Was ist Wissenschaft und Erkenntnistheorie?
„Die Fähigkeit, uns zu wundern, ist das einzige, was wir brauchen, um gute Philosophen zu werden.“
Jeder, der die Worte Wissenschaft oder Erkenntnis verwendet, ordnet ihnen
selbstverständlich Definitionen zu. Doch können wir davon ausgehen, dass das Verständnis, das wir von dem Sachverhalt hinter diesen Worten haben, richtig ist? Kann ich davon ausgehen, dass derjenige, demgegenüber ich diese Begriffe verwende, sie genauso versteht? Diese Arbeit möchte die Bedeutung dieser Begriffe ausleuchten, verschiedene Definitionen vergleichen und die historische Entwicklung der erkenntnistheoretischen Schulen überblicksartig nachzeichnen. Angesichts des weiten Feldes muss die Betrachtung an der Oberfläche bleiben und reißt das Thema an, um dem Leser und Hörer eine Idee des Themas zu geben. Unterschiedliche Auffassungen allein im alltäglichen Sprachgebrauch verdeutlichen, dass die Frage nach Wissenschaft nicht überflüssig ist. Hier eine Zusammenfassung einer kleinen privaten Umfrage nach der Definition von Wissenschaft: Im Rahmen der Wissenschaft beschäftigen wir uns intensiv mit einer bestimmten Disziplin, untersuchen und zerlegen, wollen Wissen (er)schaffen. Wir gehen systematisch vor.
Im griechischen wird für das Wort Wissenschaft „episteme“ (hier leitet sich „Epistemologie“ für Erkenntnistheorie ab) verwendet, im lateinischen „scientia“. In den Ursprungssprachen kann dies Wissen, Kenntnis, Kunde oder eben auch Wissenschaft bedeuten. Dieses Konglomerat an Bedeutungen erhellt schon etwas den Hintergrund.
Inhaltsverzeichnis
1. Was ist Wissenschaft?
1.1 Der Begriff im alltäglichen Wortschatz und in anderen Sprachen
1.2 Exkurs: Wissen
1.3 Definition und Ziel von Wissenschaft
2. Was ist Erkenntnistheorie?
2.1 Definition von Erkenntnistheorie
2.2 Historische Entwicklung der Erkenntnistheorie
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, die grundlegenden Begriffe der Wissenschaft und Erkenntnistheorie kritisch zu beleuchten, gängige Definitionen einander gegenüberzustellen und die historische Entwicklung erkenntnistheoretischer Denkschulen in einem kompakten Überblick nachzuzeichnen.
- Begriffsbestimmung von Wissenschaft und deren Abgrenzung
- Die philosophische Analyse und Definition von Wissen
- Grundlagen der Erkenntnistheorie (Epistemologie)
- Historische Evolution erkenntnistheoretischer Leitmodelle
- Gegenüberstellung von Dogmatismus, Skeptizismus und Fallibilismus
Auszug aus dem Buch
1.2 Exkurs: Wissen
Im Wort Wissenschaft ist „Wissen“ enthalten. Was ist Wissen und wie ist es abzugrenzen? Woher weiß ich, dass ich weiß? Wann ist Wissen nicht Wissen? Mit dieser Frage haben sich früh verschiedene philosophische Strömungen beschäftigt, wie beispielsweise der Skeptizismus.
SEIFFERT zufolge bestehen vor allem zwei unterschiedliche Arten des Wissens. Die eine ist die episteme (griech.). Dies bezeichnet er als das wirkliche „Wissen, was zu rechtfertigen, zu begründen, zu demonstrieren ist.“ Demzufolge bedeutet es, Wissen ist nur dann Wissen, wenn es eindeutig und nicht widerlegbar, für jeden nachvollziehbar und nicht zu diskutieren ist. Für diese Form des Wissens ist es unabdingbar, dass sie erstens sprachlich artikulierbar, zweitens lehr- und lernbar und drittens durch Selektions- und Evaluationskriterien von Meinungen abgrenzbar ist.
Dem gegenüber steht doxa (griech.). Dies ist ein eher diffuses, subjektives „Wissen“, ein sich sicher sein, es aber nicht beweisen können, wie beispielsweise Religion oder auch die Unendlichkeit des Weltalls. Also „Meinung oder bloßer Glaube.“ Eher Überzeugung. SCHNÄDELBACH ist noch radikaler: „Einer Sache gewiss zu sein, bedeutet offenbar noch nicht, sie erkannt zu haben, denn auch Wahnhafte sind sich ihrer Sache ganz sicher.“ Eine mögliche Schlussfolgerung: doxa kann sich zu episteme wandeln, wenn geeignete Methoden vorhanden sind, das doxa zu begründen und zu beweisen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Was ist Wissenschaft?: Dieses Kapitel beleuchtet den wissenschaftlichen Begriff sowohl im alltäglichen als auch im etymologischen Kontext und definiert die zentralen Ziele wissenschaftlichen Arbeitens.
2. Was ist Erkenntnistheorie?: Dieser Abschnitt widmet sich der Definition der Epistemologie und zeichnet die historische Entwicklung der wichtigsten erkenntnistheoretischen Strömungen von der Antike bis zum Fallibilismus nach.
Schlüsselwörter
Wissenschaft, Erkenntnistheorie, Epistemologie, Wissen, Episteme, Doxa, Skeptizismus, Dogmatiker, Philosophie, Vernunft, Erfahrung, Rationalismus, Empirismus, Fallibilismus, Wahrheit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine grundlegende Einführung in die Begriffe Wissenschaft und Erkenntnistheorie und untersucht, wie wir zu Wissen gelangen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit behandelt die Definition von Wissen, die Ziele der Wissenschaft sowie die historische Entwicklung philosophischer Strömungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Bedeutung von wissenschaftlichen Begriffen zu klären und einen Überblick über erkenntnistheoretische Denkweisen zu geben.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin verwendet eine literaturbasierte Analyse und vergleicht verschiedene philosophische Definitionen und Ansätze.
Was umfasst der inhaltliche Hauptteil?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsdefinition von Wissenschaft und Wissen sowie eine historische Analyse der Erkenntnistheorie.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Epistemologie, Fallibilismus, Rationalismus und Empirismus geprägt.
Was unterscheidet bei Seiffert die "episteme" von der "doxa"?
Episteme bezeichnet gesichertes, begründetes Wissen, während Doxa als subjektive Meinung oder bloßer Glaube ohne Beweisbarkeit eingestuft wird.
Welche Rolle spielt die Skepsis in der Erkenntnistheorie laut dem Text?
Die Skepsis dient als kritische Grundhaltung, die Jede Art von Wahrheit hinterfragt und Wissen prinzipiell infrage stellt.
Wie definiert Popper den Fallibilismus?
Der Fallibilismus nach Popper besagt, dass jedes menschliche Wissen grundsätzlich fehlbar und widerlegbar ist und niemals endgültig bewiesen werden kann.
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- Heidi Christina Kohlstock (Author), 2008, Was ist Wissenschaft und Erkenntnistheorie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113345