In dieser Arbeit sollen zunächst allgemeine Aspekte der Krankenversicherung in den USA und Deutschland beleuchtet werden. Dazu gehören zum Beispiel rechtliche Grundlagen und die Kosten der Krankenversicherung für den Versicherten. Außerdem findet anschließend jeweils eine kritische Stellungnahme zu den verschiedenen Systemen der Krankenversicherung in den USA und Deutschland statt. Danach folgt die Rentabilitätsanalyse. Die Rentabilitätsanalyse wird dabei einmal branchenbezogen und einmal auf eine einzelne Krankenkasse/Krankenversicherung bezogen vorgenommen. In einer abschließenden Betrachtung soll genau auf die Frage eingegangen werden, in welchem Land die wirtschaftliche Rentabilität von Krankenversicherungen höher ist bzw. für wen sie sich rentiert.
Insbesondere während der Corona-Krise haben viele Länder erst bemerkt, wie belastbar bzw. wie instabil ihre Gesundheitssysteme sind. Deutschland zählt zu den Ländern, welche die Krise am besten meistern, während die Vereinigten Staaten weltweit als die Nation gelten, welche am stärksten mit dem Virus zu kämpfen hat. Da Krankenversicherungen einen großen Einfluss auf die medizinische Versorgung und somit auch auf die Gesundheitssysteme haben, könnte der Vergleich von Krankenversicherungen in den USA und Deutschland nicht aktueller sein. Die Versicherungswirtschaft in beiden Ländern stellt sich anhand ihrer Komplexität ebenfalls als äußerst interessant dar.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Krankenversicherung in Deutschland
2.1 Allgemeines
2.2 Was kosten GKV und PKV den Versicherten?
2.3 Kritik
3. Krankenversicherung in den USA
3.1 Allgemeines
3.2 Wie viel kostet die Krankenversicherung in den USA?
3.3 Kritik
4. Rentabilitätsanalyse
4.1 Gesetzliche Krankenversicherungen in Deutschland
4.1.1 Branche
4.1.2. Am Beispiel der Techniker Krankenkasse
4.2 Private Krankenversicherungen in Deutschland
4.2.1 Branche
4.2.2 Am Beispiel des Debeka Krankenversicherungsverein auf Gegenseitigkeit
4.3. Krankenversicherungen in den USA
4.3.1 Branche
4.3.2 Am Beispiel der UnitedHealth Group
5. Abschließende Betrachtung
Zielsetzung & Themen der Studie
Die vorliegende Studienarbeit verfolgt das Ziel, die Gesundheitssysteme und Krankenversicherungsmodelle in Deutschland und den USA unter Berücksichtigung von Rentabilitätsaspekten vergleichend gegenüberzustellen. Dabei wird analysiert, welche strukturellen Unterschiede in der Versicherungswirtschaft bestehen und inwieweit diese die finanzielle Leistungsfähigkeit und Fairness für die Versicherten beeinflussen.
- Vergleichende Analyse der rechtlichen Grundlagen und Beitragssysteme
- Untersuchung der wirtschaftlichen Rentabilität von Krankenversicherern
- Kritische Beleuchtung der Versorgungsqualität und Kostenstrukturen
- Branchenübergreifende sowie unternehmensspezifische Kennzahlenanalysen
- Moralische und ökonomische Bewertung der jeweiligen Krankenversicherungssysteme
Auszug aus dem Buch
3.1 Allgemeines
In den USA gibt es keine gesetzliche Krankenversicherung. Am ehesten könnte man das Gesundheitsführsorgeprogamm „Medicaid“ oder die öffentliche und bundesstaatliche Krankenversicherung „Medicare“ mit der deutschen gesetzlichen Krankenversicherung vergleichen. Medicaid betrifft jedoch nur Personenkreise mit geringen Einkommen und Kinder. Medicare dient nur der Versicherung von älteren Menschen (ab 65) und Behinderten.
Die medizinische Versorgung in den USA ist aufgrund fehlender regulierender Eingriffe durch den Staat extrem teuer. So kostet zum Beispiel die Behandlung eines gebrochenen Beins in den USA bis zu 7.500 USD (rd. 6680 EUR), ein Krankenhausaufenthalt für 3 Tage kostet durchschnittlich 30.000 USD (rd. 26730 EUR) und die Behandlung von Krebserkrankungen kann mehrere hunderttausend US-Dollar bzw. Euro kosten. In Deutschland kostet die Behandlung verschiedener Diagnosen im Krankenhaus mit anschließendem Aufenthalt aufgrund von Fallpauschalen im Durchschnitt rund 4700 EUR. In den USA ist es deshalb umso wichtiger eine Krankenversicherung abzuschließen.
Bis zum Inkrafttreten der wesentlichen Bestimmungen des „Patient Protection and Affordable Care Act“, welcher auch unter dem Namen „Obamacare“ bekannt ist, im Jahr 2014, gab es in den USA keine Krankenversicherungspflicht. Die mit dem PPACA eingeführte Versicherungspflicht ist definitiv nicht mit der Versicherungspflicht in Deutschland gleichzusetzen, denn es handelt sich dabei um das sogenannte „individual mandate“. Das „individual mandate“ besagt, dass jeder, der nach dem PPACA versicherungspflichtig ist, krankenversichert sein muss. Wer dagegen verstößt, muss einen festen Geldbetrag bzw. einen Teil seines Haushaltsnettoeinkommens als Strafe zahlen. Der derzeitige US-Präsident Donald Trump hatte bereits während seines Wahlkampfs angekündigt Obamacare komplett abzuschaffen. Bisher haben verschiedene Urteile des Obersten Gerichtshofes der USA, dem „Supreme Court“, dies immer wieder verhindert. Jedoch verabschiedete der US-Kongress im November 2017 ein Gesetz zur Aufhebung des „individual mandate“, wodurch die Strafzahlungen und somit auch die Versicherungspflicht zum 01.01.2019 entfallen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Motivation der Arbeit dar, das Gesundheitssystem in Deutschland und den USA aufgrund der unterschiedlichen Krisenbewältigung und Komplexität miteinander zu vergleichen.
2. Krankenversicherung in Deutschland: Dieses Kapitel erläutert das duale System aus gesetzlicher und privater Krankenversicherung, die Beitragsstrukturen sowie die Kritik an der sogenannten „Zwei-Klassen-Medizin“.
3. Krankenversicherung in den USA: Hier werden die Funktionsweise des US-Systems ohne allgemeine Versicherungspflicht, die Rolle von „Private Health Plans“ sowie die hohen Kosten der medizinischen Versorgung analysiert.
4. Rentabilitätsanalyse: Dieses Kernkapitel führt eine betriebswirtschaftliche Rentabilitätsanalyse durch, indem es sowohl die Branchen als auch beispielhafte Unternehmen wie die Techniker Krankenkasse, die Debeka und die UnitedHealth Group untersucht.
5. Abschließende Betrachtung: Das Fazit zieht den Vergleich zwischen den Systemen, bewertet die höhere Rentabilität der US-Versicherer zulasten der Versicherten und diskutiert den Bedarf an staatlicher Regulierung.
Schlüsselwörter
Krankenversicherung, GKV, PKV, USA, Deutschland, Rentabilitätsanalyse, Gesundheitsfonds, Solidarprinzip, Versicherungsprämie, Selbstbeteiligung, Leistungsaufwand, UnitedHealth Group, Techniker Krankenkasse, Debeka, Gesundheitssystem
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit vergleicht das deutsche Krankenversicherungssystem, das auf dem Solidarprinzip basiert, mit dem US-amerikanischen System, welches durch hohe private Kosten und fehlende staatliche Eingriffe geprägt ist.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentral sind die rechtlichen Rahmenbedingungen der Krankenversicherungen, die Kostenstruktur für Versicherte sowie die Rentabilität der Versicherungsunternehmen in beiden Ländern.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die Unterschiede in Fairness und Kosten der Versicherungssysteme zu beleuchten und zu klären, in welchem Land Versicherungen wirtschaftlich rentabler arbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es erfolgt eine deskriptive Analyse sowie eine betriebswirtschaftliche Rentabilitätsuntersuchung anhand von Kennzahlen wie Umsatzrentabilität und Eigenkapitalquote.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine allgemeine Beschreibung beider Systeme, eine kritische Stellungnahme sowie eine detaillierte Rentabilitätsanalyse auf Branchen- und Unternehmensebene.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Krankenversicherung, Solidarprinzip, Rentabilitätsanalyse, Gesundheitsfonds, Versicherungsprämie und Leistungsausgaben.
Warum schneiden US-Krankenversicherer in der Analyse rentabler ab?
Die höhere Rentabilität resultiert aus den primär auf Gewinnmaximierung ausgerichteten Geschäftsmodellen börsennotierter Unternehmen bei gleichzeitig hohen Belastungen für die Versicherten durch Selbstbeteiligungen.
Was unterscheidet das deutsche System von dem der USA in Bezug auf das Solidarprinzip?
In Deutschland sorgt das Solidarprinzip für einen finanziellen Ausgleich zwischen verschiedenen Versichertengruppen, während in den USA die Eigenverantwortung und das individuelle Risiko dominieren.
Wie wirkt sich die „Zwei-Klassen-Medizin“ in Deutschland auf die Rentabilität aus?
Die „Zwei-Klassen-Medizin“ ist ein strukturelles Problem, das Ärzte dazu animiert, Privatversicherte aufgrund höherer Behandlungssätze zu bevorzugen, was die medizinische Versorgung sozial ungleich verteilt.
Welchen Einfluss hat die staatliche Regulierung auf die Kosten in Deutschland?
Staatliche Regulierungen und Festbeträge sorgen für ein höheres Kostenbewusstsein und tragen dazu bei, die medizinische Versorgung für breite Bevölkerungsschichten bezahlbar zu halten.
- Arbeit zitieren
- Nils Walter (Autor:in), 2020, Krankenversicherung in den USA vs. Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1132859