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Lebensweltorientierte Soziale Arbeit

Das Konzept und seine Konsequenzen für die Institutionen, den Sozialarbeiter und den Klienten

Title: Lebensweltorientierte Soziale Arbeit

Research Paper (undergraduate) , 2008 , 29 Pages , Grade: 1,1

Autor:in: Susann Bialas (Author)

Social Work
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Die Begriffe „Lebenswelt“ und „Lebensweltorientierung“ sind in stetigem Gebrauch und erscheinen allgegenwärtig.
Lebenswelt scheint geradezu selbstverständlich zu sein, da kaum noch genauer darauf ein-gegangen wird oder eine konkrete Abgrenzung zu anderen Begrifflichkeiten, wie „Alltag“ oder „Sozialraum“, stattfindet. Durch diesen beinahe alltäglichen Gebrauch sind die theoretischen Begründungen kaum noch zu erkennen.
Der Begriff der Lebensweltorientierung spielt in der Sozialpädagogik, insbesondere der Kinder- und Familienhilfe, eine große Rolle. Spätestens seit dem Achten Jugendbericht (vgl. BUNDESMINISTER FÜR JUGEND, FAMILIE, FRAUEN UND GESUNDHEIT 1990) gilt die so genannte Lebensweltorientierung als ein zentrales Paradigma der Jugendhilfe. Damit begann ab „Anfang der 1990er Jahre (...) ein regelrechter Boom lebensweltorientierter Überlegungen“ (KRAUS 2006, S. 117 f., Auslassungen durch d. Verf.). Vor allem der Pädagoge HANS THIERSCH, der auch an der Erstellung dieses Berichtes beteiligt war, hat den Begriff der Lebensweltorientierung geprägt.
Ausgelöst wurde die Diskussion einer lebensweltorientierten Sozialen Arbeit durch den Wandel in der Gesellschaft. Die heutige Alltagsbewältigung erfordert viel mehr Voraussetzungen, wie Selbst- und Sozialkompetenz, Durchsetzungsvermögen oder Selbstvertrauen, als in früheren Jahrzehnten, als die Geschlechter- und Generationsrollen, die Erziehungs-, Gesundheits-, und Ernährungsvorstellungen sowie die Berufswege noch durch stabile Traditionen und Sozialbeziehungen vorgegeben waren.
Heute ist die Gesellschaft bestimmt durch zunehmende soziale Ungleichheiten. Dabei führen neben strukturellen Faktoren, wie regionale Ausdifferenzierung, demografische Entwicklung und der Entwicklung des Arbeitsmarktes, auch bestimmte Lebensformen zu erheblichen Unterschieden der Lebenslage (vgl. BUNDESMINISTER FÜR JUGEND, FAMILIE, FRAUEN UND GESUNDHEIT 1990, S. 197). Die zunehmende Veränderung bestehender Lebensformen und -muster ist im Kontext der Individualisierung der Lebensführung und der Pluralisierung der Lebenslagen bspw. durch eine andere lebenszeitbezogene Gewichtung und Verteilung von Arbeit und Freizeit, durch eine Neuformation der Geschlechterrollen sowie durch ein gewandeltes Verhältnis der Generationen zueinander gekennzeichnet.

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Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. LEBENSWELT UND LEBENSWELTORIENTIERUNG

3. DAS KONZEPT LEBENSWELTORIENTIERTE SOZIALE ARBEIT

3.1 DAS KONZEPT ALS ZUSAMMENSPIEL 4 UNTERSCHIEDLICHER WISSENSCHAFTSKONZEPTE

3.1.1 Hermeneutisch-pragmatische Pädagogik

3.1.2 Phänomenologische-interaktionistisches Paradigma

3.1.3 Kritische Alltagstheorie

3.1.4 Analyse gesellschaftlicher Strukturen

3.2 DIMENSIONEN DER LEBENSWELTANALYSE

3.3 STRUKTUR- UND HANDLUNGSMAXIMEN EINER LEBENSWELTORIENTIERTEN SOZIALEN ARBEIT

3.4 KERNGEDANKEN DES KONZEPTS

4. KONSEQUENZEN DES KONZEPTS

4.1 FORDERUNGEN AN INSTITUTIONEN UND FACHPERSONAL

4.2 GRENZEN UND CHANCEN DER LEBENSWELTORIENTIERTEN SOZIALEN ARBEIT

5. SCHLUSSBETRACHTUNG

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Studienarbeit verfolgt das Ziel, das Konzept der lebensweltorientierten Sozialen Arbeit theoretisch fundiert darzulegen. Dabei wird untersucht, wie eine Umorientierung von problemzentrierten Bearbeitungsprogrammen hin zu einer ganzheitlichen, am Alltag des Klienten orientierten Vorgehensweise gelingen kann, um in einer zunehmend komplexen Gesellschaft tragfähigere Unterstützung zu bieten.

  • Theoretische Grundlagen und Wissenschaftskonzepte der Lebensweltorientierung
  • Dimensionen der Lebensweltanalyse (Zeit, Raum, soziale Beziehungen)
  • Struktur- und Handlungsmaximen in der sozialen Praxis
  • Anforderungen an Institutionen und das Fachpersonal
  • Kritische Reflexion der Chancen und Grenzen des Konzepts

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Hermeneutisch-pragmatische Pädagogik

Lebensweltorientierung als Konzept Sozialer Arbeit verweist auf die Weiterführung der hermeneutisch-pragmatischen Traditionslinie der Sozialpädagogik, die in ihren Fragestellungen die Alltäglichkeit und die Eigenwelten der Menschen zum Ausgangspunkt für ihr pädagogisches Konzept macht (vgl. THIERSCH 2002, S. 130).

Hermeneutisch-pragmatische Pädagogik, als ein wissenschaftstheoretisches Konzept, versucht die „Erziehungswirklichkeit in ihren Alltagsvollzügen verstehend und auf Handeln bezogen aufzuklären“ (THIERSCH/RUPRECHT/HERMANN 1978, S. 11). Gegenstand einer so verstandenen Pädagogik ist das Leben in seiner spezifischen Form als Eigenleben und Alltäglichkeit. Im Zentrum steht die vorgefundene und doch formbare Lebenswirklichkeit sowohl mit ihren historischen, sozialen und kulturellen Dimensionen als auch im Zusammenspiel von Normen und Fakten sowie von Erleben und Ausdruck. (vgl. THIERSCH/RUPRECHT/HERMANN 1978, S. 11 f.) Das bedeutet, die hermeneutisch-pragmatische Pädagogik knüpft am Alltag und an der individuell interpretierten Welt der Menschen an und verfolgt das Ziel, diesen Alltag und die Menschen in ihrem Bewältigungshandeln besser zu verstehen, um über dieses tiefere Verstehen den Adressaten angemessener helfen zu können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die Allgegenwärtigkeit der Begriffe Lebenswelt und Lebensweltorientierung und verortet deren Bedeutung als zentrales Paradigma in der modernen Jugendhilfe.

2. LEBENSWELT UND LEBENSWELTORIENTIERUNG: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Lebenswelt als vorwissenschaftliche, subjektive Wirklichkeit und erläutert deren Bedeutung für die Soziale Arbeit als Schnittstelle zwischen Subjekt und Gesellschaft.

3. DAS KONZEPT LEBENSWELTORIENTIERTE SOZIALE ARBEIT: Der Hauptteil analysiert die theoretischen Fundamente des Konzepts, beschreibt die Dimensionen der Lebensweltanalyse und definiert die zentralen Struktur- und Handlungsmaximen wie Prävention, Regionalisierung und Partizipation.

4. KONSEQUENZEN DES KONZEPTS: Hier werden die praktischen Auswirkungen auf Institutionen und Fachpersonal diskutiert sowie die Stärken und Schwächen der lebensweltorientierten Arbeit kritisch gewürdigt.

5. SCHLUSSBETRACHTUNG: Die Schlussbetrachtung resümiert die Notwendigkeit des Konzepts als Widerspruch gegen die allgemeine Spezialisierung in der Sozialen Arbeit und weist auf zukünftige Herausforderungen im Hinblick auf Qualität und Wirtschaftlichkeit hin.

Schlüsselwörter

Lebensweltorientierung, Soziale Arbeit, Alltagsbewältigung, Sozialpädagogik, Lebensweltanalyse, Strukturmaximen, Handlungsmaximen, Prävention, Partizipation, Integration, Regionalisierung, Hans Thiersch, Sozialraum, Reflexivität, Empowerment.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Konzept der lebensweltorientierten Sozialen Arbeit, ihrer theoretischen Herleitung und der praktischen Umsetzung dieses Ansatzes im sozialen Bereich.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Im Zentrum stehen die theoretische Einbettung in verschiedene Wissenschaftskonzepte, die Analyse des Alltags der Klienten, die Ableitung von Struktur- und Handlungsmaximen sowie die Anforderungen an Institutionen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den Mehrwert einer lebensweltorientierten Vorgehensweise gegenüber starren, problemzentrierten Programmen aufzuzeigen und eine Orientierung für eine gelingendere Soziale Arbeit in einer pluralen Gesellschaft zu geben.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Studienarbeit, die primär auf der Literaturanalyse und der Auswertung der Konzepte des Pädagogen Hans Thiersch sowie relevanter Fachpublikationen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung aus vier Wissenschaftskonzepten, die Dimensionen der Lebenswelt (Zeit, Raum, soziale Bezüge) und die praktischen Struktur- und Handlungsmaximen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Begriffe sind Lebensweltorientierung, Sozialpädagogik, Alltagsbewältigung, Partizipation und Reflexivität.

Warum ist das Prinzip der Einmischung für das Konzept so wichtig?

Einmischung ist notwendig, um über die enge Ressourcenzuständigkeit hinauszugehen und als Anwalt für die Klienten auf politischer Ebene Einfluss auf Lebensverhältnisse zu nehmen.

Welche Rolle spielt die Dezentralisierung in diesem Modell?

Dezentralisierung soll die Erreichbarkeit von Hilfsangeboten im Stadtteil und der direkten Region erhöhen, um so eine "Angebotsinszenierung" zu schaffen, die näher an der Lebenswelt der Klienten verankert ist.

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Details

Title
Lebensweltorientierte Soziale Arbeit
Subtitle
Das Konzept und seine Konsequenzen für die Institutionen, den Sozialarbeiter und den Klienten
College
University of Cooperative Education Villingen-Schwenningen
Course
Methoden der Sozialen Arbeit
Grade
1,1
Author
Susann Bialas (Author)
Publication Year
2008
Pages
29
Catalog Number
V113337
ISBN (eBook)
9783640140893
ISBN (Book)
9783640140886
Language
German
Tags
Lebensweltorientierte Soziale Arbeit Methoden Sozialen Arbeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Susann Bialas (Author), 2008, Lebensweltorientierte Soziale Arbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113337
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