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Die wissenschaftliche Revolution im Spiegel der klassischen Moralistik. Ein Vergleich von La Bruyères "Les Caractères" und Blaise Pascals "Pensées"

Titre: Die wissenschaftliche Revolution im Spiegel der klassischen Moralistik. Ein Vergleich von La Bruyères "Les Caractères" und Blaise Pascals "Pensées"

Epreuve d'examen , 2006 , 55 Pages , Note: 1,6

Autor:in: Robin Lackas (Auteur)

Philologie française - Littérature
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Résumé Extrait Résumé des informations

Diese Arbeit behandelt das Verhältnis von wissenschaftlichem Erkenntnisdrang und religiös konnotierten
Weltvorstellungen. Moralistische Autoren wie La Bruyère kommentieren den Widerspruch der Zeit. Ausgehend von Textauszügen der Caractères wird es die Aufgabe dieser Arbeit sein, Berührungspunkte der beiden Autoren anhand eines Vergleichs mit Textpassagen aus den Pensées zu extrapolieren, um dann in einem weiteren Schritt zu zeigen, wie verschieden sich die beiden Apologien gegenüber dem wissenschaftlichen Fortschritt verhalten. Für den Aufbau der Erörterungen bietet es sich an, zunächst den terminologischen Rahmen der Darstellung zu bestimmen sowie auch den sozio-historischen Kontext zu erläutern, in welchem die Werke der Autoren entstanden sind.

Im Mittelpunkt der Arbeit steht dabei die Suche nach den Schnittpunkten und Reibungsflächen der klassischen moralistischen Literatur einerseits und einer sich rasch verändernden Welt der Naturwissenschaften sowie dem damit zusammenhängenden Aufbrechen traditioneller philosophischer Denkmuster andererseits. Eine Suche, die um die Frage nach dem Zusammenhang von technischer Entwicklung, Naturerklärung und Glaube erweitert wird - eine Frage, die ein wesentlicher Bestandteil der Romane Cyranos und Fontenelles ist.

Bei dem Vorhaben, jene Schnittpunkte und Reibungsflächen sichtbar zu machen, muss berücksichtigt werden, dass es einer Abhandlung dieses Umfangs nicht möglich sein wird, sämtliche moralistischen Autoren mit den Aussagen auch nur der bekanntesten Naturforscher oder liberalen Denker zu vergleichen und die auftretenden Gemeinsamkeiten und Widersprüche zu analysieren. Da insbesondere die Auseinandersetzung zwischen christlicher Religion und den Vertretern ‚moderner’ Naturerforschung prägend für das Jahrhundert ist, stehen apologetische Aussagen zweier Autoren im Fokus der Arbeit, die als Repräsentanten der klassischen französischen Moralistik gelten: La Bruyère und Blaise Pascal.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Klassische Moralistik

2.1. Französische Klassik

2.2. Französische Moralistik im Frankreich des 17. Jahrhunderts

2.3. Die Pensées und die Caractères

3. Die wissenschaftliche Revolution

3.1. Die Problematik der Terminologie

3.2. Zur Situation der Wissenschaften im 17. Jahrhundert

3.3. Schlüsselfiguren der wissenschaftlichen Revolution

3.4. Empirie, Teleskop und Mikroskop

4. Wissenschaftliche Revolution im Spiegel der Literatur

4.1. Literatur der libertins

4.2. Fontenelles Entretiens

5. Wissenschaft und libertins bei Pascal und La Bruyère

5.1. Die Wissenschaften in den Pensées

5.2. Die esprits forts bei La Bruyère

6. Die Ordnung bei Pascal und La Bruyère

6.1. Der Begriff der ‚Ordnung’

6.2. EF43

6.3. EF44

7. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der klassischen französischen Moralistik und der im 17. Jahrhundert aufkommenden wissenschaftlichen Revolution. Im Zentrum steht die Frage, wie die Autoren Blaise Pascal und Jean de La Bruyère auf die durch wissenschaftliche Erkenntnisse ausgelöste Krise traditioneller Denkmuster und Weltbilder reagierten und welche apologetischen Strategien sie zur Verteidigung des christlichen Glaubens entwickelten.

  • Vergleich der apologetischen Ansätze von Pascal und La Bruyère.
  • Analyse der Wahrnehmung wissenschaftlicher Fortschritte (wie Teleskop und Mikroskop) durch die Moralisten.
  • Untersuchung der Rolle von Ordnung und Vernunft bei der Deutung menschlicher Existenz.
  • Diskussion des Einflusses der "wissenschaftlichen Revolution" auf die Literatur der Epoche.
  • Auseinandersetzung mit der skeptischen Grundhaltung gegenüber gesellschaftlichem Wandel.

Auszug aus dem Buch

3.1. Die Problematik der Terminologie

Der Begriff der wissenschaftlichen Revolution ist umstritten. Es lassen sich einige Argumente finden, für den Zeitraum des 17. Jahrhunderts weder von ‚Wissenschaft’ noch von ‚Revolution’ zu sprechen.

Shapin resümiert die Kritik dieser Klassifizierung dahingehend, dass es im 17. Jahrhundert überhaupt keine „einzelne, kohärente kulturelle Entität namens ‚Wissenschaft’ gegeben hat, die einen revolutionären Wandel hätte erfahren können“ (1998:12).

In der Tat gibt es eine Vielfalt an Wissensgebieten, die keineswegs alle zur selben Zeit von einem abrupten Wechsel der Erkenntnisse betroffen gewesen wären. Auch wäre es ein Trugschluss, zu glauben, dass es etwa unter den Mathematikern oder unter den Chemikern zu jener Zeit einheitliche Vorgehensweisen oder Praktiken gegeben hätte. Die ‚wissenschaftliche’ Praxis zu jener Zeit hat viele Gesichter. Angesichts der heutigen methodischen Spezifizierungen innerhalb einzelner Wissenschaften mag dies nicht verwundern. Schließlich würde die Entwicklung einer neuartigen Methode innerhalb eines Fachgebietes den Betrachter auch nicht dazu verleiten, von einer Revolution zu sprechen, die die gesamte Wissenschaft erfasst habe.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung skizziert den historischen und geistesgeschichtlichen Rahmen des 17. Jahrhunderts in Frankreich, das durch den Konflikt zwischen traditionellem christlichem Glauben und aufstrebenden, modernen Naturwissenschaften geprägt ist.

2. Klassische Moralistik: Dieses Kapitel definiert den Epochenbegriff der Klassik sowie das Selbstverständnis und die Arbeitsweise der klassischen Moralisten, wobei insbesondere der fragmentarische und aphoristische Stil von Pascal und La Bruyère beleuchtet wird.

3. Die wissenschaftliche Revolution: Das Kapitel analysiert die wissenschaftlichen Umwälzungen des 17. Jahrhunderts, problematisiert den Revolutionsbegriff und untersucht die Rolle neuer Instrumente wie Teleskop und Mikroskop.

4. Wissenschaftliche Revolution im Spiegel der Literatur: Hier wird untersucht, wie zeitgenössische literarische Werke, etwa von Cyrano de Bergerac und Fontenelle, wissenschaftliche Thesen verarbeiten und als Medium für ein neues, liberales Weltbild dienen.

5. Wissenschaft und libertins bei Pascal und La Bruyère: Dieses Kapitel vergleicht, wie Pascal und La Bruyère auf die Herausforderungen durch das libertinische Denken und die neuen Naturwissenschaften reagieren und ihre jeweiligen Apologien formulieren.

6. Die Ordnung bei Pascal und La Bruyère: Das Kapitel kontrastiert das Verständnis von "Ordnung" bei beiden Autoren und analysiert anhand spezifischer Fragmente aus La Bruyères Werk die Auseinandersetzung mit der Unendlichkeit.

7. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die divergierenden Strategien von Pascal und La Bruyère zusammen und reflektiert deren Umgang mit der widersprüchlichen Moderne.

Schlüsselwörter

Wissenschaftliche Revolution, Klassische Moralistik, Blaise Pascal, Jean de La Bruyère, Pensées, Caractères, condition humaine, libertins, Apologie, Vernunft, Ordnung, Naturwissenschaften, Aufklärung, condition humaine, 17. Jahrhundert.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert die intellektuelle Auseinandersetzung zwischen den Vertretern der klassischen französischen Moralistik und den neuen naturwissenschaftlichen Strömungen im 17. Jahrhundert.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Themen umfassen die französische Klassik, das Werk Pascals und La Bruyères, die wissenschaftliche Revolution, das Spannungsverhältnis von Glaube und Vernunft sowie die Konzepte von Ordnung und Weltbild.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit untersucht, wie Pascal und La Bruyère als Moralisten auf die durch wissenschaftliche Entdeckungen ausgelöste Erschütterung traditioneller, christlicher Werte reagierten und welche apologetischen Strategien sie entwickelten.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Untersuchung verwendet?

Die Autor setzt eine vergleichende Literatur- und Ideengeschichtliche Analyse ein, indem Textpassagen aus den Werken von Pascal und La Bruyère analysiert und in ihren historischen Kontext gestellt werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des historischen Kontextes, die Analyse der wissenschaftlichen Revolution, die Betrachtung literarischer Verarbeitung sowie den detaillierten Vergleich von Pascals und La Bruyères theologischen und ordnungspolitischen Standpunkten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie wissenschaftliche Revolution, Moralistik, Apologie, condition humaine, Vernunft, Pascal, La Bruyère und Ordnung definiert.

Wie unterscheidet sich die Sichtweise von Pascal von der von La Bruyère in Bezug auf die Ordnung?

Pascal sieht in der Unordnung eine Spiegelung der menschlichen Unvollkommenheit und nutzt diese als Metapher für die menschliche Existenz, während La Bruyère eine starrere, teils politische Ordnung im Sinne einer göttlichen Vorsehung zu verteidigen sucht.

Warum spielt die Uhrenmetapher eine so große Rolle im Kontext der Arbeit?

Die Uhrenmetapher steht für das mechanistische Weltbild des 17. Jahrhunderts, das die Natur als Uhrwerk betrachtet, und dient den Autoren sowohl zur Veranschaulichung wissenschaftlicher Mechanismen als auch zur apologetischen Beweisführung für einen Schöpfer.

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Résumé des informations

Titre
Die wissenschaftliche Revolution im Spiegel der klassischen Moralistik. Ein Vergleich von La Bruyères "Les Caractères" und Blaise Pascals "Pensées"
Université
University of Cologne
Note
1,6
Auteur
Robin Lackas (Auteur)
Année de publication
2006
Pages
55
N° de catalogue
V1133682
ISBN (ebook)
9783346519078
ISBN (Livre)
9783346519085
Langue
allemand
mots-clé
moralistik vergleich bruyères caractères blaise pascals pensées wissenschaftliche Revolution 17. Jahrhundert Wissenschaftsgeschichte Philosophie Jesuiten Apologie
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Robin Lackas (Auteur), 2006, Die wissenschaftliche Revolution im Spiegel der klassischen Moralistik. Ein Vergleich von La Bruyères "Les Caractères" und Blaise Pascals "Pensées", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1133682
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Extrait de  55  pages
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