In diesem Kontext behandelt diese Hausarbeit die Fragestellung, ob Senioren und Seniorinnen in Deutschland adäquat mit Energie und Nährstoffen versorgt sind und welche Bedeutung individuellen Einflüssen beigemessen werden muss. Ziel der Arbeit ist es, einen Überblick über die aktuelle Versorgungslage von älteren Menschen in Deutschland unter verschiedenen Lebensumständen zu erhalten.
Im ersten Teil der Arbeit wird die allgemeine Ernährungssituation analysiert. Dazu werden die Ergebnisse der nationalen Verzehrsstudie II mit den Deutschland-Österreich-Schweiz-Referenzwerten (D-A-CH-Referenzwerte) der Nährstoffzufuhr verglichen und die kritischen Nährstoffe herausgearbeitet. Weiterhin wird auch die Problematik der Beurteilung der Energieversorgung erläutert und eine sinnvolle Möglichkeit vorgestellt, die Versorgung der Menschen mit Energie zu erfassen. Im zweiten Teil der Arbeit werden dann die Einflüsse, die zu der vorliegenden Ernährungssituation geführt haben, beleuchtet. Zunächst soll dargestellt werden, welche physiologischen Veränderungen im Alter die Ernährungssituation bedingen. Diese Veränderungen werden dazu in Einflüsse auf die Körperzusammensetzung, die Verdauung und die Adaptionsfähigkeit eingeteilt.
Anschließend wird die Versorgungssituation der älteren Menschen im Kontext des demografischen Wandels geklärt. Hierfür werden zunächst die Ursachen erläutert, die den demografischen Wandel bedingen, um im Anschluss auf dessen Auswirkungen auf die Bevölkerungs- und Familienstruktur und die Gesundheitsversorgung und Pflege einzugehen. Um die Versorgung genau beurteilen zu können findet eine getrennte Betrachtung der Ernährungssituation von Senioren und Seniorinnen in stationären Einrichtungen und Privathaushalten statt. Dabei werden die zuhause lebenden Menschen über 65 Jahren je nach Pflegebedürftigkeit in Menschen mit Pflegebedarf und sich selbstständig Versorgende unterteilt. Abschließend werden im Fazit noch einmal die wichtigsten Erkenntnisse zusammengefasst.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Ernährungssituation von Senioren und Seniorinnen im Vergleich zu den D-A-CH-Referenzwerten
3. Einflüsse auf die Ernährungssituation
3.1 Physiologische Veränderungen im Alter
3.1.1 Einflüsse auf den Energiebedarf
3.1.2 Einflüsse auf die Verdauung
3.1.3 Einflüsse auf die Adaptionsfähigkeit
3.2 Versorgung von Senioren und Seniorinnen in Zeiten des demografischen Wandels
3.2.1 Veränderungen der Alters- und Familienstruktur
3.2.2 Versorgung von Senioren und Seniorinnen in Heimen und Krankenhauseinrichtungen
3.2.3 Beurteilung der Ernährungssituation alleinstehender Senioren und Seniorinnen
4. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Ernährungssituation von Senioren und Seniorinnen in Deutschland im Zeitraum der ersten zwei Jahrzehnte des 21. Jahrhunderts. Ziel ist es, zu analysieren, ob diese Personengruppe adäquat mit Energie und Nährstoffen versorgt ist, und dabei individuelle Lebensumstände sowie physiologische Einflüsse zu beleuchten, die die Versorgung maßgeblich bestimmen.
- Analyse der allgemeinen Ernährungssituation anhand der Nationalen Verzehrsstudie II
- Vergleich der Nährstoffzufuhr mit den D-A-CH-Referenzwerten
- Untersuchung physiologischer Alterungsprozesse und deren Einfluss auf die Nahrungsaufnahme
- Einfluss des demografischen Wandels auf Pflege- und Versorgungsstrukturen
- Spezifische Betrachtung der Ernährungssituation in Heimen, Krankenhäusern und bei Alleinstehenden
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Einflüsse auf den Energiebedarf
Nach Elmadfa und Leitzmann wird die Abnahme des Energiebedarfs um ungefähr 300-400 kcal pro Tag durch Faktoren wie der, mit zunehmendem Alter einhergehenden Verminderung des Grundumsatzes um ca. 2% pro Jahrzehnt und dem natürlichen Rückgang der körperlichen Betätigung durch begrenzte Leistungsfähigkeit bedingt. Auch die Verteilung der Körperkompartimente verändert sich im Alterungsprozess. Während die fettfreie Körpermasse (LBM) einen Rückgang zu verzeichnen hat, wodurch auch der Anteil des Gesamtkörperwassers absinkt und um das 85. Lebensjahr Werte von 45-50% erreicht, erhöht sich der Körperfettgehalt. Diese Veränderung wirkt einer Verringerung des Körpergewichts entgegen. Auch die Knochenmasse ist von den physiologischen Entwicklungen betroffen, denn im Alter findet natürlicherweise ein Abbau der Knochensubstanz statt, der in Krankheiten wie Osteoporose und dem damit verbundenen erhöhten Risiko für Knochenbrüche enden kann. Einem erhöhten Osteoporose-Risiko sind dabei vor allem Frauen ausgesetzt, denn der nach der Menopause einsetzende Rückgang des Östrogenspiegels bedingt auch einen vorzeitigen Abbau der Knochen (Elmadfa/Leitzmann 2019, S. 609f.). Aufgrund dieser Faktoren sollte laut DGE eine Anpassung der Ernährung erfolgen. Der sinkende Energiebedarf erfordert eine verminderte Energiezufuhr, während der Vitamin- und Mineralstoffbedarf konstant bleibt oder erhöht ist. Deshalb empfiehlt die DGE, bei der Wahl der Nahrungsmittel auf solche mit hoher Nährstoffdichte und geringerer Energiedichte zurückzugreifen (Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. 2014, S. 12f.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung definiert die Zielsetzung der Arbeit, Senioren und Seniorinnen bezüglich ihrer Nährstoff- und Energieversorgung zu analysieren und die Relevanz individueller Einflüsse zu klären.
2. Die Ernährungssituation von Senioren und Seniorinnen im Vergleich zu den D-A-CH-Referenzwerten: Dieses Kapitel stellt die nationale Verzehrsstudie II den offiziellen Referenzwerten gegenüber, um Risiken für eine Über- oder Unterversorgung mit Nährstoffen zu identifizieren.
3. Einflüsse auf die Ernährungssituation: Das Hauptkapitel untersucht die Ursachen für die Ernährungslage, unterteilt in physiologische Alterungsprozesse sowie die strukturellen Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Versorgung.
3.1 Physiologische Veränderungen im Alter: Hier werden körperliche Altersveränderungen wie der abnehmende Energiebedarf, Verdauungsprobleme und sinkende Adaptionsfähigkeit (Geschmacks-/Geruchssinn) als Einflussfaktoren auf die Nährstoffaufnahme dargelegt.
3.1.1 Einflüsse auf den Energiebedarf: Dieses Unterkapitel beschreibt die Reduktion des Grundumsatzes und Veränderungen der Körperzusammensetzung als Gründe für einen sinkenden Energiebedarf im Alter.
3.1.2 Einflüsse auf die Verdauung: Der Fokus liegt hier auf altersbedingten Veränderungen im Magen-Darm-Trakt, wie reduzierter Magensäureproduktion, die die Aufnahme essenzieller Nährstoffe beeinträchtigen können.
3.1.3 Einflüsse auf die Adaptionsfähigkeit: Dieser Abschnitt behandelt den Einfluss von nachlassenden Sinnen, Schluckbeschwerden und Krankheiten auf das Essverhalten und die Nahrungsaufnahme.
3.2 Versorgung von Senioren und Seniorinnen in Zeiten des demografischen Wandels: Dieses Kapitel analysiert, wie die Bevölkerungsstruktur und der Fachkräftemangel die Versorgungssituation älterer Menschen beeinflussen.
3.2.1 Veränderungen der Alters- und Familienstruktur: Hier werden statistische Daten zur steigenden Lebenserwartung, zur Familienstruktur und zum wachsenden Pflegebedarf erörtert.
3.2.2 Versorgung von Senioren und Seniorinnen in Heimen und Krankenhauseinrichtungen: Auf Basis von Studien wird die Mangelernährung in stationären Einrichtungen und die Relevanz von Ernährungsfachkräften diskutiert.
3.2.3 Beurteilung der Ernährungssituation alleinstehender Senioren und Seniorinnen: Der Fokus liegt hier auf dem Einfluss der Selbstständigkeit und der Pflegebedürftigkeit in Privathaushalten auf die Qualität der Ernährung.
4. Schluss: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass die Ernährungssituation nicht verallgemeinert werden kann, sondern von individuellen Faktoren sowie der Lebensumgebung abhängt.
Schlüsselwörter
Senioren, Ernährungssituation, D-A-CH-Referenzwerte, Nährstoffversorgung, physiologische Alterungsprozesse, Energiebedarf, demografischer Wandel, Mangelernährung, Pflegebedürftigkeit, Ernährungsberatung, Nationale Verzehrsstudie, stationäre Versorgung, ErnSTES-Studie, ErnSiPP-Studie, Lebensqualität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Ernährungssituation von Menschen ab 65 Jahren in Deutschland und der Frage, wie diese unter verschiedenen Lebensbedingungen mit Energie und Nährstoffen versorgt sind.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind der Vergleich der tatsächlichen Ernährung mit medizinischen Referenzwerten, die Auswirkungen des natürlichen Alterungsprozesses auf den Körper sowie die Herausforderungen der Versorgung im Kontext des demografischen Wandels.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Hauptziel ist es, einen Überblick über die Versorgungslage älterer Menschen zu erhalten und zu untersuchen, ob sie adäquat mit Nährstoffen versorgt sind sowie welche individuellen Einflüsse dabei eine Rolle spielen.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die auf der Analyse bestehender Studien, wie der Nationalen Verzehrsstudie II, der ErnSTES-Studie und der ErnSiPP-Studie, sowie auf dem Vergleich mit den D-A-CH-Referenzwerten basiert.
Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der physiologischen Voraussetzungen (Energiebedarf, Verdauung, Sinne) und die Untersuchung der Versorgungssituation in unterschiedlichen Lebensumfeldern wie stationären Einrichtungen und Privathaushalten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Ernährungssituation, Senioren, D-A-CH-Referenzwerte, Mangelernährung, physiologische Alterung, demografischer Wandel und Pflegebedürftigkeit.
Wie korreliert der Pflegegrad mit der Nährstoffversorgung laut der ErnSTES-Studie?
Die Studie zeigt, dass eine negative Korrelation besteht: Je höher der Pflegegrad der Betroffenen, desto schlechter ist tendenziell die Versorgung mit Energie und lebenswichtigen Nährstoffen.
Welche Rolle spielt die Magensäure bei der Nährstoffaufnahme älterer Menschen?
Eine verringerte Magensäureproduktion im Alter (atrophische Gastritis) beeinträchtigt laut den angeführten Studien die Aufnahme kritischer Nährstoffe wie Vitamin B12, Calcium, Eisen und Folsäure maßgeblich.
Warum ist eine Verallgemeinerung der Ernährungssituation bei Senioren schwierig?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die Versorgungssituation stark vom individuellen Fortschritt des Alterungsprozesses, dem Grad der Selbstständigkeit und der spezifischen Wohn- bzw. Betreuungssituation (z.B. Heim vs. Privathaushalt) abhängt.
- Citar trabajo
- Nadja Pförtsch (Autor), 2021, Die Ernährungssituation von Senioren und Seniorinnen in Deutschland im 21. Jahrhundert, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1132989