Diese Hausarbeit setzt sich gezielt mit der Untersuchung von (An-)Lauttabellen aus zwei Lehrwerken auseinander, welche der silbenanalytischen Methode zugrunde liegen. Nach einer kurzen theoretischen Auseinandersetzung mit dem Gebiet des Schriftspracherwerbs und der silbenanalytischen Methode, wird ein Kriterienkatalog für die Analyse von (An-)Lauttabellen entworfen.
Dabei stützt sich diese Arbeit auf die Beurteilungskriterien von Riegler (2009) und erweitert ihren Kriterienkatalog mit weiteren Kriterien wie z.B. der Eindeutigkeit der Abbildung. Mit dem fertigen Beurteilungskatalog werden die beiden (An-)Lauttabellen der Lehrwerke „ABC der Tiere“ und „Zebra“ kategorisch analysiert. Dabei wird auf Vorteile sowie Nachteile eingegangen und die Tabellen unter dem didaktischen Aspekt beurteilt. Im Fazit werden die Ergebnisse zusammengefasst und weitere Forschungsfragen aufgegriffen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Schriftspracherwerb
2.1 Überblick
2.2 Silbenanalytische Methode
2.3 (An-)Lauttabellen
2.3.1 Kriterien für eine (An-)Lauttabellen
3. Analyse
3.1 ABC der Tiere
3.2 Zebra
4. Auswertung und Vergleich
5. Fazit
6. Literaturverzeichnis
7. Anlagen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Eignung und didaktische Qualität von (An-)Lauttabellen innerhalb zweier ausgewählter Fibellehrwerke, die auf der silbenanalytischen Methode basieren. Ziel ist es, mittels eines erstellten Kriterienkatalogs Stärken und Schwächen der Tabellen „ABC der Tiere“ und „Zebra“ im Hinblick auf den Schriftspracherwerb von Grundschulkindern herauszuarbeiten.
- Vergleich von (An-)Lauttabellen in Lehrwerken
- Theoretische Grundlagen des Schriftspracherwerbs
- Erarbeitung eines Kriterienkatalogs zur Analyse von Lauttabellen
- Didaktische Beurteilung von Graphem-Phonem-Zuordnungen
- Analyse der Abbildungsauswahl und Lebensweltbezüge
Auszug aus dem Buch
2.3 (An-)lauttabellen
Beim Verschriftlichungsprozess von Lauten bietet sich nun die Möglichkeit auf (An-)Lauttabellen zurückzugreifen. (An-)Lauttabellen sind im Allgemeinen Tabellen, die auf einer Seite Grapheme beinhalten und auf der anderen Seite Abbildungen von Wörtern, die mit dem jeweiligen Laut anfangen, für welchen das Graphem steht (vgl. Bross 2016: 1). Da manche (An-)Lauttabellen nicht nur Anlaute darstellen, wird das Präfix (An-) in Klammern gesetzt. Dies ist damit zu begründen, dass manche Laute in der deutschen Sprache nur im In- und/oder Endlaut vorzufinden sind (vgl. Bredel/Fuhrhop/Noack 2017: 16-17). Die erste Tabelle hat ihren Ursprung in den Arbeiten des Reformpädagogen Jürgen Reichen. Er vertritt die Vorstellung, dass Kinder die Schriftsprache sowie den Spracherwerb automatisch und implizit durch die innere Regelbildung entwickeln. Er entwickelte auf dieser Grundlage das Programm des „Lesen durch Schreiben“, welches im Kontrast zu der vorherigen dargestellten silbenanalytischen Methode steht (vgl. Riegler 2016b: 18-19).
Bei Reichens Methode lernen Kinder anhand einer Anlauttabelle das Schreiben auf der Basis des Gehörs. Dabei sprechen die Kinder ein Wort, suchen die entsprechenden Laute in der Tabelle und schreiben die Wörter Buchstabe für Buchstabe auf. Rechtschreibfehler werden im Anfangsunterricht ignoriert. Parallel dazu entwickelt sich die Fähigkeit des Lesens. Auffällig ist, dass die Methode von Reichen der silbenanalytischen Methode hinsichtlich vieler Aspekten widerspricht. Ein wesentlicher Unterschied ist, dass bei Reichens Methode die Anlauttabelle dem Schreiben von Wörtern dient, während bei der silbenanalytischen Methode mit der Tabelle Silben verschriftlicht werden sollen (vgl. Riegler 2016b: 19).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Heterogenität von Lernausgangslagen im Anfangsunterricht und führt in die Thematik der silbenanalytischen Methode und den Vergleich zweier spezifischer Lauttabellen ein.
2. Schriftspracherwerb: Dieses Kapitel erläutert theoretische Modelle des Schriftspracherwerbs, die silbenanalytische Methode nach Röber und die Funktion von (An-)Lauttabellen.
3. Analyse: Die Analyse wendet den Kriterienkatalog auf die Lauttabellen der Lehrwerke „ABC der Tiere“ und „Zebra“ an.
4. Auswertung und Vergleich: Hier werden die Ergebnisse der Lehrwerkanalysen gegenübergestellt und kritisch gewürdigt.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert Verbesserungsmöglichkeiten sowie Ansätze für die weitere Forschung.
6. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen.
7. Anlagen: Hinweis auf die betrachteten Abbildungen der Lauttabellen.
Schlüsselwörter
Schriftspracherwerb, (An-)Lauttabellen, Silbenanalytische Methode, Alphabetische Strategie, Phonem-Graphem-Korrespondenz, Didaktik, Grundschule, Erstunterricht, Basisgrapheme, Igel-Syndrom, Leseförderung, Schreibförderung, Lehrwerkanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie (An-)Lauttabellen in zwei gängigen Grundschul-Lehrwerken aufgebaut sind und welche Eignung sie für den Schriftspracherwerb besitzen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen den Schriftspracherwerb, die silbenanalytische Methode, Kriterien für Lauttabellen sowie die fachdidaktische Analyse von Lehrmaterialien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die kritische Evaluation der Lauttabellen aus „ABC der Tiere“ und „Zebra“ mittels eines Kriterienkatalogs, um Vor- und Nachteile für den Anfangsunterricht aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine kriterienbasierte Lehrwerkanalyse, bei der Fachliteratur (z.B. von Riegler) als theoretische Grundlage für einen Bewertungskatalog dient.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, die Erarbeitung von Analyse-Kriterien und die anschließende systematische Untersuchung der beiden Tabellen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Begriffe wie Schriftspracherwerb, Silbenmethode, Phonem-Graphem-Korrespondenz und didaktische Analyse stehen im Mittelpunkt.
Was ist die sogenannte „Igel-Problematik“?
Das „Igel-Syndrom“ beschreibt das didaktische Problem, dass das Wort „Igel“ oft als Repräsentant für das Graphem genutzt wird, obwohl das Phonem /i:/ treffender durch das Graphem
Warum bewertet der Autor die Abbildungen des „ABC der Tiere“-Lehrwerks kritisch?
Die Kritik richtet sich dagegen, dass einige Abbildungen nicht der Lebenswelt von Schulanfängern entsprechen (z.B. „Iltis“, „Auerhahn“) und das Lehrwerk gelegentlich irreführende Zuordnungen zwischen Begriff und Abbildung aufweist.
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- Anonym (Author), 2020, Kinder lernen schreiben. Vergleich von (An-)Lauttabellen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1133693