Die karibische Inselwelt gilt von je her als der Inbegriff eines tropischen Paradieses mit traumhaften weiten Stränden, einsamen Badebuchten, üppigen tiefgrünen Regenwäldern und gastfreundlichen Menschen. Schon seit ihrer Entdeckung zum Ende des 15. Jahrhunderts und der darauf folgenden Kolonialzeit reisen Menschen in diese Region um in diesem Umfeld sich zu erholen und zu entspannen.
Doch seitdem hat sich viel geändert. Mit der Zeit haben nicht nur die Besucherzahlen enorm zugenommen, auch die Möglichkeiten seinen Urlaub zu gestalten sind gewachsen. Die außerordentliche kulturelle Vielfalt und die naturräumliche Attraktivität, die die Westindischen Inseln bieten, sind die Grundlage um die verschiedensten Urlaubsbedürfnisse befriedigen und damit einen erfolgreichen Tourismus betreiben zu können. Jedoch sind diese so wertvollen natürlichen Ressourcen empfindlich und begrenzt. Der Massentourismus der letzten Jahrzehnte hat bereits jetzt schon deutliche Spuren im Inselparadies hinterlassen.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich zunächst mit den natürlichen und kulturellen Rahmenbedingungen, die das touristische Potential der Region darstellen und die nötige Basis für den Fremdenverkehr sind. Im darauf folgenden Kapitel wird die Entwicklung des Tourismus seit Beginn des letzten Jahrhunderts und die Struktur des Fremdenverkehrs näher vor¬gestellt. Der Hauptteil der Arbeit beinhaltet einige ausgewählte spezifische Tourismusformen, wobei auf Grund des begrenzten Umfanges der Arbeit nur auf die wichtigsten eingegangen werden kann. Am Ende eines jeden Kapitels werden diese im Hinblick auf ihre Folgewirkungen auf das Ökosystem, die Wirtschaft und die einheimische Bevölkerung untersucht und kritisch bewertet.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung und Themenabgrenzung
2 Touristisches Potential
2.1 Lage / Räumliche Einordnung
2.2 Voraussetzung für den Tourismus
2.2.1 Kulturraum, Soziokulturelle Voraussetzungen
2.2.2 Naturraum, Physiogeographische Voraussetzungen
2.2.2.1 Klimatische Verhältnisse
2.2.2.2 Landschaftliche Attraktivität
2.2.2.3 Naturkatastrophen
3 Entwicklung und Struktur des Tourismus
4 Ausgewählte spezifische Formen des Tourismus in der Karibik
4.1 Hoteltourismus
4.1.1 Auswirkungen
4.1.1.1 Soziokulturelle Auswirkungen
4.1.1.2 Ökologische Auswirkungen
4.2 Sporttourismus
4.2.1 Golftourismus
4.2.1.1 Auswirkungen
4.2.2 Tauchtourismus
4.2.2.1 Auswirkungen
4.3 Kreuzfahrttourismus
4.3.1 Auswirkungen
4.4 Ökotourismus
4.4.1 Auswirkungen
5 Resümee
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die touristischen Potenziale der Karibik und untersucht, wie sich verschiedene Tourismusformen auf die natürliche Umwelt, die Wirtschaft und die lokale Bevölkerung auswirken, um den Zielkonflikt zwischen wirtschaftlicher Nutzung und nachhaltigem Erhalt der Region aufzuzeigen.
- Natürliche und soziokulturelle Rahmenbedingungen des Tourismus in der Karibik
- Historische Entwicklung und aktuelle Strukturen des Fremdenverkehrs
- Analyse spezifischer Tourismussektoren (Hoteltourismus, Sporttourismus, Kreuzfahrten, Ökotourismus)
- Kritische Bewertung ökologischer und sozio-kultureller Folgewirkungen
- Diskussion über nachhaltige Entwicklungsperspektiven für die Region
Auszug aus dem Buch
4.1 Hoteltourismus
Nach den Anfängen des Fremdenverkehrs entwickelte sich in den 50er Jahren im Besonderen der Hoteltourismus. Ziel der Touristen war es an den weißen Stränden mit türkisblauem Meer zu entspannen, zu baden und braun zu werden. Zunächst waren klassische, edle Hotels die bevorzugten Reiseziele für einen luxuriösen Vergnügungsurlaub bevor es dann in Wechselwirkung mit dem rasanten Anstieg der Besucherzahlen zu einer Umstrukturierung kam und die Entwicklung immer mehr zu größeren Bettenburgen und günstigen Pauschalangeboten hinging.
Die Karibik zählt von Anfang an zu den Hauptzielgebieten des All inclusive Tourismus (Suchanek, 2000). Besonders seit Mitte der 80er Jahre wurden auch deswegen zunehmend große Resorts mit All-inclusive Angeboten an attraktiven Stränden, fern ab und auch regelrecht isoliert von den Einheimischen gebaut. Oft wurden dabei ganze Strandläufe zugebaut und somit den Einwohnern der Weg zum Meer im eigenen Land schwer oder gar unmöglich gemacht (Bischoff, 2000, S.63, Ratter, 1994, S.14). Die bevorzugten Standorte dieser zumeist geschlossenen Anlagen liegen in der Peripherie, „da sie durch ihre Unternehmensphilosophie nicht auf die Versorgungsstruktur der Inseln und eine zentrale Lage angewiesen sind“ (Haas & Scharrer, 1997, S.648).
Der Resorttourismus, bei dem versucht wird abgeschirmt von der Außenwelt eine Art heile Welt zu schaffen, „wurde zum Sinnbild für den US-amerikanischen Karibikreisenden“. (Ratter, 1994, S.14) Die Hoteltypen zeichnen sich durch eine hohe Auslastungsquote aus und sind auf die verschiedensten Urlaubsbedürfnisse ihrer Besucher eingerichtet. Zu diesem viel beworbenen Erlebnisurlaub zählen eine große Anzahl an Leistungen, wie beispielsweise extra angelegte Landschaftsgärten, Shops, Restaurants, Bühnen, Pools, Nachtclubs, Casinos, Sport- und Wassersportangebote und immer mehr auch Golfanlagen. Oft scharen sich an den Küstenlinien diese Anlagen zu großen Resortkomplexen zusammen, die zwar einen gemeinsamen und überwachten Eingang haben, aber jedes Hotel zusätzlich noch separat kontrolliert wird und eine in sich geschossene Einheit bildet (Duval, 2004, S.242, 246).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung und Themenabgrenzung: Einführung in die geografische Relevanz der Karibik und die Zielsetzung der Untersuchung der verschiedenen Tourismusformen.
2 Touristisches Potential: Analyse der natürlichen und kulturellen Grundlagen, die den Tourismus in der Region erst ermöglichen und begrenzen.
3 Entwicklung und Struktur des Tourismus: Historischer Rückblick auf die Entwicklung des Fremdenverkehrs und Beschreibung der aktuellen Tourismusstrukturen.
4 Ausgewählte spezifische Formen des Tourismus in der Karibik: Detaillierte Untersuchung von Hoteltourismus, Sporttourismus, Kreuzfahrten und Ökotourismus sowie deren jeweilige Auswirkungen.
5 Resümee: Kritische Zusammenfassung der Ergebnisse und Fazit zur Notwendigkeit nachhaltigerer Tourismuskonzepte.
Schlüsselwörter
Karibik, Tourismus, Massentourismus, Hoteltourismus, Sporttourismus, Kreuzfahrttourismus, Ökotourismus, Nachhaltigkeit, Soziokulturelle Auswirkungen, Ökologische Auswirkungen, Naturraum, Westindische Inseln, Fremdenverkehr, Wirtschaftsentwicklung, Resorttourismus
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die verschiedenen touristischen Nutzungsformen in der Karibik und deren weitreichende Konsequenzen für die Region.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen die touristischen Potenziale, die historische Entwicklung sowie die spezifischen Auswirkungen von Hotel-, Sport-, Kreuzfahrt- und Ökotourismus.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie der Tourismus einerseits die wirtschaftliche Basis der Karibik bildet, andererseits aber durch soziale und ökologische Schäden das touristische Potenzial selbst gefährdet.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine geographische Analyse basierend auf Literaturstudien, der Auswertung von Statistiken und der kritischen Evaluierung der touristischen Praxis.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse spezifischer Tourismussektoren, wobei jeweils die Funktionsweise und die daraus resultierenden sozio-kulturellen sowie ökologischen Auswirkungen betrachtet werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Die zentralen Begriffe sind Tourismus in der Karibik, Massentourismus, ökologische Folgen, soziokulturelle Auswirkungen und Nachhaltigkeit.
Warum wird der Golftourismus als besonders kritisch eingestuft?
Er gilt als "größter Raumfresser" unter den Tourismusarten, da er enorme Flächen beansprucht, zur Abholzung führt und durch Bewässerung sowie Agrochemie die Wasserressourcen und Riffsysteme belastet.
Welches Paradoxon wird beim Thema Ökotourismus beschrieben?
Oftmals werden unter dem Label "Ökotourismus" lediglich Standardangebote vermarktet, die kaum nachhaltig sind und bei näherer Betrachtung sogar zu weiteren Umweltbelastungen führen können.
- Quote paper
- Miriam Paffen (Author), 2008, Spezifische Formen des Tourismus in der Karibik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113249