Entstehung und Entwicklung des Dresdner Mikroelektronik-Clusters


Lizentiatsarbeit, 2004
145 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen
2.1. Cluster
2.1.1. Begriffsdefinition
2.1.2. Merkmale
2.1.3. Entstehung und Entwicklung
2.2. Eigenschaften und Entstehung von Wissen
2.3. Lokales Wissen: Spillover und Transaktionskosten
2.4. Die Bedeutung von „face-to-face“-Kontakten.
2.5. Pfadabhängigkeit von Regionen

3. Die Entstehung des Dresdner Mikroelektronik-Clusters
3.1. Vielfältige Wurzeln
3.2. Gründung einer „Arbeitsstelle“
3.3. Zeit der Kombinate
3.4. Niedergang und Gründungswelle
3.5. Bau der „Leuchttürme“
3.6. Ergebnisse der bisherigen Entwicklung

4. Standortfaktoren
4.1. Humankapital
4.2. Infrastruktur
4.3. Netzwerke
4.4. Politik und finanzielle Förderung
4.5. Die räumliche Nähe zu Chemnitz und Freiberg
4.6. Weitere Standortfaktoren

5. Der Dresdner Mikroelektronik-Cluster
5.1. Beschreibung des Clusters
5.1.1. Geographischer Bereich
5.1.2. Internationale Bedeutung
5.1.3. Innovationsfähigkeit
5.1.4. Eigentümerstruktur
5.2. Funktionsweise des Clusters
5.2.1. Horizontale Beziehungen
5.2.2. Vertikale Beziehungen

6. Fazit

Literaturverzeichnis

Interviewpartner

Anhang.A-

I. Biographie: Prof. Dr.-Ing. habil. Werner Hartmann

II. Chronologische Übersicht zur Entwicklung der ZMD AG

III. Profile von Unternehmen und Forschungseinrichtungen

1. Hersteller

a. Advanced Micro Devices, Inc. Saxony Limited Liability Company & Co. KG

b. Infineon Technologies Dresden GmbH & Co. OHG.A-11 c. KSW Microtec AG

d. Microelectronic Packaging Dresden GmbH

e. Philips Semiconductors Dresden AG

f. RHe Microsystems GmbH

g. SAW Components Dresden GmbH

h. Zentrum Mikroelektronik Dresden AG

2. Forschungseinrichtungen

a. Advanced Mask Technology Center GmbH & Co. KG

b. Forschungszentrum Rossendorf e.V., Institut für Ionenstrahlphysik und Materialforschung

c. Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen, Außenstelle Entwurfsautomatisierung Dresden

d. Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme

e. Fraunhofer-Institut für Werkstoffund Strahlentechnik

f. Technischen Universität Dresden, Institut für Halbleiterund Mikrosystemtechnik

3. Zulieferer

a. DuPont Photomasks Germany GmbH

b. Süss MicroTec Test Systems GmbH

IV. Niederlassungen internationaler Ausrüstungshersteller in Dresden

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Arten von Wissen

Abbildung 2: Beziehung zwischen Individuum, Organisation und Region

Abbildung 3: Die Entstehung von neuem Wissen

Abbildung 4: Entstehung der Betriebe des Kombinates Robotron in Dresden

Abbildung 5: Die Unternehmen und Forschungseinrichtungen der Mikroelektronik bis 1989

Abbildung 6: Die Entwicklung von standortprägenden Unternehmen seit 1989

Abbildung 7: Beschäftigungsentwicklung von Infineon, AMD und ZMD in Dresden

Abbildung 8: Investitionen von Infineon, AMD und ZMD in Dresden seit 1993

Abbildung 9: Umsatzentwicklung der ZMD AG, ihrer Tochter-GmbH MPD und der XENON GmbH

Abbildung 10: Entwicklung des Halbleitermarkt in Millionen US$

Abbildung 11: Jährliches Wachstum des Halbleitermarktes

Abbildung 12: Die geographische Lage von Akteuren des Clusters

Abbildung 13: Die Konzentration von Akteuren des Clusters im und um den Stadtteil Dresden-Klotzsche

Abbildung 14: Segmente des Halbleitermarktes

Abbildung 15: Fertigungsprozess der Chipherstellung

Abbildung 16: Wertschöpfungskette der Halbleiterindustrie

Abbildung 17: Interaktion ausgewählter Akteure des Clusters

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Anzahl der Beschäftigten in außeruniversitäre Forschungseinrichtungen mit Bezug zur Mikroelektronik

Tabelle 2: Akteure des Dresdner Mikroelektronik-Clusters (siehe Abbildung 12 und 13)

Tabelle 3: Eigentümer ausgewählter Unternehmen

Tabelle A1: Chronologische Übersicht zur Entwicklung der ZMD AG

1. Einleitung

Die Mikroelektronik ist eine Schlüsseltechnologie unserer Zeit. Ihre Produkte begegnen uns häufig im täglichen Leben. Ohne sie würde es z.B. keine Mobilfunktelefone und Computer geben. Sie ermöglicht verbesserte Informationsund Kommunikationstechnologien und ebnete damit den Weg für die Globalisierung der Wirtschaft. Mit der Globalisierung verliert der Standort eines Unternehmens eigentlich an Bedeutung, da Kapital und Waren kostengünstiger transferierbar sind. Das Gegenteil ist jedoch der Fall, der Standort und damit die Standortwahl von Unternehmen haben eine zunehmende Bedeutung bekommen (vgl. Fritsch et al., 1998, 244 f.). Dabei werden die innovativsten und wachstumsstärksten Regionen in der jeweiligen Branche bevorzugt. Der führende Standort in der Mikroelektronik ist das „Silicon Valley“ in den USA. Es ist das Musterbeispiel für einen erfolgreichen Cluster (vgl. Saxenian, 1985). Cluster bieten eine Erklärung dafür, warum der Standort immer wichtiger wird, sich bestimmte Regionen wirtschaftlich besser entwickeln und Unternehmen in diesen Regionen meist innovativer sind (vgl. Porter, 1998). Auch in Deutschland existieren Cluster, wie z.B. die optische Industrie in Wetzlar (vgl. Enright, 2003, 109), die Essbesteckindustrie in Solingen (vgl. van der Linde, 2003, 141) und die opto-elektronische Industrie in Jena (vgl. Krätke und Scheuplein, 2001, 9). Ein weiterer deutscher Cluster ist dem Vorbild „Silicon Valley“ im Bezug auf seinen Namen und der Branche ähnlich.

Die Rede ist vom „Silicon Saxony“, dessen Zentrum in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden liegt. In dieser Stadt hat sich in den letzten Jahren ein innovativer und wachstumsstarker Standort der Mikroelektronik entwickelt.

Wie bilden sich aber Cluster? Was macht sie erfolgreich? In der Literatur über Cluster wird verstärkt davon ausgegangen, dass die Wissensbasis einer Region entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg ist. Innovationen entstehen durch neues Wissen, dafür ist aber bereits vorhandenes Wissen notwendig. Wissen ist kumulativ, es baut aufeinander auf und entwickelt sich entlang eines bestimmten Pfades. Weitere Pfade können entstehen, eine Wissensbasis bildet sich heraus.

Cluster bieten für die Entstehung von neuem Wissen und für dessen Verbreitung gute Voraussetzungen (vgl. u. a. Antonelli, 1999 und Maskell, 2001).

Im Rahmen dieser Diplomarbeit wird die Entstehung und Entwicklung des Dresdener Mikroelektronik-Clusters untersucht. Dafür wurden Interviews mit verschiedenen Akteuren des Clusters durchgeführt. Der Schwerpunkt dieser Untersuchung liegt auf der Entwicklung der Mikroelektronikhersteller und der Forschungsinstitutionen in Dresden.

Nach der Einleitung dient das zweite Kapitel zur Darstellung der theoretischen Grundlagen. In diesem Kapitel wird der Begriff Cluster definiert und die typischen Merkmale für solche Unternehmenskonzentrationen genannt. Anschließend wird erklärt, wie Cluster entstehen und sich entwickeln können. Basierend auf der Darstellung der Eigenschaften und der Entstehung von Wissen, erfolgt eine Erklä- rung, warum sich Wissen in bestimmten Regionen konzentrieren kann. Die Verbreitung von Wissen sowie dessen Pfadabhängigkeit bilden weitere Schwerpunkte. Der Inhalt des dritten Kapitels stellt die Evolution des Dresdner Mikroelektronik-Clusters dar. Darauf aufbauend befasst sich Kapitel vier mit Standortfaktoren von Dresden, die für die Mikroelektronikindustrie relevant sind. Eine Beschreibung und die Funktionsweise des Clusters sind Inhalte des fünften Kaptitels. Im Fazit werden die Ergebnisse der Arbeit zusammengefasst und Ansätze für die weitere Forschung genannt.

2. Theoretische Grundlagen

2.1. Cluster

Der Begriff Cluster wird vielfältig verwendet. Dieser Abschnitt setzt sich mit der Definition des Begriffes Cluster auseinander. Des weiteren werden Merkmale eines Clusters dargestellt und betrachtet, ob es eine allgemeingültige Erklärung für die Entstehung solcher Unternehmenskonzentrationen gibt.

2.1.1. Begriffsdefinition

Der Begriff Cluster kommt aus dem Englischen und bedeutet frei übersetzt Haufen, Schwarm oder Gruppe (vgl. Willmann, Messinger und Türck, 1990, 116). Er findet Verwendung in der Statistik, der Chemie, der Musik und der Informatik1. In der Regionalökonomik wurde der Begriff Cluster Anfang der 1990er Jahre durch Porter (1990) geprägt. Die Grundlage bildete seine Theorie der nationalen Wettbewerbsvorteile. Seit dieser Zeit nahm die Bedeutung von Clustern in der Regionalforschung stark zu (vgl. van der Linde, 2003, 130). Heute ist die Clustertheorie einer der Grundlagen für die regionale Wirtschaftspolitik.

Ein Cluster ist laut Porter (1998, 78-80 und 2000, 254) eine geographisch konzentrierte Gruppe von interagierenden Unternehmen sowie unterstützenden Institutionen einer bestimmten Branche. Den geographischen Raum eines Clusters kann eine einzelne Stadt, ein Land oder eine Gruppe von aneinander grenzenden Ländern bilden. Ein Cluster besteht oft aus Unternehmen der gesamten Wertschöpfungskette. Er umfasst Hersteller, Zulieferer, Abnehmer sowie spezielle Dienstleistungsunternehmen. Auch Forschungsund Bildungseinrichtungen, Hersteller komplementärer Produkte, Verbände, Finanzund Verwaltungsinstitutionen zählen dazu. Diese genannten Bestandteile eines Clusters beeinflussen sich gegenseitig. Cluster dienen Porter als Erklärung der Wettbewerbsvorteile einer

Region, die auf dem effektiveren Einsatz von Produktionsmitteln beruhen. Um diese Vorteile zu erhalten, sind fortwährend Innovationen nötig. Cluster bieten dafür beste Voraussetzungen (vgl. Porter, 1998, 78-80 und 2000, 254).

Eine weitere Definition beschreibt Cluster als maßstabsreduziertes Innovationssystem, basierend auf der Theorie des „Nationalen Innovationssystems“ von Lundvall (1992). Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Interaktion der Akteure in einer Wertschöpfungskette beim Herstellen von Produkten, Dienstleistungen und Innovationen. Cluster weisen branchenübergreifende horizontale und vertikale Netzwerke von sich ergänzenden Unternehmen auf. Diese konzentrieren sich auf eine spezifische Verbindung oder eine Wissensbasis in der Wertschöpfungskette (vgl. Roelandt und Hertog, 1999, 12).

Laut Scheuplein (2002) sind Produktionscluster räumliche Konzentration von Unternehmen und Institutionen einer Wertschöpfungskette. Diese stellt einen integrierten Produktions-, Dienstleistungsund Distributionszusammenhang dar. Sie beinhaltet die Forschung, Entwicklung, Beschaffung, Herstellung sowie Vermarktung von Produkten. Die einzelnen Stufen der Wertschöpfungskette können dabei über mehrere Unternehmen verteilt sein.

Produktionscluster finden sich in verschiedenen Formen in allen Ländern und vielen Branchen. Nicht nur in High-Tech Industrien, wie der Mikroelektronik, sondern auch in Low-Tech Branchen konzentrieren sich Unternehmen an bestimmten Orten (vgl. Enright, 2003). Beispiele sind die Weinindustrie in Kalifornien (vgl. Porter, 1998, 78), die Stuhlindustrie in Norditalien oder die Holzkunst im Erzgebirge (vgl. Krätke, 2001, 12).

Der Ausgangspunkt einiger Cluster liegt bereits Jahrhunderte zurück. Die Herstellung von Messern in Solingen wurde 1348 erstmals erwähnt. Dagegen entstand der Software-Cluster in Bangalore (Indien) erst Mitte der 1980er Jahre2. Die Grö- ße von Clustern, gemessen an der Anzahl der Unternehmen, reicht von drei, wie im Schweizer Hörgeräte-Cluster, bis zu über 9000, wie im Textil-Cluster in Prato (Italien). Je größer ein Cluster ist, um so leistungsfähiger kann er sein. Daraus ergibt sich allerdings nicht zwangsläufig eine höhere internationale Wettbewerbsfähigkeit (vgl. van der Linde 2003). Aber eine große Anzahl von Unternehmen bieten ein hohes Potential für den Austausch von Wissen.

Die räumlichen Grenzen eines Clusters lassen sich schwer festlegen. Sie verändern sich durch die dynamische Entwicklung des Clusters. Weitere Unternehmen siedeln sich an. Es erfolgen Neugründungen und Ausgründungen aus bestehenden Unternehmen oder Forschungseinrichtungen. Anderseits können Unternehmen scheitern, der Cluster schrumpft (z.B. die Steinkohleindustrie im Ruhrgebiet in Deutschland) oder verschwindet mit der Zeit vollständig. Häufig sind Cluster jedoch auf eine Region innerhalb eines Staates begrenzt, wie z.B. die Filmindustrie in Hollywood (USA). Im Freistaat Sachsen konzentrieren sich in der Region Dresden, Chemnitz und Freiberg mehrere Unternehmen aus der Mikroelektronikindustrie.

Auch die Branchenzugehörigkeit von Unternehmen in einer Region grenzt Cluster nicht eindeutig ab. Vielfach zählen Unternehmen verschiedener Branchen mit verwandten Fähigkeiten und Technologien oder ähnlichen Produktionsmitteln zu einem Cluster. Dies ist vorteilhaft, denn Technologien und Produkte können oft in unterschiedlichen Branchen verwendet werden. Dadurch entsteht ein Wissenstransfer, mit dem bestehendes Wissen neu kombiniert werden kann (vgl. Porter, 1998, 79 f.).

Den allgemeingültigen „Muster-Cluster“ gibt es daher nicht. Jeder ist einzigartig, angepasst an die speziellen Eigenschaften der jeweiligen Industrie und geprägt durch die Geschichte der Region. Jedoch weisen Cluster bestimmte grundlegende Merkmale auf.

2.1.2. Merkmale

Cluster zeichnen sich nicht nur durch räumliche, sondern auch durch technologische und soziale Nähe aus. Oft wird sehr spezifisches Wissen zwischen den einzelnen Akteuren des Clusters ausgetauscht. Es lässt sich nicht einfach übertragen, weil es auf Erfahrungen beruht. Persönliche Kontakte fördern diesen Austausch besonders. Diese entstehen nicht nur formell auf Grund von Kooperationen, sondern finden auch informell statt. Dabei kann Vertrauen entstehen, welches kostengünstigere Kooperationen ermöglicht. Die Transaktionskosten, in Form von Such-, Anbahnungs-, Abwicklungsund Kontrollkosten können geringer sein3 (dazu ausführlicher in Abschnitt 2.2.).

Damit bilden Cluster eine gute Voraussetzungen für Innovationen. Denn Innovationsprozesse sind verstärkt durch Arbeitsteilung zwischen Organisationen gekennzeichnet4. In einem Cluster bestehen Beziehungen zu verschiedenen Kunden, Zulieferern und Forschungseinrichtungen. Die räumliche Nähe zwischen Unternehmen aus der selben Branche sorgt für Motivation und Leistungsvergleiche.

Dieser Wettbewerb stimuliert Innovationen. Die Unternehmen im Cluster müssen nicht direkte Konkurrenten sein, denn sie besetzten mit ihren Produkten größtenteils verschiedene Nischen (vgl. Porter 1998, 83 und Enright, 2003, 107-109).

Im Cluster angesiedelte Unternehmen sind meistens produktiver als räumlich isolierte, da sie besseren Zugang zu Arbeitskräften, Zulieferern, speziellen Brancheninformationen, öffentlichen Gütern und Institutionen haben (vgl. Porter 1998, 81- 83). Es können verschiedene Arten von Netzwerken, wie soziale, Unternehmensund Innovationsnetzwerke existieren. Diese Netzwerke sind nicht räumlich auf einen Cluster beschränkt, sondern können sich über dessen Grenzen hinaus erstrecken (vgl. Franke, 2002, 10-15). Weltweite Innovationsnetzwerke haben besonders in der Mikroelektronik eine entscheidende Bedeutung (vgl. Reger, Beise und Belitz, 1999, 92-108).

Ein weiteres Merkmal ist ein gemeinsamer Arbeitsmarkt. Cluster bieten für spezialisierte Fachkräfte mehrere alternative Arbeitsplätze, da viele Unternehmen aus der selben Branche vorhanden sind. Bei einem Verlust ihres Arbeitsplatzes finden diese Fachkräfte oft bei einem anderem Unternehmen im Cluster eine Anstellung. Das Risiko der beruflichen Spezialisierung ist gering. Die Unternehmen profitieren von dem umfangreichen Angebot an potentiellen Mitarbeitern mit speziellen Kenntnissen und Fähigkeiten. Um dieses Angebot zu gewährleisten, werden häufig gemeinsame Initiativen, wie Ausbildungsund Weiterbildungsprogramme durchgeführt oder spezielle Einrichtungen dafür aufgebaut (vgl. Enright, 2003, 105 und Schiele, 2003, 38-40).

Für die Bereitstellung der Fachkräfte sind aber besonders die regionalen Universitäten und andere öffentliche Forschungseinrichtungen verantwortlich. Deren Existenz in einer Region ist ein weiteres Merkmal von Clustern. Sie tragen durch Ausbildung und die Akkumulierung von externem Wissen dazu bei, dass die regionale Wissensbasis ausgebaut wird5. Ausgründungen, so genannte Spin-Offs, aus diesen Einrichtungen erweitern ebenfalls das lokale Wissen und erhöhen die Zahl der Unternehmen im Cluster.

Durch die Vielfalt und Spezialisierung der Unternehmen und Institutionen im Cluster entsteht eine Sogwirkung. Dieser Prozess zieht weitere Unternehmen an. Basierend auf positiven Feedbacks setzt ein sich selbstverstärkender Prozess ein. Es können sich multinationale Unternehmen niederlassen und die Entwicklung des Clusters entscheidend prägen (vgl. Enright, 2003, 115). Diese ziehen wiederum Zulieferer und Abnehmer an. Es werden neue Unternehmen aus bestehenden ausgegründet. Eine gewisse Dynamik entsteht. Das Nebeneinander von kleinen und mittleren Unternehmen mit großen multinationalen Konzernen, ergänzt durch branchenspezifische Institutionen, bildet eine gute Grundlage für die Wettbewerbsfähigkeit eines Clusters (vgl. Maskell, 2001, 932-934).

Cluster bieten für Unternehmensgründungen auch Effizienzvorteile. Diese Vorteile basieren z.B. auf einem leichteren Zugang zu Zulieferern und Kunden, besseren Möglichkeiten der Kapitalbeschaffung und einer unterstützenden Infrastruktur.

Die Markteintrittsschranken sind in Clustern allgemein niedriger6. Häufig werden

Gründer, aber auch etablierte Unternehmen durch staatliche Förderprogramme finanziell unterstützt. Die Wirtschaftspolitik eines Staates kann die Entstehung und Entwicklung eines Clusters entscheidend beeinflussen.

All diese Merkmale bieten die Basis für eine Vielzahl von verschiedenen Kommunikationskanälen und ermöglichen auf diese Weise die Zirkulation von Wissen. Welche Ausprägung und Bedeutung die einzelnen Merkmale im Cluster haben, ist abhängig von den Eigenschaften der jeweiligen Branche.

2.1.3. Entstehung und Entwicklung

Für die Entstehung und Entwicklung von Clustern gibt es keine allgemeingültige Theorie. Die Ursache für die Entstehung von Clustern ist mit der jeweiligen Region und der Branche verbunden. Oft ist nicht nur ein Faktor ausschlaggebend, sondern eine Kombination von verschiedenen Faktoren.

Basierend auf Porters (1990) Determinanten für die internationale Wettbewerbsfähigkeit eines Landes, lassen sich die Ursachen nach Produktionsfaktorund Nachfragebedingungen sowie verwandten bzw. unterstützenden Branchen einteilen. Produktionsfaktoren, wie natürliche Rohstoffvorkommen, eine günstige geographische Lage, kostengünstige oder gut ausgebildete Arbeitskräfte sowie eine spezielle Wissensbasis einer Universität vor Ort, können Gründe für die Entstehung von Clustern sein. Unter den Nachfragebedingungen ist es ein steigender regionaler Bedarf nach bestimmten Produkten oder das Streben nach Selbstversorgung, dass zur Etablierung eines Clusters führen können. Teilweise bilden bereits in der Region existierende, unterstützende und verwandte Industrien die

Basis für einen neuen Cluster. Deren Produkte bzw. Technologien finden Anwendung in einer neuen Branche. Nach den Faktorbedingungen sind jedoch laut van der Linde (2003) zufällige Ereignisse und politische Aktivitäten wichtige Ursachen für die Bildung eines Clusters. Diese zufälligen Ereignisse sind z.B. die Gründung eines Unternehmens, aus dem später andere Unternehmen hervorgehen, oder der Erfolg eines einzelnen Entrepreneurs, welcher dann weitere Gründer mit ähnlichem Arbeitsgebiet anzieht. Größtenteils kommen diese Personen nicht aus der Region. Teilweise sind sogar politische Flüchtlinge für die Entstehung eines Clusters verantwortlich. Diese mussten bspw. auf Grund von Krieg oder Verfolgung in ein anderes Land flüchten und gründeten dort Unternehmen, die Ausgangspunkt für einen Cluster waren. Dagegen sind nur durch direkte Einflussnahme der Politik entstandene Cluster selten (vgl. van der Linde 2003, 145-148; Porter, 1998, 84 und Enright, 2003, 109). Eine weitere Grundlage für die Entstehung von Clustern können Schlüsselinnovationen sein. Neue Industriezweige entstanden z.B. durch die Erfindung des Automobiles oder des Transistors.

Die Entwicklung eines Clusters hängt entscheidend vom Wachstum der jeweiligen Branche ab. Ohne eine steigende Nachfrage nach Produkten der Industrie des Clusters kann dieser nicht wachsen. Deshalb kann sich ein Cluster parallel zu seiner Industrie entwickeln. Basierend auf der Theorie des Produkt-Lebenszyklus kann auch eine Industrie verschiedene Phasen durchlaufen. Nach der Frühphase folgt eine Wachstumsphase und anschließend eine Reifephase bis die Industrie in der Schrumpfungsphase angelangt ist7.

In der Frühphase einer Industrie besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit für die Bildung eines regionalen Clusters. Wegen der Vielfalt an neuen Unternehmen ist eine breite Wissensbasis vorhanden, die zu verschiedenen technologischen Pfaden führen kann. Für die Generierung von Innovationen sind persönliche („face-toface“) und lose („weak ties“) Kontakte zwischen den Unternehmen sowie zu Forschungseinrichtungen wichtig. Dabei hat die Universität der Region eine zentrale Bedeutung. Diese Phase kann auch als entrepreneurhaftes Regime bezeichnet werden, dass durch zahlreiche Produktinnovationen geprägt ist. All diese Merkmale zeichnen einen regionalen Cluster aus (vgl. Dohse, 2000, 21).

In der Wachstumsphase eines Clusters kann sich vor allem die institutionelle Infrastruktur verbessern. Einerseits wird diese durch staatliche Förderung geschaffen, andererseits versuchen die Entrepreneure selber die vorhandenen Engpässe zu beseitigen. Solche Institutionen sind z.B. Forschungs-, Beratungsund Bildungseinrichtungen. Der wachsende Bedarf nach Kapital wird durch Risikokapital (Venture Capital) oder staatliche Fördermittel gedeckt. Zum Teil stellen erfolgreiche Gründer der Region selbst Venture Capital bereit (vgl. Feldmann, 2001, 879- 884). Es können sich Zuliefererund Abnehmernetzwerke bilden. Der Wettbewerb zwischen den Unternehmen steigt (vgl. Enright, 2003, 109 f.). Kennzeichnend für die Wachstumsphase ist jedoch der sich selbstverstärkende Prozess. Die Region kann weitere Gründer, spezielle Zulieferer bzw. Kunden und auch multinationale Unternehmen anziehen. Letztere erhalten oft finanzielle staatliche Zuwendungen, da sie viele Arbeitsplätze schaffen. Zugeschnitten auf die jeweilige Industrie wird die Wissensbasis des Clusters immer enger und spezifischer. Dies führt zu einer ansteigenden technologischen Nähe. Das Vertrauen zwischen den Akteuren im Cluster kann sich erhöhen und damit die Zusammenarbeit verbessert werden (vgl. Porter, 1998, 84 f.).

Eine kritische Masse von Unternehmen hat der Cluster in der Reifephase erreicht. Das Wachstum ist gering bzw. es kann stagnieren. Ein dominanter technologischer Pfad setzt sich durch. Es erfolgt ein Übergang in ein routiniertes System.

Unternehmen, die andere Pfade als den dominanten verfolgt haben, werden aus dem Markt gedrängt. Dieser Prozess wird als „Shake-out“ bezeichnet (vgl.

Klepper, 2001). In der Reifephase dominieren Prozessinnovationen. Der Wettbewerb findet vorwiegend über den Preis statt. Langfristige und feste Kontakte („strong ties“) bilden die Basis für Kooperationen der Unternehmen im Cluster. Für Produktinnovationen ist dieses Umfeld eher ungeeignet, da „strong ties“ und die Konzentration auf einen technologischen Pfad die Neukombination von Wissen verhindern (vgl. Nooteboom, 2004). Bestimmte Regionen können in diesem

Stadium eine führende Rolle in der jeweiligen Industrie übernehmen, z.B. das

„Silicon Valley“ in der Mikroelektronik.

Diese Monokultur, die Konzentration auf einen bestimmten technologischen Pfad, ist aber auch eine Gefahr für den Cluster. Eine Verschiebung der Nachfrage oder eine effizientere Technologie kann den Absatz der Produkte dieser Unternehmen senken. Eine Adaption von neuen Technologien ist auf Grund der Spezialisierung schwierig. Steigende Lohnund Grundstückskosten, die zum Teil auf den Wettbewerb um knappe Ressourcen in der Region zurückzuführen sind, schränken die Wettbewerbsfähigkeit ein. Eine Lösung wäre die Verlagerung der Produktion in Niedriglohnländer, was aber wiederum die Kompetenzen bzw. die Wissensbasis einer Region schwächt (vgl. Porter 1998, 85). Das Ergebnis kann die Schrumpfung bzw. Auflösung des Clusters sein. Um dies zu verhindern, sollte der Cluster immer offen für externes Wissen bleiben, sowie die Wissensbasis einer Region ständig ausgebaut und erneuert werden. Dadurch kann ein Cluster nach einer Schrumpfung einen neuen Aufschwung erleben.

Der Lebenszyklus eines Clusters, der sich eng seiner Industrie orientiert, kann aber nur ein grundlegendes Modell sein. Zum einen können Cluster jahrhundertlang existieren, zum anderen entwickeln sich einige nach der Frühphase nicht weiter. In vielen Clustern kann zudem das entrepreneurehafte neben dem routinierten Regime existieren. Neugegründete kleine Firmen existieren neben etablierten multinationalen Unternehmen (vgl. Nooteboom, 2004). Letztere stellen vorwiegend standardisierte Produkte mit hohen Stückzahlen her. Junge Unternehmen bieten dagegen häufig neue Produkte in geringen Stückzahlen auf dem Markt an. Die Produkte befinden sich daher in verschiedenen Phasen ihres Lebenszyklus, basieren jedoch auf ähnlichen Technologien. Auch ein „Shake-out“, wie in der Automobilindustrie, muss nicht unbedingt erfolgen (vgl. Dibiaggio, o.J.). Darum ist es auch schwierig zu bestimmen, ob sich ein Cluster in der Wachstumsoder Reifephase befindet.

Die Entwicklung eines Clusters kann neben endogenem Wachstum durch Neuund Ausgründungen auch mit exogenen Schocks einen Schub erhalten. Dies kann z.B. eine Gesetzesänderung8, die Kürzung von öffentlichen Ausgaben9 oder eine

erhöhte staatliche Nachfrage nach bestimmten Produkten sein. Ein exogener Schock, wie die politische Wende in der DDR, beeinflusste auch die Entwicklung der Mikroelektronik in Dresden. Weitere Determinanten bei der Entwicklung von Clustern können die Globalisierung, die Konzentration der Unternehmen auf ihre Kernkompetenzen sowie der damit verbundene Trend zum Outsourcing sein.

2.2. Eigenschaften und Entstehung von Wissen

Wissen ermöglicht Innovationen, die zu wirtschaftlichem Wachstum führen können. Dies ist ein entscheidender Faktor warum sich Unternehmen in einer Region konzentrieren. Aber was ist Wissen, und wie entsteht es?

Laut Howells (2002) ist Wissen ein dynamischer Rahmen bzw. eine Struktur in der Informationen gespeichert, verarbeitet und verstanden werden können. Dafür ist ein Speicher (z.B. das menschlichen Gehirn) erforderlich, in dem dieser Prozess ablaufen kann. Jedes Individuum ist daher Träger von Wissen und ermöglicht ihm Informationen aufzunehmen, diese einzuordnen und daraus Handlungen abzuleiten. Durch Lernen wird die Aufnahme und Verbreitung von Wissen ermöglicht. Angesichts des Austausches von Informationen und dem gemeinsamen Lernen zwischen Individuen ist Wissen auch ein sozialer Prozess.

Antonelli (1999) definiert technologisches Wissen als nötige Kompetenz und Fä- higkeit, Informationen zu nutzen sowie zusätzliche Informationen zu generieren. Diese Kompetenz und Fähigkeit ist vom spezifischen Hintergrund jedes Individuums abhängig. Es muss daher zwischen Wissen und Informationen unterschieden werden (vgl. u.a. Nonaka, 1994, 15 f.). Wissen beinhaltet nicht nur Informationen, sondern auch Lernprozesse, die in der Entwicklung und Erfahrung jedes Individuums eingebettet sind. Beides und auch die Interaktion mit anderen Menschen wird von der sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Umgebung eines Individuums geprägt. Die Umgebung bzw. der geographische Raum beeinflusst daher indirekt das Wissen eines Individuums (vgl. auch Howells, 2002, 873 f.).

Grundlegend müssen zwei Arten von Wissen unterschieden werden: kodifiziertes und „tacides“ Wissen (siehe Abbildung 1). Kodifiziertes Wissen ist in formale, systematische Sprache umgewandeltes Wissen und liegt meist in schriftlicher Form vor. Es lässt sich leicht durch Entwürfe, Patente, Bücher oder Aufsätze transferieren. Kodifiziertes Wissen wird auch als explizites Wissen bezeichnet, weil es nicht an eine Person gebunden ist. Dagegen beruht „tacides“ Wissen auf Erfahrungen, Fertigkeiten, Fähigkeiten und die durch Lernen erworben wurden. Es ist daher individuell und spezifisch und kann nicht direkt kommuniziert werden. „Tacides“ Wissen kann nur aufwendig in schriftliche Form übertragen werden. Da diese Art von Wissen mit einer Person verbunden ist, wird es auch implizites Wissen genannt (Howells, 2002, 872f.).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Arten von Wissen10

Je aufwändiger sich „tacides“ Wissen kodifizieren lässt, um so schwieriger ist es für Individuen und Unternehmen, dieses aufzunehmen. Bei der Aufnahme von

„taciden“ Wissen spielt Lernen durch Ausführen der Aufgabe („learningby- doing“), durch Benutzen des Gegenstandes („learning-by-using“), und Lernen wie gelernt werden kann („learning-to-learn“), eine entscheidende Rolle11. Dabei sind besonders persönliche („face-to-face“) Kontakte wichtig (vgl. Franke, 2002, 26). Beide Arten von Wissen hängen zudem eng voneinander ab. Sie sind komplementär und unentbehrlich. Zum einen ist „tacides“ Wissen notwendig, um kodifiziertes Wissen zu verstehen bzw. interpretieren zu können. Andererseits ist kodifiziertes Wissen erforderlich, um neues „tacides“ Wissen zu erwerben (vgl. Antonelli, 1999, 246).

Da Wissen in „tacider“ Form existiert, können andere Individuen von dessen Nutzung ausgeschlossen werden. Daher besteht eine Rivalität um Wissen. Es ist demnach kein rein öffentliches Gut, wie nach der Theorie von Arrow, dass sich zu geringen Kosten transferieren lässt12. Weil Wissen eng mit der Erfahrung und damit der Umgebung eines Individuums verbunden ist, ist es auch spezifisch zu Unternehmen, zu Industrien und Regionen (vgl. Antonelli, 1999, 244). Ein Unternehmen ist u.a. eine Organisation aus mehren Individuen, die geprägt ist durch verschiedene Routinen und täglichen gemeinsamen Lernen bei der Erfüllung ihrer Aufgaben. Organisationen selber können aber nicht direkt lernen und das Wissen speichern, sondern nur ihre Mitarbeiter (vgl. Howells, 2002, 874). Dieses „tacide“ Wissen kann auch in einer Region vorhanden sein, in der Unternehmen mit verwandten Technologien zusammenarbeiten, wie in einem regionalen Cluster. Die Unternehmen im Cluster können Fähigkeiten und Routinen für ihre Zusammenarbeit entwickeln. Dieses „tacide“ Wissen ist spezifisch für die Region, aber nicht für ein einzelnes Unternehmen in diesem Gebiet (vgl. Enright, 2003, 111; siehe auch Abbildung 2).

Individuum Organisation Region

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Beziehung zwischen Individuum, Organisation und Region13

Weitere Eigenschaften von Wissen sind auf die Generierung von neuem Wissen zurückzuführen. Dieses entsteht durch gemeinsame Lernprozesse der jeweiligen Individuen, den Trägern von Wissen. Wichtig dafür ist deren Zugang zu Informationen und die Qualität der Kommunikation zwischen ihnen (vgl. Antonelli 1999, 244). Denn Teile von Wissen können komplementär zu anderen Teilen sein. Einzelne Bausteine von Wissen, die auf verschiedene Individuen verteilt sind, müssen miteinander kombiniert werden, um neues Wissen zu erhalten. Aber auch um bestehendes Wissen anzuwenden, bedarf es der Interaktion von verschiedenen Individuen (vgl. Antonelli, 2000a, 537 f.; 2001, 46 und Krafft, 2004, 3). Ein Grund dafür ist, dass ein Individuum nicht das komplette technologische Wissen einer Industrie speichern kann. Zudem hat jedes Individuum andere Erfahrungen gesammelt. Aufgenommene Informationen werden von jedem unterschiedlich interpretiert (vgl. Howells, 2002, 874). Neben dieser Eigenschaft der Unteilbarkeit spielt der kumulative Charakter von Wissen eine wichtige Rolle. Um neues Wissen zu generieren, ist bereits vorhandenes erforderlich. Es baut aufeinander auf und ist somit Output und Input in diesem Prozess. Daraus ergibt sich eine Pfadabhängigkeit von Wissen. Es bildet sich eine Wissensbasis bzw. eine Wissenskapitalstock (vgl. u.a. Franke, 2002, 28; Antonelli, 2001, 49 f. und Abschnitt 2.5).

Die Entstehung von neuem Wissen ist abhängig vom Zugang zu Informationen. Daher ist die absorptive Kapazität eines Unternehmens und der Region wichtig. Absorptive Kapazität ist die Fähigkeit den Wert neuer externer Informationen einzuschätzen, diese aufzunehmen und sinnvoll anzuwenden. Wegen der kumulativen Eigenschaft von Wissen sind dafür Vorkenntnisse nötig. Unternehmen können mit eigener Forschung und Entwicklung absorptive Kapazität aufbauen. Dadurch wird der Zugang zu externen Informationen erleichtert. Externes neues Wissen ist zudem häufig kostengünstiger, als wenn es Unternehmen selber produzieren. Die absorptive Kapazität wird außerdem von der Branchenzugehörigkeit der Unternehmen beeinflusst. Je gleichartiger das Wissen der Unternehmen ist, um so einfacher ist dessen Transfer. Die technologische bzw. kognitive Dissonanz muss möglichst gering sein14. Technologisches Wissen lässt sich bspw. einfacher zwischen Unternehmen der Mikroelektronikindustrie als mit Unternehmen aus anderen Branchen transferieren.

Wie entsteht in einer Organisation, in der mehrere Individuen interagieren, neues Wissen? Zum einen wird neues Wissen durch interne F&E-Tätigkeiten generiert, zum anderen bildet es sich durch Lernen in den täglichen Aktivitäten (wie Produktion, Marketing oder Vertrieb) des Unternehmens (vgl. Franke, 2002, 29 f.). Die drei Inputs bei der Generierung von neuem Wissen sind Informationen, die Kompetenzen eines Unternehmens und Spillover aus dem technologischen und regionalen Innovationssystem. Lernprozesse, die Fähigkeit Erfahrungen auszutauschen und vorhandene Informationen neu zu kombinieren sowie die formalen F&E-Aktivitäten, bilden die Kompetenzen eines Unternehmens (vgl. Antonelli, 1999, 245 f.; 2001, 46-48).

Durch Lernprozesse wird unternehmensinternes „tacides“ Wissen generiert. Der informelle Austausch von Erfahrungen (z.B. mit Wissenschaftlern aus anderen Unternehmen) ermöglicht den Zugang zu externem „tacidem“ Wissen. Dagegen ist internes kodifiziertes Wissen (z.B. in Form von Patenten) das Ergebnis der eigenen F&E-Tätigkeit des Unternehmens. Die Aufnahme von externem kodifiziertem Wissen erfolgt vorwiegend über formelle Kooperationen mit anderen Unternehmen oder Forschungseinrichtungen. Alle vier Arten von Wissen sind komplementär und notwendig, um die Wissensbasis eines Unternehmens zu erhöhen.

Externes kodifiziertes Wissen dient dabei als Quelle für neue Ideen. Externes „tacides“ Wissen ist notwendig, um internes Wissen zu implementieren. Damit kodifiziertes Wissen aufgenommen werden kann, muss internes „tacides“ Wissen vorhanden sein. Dieses kann wiederum auch durch kodifiziertes Wissen entstehen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Die Entstehung von neuem Wissen15

Neues technologisches Wissen entsteht nicht nur in Unternehmen. Es gibt verschiedene Organisationsformen für die Generierung von Wissen, die sich im Laufe der Geschichte gebildet haben. Zu Beginn der industriellen Revolution patentierten einzelne Individuen entscheidende Erfindungen, wie z.B. Thomas Edison die Glühbirne. Ende des 19. Jahrhunderts waren es vor allem Kooperationen zwischen Universitäten und Unternehmen, die neues Wissen produzierten. Anfang des 20. Jahrhunderts spielten Großunternehmen, die stark vertikal integriert waren und eigene F&E durchführten, eine entscheidende Rolle. Heute entsteht neues Wissen vor allem durch Kooperationen zwischen verschiedenen spezialisierten Unternehmen, Universitäten und anderen Forschungseinrichtungen. Kooperationen sind auf Grund der zunehmenden Komplexität von Wissen und den damit verbundenen steigenden Kosten der F&E notwenig. Da die Ergebnisse der F&E nicht vorhersehbar sind, besteht ein hohes finanzielles Risiko für ein einzelnes Unternehmen. Dieses Risiko wird durch Kooperationen reduziert. Alle vier genannten Organisationsformen existieren heute noch16.

2.3. Lokales Wissen: Spillover und Transaktionskosten

Wissen ist auf Grund seines „taciden“ Anteils, der auf Erfahrungen und Routinen beruht, sehr spezifisch zu einem Unternehmen, einer Industrie oder Region. Der Transfer dieser Art von Wissen erfolgt vorwiegend nur durch persönliche Interaktion, weil es an ein Individuum gebunden ist. Nach der Definition von Wissen wird aber nur ein Teil davon durch Informationen übertragen (vgl. Abschnitt 2.2). Agglomerationen, also Städte und Ballungsräume, bilden für diesen Wissenstransfer gute Bedingungen. Das Potential an Kooperationspartner ist höher als in dünn besiedelten Regionen. Verschiedene Unternehmen, Universitäten sowie andere Forschungsreinrichtungen und Institutionen sind vorwiegend in Agglomerationen und deren unmittelbarer Umgebung angesiedelt. Diese räumliche Nähe fördert den Transfer von Wissen, der auch als Wissen-Spillover bezeichnet wird. Agglomerationen ermöglichen eine Vielzahl von Wissen-Spillover, die ein wichtiger Input bei der Produktion von neuem Wissen sind (vgl. Franke, 2002, 43).

Wissens-Spillover sind zum Teil positive externe Effekte17. Neues Wissen lässt sich teilweise nicht vor dem Zugriff anderer schützen. Der Erfinder kann es nicht vollständig appropriieren. Das bedeutet, dass Wissen „abfließen“ kann und die Empfänger kein oder nur ein unter dem Marktpreis liegendes Entgelt dafür zahlen. Häufig umfasst der Begriff Wissens-Spillover jedoch die Aufnahme von allem

extern generiertem Wissen. Dies schließt den Transfer von Wissen zu Marktpreisen mit ein. Als Kanäle von Wissens-Spillover dienen:

- Markttransaktionen (z.B. Forschungskooperationen, Zuliefer-Kunden- Beziehungen)
- Schriftliche Veröffentlichungen (z.B. Patente, Aufsätze, Bücher)
- „Transfer über Köpfe“
- Individuen (z.B. Mitarbeiterfluktuation, Ausgründungen, Ausbildung)
- mündliche Kommunikation (z.B. Vorträge, Auskünfte, Konferenzen)
- Produkte (z.B. Analyse der Produkte, auch bezeichnet als „Reverse engineering“)

Wissenstransfers durch Markttransaktion und Veröffentlichungen finden in formaler Form statt. Eine Vielzahl von Spillover erfolgt aber auf informellen Wegen18, z.B. über Mitgliedschaft in Verbänden, Teilnahme an Konferenzen und durch private persönliche Kontakte zwischen Beschäftigten aus unterschiedlichen Unternehmen. Der „Transfer über Köpfe“ spielt demnach eine wichtige Rolle bei der Diffusion von Wissen, weil ein großer Teil in „tacider“ Form an Personen gebunden ist. Wie diese Wissens-Spillover tatsächlich erfolgen ist bisher unbekannt. Der Grund dafür ist das Problem der Messbarkeit dieser Wissenstransfers, besonders wenn sie über informelle Kanäle erfolgen19.

Die Analyse von Produkten der Wettbewerber war und ist in der Mikroelektronikindustrie eine wichtige Quelle, um neues Wissen aufzunehmen (vgl. ZMD, 2001, 31). Diese Form der Aufnahme erfordert wiederum firmeninternes „tacides“ Wissen. Wissen ist nicht nur in Produkten sondern auch in den technischen Anlagen gebunden, die zur Herstellung der Produkte erforderlich sind (vgl. Enright, 2003, 110). Der Wechsel von Mitarbeitern zwischen Unternehmen spielt eine entscheidende Rolle beim Transfer vom Wissen in der Mikroelektronikindustrie (vgl.

Feldmann, 2000, 381). Forschungskooperationen werden dagegen vorwiegend geschlossen, um die enormen F&E-Kosten in dieser Industrie aufzubringen. Die Branchenzugehörigkeit beeinflusst demzufolge die Bedeutung von lokalen Wissens-Spillover. Je wichtiger „tacides“ Wissen in der jeweiligen Industrie ist, um so bedeutender sind lokale Spillover (vgl. Howells, 2002, 875-877).

Die Verbreitung von Wissen ist nicht nur bei „tacidem“ Wissen räumlich begrenzt. Auch die Diffusion von kodifiziertem Wissen ist abhängig vom Raum. Oftmals werden in den ersten Jahren Patente in der Region, in der sie gehalten werden, zitiert. Das wurde auch für die Halbleiterindustrie nachgewiesen. Später spielt die räumliche Nähe dagegen keine Rolle mehr. Auch der Faktor Zeit hat einen Einfluss auf den Transfer von Wissen. Daher ist die räumliche Nähe besonders bei der Diffusion von neuem Wissen wichtig20. Auf Grund kurzer Innovationszyklen haben Patente in der Halbleiterindustrie eher eine geringe Bedeutung. Darum ist es entscheidend, neue Produkte in kurzer Zeit auf dem Markt zu platzieren („time-to-market“).

Auch für Mitarbeiter bietet eine lokale Konzentration von Unternehmen mit dem selben technologischen Hintergrund beste Bedingungen. Wenn Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz wechseln, müssen sie nicht zwangsläufig ihren Wohnsitz verändern. Sie bevorzugen daher diese Konzentrationen. (vgl. Enright, 2003, 108). Damit können Unternehmen aus einem großen Pool an spezialisierten Arbeitskräften wählen. (vgl. Fritsch, 1999a, 13; Porter, 1998, 80 und Schiele, 2003, 38 f.).

Produzieren lokal konzentrierte Unternehmen und Institutionen neues Wissen, wird eine hohe Zahl von Spillover ermöglicht. Die Innovationskraft der Unternehmen kann dadurch positiv beeinflusst werden. Ein sich selbstverstärkender

Prozess setzt ein. Spillover führen zu steigenden Gewinnen, weil alle Organisationen in der Region davon profitieren können (vgl. Antonelli, 2000a, 540).

Wichtig zur Produktion von Wissen und als Quelle für Spillover in einer Region ist die wissenschaftliche Infrastruktur in Form von Universitäten, Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und wissenschaftlichen Dienstleistungsunternehmen. Eine besondere Bedeutung hat der Grad der Interaktion zwischen dieser Infrastruktur und der Industrie. Studenten und Doktoranden wechseln oft mit ihrem Wissen am Ende ihrer Ausbildung in die Industrie. Während der Ausbildung können Spillover durch Praktika, Diplomund Doktorarbeiten mit der Industrie erfolgen. Universitäten und Hochschulen führen außerdem Grundlagenforschung durch und versorgen die Region mit externem Wissen. Spillover erfolgen auch durch Kooperationen zwischen Forschungseinrichtungen und der Industrie. Davon profitieren beide Seiten. Die Forschungseinrichtungen bekommen Zugang zu aktuellem problemnahen Wissen der Industrie und die Industrie erhält Grundlagenwissen. Unternehmen können somit Kosten sparen, weil dieses Wissen nicht durch eigene F&E produziert werden muss. Stiftungslehrstühle der Industrie wirken sich ebenfalls positiv auf den Transfer von Wissen aus21.

Neben den Forschungseinrichtungen sorgt das Vorhandensein von multinationalen Unternehmen in der Region für Zugang zu externem Wissen. Innerhalb dieser Unternehmen wird Wissen zwischen ihren weltweiten Standorten transferiert.

Multinationale Firmen zieht es in Regionen, die am innovativsten in der jeweiligen Branche sind. Sie errichten dort Produktionsund F&E-Zentren, um an der Wissensbasis der Region teilzuhaben und von den Spillover zu profitieren. Damit wird mehr Wissen produziert. Die Attraktivität der Region erhöht sich und weitere Firmen werden angezogen (vgl. Enright, 2003, 115 und Fritsch, 1999a, 4). Durch die Anwesenheit multinationaler Unternehmen ergeben sich auch Vorteile für kleinere und mittlere Unternehmen in der Region. Für sie wird der Zugang zu marktaktuellem externem Wissen dadurch einfacher (vgl. Keeble und Wilkinson, 1999, 299 f.). Wenn sie in der selben Branche tätig sind, wie die multinationalen

Unternehmen, können sie zudem Zulieferer für dessen Fertigungsstätte in der Region werden. Die räumliche Nähe hat darauf einen positiven Einfluss. Wird eine gute Beziehung aufgebaut, folgen möglicherweise Aufträge für Fertigungsstätten an anderen Standorten.

Spillover sind aber nicht kostenlos für Unternehmen. Um sie aufzunehmen, ist zum einem absorptive Kapazität und zum anderen Kommunikation mit verschiedenen Organisationen und Individuen notwendig. Beides verursacht Kosten, besonders die Aufnahme von externem Wissen über den Markt ist mit erheblichen Transaktionskosten22 verbunden. Diese Kosten sind Such-, Anbahnungs-, Abwicklungs- und Kontrollkosten, die beim Transfer von Wissen über den Markt auftreten. Für den Anbieter sinkt die Appropriierbarkeit des Wissens, wenn er es auf dem Markt präsentiert, besonders falls es für Wettbewerber zugänglich ist.

Diese können sich das Wissen aneignen, ohne dafür ein Entgelt zu entrichten. Der Anbieter muss es zum Teil offen legen, damit der Käufer den möglichen Nutzen für sich erkennt und bereit ist dafür zu zahlen. Andererseits kennt der Anbieter nicht den Wert, den sein Wissen für mögliche Käufer haben kann. Wissen wird deshalb nicht immer auf dem Markt angeboten. Die Suche nach potentiellen Anbietern und Käufern von zueinander komplementären Wissen wird erschwert (vgl. Antonelli, 2000, 404; 2000a, 536-540 und Specht, 1999, 57-63).

Die Kosten für die Suche nach externem Wissen sind höher, je „tacider“ es ist. Für Interessenten mit komplementärem Wissen bleibt es verborgen. Die Aufnahme von „taciden“ Wissen verursacht deswegen erhebliche Transaktionskosten.

Insgesamt hemmen diese hohen Suchkosten das Entstehen von neuem Wissen, weil komplementäres Wissen nur mit großem Aufwand neu kombiniert werden kann (vgl. Antonelli, 2000a, 538 f.).

In Clustern können die Transaktionskosten für den Wissenstransfer niedriger sein. Die Suchkosten reduzieren sich, weil eine Vielzahl von möglichen Partnern im selben technologischen Umfeld vorhanden sind (vgl. Fritsch, 1999a, 13). Der

Wert des Wissens für einen möglichen Käufer kann besser beurteilt werden. Diese technologische und räumliche Nähe senkt außerdem die Vertragskosten für Kooperationen, weil durch regelmäßige persönliche Kontakte eine Vertrauensbasis entstehen kann. Durch die positive Wirkung von Wissens-Spillover sind Unternehmen im Clustern eher bereit, Wissen anzubieten. Die Gefahr, dass ein Unternehmen das andere ausnutzt, indem es z.B. ohne eine Gegenleistung bei Forschungskooperationen nur das Wissen des Partners aufnimmt, ist gering. Im Cluster wird ein solches opportunistisches Verhalten schnell bekannt. Andere Firmen könnten die Zusammenarbeit mit diesem Unternehmen einstellen. Die Kontrolle des Vertragspartners kann wegen der räumlichen Nähe und der damit verbundenen einfachen Kommunikation kostengünstiger sein (vgl. Enright, 2003, 105 f. und 113; Nooteboom, 1999, 142). Ebenfalls können die Durchführungskosten einer Transaktion bei der Vertragsgestaltung sinken, weil sich auf das Notwendigste beschränkt werden kann. Geringere Transaktionskosten sind demnach ein weiterer Grund, dass sich Wissen in bestimmten Regionen konzentriert23.

2.4. Die Bedeutung von „face-to-face“-Kontakten

Teile von Wissen sind „tacid“ und damit an ein Individuum gebunden. Persönliche Kontakte sind deswegen eine wichtiger Kanal beim Transfer von Wissen.

Mittels „face-to-face“-Kontakten kann dieses „tacide“ Wissen übertragen werden. Daher erfolgen Spillover vorwiegend durch „Transfer über Köpfe“ (vgl. Fritsch et al., 1998, 246 sowie Abschnitt 2.2 und 2.3).

Trotz verbesserter Informationsund Kommunikationstechnologien, wie bspw. E- Mail oder Fax, sind persönliche Treffen nicht zu ersetzen24. Sie ergänzen und unterstützen „face-to-face“-Kontakte. Diese sind reich an Information, weil die Kommunikation nicht nur verbal stattfindet, sondern durch nonverbale Kommunikation, in Form von Gestik, Mimik oder Körperhaltung untergelegt wird. Das

vermeidet Missverständnisse, welche ebenso durch schnelles Feedback ausgeräumt werden können. Allerdings sind „face-to-face“-Kontakte mit zunehmenden Kosten verbunden, je weiter die Beteiligten räumlich und auch technologisch voneinander entfernt sind.

Die räumliche Nähe in Clustern fördert durch die kurzen Entfernungen und den damit verbundenen geringen Kosten vielfältige und regelmäßige persönliche Kontakte. Bedeutungsvoller ist jedoch die technologische Nähe angesichts der Menge branchenähnlicher Firmen (vgl. Maskell und Malmberg, 1999, 180 und Specht, 1999, 70). Umfassende persönliche Netzwerke können entstehen. Diese Netzwerke bilden sich oft aus Mitarbeitern, die in einer Firma oder Institution zusammengearbeitet haben oder eine gemeinsame Ausbildung absolvierten. Auch wenn sie in andere Unternehmen oder Institutionen wechselten oder eine eigene Firma gründeten, blieben die persönlichen Kontakte bestehen. Besonders wenn die Akteure Führungspositionen besetzen, bildet dass eine gute Basis für eine mögliche Zusammenarbeit zwischen den Organisationen. Selbst wenn diese nicht formal kooperieren, können informale spontane Kontakte zwischen den Akteuren für einen Transfer von Wissen sorgen. Diese Kontakte sind wertvoll, weil industriespezifisches Wissen ausgetauscht werden kann, z.B. über die Anforderungen des Marktes oder technische Möglichkeiten (vgl. Enright, 2003, 105-106; Fritsch et al., 1998, 246 und Schiele, 2003, 60-62).

Netzwerke reichen über die Grenzen des Clusters hinaus. Sie ermöglichen den Unternehmen in der Region den Zugang zu externem Wissen. Um die dafür nötigen regelmäßigen „face-to-face“-Kontakte zu ermöglichen, ist eine gut ausgebaute Verkehrsinfrastruktur erforderlich. Auch bei Kooperationen und Lieferbeziehungen mit Unternehmen außerhalb der Region sind „face-to-face“-Kontakte wichtig25. Die Nähe zu einem Flughafen hat besonders für Halbleiterhersteller eine große Bedeutung, da diese in internationale Netzwerke eingebunden sind.

Für Forschungskooperationen sind „face-to-face“-Kontakte von Bedeutung. Die Ergebnisse der Produktion von neuem Wissen sind nicht vorhersehbar und deren Nutzen ist unbekannt. Demzufolge sind die Transaktionskosten solcher Kooperationen hoch (vgl. Specht, 1999, 57-63). Durch regelmäßige persönliche Kontakte entsteht Vertrauen, dass die Transaktionskosten reduziert. Unternehmen kooperieren daher besonders mit Unternehmen und Forschungseinrichtungen in ihrer Nä- he. Diese Kooperationen zeichnen sich durch langfristige Beziehungen aus (vgl. Antonelli, 2000, 404 und Enright, 2003, 112).

Häufig ebnen erst „face-to-face“-Kontakte den Weg für Kooperationen. Forschungskooperationen entstehen oft nachdem ein führender Mitarbeiter zwischen den Beteiligten gewechselt ist (vgl. KfW, 2004, 113 f.). Unternehmen kooperieren teilweise erst formal, nachdem sie sich informell über Verbände, Vereine, Messen, Konferenzen oder Workshops kennen gelernt haben (vgl. Antonelli, 2000a, 543). Durch diese informellen Kontakte lässt sich der Wert, den das Wissen eines Unternehmens für ein anderes hat, besser einschätzen. Zwischen den potentiellen Kooperationspartnern kann Vertrauen entstehen. Die Gefahr opportunistischen Verhaltens sinkt. Dadurch ist in Clustern die Wahrscheinlichkeit höher, dass Wettbewerber miteinander kooperieren. als wenn sie in unterschiedlichen Regionen angesiedelt sind. Mit der Zeit stellen sie fest, dass vermeintliche Konkurrenten im Cluster keine direkten Wettbewerber sind (vgl. Porter, 2000, 271).

2.5. Pfadabhängigkeit von Regionen

Wissen ist kumulativ und damit pfadabhängig26. Es ist zugleich Output und Input bei der Entstehung von Wissen. (vgl. Nooteboom, 1997 und siehe Abschnitt 2.2). Wie ein Individuum sein Wissen im Laufe seines Lebens erweitert und sich auf bestimmte Arbeitsgebiete spezialisiert, so entwickelt sich auch in einer Region mit der Zeit eine bestimmte Wissensbasis. Unternehmen produzieren und forschen in einem ähnlichen technologischen Umfeld. Die Attraktivität der Region kann steigen, was wiederum neue Firmen in die Region zieht. Ein sich selbstverstärkender Prozess entsteht. Die Wissensbasis einer Region wird immer weiter ausgebaut (vgl. Antonelli, 2001, 188). Dabei entwickeln Unternehmen neben internen Lernprozessen bestimmte Routinen, wie sie untereinander und mit Forschungseinrichtungen zusammenarbeiten können. Das bedeutet, wie sie Wissen am besten aufnehmen, es verteilen und generieren können (vgl. Cooke, 2004 und Iammarino, 2004, 5-8). Es bilden sich dauerhafte Fähigkeiten in der Region heraus, weil sie vor allem an Individuen gebunden sind. Deshalb können diese Fähigkeiten auch nach Krisen der jeweiligen Industrie in der Region vorhanden sein, weil diese häufig mit Konkursen bzw. Liquidationen von Unternehmen verbunden sind.

Verbessern sich jedoch die Marktbedingungen, können diese Fähigkeiten für den schnellen Aufbau einer neuen Infrastruktur und für die Aktualisierung von veraltetem Wissen sorgen (vgl. Maskell und Malmberg, 1999, 173-178). Sie werden von Person zu Person weitergegeben und können die wirtschaftlichen Aktivitäten einer Region über Jahrzehnte oder Jahrhunderte beeinflussen(vgl. Enright, 2003, 108).

Die von den Unternehmen in der Region in Produktion und Forschung getätigten Investitionen sind hauptsächlich irreversible. Sie sind an die jeweiligen Technologien gebunden. Es handelt sich um „sunk costs“, weil sie nicht für andere Aufgaben verwendet werden können. In der Region bildet sich auch eine bestimmte Infrastruktur, die die Bedürfnisse der ansässigen Industrie unterstützt. Es entstehen bspw. industriespezifische Institutionen in Form von Vereinen, Verbänden oder Messen. Diese Infrastrukturen sind ebenfalls irreversible Investitionen und unteilbar mit der Region und Industrie verbunden. Die Region spezialisiert sich immer mehr auf einem Gebiet. Ein bestimmter Pfad bildet sich heraus. Ein Cluster kann entstehen27.

Obwohl Wissen ein Inputfaktor ist, nimmt dessen Vorrat nicht wie z.B. bei natürliche Ressourcen ab. Wissen kann nur veralten oder substituiert werden. Das ist eine Gefahr für spezialisierte Regionen. Die Wissensbasis einer Region kann durch fehlende Investitionen veralten, bspw. in Ausbildung oder Infrastruktur. Standorte multinationaler Firmen können verlagert werden. Damit verringert sich z.B. der Zugang zu externem Wissen. Natürliche Ressourcen können komplett abgebaut worden sein. Auf der anderen Seite können bessere oder kostengünstigere Produkte und Technologien auftauchen und die der Region ersetzen, sie substituieren. Je stärker die Region in einen Pfad investiert hat, desto schwieriger kann sie sich an die neue Situation anpassen. Dieser Zustand wird als „Lock-In“28 bezeichnet. Oftmals ist dafür ein sozialer bzw. kultureller Grund verantwortlich. Durch enge Zusammenarbeit zwischen den Organisationen im Cluster kann sich ein zu starkes Gruppendenken entwickeln. Es wird besonders durch politische Maßnahmen (z.B. Subventionen) versucht, bestehende Strukturen zu erhalten, um die eigenen Interessen zu schützen. Das verzögert nur den wirtschaftlichen Niedergang der dominierenden Industrie in der Region und behindert die Bildung neuer wirtschaftlicher Aktivitäten. Das beste Beispiel dafür ist das Ruhrgebiet (vgl. Maskell und Malmberg, 1999, 178 f.).

Um einen „Lock-In“ zu verhindern und damit eine Neukombination von Wissen zu ermöglichen, ist der Zugang zu externem Wissen wichtig29. Dadurch kann sich die Region auch dem weltweit aktuellen Stand der Forschung und des Marktes anpassen. Eine gute Vorrausetzung dafür bilden Aktivitäten von multinationalen Unternehmen in der Region. Zwischen ihren weltweiten Standorten erfolgt ein interner Transfer von Wissen. Für den Zugang von externem Wissen sorgen auch

Universitäten in der Region. Diese haben allgemein Kontakte zu anderen internationalen Forschungseinrichtungen (siehe Abschnitt 2.4.). Regionen in denen viele Branchen mit ähnlichen Technologien angesiedelt sind, reduzieren ebenfalls das Risiko eines „Lock-Inn“’s. Auf Grund vielfältiger Pfade sind diese Regionen nicht so gefährdet wie Regionen mit industriellen Monokulturen.

Die Pfadabhängigkeit verhindert die einfache Imitation der Kompetenzen einer Region. Die Infrastruktur und die Vernetzung der Akteure untereinander sind nur mit erheblichem zeitlichem und finanziellem Aufwand bzw. überhaupt nicht zu kopieren. Andere Regionen benötigen erst eine gewisse Zeit, um das Niveau einer technologisch weiterentwickelten Region zu erreichen bzw. deren Fähigkeiten aufzubauen. Die führende Region entwickelt sich immer weiter, so dass das selbe Niveau schwer zu erreichen ist. Daher haben Regionen einen Vorteil, die neue Technologien hervorbringen oder diese relativ früh adaptieren (vgl. Maskell und Malmberg, 1999, 175-178 sowie Feldmann und Martin, 2004). Auch der Dresdner Mikroelektronik-Cluster profitiert von der relativ frühen Entwicklung der Mikroelektronik in Dresden.

3. Die Entstehung des Dresdner Mikroelektronik-Clusters

Die historische Entwicklung einer Region beeinflusst ihr Zukunft. Ohne die langjährige Tradition in der Mikroelektronik wäre Dresden heute nicht einer der wichtigsten und innovativsten Mikroelektronikstandorte Europas mit weltweiter Beachtung. Die Ansiedlungen von Siemens/Infineon und AMD, Inc. basierten u.a. auf Standortfaktoren, die sich im Laufe der Jahre entwickelt haben30.

3.1. Vielfältige Wurzeln

Dresden31 wurde im Jahr 1206 erstmals urkundlich erwähnt. Im Mittelalter hatte es nicht so eine Bedeutung wie z.B. die Silberbergbaustadt Freiberg. Erst Ende des 17. Jahrhundert begann durch August den Starken der Aufschwung zu einer prunkvollen Barockstadt. In dieser Zeit wurden Bauten wie der Zwinger oder die Frauenkirche vollendet. Im Jahre 1707/08 erfand Friedrich Böttger in der Nähe von Dresden das europäische Hartporzellan, dass auch als weißes Gold bezeichnet wurde (vgl. Weber, 2003, 11).

Die industrielle Entwicklung in Dresden begann erst ab 1850. Zu dieser Zeit bildeten sich die später prägenden Industriezweige von Dresden, wie die Nahrungsund Genussmittelindustrie, die Zigarettenherstellung, die chemisch-pharmazeutische Branche, die Feinmechanik, die Optik, die Elektround später auch die Verpackungsmaschinenindustrie heraus. Die optische Industrie wurde seit 1839 von Friedrich Wilhelm Enzmann geprägt. Er war einer der ersten industriellen Kamerahersteller der Welt. Im Jahr 1936 wurden in Dresden die weltweit ersten Kleinbild-Spiegelreflexkameras produziert. Nach 1945 setzte der VEB Pentacon diese Tradition mit den bekannten Kameras der Marke „Praktica“ fort. Weitere Erfindungen aus Dresden sind u.a. die erste deutsche Lokomotive (1838), das

Mundwasser (1893), die Zahnpastatube, der Bierdeckel oder die Filterzigarette (vgl. Wegert, 2001, 124 f.).

Die Gründung der Firma Koch & Sterzel bildete die Grundlage für die Elektroindustrie in Dresden, insbesondere der Starkstromtechnik32. Sie beschäftigte sich mit dem Bau von Röntgengeräte und Großtransformatoren. Im Jahr 1923 entwickelte sie den ersten 1-Megavolt-Prüftransformator in Europa. Im Bereich der Schwachstromtechnik war besonders die 1828 gegründete königliche Technische Bildungsanstalt, die heutige Technische Universität Dresden, aktiv. Sie erhielt 1890 die Bezeichnung Technische Hochschule (TH). An ihr forschte und lehrte Heinrich Barkhausen (1881-1956) seit 1911 in den Fachrichtungen Elektronenröhren und Schwingungstechnik. Er leistet Pionierarbeit auf theoretischem Gebiet und testete seine Ergebnisse auch in der Praxis. In den 1920er Jahren gab es folgende Bereiche der Elektrotechnik an der TH: Grundlagen der Elektrotechnik, Elektromaschinenbau sowie elektrotechnische Anlagen und Schwachstromtechnik.

Die Schwachstromtechnik erhielt einen entscheiden Impuls durch die Erfindung der Elektronenröhre (1904)33. Das führte zu einer rasanten Entwicklung in der Rundfunkund Nachrichtentechnik. In Dresden wurde im Jahr 1923 durch

H. Mende die Firma Radio H. Mende & Co. gegründet. Die Radios dieser Firma sind in der Zeit des Nationalsozialismus, als „Volksempfänger“ bezeichnet, weit verbreitet gewesen. Im Jahr 1948 wurde die Firma zum volkseigenen Betrieb (VEB) Funkwerk Dresden (vgl. VDE, 2002).

Bis zu Beginn des 2. Weltkrieges hatte Sachsen das größte Bruttosozialprodukt in Europa. Der Krieg und besonders die Bombardierung von Dresden am 13./14. Februar 1945 zerstörten große Teile der Industrie (vgl. Bruner, 2002).

[...]


1 An der TU Chemnitz forschen Informatikspezialisten z.B. auf diesem Gebiet. Viele herkömmliche Personalcomputer werden zu einem Cluster zusammengeschlossen, um damit kostengünstiger Aufgaben eines Großrechners zu erfüllen.

2 Für eine ausführliche Beschreibung des Software-Clusters in Bangalore siehe Lema und Hesbjerg (2003).

3 Vgl. Enright (2003, 105 f.). Für eine ausführliche Betrachtung der Transaktionskostentheorie vgl. u.a. Picot (1982) sowie Picot, Dietl und Frank (1997).

4 Vgl. zum Thema Arbeitsteiligkeit bei Innovationen u.a. Fritsch (1999).

5 Vgl. Feldmann (2000, 385). Zur Bedeutung von Universitäten für Regionen u.a. Fritsch und Schwirten (1998).

6 Vgl. Porter (2000, 263), Fornahl und Menzel (o.J., 5 f.), und Aharonson, Baum und Feldmann (2004).

7 Vgl. Klepper (1992, 2001), Audretsch und Feldmann (1996), sowie Fornahl und Menzel (o.J.) oder Naumann (2004) für eine ausführliche Darstellung der Eigenschaften der einzelnen Phasen.

8 Gesetze können z.B. umweltfreundliche Technologien und Produkte durch Steuervorteile fördern, andererseits erhöhen Umweltauflagen oder Steuern den Preis von Produkten. Beides beeinflusst die Nachfrage nach diesen Produkten positiv bzw. negativ.

9 Das führt zum Outsourcing von Aufgaben, die dann durch den privaten Sektor bereitgestellt werden können (vgl. Feldmann, 2001, 871-879).

10 Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an u.a. Howells (2002, 872 f.) und Nonaka (1994, 16).

11 Vgl. u.a. Howells (2002, 872 f.), Feldmann (2000, 386), Keeble und Wilkinson (1999, 299) und Nonaka, (1994, 16 f.).

12 Arrow’s Theorie beruht auf der Allokation von Wissen, welches nur aus Informationen besteht.

13 Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Antonelli (1999, 244), Howells (2002, 874) und Enright (2003, 111).

14 Vgl. Fritsch et al. (1998, 246 f.), Franke (2002, 27), Nooteboom (1999, 130 und 2004, 4).

15 Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Franke (2002, 27-30) und Antonelli (1999, 245 f.; 2001, 47 f.).

16 Vgl. Antonelli (1999, 247-252) oder Schiele (2003, 62-70) für eine umfassendere Darstellung.

17 Zum Thema externe Effekte ausführlicher Fritsch, Wein und Ewers (1999, 92-107).

18 Fritsch und Franke (2004) stellten z.B. bei einer Studie von drei verschieden Region in Deutschland fest, dass durch in Kooperationen nur geringe Spillover erzeugt werden, die wichtig für Innovationen sind.

19 Vgl. zum Thema Wissen-Spillover z.B. Antonelli (2000a, 538-544), Feldmann (2000, 377-383), Franke (2002, 31-42), Howells (2002, 874-876), Keeble und Wilkinson (1999, 298), Krätke und Scheuplein (2001, 58) und für einen kritischen Überblick der Literatur Breschi und Lissoni (2001).

20 Vgl. hierzu Howells (2002, 874-879), Feldmann (2000, 377-383, Franke (2002, 34-46) und Fritsch, 1999a, 14-16) für einen umfassenderen Überblick von verschiedenen Studien zum Thema Wissens-Spillover und räumlicher Nähe.

21 Vgl. Antonelli (2000a, 542 und 2001, 99 f.), Fritsch und Schwirten (1998), Howells (2002, 877), Voigt (1998).

22 Für eine umfassendende Betrachtung der Theorie der Transaktionskosten vgl. Picot (1982, 267- 284) und Picot, Dietl, Franck (1997).

23 Vgl. Antonelli (2000, 401-405; 2000a, 542), Fritsch et al. (1998, 247f.), Maskell (2001, 425- 430), Porter (2000, 264) und Schiele (2003, 52-60).

24 Vgl. Antonelli (2000, 404), Enright, 2003, 105-106, Maskell und Malmberg (1999, 180), Sternberg (1998, 292) sowie Schiele (2003, 93-112).

25 Für eine Studie befragte Simmie (2002) Unternehmen im Südosten Großbritanniens. Für diese sind „face-to-face“-Kontakte die wichtigste Quelle, um Wissen mit Unternehmen in der Region aber auch mit nationalen und internationalen Kunden auszutauschen.

26 Laut Hakansson und Lundgren (1997) gibt es zwei Definitionen von Pfaden. Die eine betont die Bedeutung von Pfaden als Strukturen im Raum. Es sind Beziehungen zu anderen Elementen, die immer wieder benutzt werden, wie z.B. Kooperationen zwischen Unternehmen. Die andere bezieht sich auf Pfade in der Zeit. Diese beruhen auf Erfahrungen, wie z.B. die Entwicklung einer Region.

27 Vgl. Antonelli (2000, 397-401), Maskell (2001, 934-936) Quatraro (2004, 5) und siehe Abschnitt 2.3.

28 Zum Thema „Lock-In“ und Pfadabhängigkeit in der Wirtschaftsgeschichte vgl. ausführlicher David (1997).

29 Vgl. u.a. Fritsch et al. (1998, 247), Keeble und Wilkinson (1999, 299), Quatraro (2004, 5) sowie Specht (1999, 71 f.).

30 Die Beschreibung der Entwicklung basiert, soweit nicht anders angegeben, auf den im Rahmen dieser Diplomarbeit durchgeführten Interviews sowie Prospekten der Unternehmen.

31 Der Name Dresden wird auf das altsorbische "Drezdany", das soviel wie Waldoder Auenbewohner bedeutet, zurückgeführt. Noch umstritten ist die Ableitung vom altslawischen Wort "drezga" (Sumpfwald, Gestrüpp, Röhricht).

32 Nach 1945 wurde Koch & Sterzel zum VEB Transformatorenund Röntgenwerk (TuR). Aus dem TuR, welches auf Grund der politischen Wende 1989/90 umstrukturiert wurde, entstanden folgende heute noch aktive Firmen: der Transformatoren Betrieb Dresden der Siemens AG, die Highvolt Prüftechnik Dresden GmbH und die Ritz Messwandler Dresden GmbH.

33 Eine Elektronenröhre ist ein Steuerungsund Verstärkungsbauelement der Elektrotechnik. Sie wird z.B. heute noch als Bildröhre in Fernsehgeräten und Computerbildschirmen verwendet (vgl. Wikipedia, o.J.).

Ende der Leseprobe aus 145 Seiten

Details

Titel
Entstehung und Entwicklung des Dresdner Mikroelektronik-Clusters
Hochschule
Technische Universität Bergakademie Freiberg
Note
2,0
Autor
Jahr
2004
Seiten
145
Katalognummer
V113346
ISBN (eBook)
9783640151523
ISBN (Buch)
9783656563068
Dateigröße
2375 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Diese Diplomarbeit wurde mit fuer das Buch "Go Deutschland Go" von Dr. Martin Gillo (Murmann Verlag Hamburg - ISBN 3938017317) verwendet (siehe Literaturverzeichnis des Buches).
Schlagworte
Entstehung, Entwicklung, Dresdner, Mikroelektronik-Clusters, Cluster, Dresden, Mikroelektronik, Wissen, Wissensbasis, Sachsen, Infineon, Geschichte
Arbeit zitieren
Silvio Püschel (Autor), 2004, Entstehung und Entwicklung des Dresdner Mikroelektronik-Clusters, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113346

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Entstehung und Entwicklung des Dresdner Mikroelektronik-Clusters


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden