Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publicación mundial de textos académicos
Go to shop › Sociología - Metodología y métodos

Werden qualitative Methoden in der Soziologie ebenso wie in der Psychologie eines Tages aus dem Lehrplan verschwunden sein?

Unterschiede in den Kontroversen um qualitative Methoden in der Soziologie und Psychologie

Título: Werden qualitative Methoden in der Soziologie ebenso wie in der Psychologie eines Tages aus dem Lehrplan verschwunden sein?

Trabajo Escrito , 2021 , 23 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Lena Siebenreich (Autor)

Sociología - Metodología y métodos
Extracto de texto & Detalles   Leer eBook
Resumen Extracto de texto Detalles

Werden qualitative Methoden in der Soziologie ebenso wie in der Psychologie basierend auf sogenannten „Marginalisierungsstrategien“ von Seiten der „Mainstreampsychologie“ eines Tages vom Lehrplan verschwunden sein?
Um dies grundlegend zu beleuchten, soll im Rahmen dieser Hausarbeit im Folgenden die historische Verdrängung der qualitativen Methoden aus der Psychologischen-Lehre und folglich der Forschung skizziert werden. Anschließend sollen die aktuellen Positionen und Kontroversen qualitativer Forschung und Lehre in der Soziologie grundlegen dargestellt werden. Marginalisierungsstrategien aus der Psychologie, basierend auf Norbert Groeben (2014), solle mit denen in der Kontroverse um qualitative Methoden in der Soziologie, basierend auf Helmut Knoblauchs Thesen (2007), verglichen werden. Abschließend folgen ein Fazit und ein Ausblick, ob qualitative Methoden in der Soziologie, so wie in der Psychologie, eines Tages gänzlich vom Lehrplan verschwunden sein werden.

In der Soziologie findet in den letzten Jahren vermehrt die Debatte um qualitative vs. quantitative Methoden statt. Zu einer Art der Neuplatzierung und „Abwertung“ in Bezug auf den Bestandteil qualitativer Methoden innerhalb der Forschung kommt es, wenn unter Duldung der zum Teil dominierenden quantitativen Methoden gegenüber qualitativen Methoden gerade noch gebilligt wird, mit ihrer Hilfe neue Forschungs-Theorien zu entwickeln anstatt sie als vollwertige Forschungsmethode anzuerkennen. Die Gegensätzlichkeit hat sich in den letzten Jahren verschärft, als sich Forschende sich von der gängigen Fachgesellschaft für Soziologie abspalteten, um eine neue Akademie der Soziologie zu gründen (Stichwort Quexit).

Anders als in den meisten Sozialwissenschaften, lässt sich bei einer verwanden Fachdisziplin, die Psychologie, ein Marginalisierungsproblem qualitativer Methoden feststellen. Obwohl bis in die späten 1960er Jahre in der Psychologie vor allem „interpretativ“ geforscht wurde, hat die experimentelle-naturwissenschaftliche Ausrichtung der Psychologie, die Mainstreampsychologie, aus der USA in Deutschland bis heute qualitative Methoden an deutschen Universitäten in der Lehre zum Teil vollständig verdrängt.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Position und Kontroversen qualitativer Methoden in der akademischen Psychologie

3. Marginalisierungsstrategien der Mainstreampsychologie nach Groeben (2014)

4. Position und Kontroversen qualitativer Methoden in der akademischen Soziologie

5. Marginalisierung qualitativer Methoden in der Soziologie und Psychologie im Vergleich

5.1 Gemeinsamkeiten

Selbstverschuldung

Überzeugung und Stereotype - Das „einzig richtige“ Paradigma

5.2. Unterschiede

Der Positivismusstreit wurde nie überwunden

Invertierter Double-Blind

Rückbesinnung und Neuerfindung

6. Fazit

7. Literatur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische und aktuelle Marginalisierung qualitativer Forschungsmethoden in der akademischen Lehre und Forschung. Ziel ist es, die spezifischen Marginalisierungsmechanismen in der Psychologie und Soziologie zu analysieren, zu vergleichen und die Frage zu erörtern, ob diese Methoden langfristig aus den Lehrplänen der Disziplinen verschwinden könnten.

  • Historische Verdrängungsprozesse qualitativer Methoden in der Psychologie.
  • Analyse von Marginalisierungsstrategien durch das quantitative Mainstream-Paradigma.
  • Diskurs um den „Quexit“ und die institutionelle Aufspaltung in der Soziologie.
  • Vergleich der methodischen Pluralität und der Rolle von Gütekriterien in beiden Disziplinen.
  • Reflektion über die Auswirkungen der fachinternen Machtverhältnisse auf Studierende.

Auszug aus dem Buch

3. Marginalisierungsstrategien der Mainstreampsychologie nach Groeben (2014)

Über die zur Marginalisierung beigetragenen Strategien qualitativer Forschung in der Psychologie hat sich der Psychologe und Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Norbert Groeben mit der Frage „Gibt es Wege aus der selbstverschuldeten Irrelevanz des qualitativen Offstreams?“ auseinandergesetzt (vgl. ebd. 2014). Groeben spricht neben Homogenität der quantitativen Forschung in der Psychologie auch von einem hegemonialen Mainstream, welcher nicht nur Auswirkung auf eine eher eintönige Lehre hat (und die Irrelevanz von qualitativen Methoden bedeutet), sondern auch in interdisziplinären Begutachtungen den Maßstab zur Beurteilung von Wissenschaftlichkeit der Methoden setzten zu meint (vgl. ebd. 2014, S. 152ff). Dabei stellt Groeben folgende Marginalisierungsstrategien aus, die zum Teil auch von Mey und Mruck (2010) den historischen Marginalisierungsprozess angeführt werden (siehe vorherigen Teil), bei Groeben dennoch der Fachdisziplin der Psychologie entsprechend in ihren Vorgängen zum Teil bei ihrer Betrachtung psychologisiert werden:

Die Gleichberechtigung von qualitativen und quantitativen Methoden wird „unbewusst“ abgesprochen. Auf der einen Seite werden „Lippenbekenntnisse“ explizit gegeben, die Methodenvielfalt toleriert und propagiert, auf der anderen Seite gelten qualitative Methoden in der Psychologie nur im „Rahmen von Erkundungsstudien als Heuristik einsetzbar“ (ebd., S. 153). Implizit wird den qualitativen Methoden damit eine Gleichstellung abgesprochen, wenn sie nur quantitativen Methoden durch im Dogma der Realitätsprüfung von Theorien, Hypothesen und Modellen ein Erkenntnisgewinn zugesprochen wird (vgl. ebd.). Groeben gibt diesem Verhalten den pathologisierenden Namen des „Double-Bind“, eine Theorie nach Gregory Bateson et al. (1956), die besagt, dass die in der Kommunikation gesendeten Botschaften unerkannt zweideutig sind und zu Verwirrungen führen, da Inhalts- sowie Beziehungsaspekte nicht übereinstimmen und unter Umständen psychisch krankmachen kann, was zum Beispiel in eine Schizophrenie führt (vgl. Stangl 2021).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die unterschiedliche Verankerung qualitativer Methoden in der deutschen Hochschullehre und skizziert das Spannungsfeld zwischen interpretativen und quantitativen Forschungsansätzen.

2. Position und Kontroversen qualitativer Methoden in der akademischen Psychologie: Dieses Kapitel arbeitet die Identitätskrisen der Psychologie auf, die zu einer starken naturwissenschaftlich-experimentellen Ausrichtung führten und qualitative Ansätze historisch marginalisierten.

3. Marginalisierungsstrategien der Mainstreampsychologie nach Groeben (2014): Hier werden die von Norbert Groeben identifizierten Mechanismen analysiert, mit denen die Mainstreampsychologie qualitative Methoden durch „Double-Bind“-Strukturen und Stereotypen an den Rand drängt.

4. Position und Kontroversen qualitativer Methoden in der akademischen Soziologie: Das Kapitel beschreibt die Entwicklung in der Soziologie, in der nach einem Paradigmenwechsel in den 1970er Jahren qualitative Methoden stärker Fuß fassen konnten, jedoch aktuell durch fachinterne Abspaltungen unter Druck geraten.

5. Marginalisierung qualitativer Methoden in der Soziologie und Psychologie im Vergleich: Die Autorin vergleicht die Mechanismen beider Disziplinen und stellt Gemeinsamkeiten wie „Selbstverschuldung“ sowie Unterschiede in der epistemologischen Tiefe und im aktuellen Diskurs dar.

6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass eine Rückbesinnung auf methodische Pluralität notwendig ist, um die Wissenschaftlichkeit der Forschung zu bewahren und ein „Verschwinden“ qualitativer Methoden zu verhindern.

7. Literatur: Das Verzeichnis listet sämtliche herangezogenen wissenschaftlichen Quellen und Diskussionsbeiträge auf.

Schlüsselwörter

Qualitative Forschung, Quantitative Methoden, Psychologie, Soziologie, Marginalisierung, Mainstream, Positivismusstreit, Wissenschaftlichkeit, Lehre, Methodenpluralität, Forschungspraxis, Identitätssuche, Double-Bind, Epistemologie, Quexit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Situation und die institutionelle Stellung qualitativer Forschungsmethoden innerhalb der akademischen Psychologie und Soziologie.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind der historische Verdrängungsprozess, die Wirksamkeit von Marginalisierungsstrategien sowie die aktuellen Kontroversen um methodische Standards in beiden Fachdisziplinen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Gründe für die Marginalisierung aufzudecken und zu erörtern, ob das Risiko besteht, dass qualitative Methoden langfristig aus der universitären Lehre verdrängt werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse und den Vergleich etablierter Thesen von Forschenden wie Norbert Groeben und Hubert Knoblauch.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der beiden Disziplinen, wobei insbesondere die unterschiedlichen institutionellen Entwicklungen und die Rolle von Fachgesellschaften analysiert werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Marginalisierung, Methodenpluralität, Mainstreampsychologie und den fachinternen Methodenstreit geprägt.

Was hat es mit dem Begriff „Quexit“ in der Soziologie auf sich?

Der Begriff „Quexit“ beschreibt die Gründung der „Akademie für Soziologie“ als Abspaltung von der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, was als Symptom eines ungelösten methodischen Konflikts zwischen quantitativen und qualitativen Lagern interpretiert wird.

Warum spielt das Konzept des „Double-Bind“ für die Psychologie eine Rolle?

Laut Groeben setzen Vertreter der quantitativen Psychologie unbewusste Strategien ein, die qualitative Forschung zwar als existent anerkennen, ihr aber die wissenschaftliche Relevanz absprechen, was für Forschende eine ausweglose, marginalisierte Position schafft.

Final del extracto de 23 páginas  - subir

Detalles

Título
Werden qualitative Methoden in der Soziologie ebenso wie in der Psychologie eines Tages aus dem Lehrplan verschwunden sein?
Subtítulo
Unterschiede in den Kontroversen um qualitative Methoden in der Soziologie und Psychologie
Universidad
University of Hamburg
Calificación
1,0
Autor
Lena Siebenreich (Autor)
Año de publicación
2021
Páginas
23
No. de catálogo
V1133518
ISBN (Ebook)
9783346507075
ISBN (Libro)
9783346507082
Idioma
Alemán
Etiqueta
Quexit qualitative Forschung Psychologie Soziologie qualitative Methodenausbildung Marginalisierungsproblem Mainstreampsychologie Methodeninversion DGS Akademie der Soziologie qualitative Methoden Methodologie
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Lena Siebenreich (Autor), 2021, Werden qualitative Methoden in der Soziologie ebenso wie in der Psychologie eines Tages aus dem Lehrplan verschwunden sein?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1133518
Leer eBook
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
Extracto de  23  Páginas
Grin logo
  • Grin.com
  • Envío
  • Contacto
  • Privacidad
  • Aviso legal
  • Imprint