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Beschäftigung - Neue Arbeitsformen

Titel: Beschäftigung - Neue Arbeitsformen

Essay , 2005 , 19 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Mag. (FH) Elisabeth Pilecky (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Arbeit wird in der Physik als das Produkt von einwirkender Kraft und zurückgelegtem Weg definiert. Sie ist der Begriff für bewusstes und zielgerechtes Handeln von Menschen zum Zweck der Existenzsicherung sowie der Befriedigung von Bedürfnissen. Im Mittelhochdeutschen war „arebeit“ das Wort für Mühsal. (Schmid
1999)
Im Zentrum unseres Denkens steht die Arbeit. Sie ist die Grundlage unserer Existenzsicherung und schafft jene materiellen Werte, auf die unsere Gesellschaft aufgebaut ist. Erwerbsarbeit ist aber nicht nur ein Mittel, um Einkommen und Einfluss
zu erlangen, sondern sie ermöglicht vor allem die gesellschaftliche Teilhabe. Sie ist eine wesentliche Quelle von Anerkennung und Selbstverwirklichung. (Sallmutter
1999)
Wo Erwerbsarbeit in einer Gesellschaft, deren Werte darauf aufgebaut sind, schwindet, verschwindet auch die Teilhabe und zerbricht dadurch der gesellschaftliche Zusammenhalt. Jahoda und Lazarsfeld haben diesen Prozess in ihrer Sozialstudie „Die Arbeitslosen von Marienthal“ eindrucksvoll dargelegt.

Vollbeschäftigung hat in unserer Gesellschaft nach wie vor einen hohen Stellenwert. In den letzten Jahren hat es jedoch zunehmende Veränderungen auf dem Arbeitsmarktes gegeben. Der grundlegende Baustein unserer Erwerbsgesellschaft ist nach wie vor der Normalarbeitstag. Er bestimmt das Einkommen und den Wohlstand
der Erwerbstätigen und auch die Leistungen des Sozialstaates orientieren sich an dieser „männlichen Normalerwerbsbiographie“. (Schmid 1999)

Ein Normalarbeitsverhältnis definiert sich wie folgt:
• Vollzeitarbeitsverhältnis mit einer Wochenarbeitszeit zwischen 36 und 40 Stunden
• Normalarbeitstag von 8 Stunden, 5-Tagewoche, Arbeitsbeginn zwischen 6.00 und 9.00 Uhr, Arbeitsende zwischen 14.00 und 18.00
• Arbeitsvergütung in monatlichen Beträgen bezahlt
• Höhe der Vergütung und viele betriebliche Sozialleistungen hängen von der Qualifikation und der Dauer der Betriebszugehörigkeit ab
• gewisser Schutz: z.B. Kündigungsfristen, Abfertigungen, pragmatisiertes Beschäftigungsverhältnis z.B. Öffentlicher Dienst, Sozialpläne bei Massenentlassungen, usw.
• Gehälter, Löhne und Arbeitsbedingungen sind kollektivvertraglich geregelt

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Welche Bedeutung hat Arbeit in unserer Gesellschaft?

Ist die Flexibilisierung der Arbeitsverhältnisse ein Mittel gegen die hohe Arbeitslosigkeit?

Beispiel Niederlande:

Beispiel USA:

Neue Arbeitsformen / Was versteht man unter atypischen Beschäftigungsformen?

Beispiel: Teilzeit

Beispiel: Freier Dienstnehmer

Beispiel: Neuer Selbständiger

Beispiel: Leiharbeit

Wem nutzen die neuen Arbeitsformen?

Wie sieht die Erwerbsrealität von Frauen aus?

"Atypische" Beschäftigungen im österreichischen Handel betreffen vor allem Frauen

Atypische Beschäftigungen – aus Sicht der Gewerkschaft:

Konsequenzen aus atypischen Beschäftigungen für soziale und materielle Teilhabechancen der ArbeitnehmerInnen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Wandel der Arbeitswelt von klassischen Normalarbeitsverhältnissen hin zu flexiblen, atypischen Beschäftigungsformen. Dabei wird analysiert, ob diese Flexibilisierung tatsächlich ein wirksames Mittel gegen hohe Arbeitslosigkeit darstellt oder vielmehr zu prekären Arbeitsverhältnissen führt, die soziale Absicherung untergraben.

  • Bedeutung von Arbeit und Normalarbeitsverhältnissen in der heutigen Gesellschaft.
  • Kritische Analyse internationaler Modelle (Niederlande, USA) zur Flexibilisierung.
  • Definition und Charakterisierung atypischer Beschäftigungsformen (Teilzeit, Leiharbeit, freie Dienstverträge).
  • Die spezifische Betroffenheit von Frauen und Auswirkungen auf deren Erwerbsrealität.
  • Die Position der Gewerkschaften zur Flexibilisierung und der notwendige sozialpolitische Handlungsbedarf.

Auszug aus dem Buch

Ist die Flexibilisierung der Arbeitsverhältnisse ein Mittel gegen die hohe Arbeitslosigkeit?

Die EU ist im Gegensatz zu den USA seit mehr als 20 Jahren von anhaltender Massenarbeitslosigkeit auf hohem Niveau betroffen. Verschiedene „ExpertInnen“ wollen die Beschäftigungskrise durch eine neoliberale Umgestaltung des Arbeitsmarktes lösen. Wenn nun nach Mitteln und Wegen zur Reduzierung dieser hohen Arbeitslosenquote gesucht wird, so haben sie eine einfache und scheinbar einleuchtende „Lösung“ zur Hand: Lohnverzicht. Der unterstellte Zusammenhang erscheint auf den ersten Blick auch logisch: „Im Tausch für niedrigere Löhne, Teilzeitarbeit und flexiblere Arbeitsverhältnisse erreiche man mehr Beschäftigung.“ Als empirische Untermauerung für diese These werden dann die USA und die Niederlande angeführt, die ein niedriges Lohnniveau und eine niedrige Arbeitslosenrate aufweisen. Interessanterweise wird in diesem Zusammenhang nie Spanien erwähnt, das trotz niedriger Löhne eine der höchsten Arbeitslosenraten der ganzen EU aufweist. (vgl. Mum 1999)

Beispiel Niederlande: Das niederländische „Poldermodell“ wird seit einiger Zeit wegen des Abbaus der hohen Arbeitslosigkeit als Vorzeigemodell innerhalb der EU gehandelt. Die wesentlichen Elemente des Modells sind die Ausweitung der Teilzeitbeschäftigung, die Flexibilisierung der Arbeit, ein hohes Ausmaß an Zeitarbeitsunternehmen und im Besonderen eine mäßige Lohnpolitik.

Zusammenfassung der Kapitel

Welche Bedeutung hat Arbeit in unserer Gesellschaft?: Die Arbeit definiert Arbeit als Grundlage für Existenzsicherung und gesellschaftliche Teilhabe und beschreibt das Modell des Normalarbeitsverhältnisses.

Ist die Flexibilisierung der Arbeitsverhältnisse ein Mittel gegen die hohe Arbeitslosigkeit?: Dieses Kapitel hinterfragt kritisch, ob neoliberale Strategien wie Lohnverzicht und Flexibilisierung in den USA und den Niederlanden tatsächlich zu nachhaltigem Beschäftigungswachstum führen.

Neue Arbeitsformen / Was versteht man unter atypischen Beschäftigungsformen?: Hier werden verschiedene atypische Beschäftigungsformen definiert, darunter Teilzeitarbeit, freie Dienstverträge und Leiharbeit, und deren arbeitsrechtliche Absicherung beleuchtet.

Wem nutzen die neuen Arbeitsformen?: Der Abschnitt analysiert, dass diese Formen oft den Arbeitgebern nutzen, während sie für Arbeitnehmer, sofern nicht freiwillig gewählt, häufig prekäre Bedingungen schaffen.

Wie sieht die Erwerbsrealität von Frauen aus?: Es wird aufgezeigt, dass Frauen besonders häufig in atypischen, schlechter bezahlten Beschäftigungsverhältnissen arbeiten, was oft auf mangelnde Kinderbetreuung zurückzuführen ist.

Atypische Beschäftigungen – aus Sicht der Gewerkschaft:: Die Gewerkschaften fordern nicht pauschal gegen Flexibilität zu sein, sondern die Arbeitszeit zu verkürzen und prekäre Beschäftigungsverhältnisse wie die „abhängige Selbstständigkeit“ stärker zu regulieren.

Konsequenzen aus atypischen Beschäftigungen für soziale und materielle Teilhabechancen der ArbeitnehmerInnen: Das Kapitel schließt mit einer Forderung nach sozialpolitischer Gestaltung, um auch atypisch Beschäftigten eine soziale Grundsicherung und faire Arbeitsbedingungen zu garantieren.

Schlüsselwörter

Atypische Beschäftigung, Normalarbeitsverhältnis, Flexibilisierung, Teilzeitarbeit, Leiharbeit, Prekäre Beschäftigung, Arbeitslosigkeit, Gewerkschaft, Soziale Absicherung, Frauenbeschäftigung, Poldermodell, Lohnpolitik, Arbeitsmarkt, Arbeitsrecht, Existenzsicherung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Wandel der Arbeitswelt weg vom klassischen Normalarbeitsverhältnis hin zu neuen, sogenannten atypischen Beschäftigungsformen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zu den Schwerpunkten zählen die Bedeutung von Arbeit, die Kritik an Flexibilisierungsstrategien am Arbeitsmarkt, die Analyse spezifischer Arbeitsformen wie Teilzeit oder Leiharbeit sowie die sozialen Konsequenzen für Beschäftigte.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu analysieren, ob die zunehmende Flexibilisierung der Arbeitsverhältnisse tatsächlich ein probates Mittel gegen Massenarbeitslosigkeit darstellt oder lediglich zu einer Ausweitung prekärer Arbeitsverhältnisse führt.

Welche wissenschaftliche Perspektive wird eingenommen?

Die Arbeit betrachtet das Thema vor dem Hintergrund der Wirtschafts- und Sozialpolitik und beleuchtet die Problematik kritisch, insbesondere aus gewerkschaftlicher und sozialrechtlicher Sicht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden internationale Fallbeispiele (Niederlande, USA) diskutiert, verschiedene atypische Beschäftigungsformen im Detail erläutert und die spezifische Betroffenheit von Frauen sowie die gewerkschaftliche Positionierung dargestellt.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind unter anderem atypische Beschäftigung, Normalarbeitsverhältnis, soziale Absicherung, prekäre Arbeitsverhältnisse und Flexibilisierung.

Wie unterscheidet sich ein „freier Dienstnehmer“ von einem „echten“ Dienstnehmer?

Ein freier Dienstnehmer ist nicht an feste Arbeitszeiten oder -orte gebunden und erbringt Leistungen ohne persönliche Abhängigkeit, trägt dafür jedoch das Risiko einer schlechteren sozialen Absicherung (kein Kündigungsschutz, kein Arbeitslosengeld).

Welche Problematik sieht die Arbeit in der „Atypisierung“ für den Handel?

Die Arbeit weist darauf hin, dass im Handel durch flexible Öffnungszeiten und den Einsatz von Teilzeitkräften als „Heer an Reservisten“ Missstände entstehen, wie etwa unbezahlte Vor- und Nachbereitungszeiten.

Was fordert die Gewerkschaft angesichts der Flexibilisierung?

Die Gewerkschaften fordern unter anderem eine Verkürzung der allgemeinen Arbeitszeit, eine Reduktion der Überstunden sowie bessere Mitbestimmungsmöglichkeiten und soziale Absicherung für atypisch Beschäftigte.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Beschäftigung - Neue Arbeitsformen
Hochschule
Fachhochschule St. Pölten
Veranstaltung
Seminar Wirtschaft- und Sozialpolitik
Note
1,0
Autor
Mag. (FH) Elisabeth Pilecky (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
19
Katalognummer
V113357
ISBN (eBook)
9783640141296
ISBN (Buch)
9783640141579
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Beschäftigung Neue Arbeitsformen Seminar Wirtschaft- Sozialpolitik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Mag. (FH) Elisabeth Pilecky (Autor:in), 2005, Beschäftigung - Neue Arbeitsformen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113357
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  19  Seiten
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