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Die Auswirkungen der Inflation auf die deutsche Außenpolitik

Title: Die Auswirkungen der Inflation auf die deutsche Außenpolitik

Seminar Paper , 2008 , 16 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Michael Behrens (Author)

History of Germany - World War I, Weimar Republic
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Es war der französische Außenminister, Aristide Briand, der der vor Begeisterung rauschenden Stimmung Ausdruck verlieh, als er in einer Rede aus dem Stegreif ausführte: „Das Zeichen des heutigen Tages ist der Friede für Deutschland und für Frankreich. [...] Zu Ende ist die Reihe der schmerzlichen und blutigen Zusammenstöße, von denen alle Blätter der Geschichte künden. Zu Ende ist der Krieg zwischen uns. Vorüber sind die schweren Wolken der Trauer [...]. Fort mit den Gewehren! [...] Fort mit den Kanonen! Platz für die Versöhnung, für das Schiedsgericht und für den Frieden!“ Mit diesen Worten schilderte er den Einzug der deutschen Delegation in die Vollversammlung des Völkerbundes in Genf am 10. September 1926; ein Ereignis, das besonders symbolkräftig den Wandel dokumentiert, den die Stellung Deutschlands in der Welt während der Mitte der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts erfahren hatte. Doch was geschah in der Weimarer Republik außenpolitisch bereits seit 1919, um an diesen Punkt zu gelangen und was passierte noch bis 1933? Besonders in Hinsicht auf die Zusammenwirkung der internationalen Politik mit der Inflationssituation versucht diese Arbeit Antworten zu geben. Wie wirkte die Inflation auf die außenpolitischen Strategien und Erfahrungen in den Jahren 1919 bis 1928 ein und wie beeinflusste sie die Krisenstrategien von 1929 bis 1933? Hierbei versuche ich besonderen Wert auf die außenpolitischen Verhältnisse vor dem wirtschaftlichen und sozialen Hintergrund zu legen. Im Gegensatz zur Habsburg-Monarchie war das Deutsche Reich zwar nicht von einer Auflösung betroffen, es musste aber aufgrund des Versailler Vertrags erhebliche territoriale Verluste und wirtschaftliche Einbußen hinnehmen. Der Wunsch nach Revision des Versailler Vertrags bestimmte die Hauptprobleme und die Ziele der deutschen Außenpolitik während der gesamten Weimarer Republik. Im internationalen Staatensystem war das Deutsche Reich isoliert, dem 1919 gegründeten, bereits angesprochenen, Völkerbund durfte es vorerst nicht beitreten. Während das Ende der deutschen "Weltgeltung" den im Kaiserreich entstandenen deutsch-britischen Gegensatz weitgehend auflöste, wurde das traditionelle Bild Frankreichs als deutscher "Erbfeind" in die neue Republik transportiert.
Im Herbst 1921 spitzte sich die schwierige Situation zu.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vorraussetzungen

3. Außenpolitische Maßnahmen 1920-22

3.1 Kreditaktion

3.2 Ausnutzen der Inflation

3.3 Exportoffensive

3.4 Scheitern der Maßnahmen

3.5 Zusammenfassung I

3.6 Genua-Politik

3.7 Rapallo-Politik

4. Außenpolitik unter Stresemann

4.1 Dawes, London und Locarno

4.2 Treffen von Thoiry

4.3 Berliner Vertrag, Briand-Kellog-Pakt und Young-Plan

4.4 Exportwirtschaft

4.5 Zusammenfassung II

5. Außenpolitik unter Brüning

5.1 Rolle Brünings im Vergleich mit Stresemann

6. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Inflationssituation in der Weimarer Republik und der deutschen Außenpolitik im Zeitraum von 1919 bis 1933. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie die Inflation als wirtschaftlicher Faktor die außenpolitischen Strategien der verschiedenen Regierungen prägte und beeinflusste.

  • Die Auswirkungen der Inflation auf außenpolitische Handlungsspielräume
  • Die Rolle der deutschen Industrie und Exportwirtschaft in der Außenpolitik
  • Vergleich der Verständigungspolitik unter Gustav Stresemann
  • Der Wandel zur Politik des Alleingangs und der Stärke unter Heinrich Brüning

Auszug aus dem Buch

3.1 Kreditaktion

Die Außenpolitik versuchte die von der Inflation beschleunigte Krise zunächst wie folgt zu bewältigen: Man näherte sich England an. Man versuchte den Inflations- und Reparationsddruck an die Kriegsalliierten von einst abzuwenden. Die Mark verlor im Aus- mehr an Wert als im Inland und so konnte man den Export steigern. Besonders die Handelspolitik hatte zu dieser Zeit einen hohen Stellenwert und war Teil der Lösungsansätze der deutschen Außenpolitik in Hinsicht auf die Weltwirtschaft.4 Hier trat nun die Kreditaktion der deutschen Industrie in Erscheinung.

Um noch ein Jahr die Erfüllungspolitik durchhalten zu können sah man eine Anleihe langfristiger Art für unabdingbar. Man erhoffte sich natürlich außerdem weiterhin die Einsicht der alliierten Siegermächte zur Revision der Reparationszahlungen. Dies schien auch sinnvoll zu sein, wenn man sich die Konsequenzen eines Wirtschafts zusammenbruchs Deutschlands für die ganze Welt vorstellte.

Die deutsche Wirtschaftssituation war aber auch bereits verheerend. Die Stabilisierungsphase von April 1920 bis Juni 1921 wurde durch das Londoner Ultimatum und die darauf folgende Politik der Erfüllung beendet.5 Die Mark verlor extrem an Wert. Die Verschuldung kurz zu halten, war nicht mehr möglich. Auch weil die erste gezahlte Milliarde im August 1921 die weiteren Raten unerreichbar schienen ließ.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die symbolische Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund 1926 und skizziert das Forschungsinteresse an der Wechselwirkung zwischen Inflation und Außenpolitik.

2. Vorraussetzungen: Dieses Kapitel beschreibt die durch den Versailler Vertrag verursachte isolierte Lage des Deutschen Reiches und die Notwendigkeit der Revisionspolitik.

3. Außenpolitische Maßnahmen 1920-22: Hier werden die frühen Versuche einer wirtschaftlich orientierten Außenpolitik wie die Kreditaktion und die Rapallo-Politik sowie deren Scheitern analysiert.

4. Außenpolitik unter Stresemann: Das Kapitel erläutert die Ära Stresemann, die auf Verständigungspolitik, Integration in das internationale System und wirtschaftliche Verflechtung setzte.

5. Außenpolitik unter Brüning: Diese Sektion behandelt den Wandel unter Brüning hin zu einer aggressiveren Revisionspolitik und die Verschärfung der wirtschaftlichen Lage.

6. Schluss: Der Schluss fasst zusammen, dass die Inflation als prägende Erfahrung der Unsicherheit die deutsche Außenpolitik maßgeblich mitbestimmte.

Schlüsselwörter

Weimarer Republik, Inflation, Außenpolitik, Reparationen, Versailler Vertrag, Gustav Stresemann, Heinrich Brüning, Kreditaktion, Rapallo-Politik, Weltwirtschaftskrise, Revisionspolitik, Völkerbund, Deflationspolitik, Erfüllungspolitik, Diplomatie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert, wie die ökonomische Belastung durch die Inflation und die Reparationsforderungen die außenpolitischen Strategien Deutschlands zwischen 1919 und 1933 beeinflussten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die deutsche Revisionspolitik, die Rolle der Industrie, das Verhältnis zu den Siegermächten sowie der Wandel der Außenpolitik unter verschiedenen Regierungschefs.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Wechselwirkungen zwischen der Inflationssituation und den außenpolitischen Strategien aufzuzeigen, um zu verstehen, wie Deutschland versuchte, seine internationale Position zu festigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historisch-analytische Arbeit, die auf Literaturrecherche und der Auswertung zeitgenössischer Dokumente basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Maßnahmen der Jahre 1920-22, die Ära Stresemann mit ihrer Verständigungspolitik und die nachfolgende Periode unter Brüning detailliert gegenübergestellt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Inflation, Reparationspolitik, Weimarer Außenpolitik und internationale Verständigung geprägt.

Worin unterschied sich Brünings Politik von der Stresemanns?

Während Stresemann auf eine multilaterale Verständigung und wirtschaftliche Kooperation setzte, verfolgte Brüning einen aggressiveren, isolierten Stil der "Politik der Stärke".

Welche Rolle spielte die deutsche Industrie bei der sogenannten Kreditaktion?

Die Industrie versuchte, durch Anleihen aus dem Ausland das Reich finanziell zu stützen, verknüpfte dies jedoch mit Forderungen zur wirtschaftlichen Stabilisierung und Revision der Reparationslasten.

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Details

Title
Die Auswirkungen der Inflation auf die deutsche Außenpolitik
College
Technical University of Chemnitz  (Philosophische Fakultät, Fachbereich Geschichte)
Course
Der Schwarze Freitag 1929 – eine transnationale Katastrophe? Wirtschafts-, sozial- und kulturhistorische Aspekte der Weltwirtschaftskrise in Deutschland und Europa
Grade
2,0
Author
Michael Behrens (Author)
Publication Year
2008
Pages
16
Catalog Number
V113292
ISBN (eBook)
9783640138159
Language
German
Tags
Auswirkungen Inflation Außenpolitik Schwarze Freitag Katastrophe Wirtschafts- Aspekte Weltwirtschaftskrise Deutschland Europa
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Behrens (Author), 2008, Die Auswirkungen der Inflation auf die deutsche Außenpolitik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113292
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