Werkswohnungsbau bezeichnet die unternehmerische Tätigkeit des Wohnungsbaus für die eigene Arbeiterschaft auf werkseigenem Gebiet zur Gewinnung und Bindung von Arbeitskräften. Er entsteht in ländlichen Gegenden, deren Wohnkapazitäten für einen effizienten Betrieb nicht ausreichen, eine hohe Rohstoffkonzentration jedoch einen Standortwechsel in dichter besiedeltes Gebiert nicht sinnvoll macht. Er stellt also in erster Linie eine produktive Investitionen zur Gewinnsteigerung dar, kann daneben aber auch sozialpolitische oder ideologische Funktionen übernehmen. Als wichtiger Teil der Arbeiterwohnungsfrage mit der Sozialen Frage des 19. Jahrhunderts eng verbunden kam der unternehmerischen Wohnungsbauinitiative deshalb große Bedeutung zu, weil sie in einer Zeit des wachsenden Wohnbedarfs für Industriearbeiter die Unzulänglichkeit des privatwirtschaftlich initiierten Bauwesens auffing und damit nicht nur die Grundlagen für ihre Produktionssteigerung, sondern auch Vorbild für kommunalpolitische Wohnungsbauinitiativen war.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung und thematische Eingrenzung
- Vom Schlafsaal zur gartenstädtischen Werkssiedlung
- Anfänge des Werkswohnungsbaus
- England
- Frankreich
- Preußen
- Typen des Werkswohnungsbaus
- Menage
- Kaserne
- Vierfamilienhaus mit Kreuzgrundriss
- Einzel- und Doppelhäuser
- Kleinhaussiedlung
- Parksiedlung
- Anfänge des Werkswohnungsbaus
- Das Beispiel Ruhrgebiet
- Die Firma Krupp
- Anfänge des Kruppschen Werkswohnungsbaus
- Menagen
- Meisterhäuser
- Werkswohnungen für Arbeiterfamilien
- Westend
- Schederhof
- Altenhof
- Ziele und Auswirkungen des Kruppschen Werkswohnungsbaus
- Vor- und Nachteile des Kruppschen Werkswohnungsbaus
- Anfänge des Kruppschen Werkswohnungsbaus
- Die Harpener Bergbau AG
- Die Menage des Bochumer Vereins
- Die Firma Krupp
- Schlussbetrachtung
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Hausarbeit befasst sich mit der Geschichte des Werkswohnungsbaus vor 1914 und untersucht dessen Rolle als Wohlfahrtseinrichtung, Erziehungsanstalt und Mittel zur Gewinnsteigerung. Die Arbeit analysiert die Anfänge des Werkswohnungsbaus, seine verschiedenen Typen und die Entwicklung von einfachen Schlafstätten zu komplexen Werkssiedlungen. Sie beleuchtet die unterschiedlichen Ziele und Auswirkungen des Werkswohnungsbaus am Beispiel des Ruhrgebiets, insbesondere der Firma Krupp.
- Entwicklung des Werkswohnungsbaus von den Anfängen bis 1914
- Untersuchung der verschiedenen Typen des Werkswohnungsbaus
- Analyse der Ziele und Auswirkungen des Werkswohnungsbaus am Beispiel des Ruhrgebiets
- Bewertung des Werkswohnungsbaus als Wohlfahrtseinrichtung, Erziehungsanstalt und Mittel zur Gewinnsteigerung
- Bedeutung des Werkswohnungsbaus für die Arbeiterwohnungsfrage und die Soziale Frage des 19. Jahrhunderts
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt das Thema Werkswohnungsbau vor und grenzt es thematisch ein. Sie erläutert die Bedeutung des Werkswohnungsbaus als produktive Investition zur Gewinnsteigerung, aber auch als sozialpolitische und ideologische Einrichtung. Die Einleitung beleuchtet die Entwicklung des Werkswohnungsbaus von einfachen Schlafstätten zu komplexen Werkssiedlungen und stellt die verschiedenen Typen des Werkswohnungsbaus vor.
Das zweite Kapitel befasst sich mit den Anfängen des Werkswohnungsbaus in England, Frankreich und Preußen. Es beschreibt die unterschiedlichen Ausprägungen des Werkswohnungsbaus in diesen Ländern und die jeweiligen Ziele der Bauherren. Das Kapitel beleuchtet auch die Entwicklung des Werkswohnungsbaus von einfachen Schlafstätten zu komplexen Werkssiedlungen.
Das dritte Kapitel stellt verschiedene Typen des Werkswohnungsbaus vor, darunter Menagen, Kasernen, Vierfamilienhäuser mit Kreuzgrundriss, Einzel- und Doppelhäuser, Kleinhaussiedlungen und Parksiedlungen. Es beschreibt die jeweiligen Merkmale und Funktionen dieser Typen und zeigt die unterschiedlichen Bedürfnisse und Ansprüche der Bauherren auf.
Das vierte Kapitel widmet sich dem Beispiel des Ruhrgebiets und untersucht den Werkswohnungsbau der Firma Krupp. Es beschreibt die Anfänge des Kruppschen Werkswohnungsbaus, die verschiedenen Typen von Werkswohnungen und die Ziele und Auswirkungen des Kruppschen Werkswohnungsbaus. Das Kapitel beleuchtet auch die Vor- und Nachteile des Kruppschen Werkswohnungsbaus.
Das fünfte Kapitel behandelt den Werkswohnungsbau der Harpener Bergbau AG und die Menage des Bochumer Vereins. Es beschreibt die jeweiligen Besonderheiten des Werkswohnungsbaus dieser Unternehmen und vergleicht sie mit dem Kruppschen Werkswohnungsbau.
Schlüsselwörter
Die Schlüsselwörter und Schwerpunktthemen des Textes umfassen den Werkswohnungsbau, die Arbeiterwohnungsfrage, die Soziale Frage des 19. Jahrhunderts, die Firma Krupp, das Ruhrgebiet, Wohlfahrtseinrichtung, Erziehungsanstalt, Gewinnsteigerung, Schlafstätten, Werkssiedlungen, Menagen, Kasernen, Vierfamilienhäuser, Einzel- und Doppelhäuser, Kleinhaussiedlungen, Parksiedlungen, England, Frankreich, Preußen.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht man unter Werkswohnungsbau?
Es handelt sich um den Bau von Wohnraum durch Unternehmer für ihre eigene Belegschaft auf werkseigenem Grund, primär um Arbeitskräfte zu gewinnen und langfristig an das Unternehmen zu binden.
Welche Ziele verfolgte die Firma Krupp mit ihren Werkssiedlungen?
Neben der reinen Wohnraumschaffung dienten die Siedlungen als Wohlfahrtseinrichtung, aber auch als Erziehungsanstalt zur Disziplinierung der Arbeiter und zur Steigerung der Produktivität.
Welche Bautypen gab es im Werkswohnungsbau vor 1914?
Die Typen reichten von einfachen Schlafstellen und Menagen (für Ledige) über Kasernen und Vierfamilienhäuser bis hin zu gartenstädtischen Kleinhaussiedlungen und Parksiedlungen.
Warum entstand der Werkswohnungsbau oft in ländlichen Gegenden?
Dort reichten die vorhandenen Wohnkapazitäten für den Betrieb großer Industrieanlagen (z. B. bei hoher Rohstoffkonzentration) nicht aus, was die Unternehmer zwang, selbst als Bauherren tätig zu werden.
Was war eine "Menage"?
Eine Menage war eine spezifische Form der Gemeinschaftsunterkunft für ledige Arbeiter, wie sie beispielsweise beim Bochumer Verein oder bei Krupp zur Verpflegung und Unterbringung genutzt wurde.
Welche Rolle spielte der Werkswohnungsbau für die "Soziale Frage"?
Er fing die Unzulänglichkeiten des privaten Baumarktes auf und diente als Vorbild für spätere kommunalpolitische Wohnungsbauinitiativen zur Lösung der Arbeiterwohnungsnot.
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- Boris Kretzinger (Author), 2007, Werkwohnungsbau vor 1914, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113376