden die Grunddaten gezeigt und anschließend um Störfaktoren bereinigt. Im folgenden Schritt finden diverse Tests hinsichtlich der Güte und Qualität der Daten statt. Sofern die Daten der nötigen Qualitätsanforderung standhalten können, findet im letzten Schritt die praktische Aufbereitung der statistischen Analyse statt. Hierbei werden mehrere Analysen, Prüfungen und Tests durchgeführt anhand derer die Hypothese bestätigt oder widerlegt wird. Auf Grundlage der erzielten Ergebnisse folgt ein Fazit.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Hinführung zum Thema
1.2 Hypothesen
1.3 Gang der Arbeit
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Markteffizienzhypothese
2.2 Eventstudie
2.2.1 Aufbau einer Eventstudie
2.2.2 Bestandteile der Eventstudie
2.2.2.1 Zu untersuchendes Ereignis
2.2.2.2 Das Renditeerwartungsmodell
2.2.2.3 Abnormale Renditen
2.2.2.4 Darstellung und Interpretation der Ergebnisse
3 Literaturüberblick
4 Methoden
4.1 Streuungs- und Lagemaße
4.2 Stationaritätsprüfung
4.3 Marktmodell mit einfacher linearer Regression
4.4 Regressionsdiagnostik
4.4.1 Linearität
4.4.2 Erwartungswert der Störvariablen
4.4.3 Freiheit von Autokorrelation
4.4.4 Homoskedadastizität
4.4.5 Keine (perfekte) Multikollinearität
4.4.6 Normalverteilung der Störterme
4.4.7 Fehlende Endogenität der erklärenden Variabel
5 Daten
5.1 Rohdaten
5.2 Bereinigte Rohdaten
6 Empirische Ergebnisse
6.1 Stationaritätsprüfung
6.2 Normalverteilungsprüfung
6.3 Durchführung der einfachen linearen Regression
6.4 Regressionsdiagnostik
6.5 Ergebnisse Eventstudie
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Einfluss des Abgasskandals der Volkswagen AG auf den Aktienkurs des Unternehmens. Mittels einer Eventstudie wird analysiert, ob das öffentliche Eingeständnis des Konzerns am 20. September 2015 zu signifikanten abnormalen Renditen führte und wie sich der Markt angesichts dieser Information verhielt.
- Markteffizienzhypothese als theoretische Grundlage
- Durchführung einer Eventstudie zur Quantifizierung von Kurseinflüssen
- Statistische Modellierung mittels einfacher linearer Regression
- Umfangreiche Regressionsdiagnostik und Datenbereinigung
- Analyse der abnormalen Renditen und Signifikanztests
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Aufbau einer Eventstudie
Der Sinn und Zweck einer Eventstudie besteht darin herauszufinden, welchen Einfluss ein Ereignis auf die Entwicklung eines anderen Ereignisses hat. Konkret soll herausgearbeitet werden inwiefern die Mitteilung über die Motormanipulation bei Volkswagen Einfluss auf den Kurs und damit auf das Angebots- und Nachfrageverhalten der Investoren hat. Kernannahme zur Berechnung des Einflusses ist, dass es sich um effiziente Kapitalmärkte handelt. Unter dieser Prämisse wird die Differenz aus der erwarteten und der tatsächlichen Rendite, auch abnormale Rendite genannt, von Volkswagen für den Betrachtungszeitraum ermittelt.17 Zur Ermittlung der Renditen ist es unabdingbar, dass die Aktien börsengehandelt sind, da ansonsten Änderungen in den Renditen nicht erfassbar sind.18
Dem Grunde nach folgen Eventstudien immer demselben Muster, auch wenn die zu untersuchenden Themengebiete voneinander abweichen.19
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung des Abgasskandals bei Volkswagen als Forschungsgegenstand und Definition der zentralen Hypothesen sowie des methodischen Vorgehens.
2 Theoretische Grundlagen: Erläuterung der Markteffizienzhypothese nach Fama und der methodischen Architektur einer Eventstudie inklusive der Berechnung abnormaler Renditen.
3 Literaturüberblick: Einordnung der Arbeit in den wissenschaftlichen Kontext bisheriger Studien zur Wirkung von externer Kommunikation und Skandalen auf Aktienrenditen.
4 Methoden: Detaillierte Darstellung der statistischen Verfahren zur Datenprüfung, insbesondere der Stationaritätsprüfung und der Regressionsdiagnostik zur Validierung der Datenqualität.
5 Daten: Beschreibung der Datenbeschaffung, der Bereinigung von Ausreißern und der Vorbereitung der Zeitreihen für die empirische Analyse.
6 Empirische Ergebnisse: Anwendung der linearen Regression und Durchführung der Eventstudie, um den Einfluss der VW-Stellungnahme statistisch signifikant nachzuweisen.
7. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Interpretation des Vertrauensverlustes der Investoren sowie dessen Auswirkung auf den Börsenwert.
Schlüsselwörter
Volkswagen, Abgasskandal, Eventstudie, Markteffizienzhypothese, Aktienkursreaktion, abnormale Rendite, einfache lineare Regression, Regressionsdiagnostik, Stationaritätsprüfung, Kapitalmarkt, statistische Signifikanz, Renditeerwartungsmodell, Finanzmarktanalyse, Kursverlauf, Datenbereinigung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht, wie sich das Eingeständnis des VW-Abgasskandals im September 2015 statistisch auf den Aktienkurs der Volkswagen AG ausgewirkt hat.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Arbeit verknüpft Finanzmarkttheorie (Markteffizienz), statistische Methoden (Regression, Eventstudie) und eine konkrete Fallstudie zur Unternehmenskommunikation in Krisenzeiten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu belegen, ob die offizielle Stellungnahme von Volkswagen einen signifikanten negativen Einfluss auf die Rendite der Aktie hatte, indem tatsächliche Renditen mit erwarteten Renditen verglichen wurden.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine Eventstudie durchgeführt, die auf einem Marktmodell mit einfacher linearer Regression basiert. Zudem werden umfangreiche Diagnosetests zur Sicherstellung der Datenvalidität angewendet.
Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die methodische Aufarbeitung der Regressionsanalyse und die eigentliche Durchführung der Eventstudie mit den entsprechenden R-Auswertungen.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Eventstudie, Markteffizienz, Aktienkursreaktion, abnormale Rendite und statistische Regressionsdiagnostik beschreiben.
Warum wurde der CDAX als Vergleichsindex gewählt?
Der CDAX wurde gewählt, da er alle an der Frankfurter Wertpapierbörse gelisteten deutschen Aktien umfasst und somit weniger empfindlich auf unternehmensspezifische Schwankungen reagiert als der DAX30.
Welches Fazit zieht der Autor bezüglich des Vertrauens der Anleger?
Der Autor schließt aus der geringen Kursreaktion auf frühere Anschuldigungen Dritter (EPA), dass das Vertrauen in die Volkswagen AG sehr groß war und erst das offizielle Geständnis des Konzerns den signifikanten Einbruch auslöste.
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- Anonym (Autor), 2021, Aktienkursreaktion auf den Abgasskandal bei Volkswagen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1132188