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Die Abrechnung nach dem Bürgerkrieg

Dynastie der Severer, Proskriptionsliste, Septimius Severus, Historia Augusta

Title: Die Abrechnung nach dem Bürgerkrieg

Seminar Paper , 2008 , 10 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Stefan Reiß (Author)

World History - Early and Ancient History
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Die Ereignisse des zweiten Vierkaiserjahres und die darauffolgenden Maßnahmen des neuen Alleinherrschers Septimius Severus können als gut geeignetes Beispiel zur Veranschaulichung der Historia Augusta-Problematik dienen. Die dort angeblich genau bekannte Zusammensetzung der von Septimius Severus erlassenen Proskriptionsliste gegen die Senatorenschaft im Rahmen seiner Abrechnung nach dem Bürgerkrieg wirft Detailfragen auf, welche die Strittigkeit der Qualität der HA in ihrer Gesamtheit anschaulich widerspiegeln. In der Überlieferung dieser Liste und ihrer Umstände durch Zeitgenossen wie auch spätantike Historiker finden sich Unstimmigkeiten, deren kausale Einordnung schwierig und umstritten ist. Dies schafft auch vor dem Hintergrund, dass weder der genaue Entstehungszeitraum, noch die tatsächlichen Autoren der HA bekannt sind, Raum für Spekulationen um die Motive der spätantiken Auftraggeber der HA. Das zweite Vierkaiserjahr brachte in der römischen Geschichte mit den Severern eine dynastische und politische Zäsur, deren nachträgliche Darstellung oder Verklärung sich möglicherweise instrumentalisieren ließ, wobei ein besonderes Augenmerk auf einen besonders grausamen Charakter des neuen Kaisers naheliegend erscheint. Besonders in der spätantiken Überlieferung wurde das Bild von einem ruchlosen Herrscher gezeichnet. Ein Abgleich der von antiken Historikern geleisteten Charakterkritik an Septimius Severus mit dem historischen Kontext, sowie die Präsentation einer Analyse der Proskriptionsliste, sind deshalb Gegenstand dieser Arbeit.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Abrechnungen nach dem Bürgerkrieg

3. Die Proskriptionsliste in der Historia Augusta

3.1 Eine Analyse der falschen Namen

3.2 Kritik der Analyse

4. Bewertung der Maßnahmen des Septimius Severus

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Wirken des Kaisers Septimius Severus nach dem zweiten Vierkaiserjahr. Das Hauptziel ist die kritische Hinterfragung der in der Historia Augusta gezeichneten Darstellung eines "ruchlosen Herrschers" durch einen Abgleich mit zeitgenössischen Geschichtsschreibern und den historischen Kontext.

  • Analyse der Proskriptionslisten gegen den Senat
  • Vergleich der Historia Augusta mit Berichten von Cassius Dio und Herodian
  • Untersuchung der politischen Motivation hinter den harten Maßnahmen des Kaisers
  • Kritische Bewertung der Quellenqualität und möglicher Fälschungen in der Historia Augusta
  • Einordnung des Septimius Severus als Pragmatiker statt als reiner Despot

Auszug aus dem Buch

3. Die Proskriptionsliste in der Historia Augusta

Die Scriptores Historiae Augustae überliefern uns: „Er ließ aber ohne Gerichtsverfahren folgende Vornehme umbringen: Mummius Secundis, Aselius Claudianus, (2) Claudius Rufus, Vitalius Victor, Papius Faustus, Aelius Celsus, Iulius Rufus, Lollius Professus, Aurunculeius Cornelianus, Antonius Balbus, Postumius Severus, (3) Sergius Lustralis, Fabius Paulinus, Nonius Gracchus, Masticius Fabianus, Casperius Agrippinus, Ceionius Albinus, Claudius Sulpicianus, (4) Memmius Rufinus, Casperius Aemillianus, Cocceius Verus, Erucius Clarus, Lucius Stilo, (5) Clodius Rufinus, Egnatuleius Honoratus, Petronius Iunior, von den Pescenniern den Festus, Veratianus, Aurelianus, Materianus, Iulianus und Albinus, von den Cerelliern den Macrinus, Faustinianus und Iulianus, (7) Hernnius Nepos, Sulpicius Canus, Valerius Catullinus, Novius Rufus, Claudius Arabinus und Marcus Asellio. (8) So wird denn der Mörder dieser erlauchten Schar – denn darunter waren viele, die das Konsulat, viele, die die Prätur bekleidet hatten, und alle waren ohne Zweifel hochangesehene Männer – von den Afrikanern als Gott verehrt. (9) Den Cingius Severus bezichtigte er fälschlich, ihm mit Gift nach dem Leben getrachtet zu haben, und tötete ihn deshalb.“

Die längste Namensliste in der HA offenbart mit Hilfe prosopographischer Untersuchung erneut, in welchem hohem Maße dort Dichtung und Wahrheit vermischt werden.

Zu den 29 Namen aus der Liste des Zeitgenossen Cassius Dio wurden von den SHA 13 Namen ergänzt. 10 dieser sind sicher als Fälschung entlarvt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik der Historia Augusta ein und legt den Fokus auf die kontroverse Darstellung des Septimius Severus sowie die methodische Herangehensweise der Arbeit.

2. Die Abrechnungen nach dem Bürgerkrieg: Hier wird der historische Kontext der Machtübernahme und die Reaktion des Kaisers gegenüber seinen Widersachern analysiert.

3. Die Proskriptionsliste in der Historia Augusta: Dieses Kapitel untersucht detailliert die in der Quelle genannten Namen und entlarvt zahlreiche Fälschungen durch prosopographische Vergleiche.

3.1 Eine Analyse der falschen Namen: Hier werden die Motive für die Fälschungen in der Historia Augusta beleuchtet, insbesondere die Absicht, den Kaiser als Feind des Senats darzustellen.

3.2 Kritik der Analyse: Dieses Kapitel reflektiert die methodischen Ansätze der Forschung zur Aufdeckung der Fälschungen in der Historia Augusta.

4. Bewertung der Maßnahmen des Septimius Severus: Das Kapitel ordnet die Härte des Kaisers politisch ein und bewertet sie als pragmatische Notwendigkeit zur Friedenssicherung statt als bloße Tyrannei.

5. Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass die Übertreibungen der Historia Augusta kritisch zu hinterfragen sind und der Kaiser primär auf Stabilität bedacht war.

Schlüsselwörter

Septimius Severus, Historia Augusta, Proskriptionen, Vierkaiserjahr, Senat, Römische Geschichte, Prosopographie, Clodius Albinus, Kaiserherrschaft, Quellenkritik, Machtpolitik, Bürgerkrieg, Spätantike.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht das Bild des Kaisers Septimius Severus in der antiken Literatur, insbesondere wie sein Vorgehen nach dem Bürgerkrieg in der problematischen Quelle der Historia Augusta dargestellt wird.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Quellenkritik der Historia Augusta, der historischen Aufarbeitung des Vierkaiserjahres und der Analyse der politischen Strategien des Septimius Severus.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, den Vorwurf der grausamen Tyrannei gegen Septimius Severus zu hinterfragen und zu prüfen, inwieweit die Darstellung in der Historia Augusta historisch fundiert oder politisch motiviert verfälscht ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt den Abgleich zwischen verschiedenen historischen Berichten sowie eine prosopographische Untersuchung der in den Quellen genannten Personennamen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die historischen Auseinandersetzungen, die Analyse der spezifischen Proskriptionslisten aus der Historia Augusta und die Einordnung der kaiserlichen Maßnahmen in den Kontext der Reichsstabilisierung behandelt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wesentlichen Begriffe sind Septimius Severus, Historia Augusta, Proskriptionen, Bürgerkrieg und Quellenkritik.

Warum wird die Glaubwürdigkeit der Historia Augusta angezweifelt?

Da die Historia Augusta viele erfundene Namen und Übertreibungen enthält, die den Kaiser als einseitig grausamen Tyrannen zeichnen, ist sie als historische Quelle problematisch und bedarf eines Abgleichs mit Zeitgenossen wie Cassius Dio.

Welche Rolle spielte die "damnatio memoriae" bei der Darstellung des Kaisers?

Die Rede des Kaisers im Senat, in der er die Verurteilung des Commodus kritisierte, trug zu einem negativen Bild bei, das von antiken Geschichtsschreibern aufgegriffen wurde.

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Details

Title
Die Abrechnung nach dem Bürgerkrieg
Subtitle
Dynastie der Severer, Proskriptionsliste, Septimius Severus, Historia Augusta
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Department für Geschichte)
Course
Proseminar Zeit der Severer
Grade
1,0
Author
Stefan Reiß (Author)
Publication Year
2008
Pages
10
Catalog Number
V113261
ISBN (eBook)
9783640136742
ISBN (Book)
9783640294985
Language
German
Tags
Abrechnung Bürgerkrieg Proseminar Zeit Severer Septimius Severus Vier-Kaiser-Jahr Carracala
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefan Reiß (Author), 2008, Die Abrechnung nach dem Bürgerkrieg, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113261
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