Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Germanistik - Linguistik

Rechtschreibfehler innerhalb von Facebook-Kommentaren. Analyse und Vergleich

Titel: Rechtschreibfehler innerhalb von Facebook-Kommentaren. Analyse und Vergleich

Hausarbeit , 2018 , 33 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Leon Raschen (Autor:in)

Germanistik - Linguistik
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit soll das Maß der Rechtschreibfehler im Internet untersucht werden, ganz egal, ob sie akzeptiert werden oder nicht. Dafür werden auf der Plattform Facebook auf unterschiedlichen Seiten von Online-Zeitungen die Kommentare der Nutzer auf ihre Rechtschreibung untersucht und nach ihrer Auswertung mit einer Studie von Pießnack/Schübel zur Rechtschreibkompetenz von Abiturienten verglichen, um Aufschluss darüber zu geben, welche Rechtschreibfehler in welchem Maße gemacht werden. Es werden Begriffe des digitalen Schreibens geklärt, z. B. konzeptionelle Schriftlichkeit und Mündlichkeit. Weiterhin wird erarbeitet, welche „Regeln“ und sprachlichen Variationen im Internet genutzt werden und vertiefend verschiedene Formen der digitalen Kommunikation miteinander verglichen.

Wird ein gedruckter Text gelesen, erwartet man, dass er den Regeln der deutschen Rechtschreibung entspricht und keine zur Unterbrechung des Leseflusses führenden Fehler innehat. Mit dem Aufkommen des Internets haben sich allerdings die kommunikativen Prozesse und das Kommunikationsverhalten der Menschen extrem verändert: Anstelle eines persönlichen Gespräches oder Telefonates schreibt man SMS, unterhält sich in Chats und ist in Kontakt durch Social-Media Seiten wie Facebook.

Dabei sind diese Aktivitäten meist schriftbasiert, verlaufen aber über Tastaturen und nicht handschriftlich, wie es besonders in der Schule bis heute Normalfall ist. Die Nutzung neuer Medien nimmt einen immer größeren Platz im Alltag der Menschen, insbesondere der Jugendlichen, ein, sodass die Frage aufkommt, welchen Einfluss sie auf die Schreibkompetenz haben.

Oftmals wird das digitale Schreiben dann in Bezug zum Sprachverfall gebracht, da besonders im Internet „die Selbstverständlichkeit, mit der wir bei gedruckten Texten korrekte Schreibung voraussetzen, verloren gegangen“ ist und sich so eine Vielzahl an orthografisch minderwertigen Texten findet. Pießnack und Schübel fassen den öffentlichen Diskurs zusammen: „Die Schreibkompetenz der Schüler habe nachgelassen, das Ausdrucksvermögen sei schlechter geworden, die Rechtschreibkenntnisse mangelhaft.“ Klar ist jedoch bereits, dass im Internet andere Maßstäbe des Schreibens zu setzen sind, da beispielsweise Chats ein auf schriftlicher Basis stattfindendes Gespräch sind und sie so ebenfalls Merkmale des Mündlichen aufweisen, bei dem Fehler durch die Spontanität oftmals vernachlässigt werden und mündliche Ausdrucksweisen durchaus akzeptiert sind.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Im Zwiespalt zwischen Schriftlichkeit und Mündlichkeit

3 Digitales Schreiben

3.1 Einzelne Formen

4 Facebook und die Kommentarfunktion

5 Analyse der Facebook-Kommentare

5.1 Methodisches Vorgehen

5.2 Das Kategoriesystem

6 Darstellung und Auswertung der Untersuchungsergebnisse

6.1 Auswertung der einzelnen Fehlerkategorien

6.2 Abschließender Vergleich mit Pießnack und Schübel

6.3 Vergleich der einzelnen Seiten

7 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Maß an Rechtschreibfehlern in Facebook-Kommentaren unter Beiträgen von Online-Zeitungen, um festzustellen, inwieweit die konzeptionelle Mündlichkeit des digitalen Schreibens die orthographische Qualität beeinflusst und wie sich diese Ergebnisse im Vergleich zu Studien über die Schreibkompetenz von Abiturienten darstellen.

  • Einfluss digitaler Kommunikationsformen auf das Sprachverhalten
  • Differenzierung zwischen konzeptioneller Mündlichkeit und Schriftlichkeit
  • Quantitative Analyse orthographischer Fehler in sozialen Medien
  • Vergleich der Schreibqualität bei unterschiedlichen Medientypen (Bild, Welt, Süddeutsche)
  • Zusammenhang zwischen Bildungsgrad der Nutzerschaft und Fehlerhäufigkeit

Auszug aus dem Buch

3 Digitales Schreiben

Digitales Schreiben nutzt, wie eben zusammengefasst, Merkmale der gesprochenen Sprache. Nach Siever entstehen dadurch funktionale Schriftsprachvarianten, „die sich in Konkurrenz zu Standardisierungs- und Normierungsprozessen ausbilden und die im Hinblick auf die medialen Bedingungen und kommunikativen Funktionen optimiert sind.“ Beim digitalen Schreiben herrschen folglich andere „Regeln“ als beispielsweise bei einem handschriftlichen Aufsatz und auch innerhalb der Kommunikationsformen im Internet existiert eine Vielzahl von sprachlichen Variationen und jeweils eigenen Regeln. Fraas versteht unter der sog. „Netspeak“ ein eigenes System von grammatischen, lexikalischen und phonetischen Elementen, die hier ansatzweise betrachtet werden sollen:

Der Schrift mangelt es im weiten Sinne an der Möglichkeit, paraverbale Botschaften (Stimmhöhe, Tempo, Lautstärke) und extralinguistische Äußerungen (Mimik, Gestik), die besonders für das Ausdrücken emotionaler Botschaften wichtig sind, darzustellen. Es sind deswegen mehrere neue expressive Ausdrucksmittel entstanden, die gezielt und selektiv eingesetzt werden können. „Im Unterschied zur möglicherweise unbewußten Parasprache in Face-to-Face-Situationen sind die parasprachlichen Codes computervermittelter Kommunikation immer explizit und zudem gleichförmig reproduzierbar.“ So werden zahlreiche Mittel zur Emphase genutzt, wie z.B. die Großschreibung von Wörtern, was meist mit einer Art „Schreien“ oder erhöhten Lautstärke in Verbindung gebracht wird, ebenso wie comicsprachliche Sound- und Actionwörter (*staun*, *schluck*, *lach*), die „schriftsprachlich geräuschliche und situative Kontexte sowie Emotionslagen der Kommunikatoren zum Ausdruck bringen.“

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung thematisiert den Wandel der Kommunikationsprozesse durch das Internet und stellt die Forschungsfrage zur Schreibkompetenz in sozialen Medien.

2 Im Zwiespalt zwischen Schriftlichkeit und Mündlichkeit: Das Kapitel erläutert die theoretischen Modelle von Mündlichkeit und Schriftlichkeit sowie deren Anwendung auf moderne, digitale Medien.

3 Digitales Schreiben: Hier werden die spezifischen Merkmale des digitalen Schreibens als funktionale Schriftsprachvariante und die damit einhergehenden informellen Regeln definiert.

4 Facebook und die Kommentarfunktion: Dieses Kapitel beschreibt die Rolle von Facebook als Kommunikationsplattform und die Besonderheiten der Kommentarfunktion als soziales Interaktionswerkzeug.

5 Analyse der Facebook-Kommentare: Hier wird das methodische Vorgehen der Untersuchung sowie das zur Fehleranalyse verwendete Kategoriesystem dargelegt.

6 Darstellung und Auswertung der Untersuchungsergebnisse: Das Kapitel präsentiert die quantitativen Daten der Fehleranalyse und führt den Vergleich mit der Vergleichsstudie sowie den untersuchten Zeitungsseiten durch.

7 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, wonach die Rechtschreibfehlerquote im Netz signifikant höher liegt als bei analogen Textsorten und stark von der medialen Konzeption abhängt.

Schlüsselwörter

Rechtschreibfehler, Facebook-Kommentare, digitale Kommunikation, konzeptionelle Mündlichkeit, Schriftlichkeit, Schreibkompetenz, Fehleranalyse, Interpunktion, soziale Medien, Orthographie, Online-Zeitungen, Sprachwandel, Netspeak, digitale Schriftlichkeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das orthographische Niveau von Nutzerkommentaren auf der Plattform Facebook und analysiert, wie sich das Schreiben in digitalen Kontexten auf die Einhaltung rechtschreiblicher Normen auswirkt.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Entwicklung des digitalen Schreibens, die Unterscheidung zwischen medialer und konzeptioneller Mündlichkeit und Schriftlichkeit sowie die Analyse von Rechtschreibfehlern unter verschiedenen medialen Bedingungen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, Aufschluss darüber zu geben, in welchem Maße Fehler bei Facebook-Kommentaren auftreten und ob sich die Schreibqualität in Abhängigkeit von der verlinkten Online-Zeitung und deren Zielgruppe unterscheidet.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit verwendet eine quantitative Inhaltsanalyse von 180 Facebook-Kommentaren, die anhand eines spezifischen Kategoriesystems auf orthographische Fehler untersucht und mit einer bestehenden Studie zur Rechtschreibkompetenz von Abiturienten verglichen werden.

Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des digitalen Schreibens, die Vorstellung des Kategoriesystems zur Fehleranalyse sowie die detaillierte Auswertung und den Vergleich der Ergebnisse zwischen verschiedenen News-Seiten.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie "konzeptionelle Mündlichkeit", "Fehlerkategorien", "orthographische Kompetenz" und "digitale Kommunikationsformen".

Wie unterscheidet sich die Fehlerquote auf Facebook von der bei Abiturienten?

Die Analyse zeigt eine signifikant höhere Fehlerquote in den Facebook-Kommentaren (9,07 Fehler pro 100 Wörter) im Vergleich zu den von Pießnack/Schübel untersuchten Abiturienten (1,77 Fehler pro 100 Wörter).

Welche Rolle spielt die Wahl der Online-Zeitung für das Ergebnis?

Die Untersuchung ergibt, dass die Qualität der Kommentare mit der intellektuellen Ausrichtung der Zeitung korreliert; so weisen die Kommentierenden der Bild-Zeitung die höchsten Fehlerquoten auf, während die der Welt-Zeitung am ehesten an das Niveau der Abiturienten heranreichen.

Ende der Leseprobe aus 33 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Rechtschreibfehler innerhalb von Facebook-Kommentaren. Analyse und Vergleich
Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg  (Institut für Germanistik)
Veranstaltung
Graphematische Variation
Note
2,3
Autor
Leon Raschen (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
33
Katalognummer
V1133152
ISBN (eBook)
9783346502391
ISBN (Buch)
9783346502407
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Facebook Kommentare Rechtschreibung Rechtschreibfehler Zeit Süddeutsche Schriftlichkeit Mündlichkeit Digitales Schreiben Medien Kommentarfunktion Kategorisierung Chat Social Network Bild-Zeitung Post
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Leon Raschen (Autor:in), 2018, Rechtschreibfehler innerhalb von Facebook-Kommentaren. Analyse und Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1133152
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  33  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum