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Die Diskussion um die agronomische Trockengrenze

Verlauf der agronomischen Trockengrenze, agrarökologische und agrarökonomische Betrachtung

Title: Die Diskussion um die agronomische Trockengrenze

Seminar Paper , 2007 , 9 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Stefan Reiß (Author)

Geography / Earth Science - Physical Geography, Geomorphology, Environmental Studies
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Angesichts des rapiden Anstiegs der Weltbevölkerung stieg in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts auch der Bedarf an Besiedlung und Urbarmachung von Gebieten an den Innen- und Außengrenzen der Ökumene. Als Innengrenze der Ökumene gilt neben der Höhen- auch die Trockengrenze (BÄHR 2004: 54). Im Rahmen der geographischen Forschung in den Trockengebieten der Erde, also den ariden und semiariden Zonen, fand im ausgehenden 20. Jahrhundert immer wieder der Begriff der agronomischen Trockengrenze Verwendung. Aus der Notwendigkeit, die Nutzbarkeit der Trockengebiete für den Menschen zu erhöhen, ergaben sich unterschiedliche Problemfelder, welche aus den anthropogenen Eingriffen in die Beschaffenheit der Trockengebiete resultierten. Konfrontiert mit Problemen wie der Desertifikation ganzer Landstriche oder Fragen nach sinnvollen Bewässerungssystemen an Orten von großer Niederschlagsunsicherheit erschien es sinnvoll, ausgehend von der klimatischen Trockengrenze eine neue theoretische Grenze auszudifferenzieren, die den agrarwirtschaftlichen Eingriffen der Menschen noch genauer Rechnung tragen sollte. Eine Grenze also, die über die naturgegebene Klima- und Vegetationsgeographie hinaus zwischen den agrarisch unnutzbaren Wüstenzonen von den Menschen urbargemachten Trockenzonen differenzieren soll und deren Verlauf anhand agrarischen Prägungen durch den Menschen veränderbar sein soll. Diese Grenze allgemeingültig und sinnvoll zu definieren ist jedoch kaum möglich. Die Vorstellung der agronomischen Trockengrenze sowie Ansätze, dem Begriff eine Relevanz zu verleihen und die damit verbundenen Schwierigkeiten sind Gegenstand dieser Arbeit.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Trockengrenzen

2.1 Der kleinmaßstäbliche Verlauf der agronomischen Trockengrenze

2.2 Die Diskussion um die agronomische Trockengrenze

2.2.1 agrarökologische Betrachtung

2.2.2 agrarökologische Betrachtung

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die wissenschaftliche Problematik bei der Definition und Anwendung des Begriffs der agronomischen Trockengrenze. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, inwieweit es möglich ist, eine allgemeingültige Grenze für die agrarwirtschaftliche Nutzbarkeit in Trockengebieten zu ziehen, die über rein klimatische Faktoren hinausgeht und anthropogene Einflüsse sowie ökonomische Zwänge berücksichtigt.

  • Abgrenzung zwischen klimatischer und agronomischer Trockengrenze
  • Methodische Herausforderungen der kleinmaßstäblichen räumlichen Darstellung
  • Einfluss von agrarökologischen Kriterien wie Bodenfeuchte und Erosionsanfälligkeit
  • Bedeutung sozioökonomischer Faktoren und traditioneller Erfahrungswerte für die Landnutzung

Auszug aus dem Buch

2. Trockengrenzen

Zunächst muss zwischen der klimatischen und agronomischen Trockengrenze unterschieden werden. Die klimatische Trockengrenze ist eine gedachte Linie die entlang des Übergangs von Niederschlags- zu Verdunstungsüberschuss verläuft. An dieser Linie ist also die Niederschlagsmenge gleich der Verdunstungsmenge (EHLERS 1984: 50). Aber schon dieser naturwissenschaftliche Ansatz einer Trockengrenze birgt Schwierigkeiten. Die Verdunstungsmenge nämlich wird nicht nur vom örtlichen Klima, sondern auch von einer Reihe weiterer Faktoren bestimmt. Schwankungen der Verdunstungsintensität innerhalb einer Region werden bedingt durch Vegetation, Niederschlagsmenge, Temperatur und Wind (SCHÖNWIESE 2003: 154), sind also auch von der Jahreszeit abhängig. Demzufolge verändert sich auch der Verlauf der klimatischen Trockengrenze in Abhängigkeit von Großwetterlage und Jahreszeit. Schon die klimatische Trockengrenze lässt sich also nicht genau und dauerhaft festlegen.

Die Beschreibung der agronomischen Trockengrenze ist noch komplexer. Sie bezieht sich auf die agrare Nutzbarkeit einer Region und ist deshalb nicht allein durch den Wasserhaushalt festgesetzt, sondern setzt diesen in Beziehung mit dem tatsächlichen Wasserbedarf. Der Wasserbedarf wiederum ist von der Nutzung abhängig, also anthropogen (ARNOLD 1997: 130). Die agronomische Trockengrenze soll den Übergang von der rein natürlich bewässerten Anbauzone zu einer Anbauzone markieren, in der nur über Zuhilfenahme künstlicher Bewässerung zeitlich oder räumlich begrenzt Anbau betrieben werden kann. Man könnte sie also auch Trockengrenze des Regenfeldbaus bezeichnen. Dieser Anspruch erschwert die Bestimmung des tatsächlichen Verlaufs und damit eine sinnvolle Anwendung aber erheblich.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung erläutert den Bedarf an einer agronomischen Trockengrenze angesichts des Bevölkerungswachstums und der anthropogenen Eingriffe in aride und semiaride Räume.

2. Trockengrenzen: Dieses Kapitel differenziert zwischen klimatischen und agronomischen Grenzen und diskutiert deren wissenschaftliche Bestimmbarkeit.

2.1 Der kleinmaßstäbliche Verlauf der agronomischen Trockengrenze: Hier wird die Problematik weltweiter Darstellungen agrarischer Siedlungsgrenzen am Beispiel einer kartographischen Erfassung von 1984 analysiert.

2.2 Die Diskussion um die agronomische Trockengrenze: Dieser Abschnitt thematisiert die Herausforderungen bei der Suche nach einer Definition, die sowohl ökologische Risiken als auch menschliche Eingriffe einbezieht.

2.2.1 agrarökologische Betrachtung: Fokus auf physisch-geographische Indikatoren wie Bodenfeuchte, Erosion und Ertragsrisiken bei der Grenzbestimmung.

2.2.2 agrarökologische Betrachtung: Ergänzung der Definition um sozioökonomische Aspekte wie Weltmarktpreise, traditionelle Praktiken und ökonomische Entscheidungsprozesse der Landwirte.

3. Fazit: Das Fazit stellt fest, dass eine langfristig allgemeingültige agronomische Trockengrenze kaum definierbar ist, da die Faktoren für Anbaurentabilität in sensiblen Zonen zu komplex und volatil sind.

Schlüsselwörter

Agrargeographie, Trockengrenze, agronomische Trockengrenze, klimatische Trockengrenze, Ökumene, Landdegradation, Desertifikation, Regenfeldbau, Siedlungsgrenzen, Bodenfeuchte, Agrarökologie, Standortentscheidung, Trockengebiete, Bewässerung, Anthropogene Einflüsse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Herleitung und den praktischen Schwierigkeiten bei der Definition der sogenannten agronomischen Trockengrenze in ariden und semiariden Gebieten.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Unterscheidung zwischen klimatischen und nutzungsabhängigen Trockengrenzen, die Auswirkungen menschlicher Eingriffe auf die Landwirtschaft und die Grenzen der wissenschaftlichen Modellierbarkeit dieser Zonen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Begriff der agronomischen Trockengrenze kritisch zu hinterfragen und aufzuzeigen, warum eine allgemein gültige Festlegung dieser Grenze aufgrund dynamischer Faktoren kaum möglich ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Es handelt sich um eine geographische Literaturanalyse, bei der bestehende Konzepte, Definitionen und Fallbeispiele aus der agrargeographischen Forschung ausgewertet und gegenübergestellt werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Definitionsproblematik, die Schwierigkeiten kleinmaßstäblicher kartographischer Darstellungen sowie die Notwendigkeit, sowohl agrarökologische als auch sozioökonomische Faktoren in die Betrachtung einzubeziehen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die zentralen Begriffe sind agronomische Trockengrenze, Landdegradation, Agrargeographie, Standortentscheidung und Trockengebiete.

Warum reicht die klimatische Definition der Trockengrenze für den Ackerbau nicht aus?

Die klimatische Grenze basiert rein auf Wasserbilanzen, vernachlässigt jedoch den anthropogenen Wasserbedarf, die spezifischen Anforderungen der Kulturpflanzen und die ökonomischen Bedingungen des Anbaus.

Welche Rolle spielen traditionelle Erfahrungswerte der Landwirte?

Landwirte vertrauen in der Praxis oft eher auf lokale Erfahrungswerte und Traditionen als auf abstrakte theoretische Modelle, da sie das Missernterisiko in ihren spezifischen Regionen besser einschätzen können.

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Details

Title
Die Diskussion um die agronomische Trockengrenze
Subtitle
Verlauf der agronomischen Trockengrenze, agrarökologische und agrarökonomische Betrachtung
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Institut für Geographie)
Course
Proseminar
Grade
1,7
Author
Stefan Reiß (Author)
Publication Year
2007
Pages
9
Catalog Number
V113265
ISBN (eBook)
9783640136766
ISBN (Book)
9783640137053
Language
German
Tags
Diskussion Trockengrenze Proseminar Grenze des Trockenfeldbau klimatische Trockengrenze Agrarökologie Agrargeographie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefan Reiß (Author), 2007, Die Diskussion um die agronomische Trockengrenze, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113265
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