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Die Syntax der Tiefenstruktur. Tesniéres Syntaxtheorie und ihr Einfluss auf heutige Ansätze

Title: Die Syntax der Tiefenstruktur. Tesniéres Syntaxtheorie und ihr Einfluss auf heutige Ansätze

Term Paper (Advanced seminar) , 2010 , 22 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Tetyana Lysenko (Author)

German Studies - Linguistics
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Ziel dieser Arbeit ist es, die Grundlagen von Tesnières Syntaxmodell vorzustellen und seine Möglichkeiten und Einschränkungen zu untersuchen. Dies geschieht weitgehend anhand eigener Beispiele. Das erste Kapitel ist ganz der Darstellung der Grundzüge von Tesnières Syntaxtheorie gewidmet. Anschließend untersuche ich im zweiten Kapitel, wie zwei Linguisten, die sich als Dependenzgrammatiker verstehen, nämlich Ulrich Engel und Hans-Werner Eroms, in zwei zentralen Fragen unterscheiden, nämlich im Umgang mit Hilfsverben und dem Subjekt.

Wenn heute von Dependenzgrammatik die Rede ist, dann kann man sicher sein, dass früher oder später auch der Name Tesnière fallen wird. Die Wahrscheinlichkeit der Namensnennung steigt noch, wenn der Begriff der Valenz ins Spiel kommt, denn schließlich war es Tesnière, der diesen aus der Chemie stammenden Begriff auf die Grammatik übertrug. Gerade auf diesem Gebiet, das als seine eigentliche Entdeckung gelten kann, hat Tesnières Theorie bis heute nicht an Aktualität eingebüßt. Während zu Fragen der lexikalischen Valenz inzwischen „eine reichhaltige Literatur“ vorliegt, wie Weber in seinem „Arbeitsbuch“ zur Dependenzgrammatik anmerkt, bleibt die Literatur zu anderen Fragen der Dependenz wie Konnexion, Junktion und Translation weit dahinter zurück.

Die Duden-Grammatik [6/1998] widmet etwa dem Thema Valenz gleich mehrere Kapitel (Valenz des Verbs, des Adjektivs usw.), nennt aber das Stichwort „Dependenz“ noch nicht einmal im Register . In der ausdrücklich „dependentiell“ orientierten „Deutschen Syntax“ von Heringer wird Tesnière ebenso wenig erwähnt wie Chomsky. Wenn ich Valenz und Dependenz voneinander abgrenze, so geschieht das im Bewusstsein, dass diese Trennung in gewissem Grade künstlich ist, angesichts der hohen Komplexität des Syntaxmodells ist diese Einschränkung aber notwendig.

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Inhaltsverzeichnis

0. Einführung

1. Grundzüge von Tesnières strukturalem Syntaxmodell

1.1. Die Elemente des Satzes und ihre Verbindung

1.1.1. Das Stemma als Darstellung syntaktischer Strukturen

1.2. Das Prädikat als zentraler Nexus des Satzes

1.3. Junktion versus Konnexion

1.4. Translation

1.4.1. Elemente und Mechanismen der Translation

1.4.2. Die graphische Darstellung der Translation durch die T-Sigle

1.4.3. Translationen ersten und zweiten Grades

1.5. Struktur und Bedeutung: Syntaktische vs. semantische Relationen

1.6. Anaphorische Relationen

2. Weiterentwicklungen von Tesnières Syntaxmodell

2.1. Problematik der Terminologie

2.1.1. Terminologie und Konzept

2.1.2. Betonung der Subjektkongruenz bei Eroms

3. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit verfolgt das Ziel, die Grundlagen von Lucien Tesnières Syntaxmodell systematisch darzustellen und dessen Potenziale sowie Limitationen kritisch zu untersuchen. Im Zentrum der Analyse steht die Frage, wie sich die theoretischen Konzepte Tesnières in modernen linguistischen Ansätzen widerspiegeln und wo sich deren Grenzen, insbesondere in Bezug auf die Oberflächenstruktur der deutschen Sprache, zeigen.

  • Grundprinzipien der Dependenzgrammatik nach Tesnière
  • Die Rolle des Prädikats als zentraler Nexus eines Satzes
  • Mechanismen der Translation und syntaktische Strukturmodellierung
  • Vergleich der Positionen von Ulrich Engel und Hans-Werner Eroms
  • Diskussion zur Bedeutung der Tiefenstruktur versus Oberflächenstruktur

Auszug aus dem Buch

1.1. Die Elemente des Satzes und ihre Verbindung

In der Einleitung zu seinem Hauptwerk, den „Grundzügen der strukturalen Syntax“, erklärt Tesnière, ihm gehe es darum, den Satz als „organisiertes Ganzes“ zu erfassen. Die einzelnen Wörter eines Satzes stehen nicht isoliert nebeneinander wie im Wörterbuch, sondern sind miteinander verbunden, auch wenn die Verbindungen oft „durch kein äußeres Merkmal angezeigt“ werden. Die Verbindungen zwischen zwei Satzelementen können unterschiedlicher Natur sein: Es gibt gleichrangige Junktionen (Beiordnung) und hierarchische Konnexionen (Unterordnung). Ein syntaktisch vollständiger Satz enthält mindestens eine Konnexion zwischen einem übergeordneten (Regens) und einem davon abhängigen untergeordneten Term (Dependens). Jedes Regens, das ein oder mehrere Dependentien regiert, bildet mit diesen zusammen einen Nexus. Daraus folgt, dass die Konnexion, durch die der Nexus gebildet wird, ein weiteres Strukturelement des Satzes bildet. Entsprechend besteht ein Satz wie Alfred spricht nicht – wie es die traditionelle Grammatik sieht – aus zwei Elementen (Subjekt und Prädikat), sondern aus dreien, nämlich „erstens Alfred, zweitens spricht und drittens der Konnexion, die sie verbindet und ohne die kein Satz bestünde“.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einführung: Die Einleitung skizziert die Bedeutung Tesnières für die Dependenzgrammatik und definiert das Ziel, die Grundlagen und Grenzen seines Modells anhand eigener Beispiele zu prüfen.

1. Grundzüge von Tesnières strukturalem Syntaxmodell: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Fundamente wie den Nexus, das Stemma, Junktion und Translation sowie die Unterscheidung zwischen syntaktischen und semantischen Relationen.

2. Weiterentwicklungen von Tesnières Syntaxmodell: Es erfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit der Rezeption durch Ulrich Engel und Hans-Werner Eroms, wobei insbesondere deren unterschiedliche Ansätze zur Terminologie und zur Rolle des Subjekts im Vergleich zum Originalmodell diskutiert werden.

3. Zusammenfassung: Das Fazit stellt die Stärken der Tiefenstrukturanalyse gegen die Grenzen bei der Oberflächenbetrachtung und votiert für einen stärkeren Einbezug sprachspezifischer Gegebenheiten.

Schlüsselwörter

Dependenzgrammatik, Tesnière, Valenz, Syntax, Stemma, Nexus, Konnexion, Junktion, Translation, Tiefenstruktur, Oberflächenstruktur, Aktanten, Subjekt, Verbvalenz, Linguistik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Syntaxtheorie von Lucien Tesnière, untersucht dessen grundlegende Modellierungen der Satzstruktur und beleuchtet, wie diese Ansätze von modernen Sprachwissenschaftlern weiterentwickelt wurden.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?

Die zentralen Themen sind die Dependenzgrammatik, der Aufbau von Sätzen durch hierarchische Verbindungen (Konnexionen) und die Überführung von Wortarten (Translation).

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Möglichkeiten und Einschränkungen von Tesnières Modell aufzuzeigen, besonders im Hinblick darauf, wie die deutsche Syntax adäquat beschrieben werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse der Fachliteratur in Verbindung mit der Untersuchung von Beispielsätzen, die in Form von Stemmata grafisch visualisiert werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Grundzüge von Tesnières Theorie sowie eine vergleichende Analyse der Arbeiten von Ulrich Engel und Hans-Werner Eroms.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Dependenzgrammatik, Valenz, Syntax, Stemma, Nexus sowie die Konzepte von Konnexion und Translation.

Wie unterscheidet Tesnière das Prädikat von der traditionellen Schulgrammatik?

Während die traditionelle Grammatik das Subjekt und Prädikat gleichrangig sieht, betrachtet Tesnière das Prädikat als das zentrale Hauptregens, das alle anderen Satzglieder als abhängige Aktanten regiert.

Warum wird im Dokument das Disput-Thema zwischen Engel und Eroms hervorgehoben?

Die Debatte zwischen Engel und Eroms verdeutlicht, dass Tesnières universalistisches Modell bei der Beschreibung der deutschen Satzoberfläche an Grenzen stößt, was zu unterschiedlichen Anpassungen in der modernen Dependenzgrammatik führt.

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Details

Title
Die Syntax der Tiefenstruktur. Tesniéres Syntaxtheorie und ihr Einfluss auf heutige Ansätze
College
University of Paderborn
Course
Syntaxtheorien
Grade
1,0
Author
Tetyana Lysenko (Author)
Publication Year
2010
Pages
22
Catalog Number
V1132251
ISBN (eBook)
9783346499578
ISBN (Book)
9783346499585
Language
German
Tags
Syntax Dependenzgrammatik Tesniére
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tetyana Lysenko (Author), 2010, Die Syntax der Tiefenstruktur. Tesniéres Syntaxtheorie und ihr Einfluss auf heutige Ansätze, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1132251
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