Das Ziel dieser Arbeit liegt darin, die Relevanz des Risikomanagements in der Beschaffung, insbesondere in der Beschaffung von Komponenten für den Motorsport, zu begrün- den und den Risikomanagement-Prozess samt seinen einzelnen Phasen für den Leser verständlich zu erklären.
Mit dem Hintergrund, dass das Risikomanagement in der Beschaffung im Bereich des Motorsports in der Literatur kaum thematisiert wird, sollen die Grundlagen geschaffen werden, um ein wirksames Risikomanagement im Unternehmen zu etablieren. Des Weiteren intendiert diese wissenschaftliche Ausarbeitung, strategische Maßnahmen unter Risikogesichtspunkten und Handlungsempfehlungen für die Beschaffung von Motorsportkomponenten bereitzustellen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung und Zielsetzung
1.1 Motivation
1.2 Bosch Motorsport
1.3 Zielsetzung der Arbeit
1.4 Aufbau der Arbeit
2. Allgemeine begriffliche Grundlagen
2.1 Beschaffungslogistik
2.1.1 Definition
2.1.2 Abgrenzung
2.2 Risiko
2.2.1 Definition
2.2.2 Abgrenzung
3. Grundlagen des Risikomanagements in der Logistik
3.1 Risikoquellen und Risikoarten
3.1.1 Risiken in der Beschaffungslogistik
3.2 Bedeutung und Relevanz des Risikomanagements
3.3 Risikomanagement-Prozess
3.3.1 Risikoidentifikation
3.3.2 Risikobewertung
3.3.3 Risikosteuerung
3.3.4 Risikokontrolle
4. Risikomanagement in der Einzel- und Kleinserienbeschaffung
4.1 Begriffsdefinition und -abgrenzung
4.2 Charakteristika der Einzelfertigung und Kleinserie
4.2.1 Anforderungen an Lieferanten
4.3 Besonderheiten im Risikomanagement in der Beschaffung für die Einzel- und Kleinserienfertigung
5. Handlungsempfehlungen für Bosch Motorsport
5.1 Motorsport allgemein
5.2 Logistik im Motorsport
5.2.1 Lieferanten des Motorsports
5.3 Relevanz des Risikomanagements im Motorsport
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Relevanz des Risikomanagements in der Beschaffung, speziell für den Motorsport, zu begründen und den Risikomanagement-Prozess für den Leser verständlich darzulegen. Dabei soll eine Grundlage geschaffen werden, um in einem Unternehmen ein wirksames Risikomanagement zu etablieren, wobei zudem strategische Maßnahmen und Handlungsempfehlungen für die Beschaffung von Motorsportkomponenten erarbeitet werden.
- Grundlagen der Beschaffungslogistik und Definition des Risikobegriffs
- Risikoidentifikation, -bewertung, -steuerung und -kontrolle
- Herausforderungen der Einzel- und Kleinserienbeschaffung
- Besonderheiten des Risikomanagements bei geringen Losgrößen
- Spezifische Anforderungen und Risikofaktoren im Motorsport-Umfeld
Auszug aus dem Buch
3.3.1 Risikoidentifikation
Zu Beginn des Risikomanagement-Prozesses muss eine systematische Identifikation von Risiken erfolgen. Die Erkennung und Erfassung von Beschaffungsrisiken sind für ein erfolgreiches Risikomanagement im Unternehmen unerlässlich. Die Risikoidentifikation verfolgt das Ziel, Risikopotenziale strukturiert und detailliert zu erfassen, die sich negativ auf die unternehmerischen Ziele und definierten Strategien auswirken können. Dabei sind auch die Quellen der Risiken, deren Wirkungsweisen, Ursachen sowie deren möglichen Folgen möglichst vollständig zu identifizieren. Die Risikoidentifikation wird in der Literatur häufig als die wichtigste Phase im Risikomanagement bezeichnet, da ihre Qualität ausschlaggebend und richtungsweisend für die nachfolgenden Prozesse ist. Wenn Risiken nicht vollständig, zu spät oder womöglich gar nicht identifiziert werden, können diese für das betroffene Unternehmen eine ernsthafte Bedrohung darstellen. Im Worst-Case-Szenario kann eine unvollständige Risikoidentifikation dazu führen, dass die Existenz des Unternehmens gefährdet wird, der oft nicht mehr rechtzeitig oder nur mit enormen Aufwand durch risikosteuernde Maßnahmen begegnet werden kann. Konsequenterweise müssen die potenziellen Risiken vollständig und umfassend aufgespürt werden, da nur identifizierte Risiken in den Risikomanagement-Prozess aufgenommen werden und dadurch gesteuert werden können.
Frühwarnsysteme stellen ein wichtiges Instrument zur Identifikation von Risiken dar. Diese können den Unternehmen durch den Einsatz von Frühwarnindikatoren rechtzeitig verdeckte, aber bereits vorhandene Risiken signalisieren, sodass die Verantwortlichen des Risikomanagements im Unternehmen noch ausreichend Zeit haben, geeignete Maßnahmen für die Abwehr der potenziellen Bedrohungen einzuleiten. Frühwarnsysteme verschaffen somit Zeit für Reaktionen und sorgen für eine Optimierung der Steuerbarkeit der Unternehmen. Beispielsweise kann die Rückversicherung Munich Re mit ihrer Datenbank „Nathan“ auf Ereignis- und Schadendaten der vergangenen 40 Jahre zurückgreifen und Frühwarneinschätzungen für alle relevanten Regionen der Welt abgeben. Dies kann im logistischen Risikomanagement dazu genutzt werden, um Logistikwege mit Frühwarninformationen hinsichtlich Naturgefahren oder geopolitischer Risiken zu evaluieren. In der Praxis existieren einige Methoden, die im Bereich des Logistik-Risikomanagements Anwendung finden (siehe Abb. 3).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung und Zielsetzung: Hier werden die Motivation und die Relevanz der Arbeit im Kontext von Motorsport-Unfällen und Budgetvorgaben dargelegt sowie das Ziel und der Aufbau der Arbeit skizziert.
2. Allgemeine begriffliche Grundlagen: In diesem Kapitel werden die zentralen Begriffe Beschaffungslogistik und Risiko definiert und voneinander sowie von Entscheidungen unter Sicherheit abgegrenzt.
3. Grundlagen des Risikomanagements in der Logistik: Es werden die Quellen und Arten von Beschaffungsrisiken erläutert, die Bedeutung des Risikomanagements hervorgehoben und der vierstufige Prozess von Identifikation über Bewertung und Steuerung bis zur Kontrolle detailliert beschrieben.
4. Risikomanagement in der Einzel- und Kleinserienbeschaffung: Dieses Kapitel behandelt die spezifischen Charakteristika der Auftragsfertigung und leitet daraus die besonderen Anforderungen an Lieferanten sowie die Modifikationen im Risikomanagement-Prozess ab.
5. Handlungsempfehlungen für Bosch Motorsport: Das Kapitel überträgt die Erkenntnisse auf den Motorsport, analysiert die Rolle der dortigen Zulieferer und gibt spezifische Empfehlungen zur Bewältigung der dortigen Risiken.
6. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Notwendigkeit eines systematischen Risikomanagements zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit im dynamischen Umfeld des Motorsports.
Schlüsselwörter
Risikomanagement, Beschaffungslogistik, Motorsport, Einzelfertigung, Kleinserie, Risikoidentifikation, Risikobewertung, Risikosteuerung, Risikokontrolle, Supply Chain, Lieferantenmanagement, Budgetobergrenze, Prozessmanagement, Versorgungssicherheit, Fehlerbaumanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Etablierung eines professionellen Risikomanagements in der Beschaffung, unter besonderer Berücksichtigung der spezifischen Anforderungen im Motorsport.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zu den Kernbereichen zählen die theoretischen Grundlagen des Risikomanagements, die Methoden der Risikoanalyse sowie die besonderen Bedingungen der Einzel- und Kleinserienfertigung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Relevanz des Risikomanagements für Motorsport-Zulieferer zu begründen und konkrete Handlungsempfehlungen zur Steuerung von Beschaffungsrisiken zu geben.
Welche wissenschaftliche Methode wurde angewendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse zum Risikomanagement und führt diese mit den praktischen Anforderungen und Charakteristika des Motorsports zusammen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Risikomanagement-Prozesses, eine Analyse der Besonderheiten bei geringen Losgrößen und die Anwendung dieser Konzepte auf Bosch Motorsport.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Risikomanagement, Beschaffungslogistik, Supply Chain, Einzelfertigung sowie spezifische Steuerungsmethoden wie die FMEA.
Warum ist das Risikomanagement im Motorsport so kritisch?
Aufgrund der hohen Medienwirksamkeit, extrem kurzer Entwicklungszeiten und der potenziellen Gefahr, dass ein Rennteam bei fehlenden Ersatzteilen nicht am Rennen teilnehmen kann, ist ein präventives Risikomanagement essenziell.
Welche Rolle spielen Lieferanten bei der Einzel- und Kleinserienfertigung?
Da keine Bevorratung möglich ist, sind Unternehmen stark von einer zuverlässigen Lieferperformance ihrer Partner abhängig, weshalb eine enge Integration der Zulieferer in die Prozesse von großer Bedeutung ist.
- Citar trabajo
- Anonym (Autor), 2021, Risikomanagement im Motorsport. Strategische Maßnahmen zur Steuerung von Risiken im Motorsport Sourcing, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1132463