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"Europa - Unsere Geschichte": Kann die deutsch-polnische Schulbuchreihe nationale Einseitigkeiten im Geschichtsunterricht überwinden?

Titel: "Europa - Unsere Geschichte": Kann die deutsch-polnische Schulbuchreihe nationale Einseitigkeiten im Geschichtsunterricht überwinden?

Hausarbeit , 2021 , 25 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Christian Macho (Autor:in)

Didaktik - Geschichte
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese wissenschaftliche Ausarbeitung dient der genaueren Untersuchung des Schulbuchs ‚Europa – Unsere Geschichte’ im Hinblick auf die bilaterale Ausgestaltung sowie die Umsetzung, Verbreitung und Wirkung.
Was zeichnet das Schulfach Geschichte und seine Schulbücher aus? Wie äußert sich die Multiperspektivität in der Praxis? Und ist es überhaupt möglich, ein identisches Schulbuch für zwei Länder zu erstellen?

Dabei wird als Erstes auf das Schulfach Geschichte und seine Besonderheiten eingegangen. Anschließend werden die Chancen und Risiken von Lehrwerken im Unterricht genauer analysiert und es wird sich mit dem Geschichtsschulbuch als ‚Politicum’ auseinandergesetzt. Es gilt zu untersuchen, ob möglicherweise politische Interessen hinter bestimmten Narrationen wie zum Beispiel Geschichtsmythen stecken. Daraufhin wird das deutsch-polnische Schulbuchprojekt vorgestellt und an beispielhaften Thematiken mit anderen Lehrwerken für das Fach Geschichte verglichen. Die herausgearbeiteten Merkmale werden zum Abschluss untersucht und der Erfolg beziehungsweise Misserfolg der Schulbuchreihe ‚Europa – Unsere Geschichte’ erörtert.

Die Literaturlage ist durch die interdisziplinäre Thematik als sehr gut zu bewerten. Zahlreiche Geschichtsdidaktiker haben sich bereits mit Schulbüchern auseinandergesetzt, während ‚Europa – Unsere Geschichte’ und weitere Vergleichswerke natürlich auch selbst als Literaturbezug dienen. Darüber hinaus kann auf das Hessische Kerncurriculum sowie auf jüngste Meldungen zu der deutsch-polnischen Lehrwerkreihe zurückgegriffen werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Das Schulfach Geschichte

III. Geschichtsschulbücher

III.I. Entstehung, Entwicklung und Bedeutung

III.II. Anforderung und Wirkungsabsicht

IV. ‚Europa – Unsere Geschichte’

IV.I. Deutsch-polnische Schulbuchkommission

IV.II. Die deutsch-polnische Lehrwerkreihe

V. Praxistest im Vergleich

V.I. Untersuchung I: Der Kniefall von Willy Brandt

V.II. Untersuchung II: Das Aufgreifen der Ukraine

V.III. Untersuchung III: Die Nürnberger Prozesse

V.IV. Ergebnisse

VI. Verbreitung und Wirkung

VI.I. Verbreitung in Deutschland

VI.II. Verbreitung in Polen

VI.III. Symbolwirkung

VII. Fazit: Standpunkt und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die deutsch-polnische Schulbuchreihe ‚Europa – Unsere Geschichte’ im Hinblick auf ihr Potenzial, nationale Einseitigkeiten im Geschichtsunterricht zu überwinden, ihre praktische Anwendung in Schulen sowie ihre Rolle als bilaterales Bildungsprojekt.

  • Analyse der Funktionen und Anforderungen an moderne Geschichtsschulbücher
  • Untersuchung des deutsch-polnischen Schulbuchprojekts hinsichtlich Multiperspektivität
  • Vergleichende Analyse zu etablierten Lehrwerken anhand ausgewählter historischer Ereignisse
  • Evaluation der Verbreitung und Wirkung des Projekts in Deutschland und Polen
  • Diskussion über das Potenzial des Schulbuchs als universelles Unterrichtsmedium

Auszug aus dem Buch

I. Untersuchung I: Der Kniefall von Willy Brandt

In Anlehnung an das hier dazugehörige Seminar wird als erstes die Aufarbeitung und Darstellung des berühmten Kniefalls von Willy Brandt im Jahr 1970 verglichen.

‚Buchners Kompendium Geschichte’ zählt zu den schlichteren und didaktisch reduzierten Geschichtsschulbüchern. Darin wird sehr viel mit Fließtexten ohne Illustrationen oder Arbeitsaufträgen gearbeitet. Doch im Kapitel „Deutschland nach 1945“ ist das Foto von Willy Brandt von 1970 großflächig abgedruckt. Eine umfassende Bildunterschrift wurde außerdem hinterlegt. Darin befinden sich die Basisinformationen zum berühmten Foto wie Ort, Datum und Hintergrund. Darüber hinaus wird das Geschehen für die Lesenden in einen größeren Kontext eingeordnet: „Am selben Tag unterzeichnete Brandt den Warschauer Vertrag, in dem die Bundesrepublik die Oder-Neiße-Grenze als Westgrenze Polens anerkannte.“ Trotz der Größe, die dem Foto in diesem Schulbuch gewidmet wurde, wird die Thematik weder im umgebenden Text, noch in einer Aufgabe oder einem Arbeitsauftrag aufgegriffen.

Das Geschichtslehrwerk ‚Horizonte’ hat das bekannte Foto im Themenfeld „Die Bundesrepublik Deutschland (1949-1989)“ groß illustriert und mit folgender Bildunterschrift hinterlegt: „Historische Szene: Bundeskanzler Willy Brandt kniet am 7. Dezember 1970 vor dem Mahnmal im einstigen jüdischen Getto in Warschau, das den Opfern des Getto-Aufstandes vom April 1943 gewidmet ist.“ Weiter wird die Thematik an dieser Stelle ebenfalls nicht mehr aufgegriffen. Die Adressaten werden mit objektiven Fakten zum Geschehen versorgt, aber erfahren keine weiteren Informationen zur Vertiefung.

Die deutsch-polnische Kollaboration ‚Europa – Unsere Geschichte’ hat den Kniefall ebenfalls mit dem schwarz-weiß Foto im Kapitel „Das Leben in zwei deutschen Staaten“ illustriert und einen umfangreicheren Text zur Verfügung gestellt. Zu Beginn wird der Hintergrund zur Entstehung des Fotos genauer erläutert: „Während seines Besuchs zur Unterschreibung des Vertrags mit Polen kniete Willy Brandt in Warschau vor dem Ehrenmal für den jüdischen Ghettoaufstand 1943“

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung stellt das deutsch-polnische Schulbuchprojekt vor, formuliert die Forschungsfragen und skizziert den Aufbau der wissenschaftlichen Untersuchung.

II. Das Schulfach Geschichte: Dieses Kapitel erläutert den gesellschaftlichen Bildungsauftrag des Fachs Geschichte und die Rolle von Schulbüchern als prägende Dokumente.

III. Geschichtsschulbücher: Es wird die historische Entstehung, die Professionalisierung der Produktion sowie die elementare Funktion des Schulbuchs als ‚Politicum’ analysiert.

IV. ‚Europa – Unsere Geschichte’: Die Entstehung der deutsch-polnischen Schulbuchreihe und das Wirken der beteiligten Expertenkommissionen werden hier detailliert beschrieben.

V. Praxistest im Vergleich: In diesem Kapitel wird das Projekt anhand spezifischer historischer Themen mit anderen Lehrwerken verglichen, um Unterschiede in der Multiperspektivität aufzuzeigen.

VI. Verbreitung und Wirkung: Die praktische Implementierung des Lehrwerks in Schulen sowie seine Symbolkraft in der bilateralen Erinnerungskultur werden hier bewertet.

VII. Fazit: Standpunkt und Ausblick: Das Fazit beantwortet die zentrale Fragestellung und ordnet das Projekt in den größeren didaktischen Kontext ein.

Schlüsselwörter

Geschichtsbuch, Multiperspektivität, deutsch-polnische Zusammenarbeit, Geschichtskultur, Erinnerungskultur, Schulbuchforschung, Nationalsozialismus, Geschichtsbewusstsein, Bilaterales Projekt, Europa, Didaktik, Bildungsstandards, Europa – Unsere Geschichte, Lehrwerkreihe, Historische Bildung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das bilaterale Geschichtsschulprojekt ‚Europa – Unsere Geschichte’ und dessen Beitrag zur Überwindung nationaler Einseitigkeiten im Geschichtsunterricht durch Multiperspektivität.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Felder umfassen die Geschichte der Schulbuchproduktion, die didaktische Bedeutung von Geschichtslehrwerken sowie die vergleichende Analyse des deutsch-polnischen Projekts gegenüber etablierten Standardwerken.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, herauszuarbeiten, ob das Projekt durch eine deutsch-polnische Perspektive ein tieferes Geschichtsbewusstsein bei Schülern fördern kann und wie erfolgreich es in der Praxis umgesetzt wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine komparative Analyse, bei der das Lehrwerk ‚Europa – Unsere Geschichte’ mit etablierten Schulbüchern wie ‚Buchners Kompendium Geschichte’ und ‚Horizonte’ verglichen wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die theoretischen Hintergründe von Geschichtsbüchern, die Entstehungsgeschichte der deutsch-polnischen Reihe und bietet eine konkrete Gegenüberstellung der Darstellungen ausgewählter Themen wie dem Kniefall von Willy Brandt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Geschichtsbewusstsein, Multiperspektivität, deutsch-polnische Zusammenarbeit, Erinnerungskultur und Schulbuchforschung definiert.

Wie unterscheidet sich ‚Europa – Unsere Geschichte’ in der Darstellung des Kniefalls von Willy Brandt von anderen Werken?

Während andere Werke das Ereignis eher faktenbasiert oder illustrativ ohne weitere Einbettung darstellen, bietet ‚Europa – Unsere Geschichte’ Hintergrundinformationen, eine differenzierte Perspektivdeutung und explizite Arbeitsaufträge für Schüler.

Welche Herausforderungen bei der Verbreitung des Buches werden identifiziert?

Die Herausforderungen liegen in der föderalistischen Struktur des deutschen Schulwesens, der konservativen Haltung gegenüber neuen Lehrwerken und der fälschlichen Einstufung des Werkes als reines Zusatzmaterial.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten  - nach oben

Details

Titel
"Europa - Unsere Geschichte": Kann die deutsch-polnische Schulbuchreihe nationale Einseitigkeiten im Geschichtsunterricht überwinden?
Hochschule
Technische Universität Darmstadt
Veranstaltung
Kriegs-Erinnerung. Debatten und Gedenkorte in Deutschland und Polen
Note
1,7
Autor
Christian Macho (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
25
Katalognummer
V1133556
ISBN (eBook)
9783346506870
ISBN (Buch)
9783346506887
Sprache
Deutsch
Schlagworte
schulbuch deutsch-polnisch beziehungen geschichtsschulbuch erziehung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christian Macho (Autor:in), 2021, "Europa - Unsere Geschichte": Kann die deutsch-polnische Schulbuchreihe nationale Einseitigkeiten im Geschichtsunterricht überwinden?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1133556
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Leseprobe aus  25  Seiten
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