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Gelehrte und volkssprachliche Dubletten im heutigen Portugiesisch. Relatinisierungs- und Europäisierungsprozesse

Title: Gelehrte und volkssprachliche Dubletten im heutigen Portugiesisch. Relatinisierungs- und Europäisierungsprozesse

Term Paper (Advanced seminar) , 2009 , 28 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Anonym (Author)

Romance Studies - Comparative Studies
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Die Arbeit beschäftigt sich mit gelehrten und volkssprachlichen Dubletten im heutigen Portugiesisch. Die vorliegende Arbeit versucht auch an die insbesondere bei den romanistischen Sprachwissenschaftlern aktuelle Debatte zu Relatinisierungs- und Europäisierungsprozessen anzuknüpfen.

Im ersten Teil sollen zunächst grundlegende Begriffe erklärt und der aktuelle Stand der Diskussion zu Relatinisierung und Europäisierung kurz dargelegt werden. Im Anschluss soll erörtert werden, ob oder inwieweit die Frage der Verschriftlichung in diesem Zusammenhang eine Rolle spielt. In einem knappen Zwischenfazit sollen die Erkenntnisse dieses ersten Teils der Arbeit, der den theoretischen Hintergrund für die weitere Betrachtung gibt, zusammengefasst werden.

Im zweiten Teil soll zu Beginn einerseits erklärt werden, was Dubletten sind, andererseits wie und aus welchen Motiven diese entstehen. Im Anschluss soll die von Schmitt 1996 veröffentlichte Liste von Dubletten bei präfigierten Wörtern aktualisiert werden. Im Anschluss an ein kurzes Zwischenfazit sollen exemplarisch ausgewählte Basislexeme untersucht werden, um so Erkenntnisse über Produktivität und Restitution von Lautgruppen, die durch die erbwörtliche Entwicklung bereits abgebaut waren, zu gewinnen. Die Ergebnisse werden in einem Fazit zusammengefasst.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Aufgabenstellung und Gliederung

1. Einordnung des Themas im Fachbereich der Sprachwissenschaft

2. Zur Gliederung der Arbeit

3. Wichtige Fragen

II. Theoretische Grundlagen und exemplarische Untersuchung

1. Grundbegriffe und Theorien

1.1 (Re-)Latinisierung

1.2 Europäisierung

1.3 Mündlich vs. schriftlich?

1.4 Zwischenfazit

2. Dubletten

2.1 Definition

2.2 Aktualisierung der Liste der Präfigierungen

2.2.1 port. trans- / tras- / tres- “über, über hinaus“

2.2.2 port. super- / sobre- “über, darüber“

2.2.3 port. sub- / so- “unter, unterhalb“

2.2.4 port. inter- / entre- “zwischen“

2.2.5 port. im- / em- “hinein“

2.2.6 port. ex- / es- “aus, heraus“

2.2.7 port. dis- / des- “weg, ab, von“

2.3 Zwischenfazit

2.4 Restitution volkssprachlich abgebauter Lautgruppen und Produktivität

2.5 Ausgewählte Beispiele

2.5.1 port. a madeira / material / a matéria “Holz”/ “materiell”/ “Stoff, Materie” < lat. materia “Bauholz, Stoff”

2.5.2 port. a coisa / a causa “Sache“ / “Grund“ < lat. causa “Grund, Angelegenheit, Rechtssache“

2.5.3 port. a lua “der Mond“ / lunário “der Mondkalender“ < lat. luna “der Mond“

2.5.4 port. a cor “die Farbe“ / (multi-)colorido “(viel-)farbig“ < lat. colorare “färben“

2.5.5 port. a chama “die Flamme“ / flamante “brennbar“ < lat. flamma “die Flamme“

2.6 Fazit

III. Schlussbemerkungen

IV. Literatur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen von gelehrten und volkssprachlichen Dubletten im modernen Portugiesisch, um die Auswirkungen von Relatinisierungs- und Europäisierungsprozessen auf die Wortbildung zu analysieren. Forschungsleitend ist dabei die Frage, inwieweit entlehnte Morpheme erbwörtliche Strukturen verdrängen und welche Rolle der Sprachwandel sowie externe sprachliche Interferenzen dabei spielen.

  • Analyse von Präfigierungen und deren Konkurrenzverhältnissen.
  • Untersuchung der Produktivität gelehrter versus ererbter Stämme.
  • Restitution lautlich abgebauter Gruppen durch Euromorpheme.
  • Bewertung der Rolle des Lateinischen und des Einflusses anderer romanischer Sprachen.

Auszug aus dem Buch

2.5.1 port. a madeira / material / a matéria “Holz”/ “materiell”/ “Stoff, Materie” < lat. materia “Bauholz, Stoff”

Die normale volkssprachliche Entwicklung hat aus dem lateinischen Wort materia im Portugiesischen durch den lautgerechten Wandel des intervokalischen t zu d (vgl. Riiho 1994: 500) das portugiesische Wort a madeira ergeben. Auch das etymologische Wörterbuch (MACHADO 2003) sieht den Ursprung des portugiesischen a madeira im lateinischen materia.

Interessant im Rahmen der vorliegenden Arbeit ist, dass im heutigen Portugiesisch noch weitere Wörter mit demselben lateinischen Ursprung existieren, die nicht durch den erbwörtlichen Lautwandel verändert sind: Das portugiesische a matéria wird von MACHADO ebenso auf das lateinisch materia zurückgeführt. Das portugiesische material wird auf das lateinische Adjektiv materiale zurückgeführt. Vom portugiesischen a matéria leiten sich zudem die portugiesischen Wörter o materialismo oder o materialista ab.

Die Bedeutung des lateinischen material umfasste “Stoff, Bauholz, Quelle, Ursache, Anlage“ (Heinichen 1979). Das ererbte portugiesische Wort a madeira bedeutet heute “parte lenhosa que compõe as raizes, o tronco, os ramos“8. Die Bedeutung des ererbten portugiesischen Wortes ist heute also auf “Holz“ beschränkt. Das portugiesische a matéria bedeutet “substância que ocupa espaço, que afecta os sentidos e tem massa e peso” (DE MORAIS SILVA 1949), also etwa “Stoff, Materie“. Im portugiesischen existieren also heute zwei Wörter mit identischem lateinischem Ursprung aber sehr unterschiedlicher Bedeutung: Das ererbte Wort deckt den greifbaren, konkreteren Bereich “Holz“ ab, das entlehnte Wort den abstrakteren Bereich “Materie“.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Aufgabenstellung und Gliederung: Dieses Kapitel führt in das Thema ein, erläutert die Relevanz der Untersuchung im Kontext der Wortbildung und definiert die methodische Vorgehensweise.

II. Theoretische Grundlagen und exemplarische Untersuchung: Hier werden zentrale Begriffe wie Relatinisierung und Europäisierung diskutiert, die theoretische Basis für die Analyse von Dubletten gelegt sowie empirische Daten zu Präfixen und Wortstämmen ausgewertet.

III. Schlussbemerkungen: Das Fazit fasst zusammen, dass gelehrte Entlehnungen zunehmend ererbte Formen verdrängen, und diskutiert die Notwendigkeit weiterer soziolinguistischer Studien.

Schlüsselwörter

Portugiesisch, Dubletten, Wortbildung, Relatinisierung, Europäisierung, Sprachwandel, Präfixe, Morphologie, Lexik, erbwörtlich, Euromorpheme, Lautwandel, Sprachkontakt, Internationalismen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem sprachlichen Phänomen der Dubletten im modernen Portugiesisch, also dem parallelen Bestehen von ererbten und gelehrten, aus dem Lateinischen oder anderen romanischen Sprachen entlehnten Formen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen Wortbildungsprozesse, insbesondere Präfigierungen, die Produktivität von Sprachstämmen sowie die theoretischen Ansätze der Relatinisierung und Europäisierung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, zu analysieren, wie entlehnte Morpheme durch Konkurrenz mit erbwörtlichen Varianten die Sprache verändern und zur Restitution früher abgebauter Lautgruppen beitragen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin nutzt eine vergleichende Analyse auf Basis von Wörterbuchdaten, indem sie ältere Listen von Dubletten (insbesondere von Schmitt) aktualisiert und durch neue Beispiele ergänzt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit untersucht?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einordnung und eine detaillierte exemplarische Untersuchung von Präfigierungen sowie fünf spezifischen Fallbeispielen zu Wortstämmen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Europäisierung, Relatinisierung, erbwörtlich, Sprachwandel und Dubletten geprägt.

Welche Rolle spielt die Europäisierung für das Portugiesische?

Die Europäisierung führt dazu, dass sich das Portugiesische durch die Aufnahme internationaler, gelehrter Morpheme anderen romanischen Sprachen angleicht und seine durch volkssprachliche Lautentwicklung geprägte Sonderstellung verliert.

Warum wird in Wörterbüchern oft nur der lateinische Ursprung angegeben?

Es wird vermutet, dass der lateinische Ursprung als prestigeträchtige und gesicherte Information bevorzugt wird, während eine direkte Entlehnung aus Nachbarsprachen oft weniger dokumentiert oder wissenschaftlich sowie nationalpolitisch weniger erwünscht ist.

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Details

Title
Gelehrte und volkssprachliche Dubletten im heutigen Portugiesisch. Relatinisierungs- und Europäisierungsprozesse
College
University of Bonn
Grade
1,3
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2009
Pages
28
Catalog Number
V1132372
ISBN (eBook)
9783346501943
ISBN (Book)
9783346501950
Language
German
Tags
gelehrte dubletten portugiesisch relatinisierungs- europäisierungsprozesse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2009, Gelehrte und volkssprachliche Dubletten im heutigen Portugiesisch. Relatinisierungs- und Europäisierungsprozesse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1132372
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