Die Arbeit geht auf die Merkmale von Crowdlending ein. Dazu gehört ebenfalls eine Analyse der verschiedenen Crowdlending-Varianten und Crowdlending-Plattformen bzw. deren Ziele und Arbeitsweisen. Eine Bewertung der Entwicklung des Crowdlendings in Deutschland im Vergleich zu dessen Entwicklung in anderen Ländern ist dafür existentiell. Das abschließende Fazit nimmt nochmals wertend Bezug auf die Möglichkeit der Geldanlage mit Crowdlending beziehungsweise die eventuell drohende Konkurrenz für das klassische Bankdarlehen. Als Letztes folgt ein Ausblick auf die mögliche Entwicklung von Crowdlending in der Zukunft.
Zwischen den drei Begriffen Crowdlending, Crowdfunding und Crowdinvesting herrscht große Verwechslungsgefahr. Crowdlending definiert sich als Vergabe eines Kredites aus den Mitteln der Crowd an einen Kreditnehmer. Für das bereitgestellte Geld erhalten die Anleger der Crowd einen festgelegten Zinssatz. Crowdfunding hingegen wird oftmals in Verbindung mit Spenden gebracht. Die sogenannten „Backer“ stellen ihr Geld einer Person oder einem Unternehmen zur Verfügung und erhalten dafür entweder keine oder eine nicht monetäre Gegenleistung. Beim Crowdinvesting erhalten die Anleger bei einer Investition Anteile am Eigenkapital, Anteile am Fremdkapital oder eine hybride Unternehmensbeteiligung. In den meisten Fällen wird jedoch eine Eigenkapitalbeteiligung simuliert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Kreditgeber und der Kreditnehmer
2.1 Peer-to-Peer
2.2 Peer-to-Business
3. Crowdlending-Plattformen
3.1 Allgemeines und Rentabilität
3.2 Arbeitsweisen
4. Crowdlending als Geldanlage
5. Vergleich zum Fortschritt in anderen Ländern
6. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht das Phänomen Crowdlending als alternative Finanzierungsform und Anlageklasse in Deutschland, um deren Merkmale, Funktionsweisen sowie das Potenzial als Konkurrenz zu traditionellen Bankdarlehen zu analysieren.
- Grundlegende Definition und Abgrenzung von Crowdlending, Crowdfunding und Crowdinvesting.
- Unterscheidung zwischen Peer-to-Peer (P2P) und Peer-to-Business (P2B) Kreditvergaben.
- Analyse der Geschäftsmodelle und Arbeitsweisen führender deutscher Crowdlending-Plattformen.
- Bewertung von Crowdlending als private Anlagemöglichkeit unter Berücksichtigung von Risiko und Rendite.
- Internationaler Vergleich des Crowdlending-Marktes zur Einordnung der deutschen Marktentwicklung.
Auszug aus dem Buch
2.2 Peer-to-Business
Das Gegenstück zum Peer-to-Peer-Crowdlending ist das Peer-to-Business-Crowdlending. Wie der Name schon sagt handelt es sich um die Art des Crowdlendings bei der die privaten Anleger („Crowd“) einem Unternehmen einen Kredit gewähren. Auch hier bietet sich wie bei den privaten Kreditnehmern die Möglichkeit einen Kredit zu erhalten, obwohl ein Kreditantrag bei der Hausbank eventuell schon abgelehnt wurde. Die Kreditbewilligung für Unternehmen wird in vielen deutschen Banken zum Großteil durch Menschen erledigt. In Verbindung mit der im deutschen Bankwesen herrschenden Regulatorik sorgt das für viel Bürokratie. Und das sorgt wiederum für lange Wartezeiten bei den Unternehmen. Insbesondere wenn die Liquidität des Unternehmens abnimmt, kann das zu Problemen führen. Beim größten, in Deutschland gegründeten, Anbieter für P2B-Crowdlending „Kapilendo“ hat beispielsweise der Fußballverein „Hertha BSC“ Kapital von seinen Fans erhalten. Auf Kapilendo.de können die Unternehmen ihre Kreditanträge einreichen. Sobald diese geprüft und eine Bonitätsanalyse „ganz unbürokratisch“ erfolgt ist, wird der Antrag gegenüber der Crowd veröffentlicht. Dann muss der Antrag innerhalb von 30 Tagen von den Anlegern vollständig finanziert werden. Die Realität zeigt jedoch das viele Projekte viel schneller durch die Anleger finanziert werden. So war es auch beim Fußballverein „Hertha BSC“. Hier handelte es sich um nur 9 Minuten in denen rund 500 Fans zusammen 1 Millionen Euro investierten. Auch bei den Konditionen kann die Plattform Kapilendo glänzen. Man wirbt mit Zinssätzen ab 2,5 % p.a. bei Finanzierungsvolumina von 50.000 bis 8 Millionen Euro. Die beste Bonität ist hierbei natürlich Voraussetzung. Diese Konditionen sorgen für Konkurrenz gegenüber dem klassischen Investitionsdarlehen der deutschen Banken. Insbesondere unter dem Aspekt das diese Konditionen ohne dingliche Sicherheiten erreicht werden können. So wird bei Kapilendo lediglich eine selbstschuldnerische Bürgschaft verlangt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Crowdlending und grenzt es von Crowdfunding sowie Crowdinvesting ab, um die Relevanz der Untersuchung im Kontext des deutschen FinTech-Marktes zu begründen.
2. Kreditgeber und der Kreditnehmer: In diesem Kapitel werden die Rollen und Motivationen von Anlegern und Kreditnehmern für P2P- sowie P2B-Kredite beleuchtet und die Unterschiede zum klassischen Bankwesen herausgearbeitet.
3. Crowdlending-Plattformen: Der Abschnitt erläutert die Marktführerschaft, Gebührenstrukturen und rechtlichen Rahmenbedingungen der Plattformen sowie deren technische und organisatorische Arbeitsweisen.
4. Crowdlending als Geldanlage: Hier wird der Prozess der Geldanlage für private Anleger dargestellt, inklusive der Kooperationen mit Banken und der Risiko-Rendite-Abwägung beim Aufbau eines Kreditportfolios.
5. Vergleich zum Fortschritt in anderen Ländern: Dieses Kapitel vergleicht das Wachstum des deutschen Crowdlending-Marktes mit dem deutlich weiter fortgeschrittenen Markt in den USA und identifiziert Gründe für die bisherige Zurückhaltung in Deutschland.
6. Fazit und Ausblick: Das Fazit bewertet das zukünftige Potenzial von Crowdlending als alternative Finanzierungsform und diskutiert, unter welchen Bedingungen es zu einer ernsthaften Konkurrenz für klassische Bankdarlehen werden könnte.
Schlüsselwörter
Crowdlending, FinTech, Peer-to-Peer, P2P-Kredit, Peer-to-Business, P2B-Kredit, Kapitalanlage, Rendite, Ausfallrisiko, Bankdarlehen, Auxmoney, Kapilendo, Funding Circle, Bonitätsprüfung, Finanzmarkt
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit behandelt das Geschäftsmodell des Crowdlendings in Deutschland und analysiert dessen Rolle als Finanzierungsmittel für Privatpersonen und Unternehmen sowie als Anlagemöglichkeit für Investoren.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der Funktionsweise von Plattformen, den Unterschieden zwischen P2P- und P2B-Krediten, dem Vergleich zum internationalen Markt und der Einordnung gegenüber klassischen Bankprodukten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Merkmale und Entwicklung des Crowdlendings in Deutschland zu bewerten und zu untersuchen, ob es als ernsthafte Konkurrenz zu klassischen Bankdarlehen angesehen werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse, der Auswertung von Jahresabschlüssen der Plattformen sowie der Analyse aktueller Marktdaten und Expertenberichte.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der verschiedenen Kreditnehmer- und Geber-Typen, die Arbeitsweisen der Vermittlerplattformen, die Attraktivität als Geldanlage und einen Ländervergleich mit den USA.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Crowdlending, P2P/P2B-Kredite, FinTech, Kapitalanlage, Rendite, Risiko und Bankkonkurrenz beschreiben.
Warum spielt die Schufa bei deutschen Plattformen wie Auxmoney eine Rolle?
Obwohl Plattformen wie Auxmoney Kredite trotz Schufa-Eintrag vergeben können, dient die Schufa-Auskunft dennoch als eines von vielen Kriterien in deren Scoringverfahren, um die Kreditwürdigkeit zu prüfen.
Wie unterscheidet sich die Gebührenstruktur bei den verschiedenen Plattformen?
Die Plattformen handhaben Gebühren sehr unterschiedlich: Manche erheben Vermittlungsgebühren vom Kreditnehmer basierend auf Bonität, andere ziehen diese von der Kreditsumme ab oder integrieren sie in die Ratenzahlung.
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- Nils Walter (Author), 2019, Crowdlending. Merkmale und Entwicklung in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1132854