Klimageographische Forschung und deren Klassifikation wird bereits seit dem Altertum betrieben und hat zum Verständnis der Entstehung der verschiedenen Klimate auf der Erde gedient. Darüber hinaus dient sie heute vor allem auch als Grundlage für zahlreiche natur- und kulturräumliche Fragestellungen.
Aber erst im vorigen Jahrhundert hat man damit begonnen, klimatologische Erscheinungen wie Temperatur, Niederschlag, Winde und Wolken systematisch zu messen und aufzuzeichnen, womit eine genauere Definition von Wetter, Witterung und Klima erst möglich wurde.
Die Lehre vom Klima und dessen räumlicher und zeitlicher Veränderung ist Forschungsobjekt von vielen wissenschaftlichen Fachbereichen, die es somit, gerade heute, im Zeitalter des technischen Fortschritts und immer besseren Entwicklung von Erkundungs- und Rechentechnik, zu einem immer aktuelleren und exakterem Forschungsgebiet werden lässt.
Viele der Klassifikationsentwürfe sind, obwohl sie, nach wie vor, wichtige Grundlage bleiben, natürlich nicht nur allein durch Klimaveränderungen, sondern einfach aus wissenschaftlicher Sicht zum Teil überholt, da sie teilweise nicht objektiv nachvollziehbar sind und/oder auf veraltendem Datenmaterial basieren. Fachdidaktische Aspekte sind weitestgehend vernachlässigt oder haben nur sekundäre Bedeutung.
Im weiteren Verlauf möchte ich allgemeine klimatische Begriffe klären, eine Übersicht über die Klimaklassifikation im Allgemeinen und im Speziellen geben und die wichtigsten und bekanntesten älteren und neueren globalen Klimaklassifikationen vorstellen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Klimaklassifikation
2.1 Allgemein
2.2 Die Anfänge der Klimaklassifikation
2.3 Genetisch - dynamische Klimaklassifikation
2.3.1 Genetisch - dynamische Klimaklassifikation nach H. Flohn
2.3.2 Genetisch - dynamische Klimaklassifikation nach E. Kupfer
2.3.3 Genetisch - dynamische Klimaklassifikation nach W.H. Terjung und S.S.F. Louie
2.4 Effektive Klimaklassifikation
2.4.1 Effektive Klimaklassifikation nach W. Köppen
2.4.2 Effektive Klimaklassifikation nach C. Troll / K.H. Paffen
2.4.3 Effektive Klimaklassifikation nach A. Penck
2.5 Ökologische Klimaklassifikation
2.5.1 Ökologische Klimaklassifikation nach W. Lauer / P. Frankenberg
2.5.2 Ein didaktisch begründeter Klassifikationsversuch, das Baukastensystem von A. Siegmund / P. Frankenberg
2.6 Vorteile, Nachteile, Verwendungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit gibt einen Überblick über verschiedene wissenschaftliche Ansätze zur Einordnung des globalen Klimas und diskutiert die methodischen Grundlagen sowie Vor- und Nachteile unterschiedlicher Klimaklassifikationssysteme.
- Grundlagen der Klimageographie
- Genetisch-dynamische Klimaklassifikationen
- Effektive Klimaklassifikationssysteme
- Ökologische und didaktische Klassifikationsansätze
Auszug aus dem Buch
2.4.1 Effektive Klimaklassifikation nach W. Köppen
Die bekannteste und auch heute noch meistgebrauchte effektive Klimaklassifikation wurde von Wladimir Köppen bereits im Jahre 1900 verfasst und über Jahrzehnte, durch ihn und später auch durch andere Wissenschaftler, modifiziert und weiterentwickelt. Sie war die erste Klimaklassifikation im eigentlichen Sinne, da sie im Gegensatz zu A. Supan (s.o.) die Klimate einem weltweiten Vergleich unterzog. Er gilt auch als Erfinder der effektiven Klimaklassifikation.
Wladimir Köppen bemerkte in seinem Werk 1936 „Mein Streben ist in erster Linie nicht, die Erdräume nach klimatischen Merkmalen zu scheiden, sondern die Klimate selbst in ein gewisses System zu bringen und dann festzustellen, wo sie sich finden.“ Er war um eine objektive Klassifikation bemüht, bei der die unterschiedlichen Klimatypen quantitativ charakterisiert werden. Er „leitete die Klimate der Erde in seiner ersten Klassifikation (1900) aus der Verbreitung des Vegetationskleides der Erde ab, insbesondere auf der Basis von De Candolle (1874) erkannten thermisch und hygrisch bestimmten Pflanzengruppen der Erde. In seiner umgestalteten Klassifikation von 1918 umschrieb Köppen die Klimazonen mit Schwellenwerten, Andauerzeiten der Temperatur und Niederschlagsmengen sowie Temperatur / Niederschlag – Indizes…“ (Lauer, 1993, S. 193, 194) Diese „sind entweder durch Vergleich mit geeigneten Vegetationsgrenzen bestimmt, oder sie stellen ausgezeichnete Zahlenwerte klimatischer Größen mit nachweislicher Bedeutung für die Vegetation dar. Von den wichtigeren Grenzwerten entsprechen nach Köppen näherungsweise (z.B., Anm. des Verfassers):
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Bedeutung der Klimathematik im öffentlichen Interesse und den historischen Hintergrund der klimatologischen Forschung.
2 Die Klimaklassifikation: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Klimaklassifikation und stellt die vier Hauptkategorien vor: genetisch-dynamische, effektive, ökologische und deskriptive Klimaklassifikationen.
2.1 Allgemein: Es werden die Grundlagen der Typisierung von Einzelklimaten sowie die Notwendigkeit von Ordnungssystemen auf der Erdoberfläche erläutert.
2.2 Die Anfänge der Klimaklassifikation: Dieses Kapitel behandelt die frühen Versuche einer klimatischen Gliederung, insbesondere durch A. Supan im Jahr 1884.
2.3 Genetisch - dynamische Klimaklassifikation: Hier wird der Fokus auf die Entstehung der Klimate durch Strahlungshaushalt und atmosphärische Zirkulationssysteme gelegt.
2.3.1 Genetisch - dynamische Klimaklassifikation nach H. Flohn: Vorstellung der „semi“-genetischen Gliederung nach Hermann Flohn, die auf dem Konzept des „Idealkontinents“ basiert.
2.3.2 Genetisch - dynamische Klimaklassifikation nach E. Kupfer: Dieser Abschnitt beschreibt den Versuch von E. Kupfer, die Klimazonen von Flohn auf eine reale Weltkarte zu übertragen.
2.3.3 Genetisch - dynamische Klimaklassifikation nach W.H. Terjung und S.S.F. Louie: Erläuterung der ersten auf der Energiebilanz der Erde beruhenden Klassifikation aus dem Jahr 1972.
2.4 Effektive Klimaklassifikation: Dieser Abschnitt widmet sich den Systemen, die auf der Wirkung der Klimaelemente auf die Erde basieren.
2.4.1 Effektive Klimaklassifikation nach W. Köppen: Darstellung der bekanntesten effektiven Klassifikation, die insbesondere Vegetationsgrenzen zur Abgrenzung nutzt.
2.4.2 Effektive Klimaklassifikation nach C. Troll / K.H. Paffen: Vorstellung der detaillierten Klimagliederung, die eng mit der potentiellen natürlichen Vegetation verknüpft ist.
2.4.3 Effektive Klimaklassifikation nach A. Penck: Beschreibung der hydrologischen Klassifikation, die den Wasserhaushalt als zentralen Parameter verwendet.
2.5 Ökologische Klimaklassifikation: Dieser Teil behandelt Ansätze, die den Fokus auf die Wechselwirkung des Klima-Boden-Systems legen.
2.5.1 Ökologische Klimaklassifikation nach W. Lauer / P. Frankenberg: Erläuterung der ökoklimatischen Gliederung basierend auf der thermischen und hygrischen Vegetationszeit.
2.5.2 Ein didaktisch begründeter Klassifikationsversuch, das Baukastensystem von A. Siegmund / P. Frankenberg: Vorstellung eines variablen Klassifikationssystems, das wissenschaftliche und fachdidaktische Anforderungen verbindet.
2.6 Vorteile, Nachteile, Verwendungen: Abschließende kritische Gegenüberstellung der behandelten Systeme hinsichtlich ihrer Anwendbarkeit und methodischen Grenzen.
Schlüsselwörter
Klimaklassifikation, Klimageographie, Wladimir Köppen, Hermann Flohn, Klimazonen, atmosphärische Zirkulation, Energiebilanz, Wasserhaushalt, Vegetationszeit, effektive Klimaklassifikation, genetisch-dynamische Klimaklassifikation, Humidität, Aridität, Klimatypen, Klimafaktoren
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine umfassende Analyse und einen Vergleich historischer sowie moderner Klimaklassifikationssysteme.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder sind die genetisch-dynamische, effektive und ökologische Einteilung des Weltklimas.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die verschiedenen methodischen Ansätze zur Typisierung von Klimazonen und deren wissenschaftliche Begründung darzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine komparative Literaturanalyse verschiedener geographischer Klassifikationsentwürfe.
Was steht im inhaltlichen Hauptteil?
Im Hauptteil werden bedeutende Klassifikationen wie die von Köppen, Flohn, Troll/Paffen und Lauer/Frankenberg detailliert vorgestellt und hinterfragt.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt zusammenfassen?
Klimatologie, Klimazonierung, Vegetationsgeographie, Klimafaktoren und ökologische Klimasysteme.
Was unterscheidet das „Baukastensystem“ von Siegmund und Frankenberg von anderen Ansätzen?
Es zeichnet sich durch seine variable Untergliederung aus, die sich flexibel an verschiedene Komplexitätsgrade und didaktische Bedürfnisse anpassen lässt.
Warum spielt der „Idealkontinent“ in der Klassifikation nach Flohn eine zentrale Rolle?
Er dient als schematische Modellfläche, um die grundlegende Anordnung der Klimazonen unter Ausschluss regionaler Störfaktoren besser sichtbar zu machen.
Welche Rolle spielt die Vegetation in effektiven Klimaklassifikationen?
Die Vegetation dient oft als Indikator oder Referenzgrundlage, da sie das reale Ergebnis der klimatischen Bedingungen an einem Standort widerspiegelt.
- Quote paper
- Miriam Paffen (Author), 2004, Klimaklassifikation im Überblick, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113382