Die vorliegende Arbeit befasst sich mit den Elementen der psychologischen Optimierung, die bei der Gestaltung eines Events zum Einsatz kommen, um die Ausstellung für die Zielgruppe erreichbarer und ansprechender zu gestalten. Als Beispiel dient in dieser Arbeit dafür die Analyse einer Ausstellung der Umweltschutzorganisation Greenpeace. Dabei wird auch der Frage nachgegangen, wie Menschen generell Informationen aufnehmen, speichern und verarbeiten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Vorstellung der Non-Profit-Organisation Greenpeace e.V.
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
2 Elemente zur psychologischen Optimierung
2.1 Behavior Patterns
2.2 Visuell
2.3 Auditiv
2.4 Haptisch
2.5 Olfaktorisch
2.6 Gustatorisch
3 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie durch den Einsatz psychologischer Optimierungselemente eine Greenpeace-Ausstellung zum Schutz des indonesischen Regenwaldes für die Zielgruppe erlebbarer gestaltet werden kann, um die Unterstützung für die Kampagne zu erhöhen.
- Anwendung von Behavior Patterns zur Verhaltensbeeinflussung
- Multisensorische Inszenierung (Visuell, Auditiv, Haptisch, Olfaktorisch, Gustatorisch)
- Chronologische Gestaltung der Ausstellung in drei Segmenten
- Einsatz von Contrast-Effekten zur Bewusstseinsbildung
- Methoden zur Generierung neuer Unterstützer für die NPO
Auszug aus dem Buch
2.4 Haptisch
Der haptische Sinn lässt Menschen ihre Umwelt sowie die darin vorhandenen Objekte erkunden und wird über jegliche Körperteile wahrgenommen. Die Ausstellung ist mit einer Hands-On-Station, bei der die Besucher den Regenwald in aktiver Form haptisch erleben können, ausgestattet. Diese befindet sich zwischen dem ersten und zweiten Segment der Ausstellung, ist visuell sowie informativ von außen gestaltet und mit zwei Rohren versehen, in die der Besucher je eine Hand einführt. Die darin befindlichen Objekte sind weder zu sehen, hören, schmecken oder riechen. Durch das Wegfallen dieser Sinne dominiert der haptische Sinneseindruck, welcher kaum durch Erwartungen oder die Aufmerksamkeit auf andere Sinne subjektiv beeinflusst werden kann. Das rechte Rohr ist mit feuchten Blättern verschiedener Regenwaldpflanzen bestückt, während das linke verbrannte Holzkohle beinhaltet. Damit kann der Besucher mit beiden Händen gleichzeitig eine gesunde und eine durch die Palmölindustrie abgebrannte Oberflächenbeschaffenheit eines Regenwaldes selbst erfühlen. Nach Meyer hat die Textur von Objekten dieser zu vermittelnden Eigenschaften den größten Einfluss. Hierbei kommt der Contrast-Effekt zum Einsatz: der direkte Vergleich beider Texturen mit dem gesunden Regenwald als Maßstab intensiviert die Wahrnehmung des verbrannten Bodens sowie den immensen Kontrast als Auswirkung der Palmölindustrie auf den Regenwald. Gleichzeitig wird dabei das sogenannte Berührungsbedürfnis der Besucher gestillt, welches danach strebt Objekte anzufassen und zu beurteilen, um sich davon selbst zu überzeugen. Mit gestilltem Bedürfnis steigt die Preisbereitschaft und damit im Sinne der Greenpeace-Ausstellung die Unterzeichnung der Petition oder die Bereitschaft zu einer Spende. Der haptische Sinn wird zusätzlich über Temperaturen wahrgenommen. Das erste und letzte Segment der Ausstellung ähneln der tropischen Regendwaldwärme, die sich positiv auf das Wohlbehagen und Vertrauen der Besucher auswirkt und letztendlich auf die Kamapgne sowie die NPO projiziert wird. Gegensätzlich dazu wird das mittlere Segment etwas kühler gehalten, um im Sinne des Contrast-Effekts auf eine Unterstützung der Kampagne zu zielen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die NPO Greenpeace e.V. vor und erläutert die Zielsetzung sowie den Aufbau der Arbeit zur eventpsychologischen Optimierung der Ausstellung.
2 Elemente zur psychologischen Optimierung: Das Hauptkapitel analysiert den Einsatz spezifischer Verhaltensmuster und multisensorischer Reize, um die Wahrnehmung der Besucher in den drei Ausstellungssegmenten gezielt zu steuern.
3 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass durch die multisensorische Dramaturgie der Ausstellung ein intuitives und emotionales Erlebnis geschaffen wird, das Umweltschutz erlebbar macht und neue Unterstützer gewinnt.
Schlüsselwörter
Greenpeace, Eventpsychologie, Non-Profit-Organisation, multisensorische Kommunikation, Behavior Patterns, Contrast-Effekt, Priming-Effekt, Regenwald, Palmölindustrie, Besuchererlebnis, Ausstellungsdesign, Umweltschutz, Kampagnenunterstützung, Sinneswahrnehmung, Live-Kommunikation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Optimierung einer Greenpeace-Ausstellung zum Schutz des indonesischen Regenwaldes unter Verwendung eventpsychologischer Methoden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit konzentriert sich auf die multisensorische Gestaltung von Events, die Anwendung von psychologischen Verhaltensmustern und die Vermittlung ökologischer Inhalte.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu klären, wie Elemente einer Greenpeace-Ausstellung eventpsychologisch optimiert werden können, um bei der Zielgruppe ein tieferes Verständnis zu erzeugen und Unterstützung zu generieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse psychologischer Effekte und überträgt diese auf die gestalterische Praxis einer spezifischen, in Segmenten aufgebauten Ausstellung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden fünf Behavior Patterns definiert und die Ausstellung entlang der fünf Sinne (visuell, auditiv, haptisch, olfaktorisch, gustatorisch) detailliert analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den Kernbegriffen zählen unter anderem Eventpsychologie, multisensorische Kommunikation, Behavior Patterns und die spezifische Wirkung der Kontrastierung innerhalb der Ausstellung.
Wie wirkt sich der Kontrast zwischen gesundem und zerstörtem Regenwald aus?
Durch den Einsatz des Contrast-Effekts wird die Wahrnehmung der Besucher geschärft, indem sie von einer angenehmen Umgebung in eine unangenehme Situation geführt werden, was die Dringlichkeit des Umweltschutzes unterstreicht.
Welche Rolle spielt die Hands-On-Station in der Ausstellung?
Die Station dient dazu, das Berührungsbedürfnis der Besucher zu stillen und durch den direkten haptischen Vergleich von gesundem und verbranntem Boden das emotionale Engagement für die Kampagne zu steigern.
Warum wird die Anzahl der Unterstützer in Echtzeit angezeigt?
Dies zahlt auf die Broken-Window-Theory und den Bandwagon-Effekt ein, um durch soziale Validierung die Bereitschaft zur eigenen Unterstützung zu erhöhen.
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- Leonie Rupprecht (Author), 2021, Was sind Elemente einer psychologisch optimierten Veranstaltung? Veranstaltungselemente einer optimierten Veranstaltung am Beispiel von Greenpeace, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1132580