Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › German Studies - Literature of History, Eras

Sturm und Drang. Historische Einordnung mit Betrachtung des Genie- und Naturbegriffs, Religion und Literatur

Mit Fallbeispiel: Goethes Götz von Berlichingen

Title: Sturm und Drang. Historische Einordnung mit Betrachtung des Genie- und Naturbegriffs, Religion und Literatur

Term Paper , 2003 , 33 Pages , Grade: 1

Autor:in: Tim Brüning (Author), Kristin Bönig (Author)

German Studies - Literature of History, Eras
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Der Sturm und Drang ist eine vorwiegend literarische Strömung, die nicht als
gesamteuropäisches Phänomen, sondern als Entwicklung der deutschen Literatur
und Bewegung innerhalb der Aufklärung im 18. Jahrhundert anzusehen ist.
Namensgeber ist das gleichnamige Werk von Friedrich Maximilian Klinger.
Im Allgemeinen lässt sich von drei Phasen der Sturm-und-Drang-Bewegung
sprechen, wobei die Zweite und die Dritte gleichzeitig als Höhepunkte des deutschen
Dramas überhaupt gelten.
Die entscheidende Begegnung 1770 zwischen Herder und Goethe in Straßburg
kennzeichnet den Beginn der ersten Phase. Das Treffen des erfolgreichen Dichters
(Goethe) mit dem bedeutendsten Theoretikers des Sturm und Drang (Herder), weitet
sich in kürzester Zeit zu einem Kreis von Intellektuellen aus.
Hieran lässt sich schon der für den Sturm und Drang typische Gruppencharakter, der
die Strömung von der Aufklärung abgrenzt erkennen. Die Zentren dieser
Gruppenbildung sind die Straßburger Gesellschaft um Salzmann, Herder und Goethe,
der Göttinger Hainbund und der Kreis um Goethe und Merck in Frankfurt.
Unter Mercks Leitung bearbeiten die Stürmer und Dränger im Jahre 1772 die
Frankfurter Gelehrten-Anzeigen. Doch die erste „öffentliche Ausstrahlung“ erlangt
diese frühe Phase des Sturm und Drang erst durch Goethe in den Jahren 1773/1774
durch die zwei großen Publikumserfolge „Götz von Berlichingen mit der eisernen
Hand (1773) und „Die Leiden des jungen Werthers“ (1774).
1776, auch als Dramenjahr bezeichnet, bricht dann die zweite Phase des Sturm und
Drang an. Es werden eine Reihe der wichtigsten Dramen der Zeit, unter Anderem
Friedrich Maximilian Klingers „Die Zwillinge“, Jacob Michael Reinhold Lenz’ „Die
Soldaten“ und Wagners „Die Kindermörderin“ veröffentlicht. Unumstritten ist, dass
keines dieser Werke auch nur annährend an Goethes Erfolg und hervorgerufenen
Resonanzen anknüpfen kann. Darauf folgt, nach Goethes Rückkehr in die Stadt
Weimar, die Auflösung der Stürmer und Dränger- Gruppe. In diesem Sinne lässt sich das Jahr 1776 einerseits als Höhepunkt, andererseits aber
auch zugleich als Ende dieser Phase bezeichnen. [...]

Excerpt


Inhaltsübersicht

1. Überblick und historische Einordnung

1.1. Grundzüge in historischem Kontext

1.2. Begriffserläuterung und wesentliche Merkmale

2. Von der Frühaufklärung zum Sturm und Drang

2.1. Bestimmung des Aufklärungs-Begriffs

2.2. „Drei-Phasen-Einteilung“ der Aufklärung nach P.-A. Alt

2.3. Aufklärung in der Literatur

2.4. Der Leser innerhalb der Aufklärung

3. Geniebegriff

3.1. Der allgemeine Geniebegriff

3.2. Vorbild Shakespeare

4. Naturbegriff

4.1. Der allgemeine Naturbegriff

4.2. Naturmensch vs. Kulturmensch

5. Religion im Sturm und Drang

6. Schwerpunktverlagerung im Bereich der Gattungstrias

6.1. Allgemeiner Blick auf die Literatur des Sturm und Drang

6.2. Epik

6.3. Lyrik

6.4. Dramatik

6.5. Abschließende Betrachtung und Überleitung

7. Fallbeispiel an Autor und Werk: Goethes „Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand“

8. Abschließender Blick auf die Strömung des Sturm und Drang – Ein Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die literarische Epoche des Sturm und Drang als eine bewusste Abgrenzung zur Aufklärung. Ziel ist es, die zentralen Motive und Konzepte dieser Bewegung zu analysieren, die sich durch einen Fokus auf Subjektivität, Geniekult und ein neues Naturverständnis auszeichnet, und diese anhand des Fallbeispiels „Götz von Berlichingen“ zu veranschaulichen.

  • Historische Einordnung und Abgrenzung zur Aufklärung
  • Analyse zentraler Konzepte: Geniebegriff, Naturbegriff und Religion
  • Untersuchung der Gattungsmerkmale in Epik, Lyrik und Dramatik
  • Fallstudie zu Goethes „Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand“

Auszug aus dem Buch

1.1. Grundzüge in historischem Kontext

Der Sturm und Drang ist eine vorwiegend literarische Strömung, die nicht als gesamteuropäisches Phänomen, sondern als Entwicklung der deutschen Literatur und Bewegung innerhalb der Aufklärung im 18. Jahrhundert anzusehen ist. Namensgeber ist das gleichnamige Werk von Friedrich Maximilian Klinger. Im Allgemeinen lässt sich von drei Phasen der Sturm-und-Drang-Bewegung sprechen, wobei die Zweite und die Dritte gleichzeitig als Höhepunkte des deutschen Dramas überhaupt gelten.

Die entscheidende Begegnung 1770 zwischen Herder und Goethe in Straßburg kennzeichnet den Beginn der ersten Phase. Das Treffen des erfolgreichen Dichters (Goethe) mit dem bedeutendsten Theoretikers des Sturm und Drang (Herder), weitet sich in kürzester Zeit zu einem Kreis von Intellektuellen aus. Hieran lässt sich schon der für den Sturm und Drang typische Gruppencharakter, der die Strömung von der Aufklärung abgrenzt erkennen. Die Zentren dieser Gruppenbildung sind die Straßburger Gesellschaft um Salzmann, Herder und Goethe, der Göttinger Hainbund und der Kreis um Goethe und Merck in Frankfurt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Überblick und historische Einordnung: Dieses Kapitel verortet den Sturm und Drang als literarische Bewegung innerhalb der Aufklärung und beschreibt deren chronologische Phasen.

2. Von der Frühaufklärung zum Sturm und Drang: Hier wird die Entwicklung des Aufklärungsbegriffs sowie dessen literarische und leserorientierte Auswirkungen beleuchtet.

3. Geniebegriff: Dieses Kapitel erläutert den Wandel vom Handwerker zum Genie und die Bedeutung Shakespeares als literarisches Vorbild.

4. Naturbegriff: Es wird das Verhältnis zwischen Mensch und Natur thematisiert, das zwischen Rückzugsort und identitätsstiftendem Organismus schwankt.

5. Religion im Sturm und Drang: Das Kapitel analysiert die pantheistischen und emotionalen Züge der Religiosität in der Epoche.

6. Schwerpunktverlagerung im Bereich der Gattungstrias: Hier werden die spezifischen Neuerungen in Epik, Lyrik und Dramatik dargestellt.

7. Fallbeispiel an Autor und Werk: Goethes „Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand“: Eine Analyse von Goethes Drama als Antidrama und dessen Bedeutung für die Strömung.

8. Abschließender Blick auf die Strömung des Sturm und Drang – Ein Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Bilanz über das kulturelle Erbe und das politische Versagen der Autorengeneration.

Schlüsselwörter

Sturm und Drang, Aufklärung, Geniebegriff, Shakespeare, Naturbegriff, Epik, Lyrik, Dramatik, Götz von Berlichingen, Johann Wolfgang von Goethe, Herder, Subjektivität, Empfindsamkeit, Literaturgeschichte, Gattungstrias

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet eine umfassende Analyse der literarischen Strömung Sturm und Drang, ihrer historischen Einordnung und ihrer wesentlichen ästhetischen Merkmale.

Was sind die zentralen Themenfelder der Epoche?

Die wichtigsten Themen sind der Geniebegriff, die Rolle der Natur im menschlichen Leben, eine neuartige Religiosität sowie der Protest gegen die gesellschaftlichen Konventionen der Aufklärung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich die Strömung inhaltlich und formal von der Aufklärung abgrenzt und durch neue Gattungsformen wie das bürgerliche Trauerspiel das kulturelle Leben prägte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine literaturwissenschaftliche Analyse, die theoretische Grundlagen aus der Forschung (u.a. P.-A. Alt, Roy Pascal) mit der direkten Textbetrachtung verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine systematische Untersuchung der Gattungen (Epik, Lyrik, Dramatik) sowie der grundlegenden Konzepte wie Naturverständnis und Religiosität.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe umfassen Sturm und Drang, Genie, Subjektivität, Natur, Literaturtheorie und das Werk Goethes.

Warum gilt der „Götz von Berlichingen“ als zentrales Werk?

Der „Götz“ gilt als Initialtext, weil er die formalen Regeln des klassischen Dramas bewusst bricht und die für die Epoche typische Rebellion gegen gesellschaftliche Einschränkungen verkörpert.

Inwieweit lässt sich das Ende des Sturm und Drang definieren?

Die Arbeit verortet das Ende der Strömung etwa im Jahr 1785, bedingt durch die charakterliche Instabilität der Autoren und die Neuorientierung der kommenden Generationen.

Excerpt out of 33 pages  - scroll top

Details

Title
Sturm und Drang. Historische Einordnung mit Betrachtung des Genie- und Naturbegriffs, Religion und Literatur
Subtitle
Mit Fallbeispiel: Goethes Götz von Berlichingen
College
Bielefeld University  (Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft)
Course
Drama und Theater im 18. Jahrhundert
Grade
1
Authors
Tim Brüning (Author), Kristin Bönig (Author)
Publication Year
2003
Pages
33
Catalog Number
V11322
ISBN (eBook)
9783638175128
Language
German
Tags
sturm drang
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tim Brüning (Author), Kristin Bönig (Author), 2003, Sturm und Drang. Historische Einordnung mit Betrachtung des Genie- und Naturbegriffs, Religion und Literatur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/11322
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  33  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint