Finanzanlagestrategien im Niedrigzinsumfeld. Eine vergleichende Analyse verschiedener Investments


Projektarbeit, 2021

41 Seiten, Note: 1,4


Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung in die Arbeit
1.1 Problemstellung- und Abgrenzung
1.2 Zielsetzung der Arbeit
1.3 Gang der Untersuchung
1.4 Das Niedrigzinsumfeld - Erläuterung

2 Investments in Wertpapiere
2.1 Die Börse
2.2 Eigenschaften von Wertpapieren
2.3 Investmentprodukte
2.3.1 Einzelaktien
2.3.2 Aktive Investmentfonds
2.3.3 Passive Exchange-Traded-Funds (ETF)
2.4 Risiken von Wertpapierinvestments
2.5 Renditen von Wertpapierinvestments

3 Vergleichende Analyse der verschiedenen Investments im Hinblick auf Chancen und Risiken für den Anleger
3.1 Empirische Untersuchungsmethode
3.2 Definition eines Anlegertypen
3.3 Einzelaktien versus aktive Investmentfonds
3.4 Aktive Investmentfonds versus Exchange-Traded-Funds

4 Ableitung einer Finanzanlagestrategie

5 Fazit und Ausblick

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Niedrigzinsniveau und Inflationsrate

Abbildung 2: Adidas Orderbuch

Abbildung 3: Funktionsweise eines aktiven Investmentfonds

Abbildung 4: Auflage eines Exchange-Traded-Funds

Abbildung 5: Entwicklung des investierten Kapitals (Adidas Aktie)

Abbildung 6: Schwankungsbreite der Adidas Aktie über die Anlagedauer

Abbildung 7: Entwicklung des investierten Kapitals (Thyssenkrupp Aktie)

Abbildung 8: Schwankungsbreite der Thyssenkrupp Aktie über die Anlagedauer

Abbildung 9: Entwicklung des investierten Kapitals (DWS Deutschland LC)

Abbildung 10: Schwankungsbreite des DWS Deutschland LC über die Anlagedauer

Abbildung 11: Entwicklung des investierten Kapitals (XTRACKERS DAX UCITS ETF 1C)

Abbildung 12: Vergleich der Schwankungsbreite des XTRACKERS DAX UCITS ETF 1C und des DWS Deutschland LC

Abbildung 13: Ausblick Niedrigzinsen

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Risikoklassen für Anleger

Tabelle 2: Bewertungskriterien der Investments

Tabelle 3: Bewertung aktiver Fonds und ETF

1 Einführung in die Arbeit

1.1 Problemstellung- und Abgrenzung

Die geldpolitischen Maßnahmen der Europäischen Zentralbank, die darauf abzielen, das allgemeine Zinsniveau auf ein sehr niedriges Niveau zu senken und auf diesem Level zu halten, werden als Niedrigzinspolitik bezeichnet.1 Die Inflationsrate, auch Preissteigerungsrate genannt, gibt den prozentualen Anstieg des allgemeinen Preisniveaus innerhalb eines bestimmten Zeitraums an.2 Die Politik der Europäischen Zentralbank strebt auf mittlere Sicht eine Inflationsrate von nahe aber unter zwei Prozent an.3 Einerseits wird also das eingelegte Kapital kaum bis gar nicht verzinst und Andererseits verliert das Geld durch die Inflation langfristig an Kaufkraft. Fällt die prozentuale Verzinsung des eingelegten Kapitals also unter den prozentualen Wert der Inflationsrate verliert das Kapital an Kaufkraft.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Niedrigzinsniveau und Inflationsrate4

Abbildung 1 zeigt den Verlauf des Leitzinses und den Verlauf der Inflationsrate von 1999 bis 2020 in Deutschland an. Wie daraus deutlich wird, wurde dieser Punkt in Deutschland erstmals 2010 erreicht, als der Leitzins bei 1% Prozent und die Inflationsrate bei 1,1% lag. In den Folgejahren bis heute lag der Leitzins konstant unter der Inflationsrate. Infolgedessen sind Privatanleger heutzutage auf den privaten Vermögensaufbau angewiesen und können durch die niedrigen Leitzinsen nicht mehr auf klassische Finanzprodukte, wie das Sparbuch oder das Tagesgeldkonto zurückgreifen, da diese keine bis kaum Verzinsung mehr bieten.

1.2 Zielsetzung der Arbeit

Im Zeitalter der Niedrigzinsen zeigt diese wissenschaftliche Arbeit eine Finanzanlagestrategie auf, um der Inflation entgegenzuwirken und darüber hinaus Renditen zu erzielen. Es werden verschiedene Investments beleuchtet, um im Anschluss eine vergleichende Analyse der vorgestellten Investments durchzuführen. Diese Analyse wird anhand eines zuvor definierten Anlegertypen durchgeführt und es werden Chancen und Risiken für den Anleger beleuchtet.

1.3 Gang der Untersuchung

Diese Projektarbeit stellt in Kapitel 2 die Funktionsweise von Börsen sowie die Eigenschaften von Wertpapieren vor. Es werden verschiedene Investments dargestellt. Abschließend werden die Risiken und Renditen von Wertpapierinvestments vorgestellt.

In Kapitel 3 wird zunächst die empirische Untersuchungsmethode erläutert. Es werden Anlegerklassen beschrieben und ein Anlegertyp definiert, um im Anschluss die verschiedenen Investments miteinander zu vergleichen und letztendlich eine auf den Anlegertypen zugeschnittene Finanzanlagestrategie zu definieren.

Die Arbeit schließt im letzten Kapitel mit einem Fazit und Ausblick ab.

1.4 Das Niedrigzinsumfeld - Erläuterung

Die Europäische Zentralbank hat den Auftrag, Preisstabilität zu gewährleisten, indem sie mittelfristig eine Preissteigerungsrate von knapp unter 2% anstrebt.5

Von zentraler Bedeutung ist hierbei der Leitzins, dieser dient als Hauptinstrument bei der Umsetzung der geldpolitischen Maßnahmen. Er gibt den Zinssatz an, zudem sich die Geschäftsbanken bei einer Zentral- oder Notenbank Geld beschaffen oder anlegen können.6 Die Europäische Zentralbank legt drei verschiedene Arten des Leitzinses fest.

- Den Zinssatz für das Hauptrefinanzierungsgeschäft, zu diesem wird den Geschäftsbanken Zentralbankengeld ab einer Woche Laufzeit zur Verfügung gestellt.7
- Den Zinssatz für das Spitzenrefinanzierungsgeschäft, zu diesem wird den Geschäftsbanken kurzfristig (über Nacht) Zentralbankengeld zur Verfügung gestellt.8
- Den Zinssatz für die Einlagenfazilität, zu diesem können Geschäftsbanken überschüssiges Zentralbankengeld bis zum nächsten Geschäftstag anlegen.9

Durch die Steuerung der Leitzinsen kann die Preissteigerungsrate beeinflusst und somit Preisstabilität gewährleistet werden. Bei einer zu hohen Inflation erhöht die Europäische Zentralbank die Zinssätze, verteuert somit die Aufnahme von Krediten und macht Sparen attraktiver.10 Da die Inflation seit 2009 deutlich unter 2% lag, steuert die Europäische Zentralbank in Form der Niedrigzinspolitik dagegen und setzt damit eine notwendige Voraussetzung für nachhaltiges Wachstum im Euroraum.11

2 Investments in Wertpapiere

Unter dem Begriff Investment oder zu Deutsch Investition wird die langfristige Bindung finanzieller Mittel in materiellen oder immateriellen Vermögensgegenständen verstanden.12

2.1 Die Börse

Wertpapiere werden über sogenannte Börsen gehandelt. Diese sind ein Marktplatz für bestimmte Güter (Wertpapiere), die dort je nach Angebot und Nachfrage mit unterschiedlichen Werten (Börsenkurs) gehandelt werden.13 Weltweit gibt es viele verschiedene Börsen. Zu den bekanntesten zählen die Frankfurter Börse, die New York Stock Exchange (NYSE), die Tokyo Stock Exchange (TSE/TYO) und die London Stock Exchange (LSE). Die Aufgabe der Börsen besteht darin einen organisierten Markt zu schaffen, an dem Marktteilnehmer Handelsgeschäfte abschließen können. Weiterhin sorgt der Preis (Kurs) dafür, dass sich das Angebot und die Nachfrage ausgleichen.14 Damit sich der Kurs „ausgleichen“ kann notiert zunächst ein Börsenmakler die Kaufs- und Verkaufsaufträge in einem Orderbuch. Diese Aufträge basieren auf den Erwartungen der Anleger, wie sich das Unternehmen zukünftig entwickeln wird. Ihre Erwartungen können sich zum Beispiel am zukünftigen Wirtschaftswachstum oder an der bevorstehenden Veröffentlichung der Quartalszahlen eines Unternehmens orientieren. Die Kaufaufträge, die der Börsenmakler sammelt, werden englisch Bid oder zu Deutsch Geldkurs genannt. Die Verkaufsaufträge werden englisch Ask oder zu Deutsch Briefkurs genannt. Die Differenz zwischen diesen beiden Kursen wird als Spread bezeichnet. Der Börsenmakler wählt aus den vorhandenen Kauf- und Verkaufsaufträgen denjenigen Preis aus, der den höchsten Umsatz generiert und bestimmt somit den Aktienkurs. Da immer wieder neue Aufträge aufgegeben werden schwankt der Kurs einer Aktie ständig.15 Heutzutage wird den Börsenmaklern die Arbeit durch Computer, die den Kurs berechnen, erleichtert.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Adidas Orderbuch16

Abbildung 2 veranschaulicht das Orderbuch der Adidas Aktie an der deutschen Börse XETRA. Zum Zeitpunkt des Orderbuchs stimmt der Geld- mit dem Briefkurs nicht überein, da der niedrigste Briefkurs bei 297,10 und der höchste Geldkurs bei 297,00 liegen. Es kann also keine Order ausgeführt werden. Sobald ein neuer Brief- oder Geldkurs notiert wird, der mit einer bestehenden Order übereinstimmt, kann diese ausgeführt werden und es ergibt sich ein neuer Aktienkurs.

2.2 Eigenschaften von Wertpapieren

Ein Wertpapier wird als in Form einer Urkunde verbrieftes Vermögensrecht definiert, wobei für die Ausübung des Rechts der Besitz der Urkunde notwendig ist.17 Das Wertpapierhandelsgesetz erweitert Wertpapiere auf alle Gattungen von übertragbaren Wertpapieren, die auf den Finanzmärkten handelbar sind, auch wenn keine Urkunden ausgestellt sind.18

Im Zeitalter der Digitalisierung spiegelt die Definition des Wertpapierhandelsgesetzes die Realität genauer wider, da Wertpapiere oft nur noch digital in einem Wertpapierdepot gehalten werden. Ein Wertpapierdepot ist ein Aufbewahrungsort für Wertpapiere, das bei Banken eröffnet werden kann.

Die Funktion von Wertpapieren besteht auf der Seite des Emittenten (Herausgeber) in der Beschaffung von Eigen- und Fremdkapital und auf der Seite der Anleger in der Kapitalanlage.19 Emittenten können Unternehmen, Banken oder auch Staaten sein und unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Finanzkraft und Bonität (Kreditwürdigkeit). Anleger können sowohl natürliche Personen (Privatanleger), als auch juristische Personen (institutionelle Anleger) sein. Zu den institutionellen Anlegern gehören Banken, Fondsgesellschaften, Versicherungen und Pensionskassen.

Wertpapiere haben verschiedene Ausstattungsmerkmale, zu denen die Laufzeit, die Tilgung (Rückzahlung), die Verzinsung, die Währung und der Rang im Insolvenzverfahren gehören.20

Weiterhin wird zwischen Gläubigereffekten und Teilhabereffekten unterschieden. Bei den Gläubigereffekten werden die Rückzahlung und ein Zinsanspruch verbrieft.

Bei den Teilhabereffekten wird ein Anteil am Unternehmen (Miteigentumsrecht) erworben und der Anspruch auf Dividende (Gewinnanteil) richtet sich nach der wirtschaftlichen Situation des Unternehmens.21

2.3 Investmentprodukte

In der Literatur findet sich keine eindeutige Definition zu Investmentprodukten. Allgemein können sie als Produkte beschreiben werden, die einem Anleger als Geld- oder Kapitalanlage (Investition) dienen. Es gibt zahlreiche verschiedene Investmentprodukte, die sich wie bereits beschrieben durch verschiedene Merkmale unterscheiden und eigene Chancen und Risiken haben. In dieser wissenschaftlichen Arbeit wurden drei Investmentprodukte herausgegriffen, die aufgrund Ihrer Merkmale gut miteinander vergleichbar sind und eine gute Grundlage für eine solide Finanzanlagestrategie bilden.

2.3.1 Einzelaktien

Einzelaktien oder auch kurz Aktien genannt können von Aktiengesellschaften oder auch von Kommanditgesellschaften auf Aktien, welche zu den zuvor genannten Emittenten zählen, ausgegeben werden. Die Emission (Ausgabe) von verbrieften Mitgliedschaftsrechten Ihres Unternehmens wird zur Eigenkapitalbeschaffung genutzt. Diese Mitgliedschaftsrechte werden als Aktien bezeichnet.22 Jörn Peters definiert eine Aktie außerdem als Anteil am Grundkapital eines Unternehmens, der dem Besitzer gewisse Rechte gibt, die nachstehend aus Anlegersicht erläutert werden.23

Das Aktiengesetz unterscheidet zwei Arten von Aktien.

- Bei Nennbetragsaktien wird ein fester Nennbetrag festgelegt, auf den die Aktie lautet. Der Käufer bekommt also einen fest verbrieften Anteil am Grundkapital. Dieser Nennbetrag muss auf mindestens einen und immer auf volle Euro lauten. Er fließt direkt in das Grundkapital der Gesellschaft. Neben dem Nennbetrag kann ein höherer Ausgabekurs (Über-pari-Emission) bestimmt werden. Die Differenz zwischen dem Nennbetrag und dem Ausgabekurs muss in die gesetzliche Rücklage eingestellt werden.24
- Bei Stückaktien hat jede Aktie einen genau gleich großen Anteil an der Gesellschaft. Jede Stückaktie ist also in gleichem Maße am Grundkapital der Gesellschaft beteiligt. Der rechnerisch auf eine Aktie entfallende Anteil am Grundkapital muss hier auch mindestens einen Euro betragen.25

Der Anteil am Grundkapital bestimmt sich bei Nennbetragsaktien nach dem Verhältnis ihres Nennbetrags zum Grundkapital, bei Stückaktien nach der Zahl der Aktien.26

Eine weitere wichtige Unterscheidung gibt es in der Ausweisung des berechtigten Aktionärs durch die Aktie. Der Besitzer einer Aktie wird Aktionär genannt. Hierbei unterscheidet das Aktiengesetz zwischen Inhaberaktien und Namensaktien. Bei Inhaberaktien kann die Person, welche die Aktie besitzt, auch ohne zusätzlichen Nachweis ihre Rechte daraus geltend machen. Bei Namensaktien erfolgt eine Eintragung ins Aktienregister und nur die dort eingetragene Person kann die Rechte ausüben. Bei einer Übertagung wird der Name des neuen Aktionärs in das Aktienregister übernommen. Eine weitere Besonderheit bilden vinkulierte Namensaktien, bei denen zusätzlich die Zustimmung der Gesellschaft für die Übertragung notwendig ist.

Aus der Sicht der Anleger gibt es ebenfalls wichtige Differenzierungen von Aktien.

Grundsätzlich erhält der Käufer einer Aktie pro Aktie ein Stimmrecht auf der Hauptversammlung der Gesellschaft und kann über die Zusammensetzung des Aufsichtsrats bestimmen und Rechenschaft von diesem und dem Vorstand fordern. Die Gesellschaft hat allerdings die Möglichkeit stimmrechtslose Vorzugsaktien auszugeben, die dafür als Ausgleich einen Vorzug bei der Gewinnverteilung vorsehen.27 Diese Aktien sind vor allem für Privatanleger interessant, die ohnehin ihr Stimmrecht nicht wahrnehmen und die Aktie mit dem Ziel kaufen Renditen erzielen zu wollen.

Die Aktionäre haben laut Aktiengesetz einen Anspruch auf den Bilanzgewinn des Unternehmens.28 Die Ausschüttung des Bilanzgewinns an die Aktionäre wird Dividende genannt und kann in verschiedenen Intervallen stattfinden. In Deutschland werden Dividenden üblicherweise im Jahresintervall ausbezahlt, im Ausland werden Dividenden üblicherweise halbjährlich oder quartalsweise ausbezahlt.29 Aktien von Unternehmen, die Dividenden ausbezahlen, werden auch Dividendenaktien genannt.

Viele Unternehmen entscheiden sich jedoch den Bilanzgewinn einzubehalten, um in das Wachstum zu investieren. Die Einbehaltung der erwirtschafteten Gewinne wird Thesaurierung genannt. Aktien dieser Unternehmen nennt man auch Wachstumsaktien. Bei Wachstumsaktien erhalten Anleger zwar keine Dividendenzahlungen, können jedoch von steigenden Aktienkursen profitieren, die durch das Wachstum des Unternehmens bedingt werden.

Oftmals werden Wachstumsaktien zu Dividendenaktien und schütten die Bilanzgewinne aus, wenn kein weiteres oder nur noch ein geringes Wachstum des Unternehmens möglich ist.

2.3.2 Aktive Investmentfonds

Ein Investmentfonds wird auch Investmentvermögen genannt und als ein Organismus für gemeinsame Anlagen, der von einer Vielzahl von Anlegern Kapital einsammelt, um es nach einer festgelegten Anlagestrategie zu investieren, definiert. Wichtig ist hierbei, dass es sich um ein Unternehmen handelt, welches kein operatives Geschäft außerhalb des Finanzsektors betreibt.30 Unternehmen, die Investmentfonds auflegen, werden Investmentgesellschaften oder Kapitalanlagegesellschaften (KAG) genannt. Der Begriff Investmentfonds ist nach dem Investmentgesetz eine Sammelbezeichnung für Sondervermögen, wobei das Sondervermögen als bei einer Kapitalanlagegesellschaft gegen Ausgabe von Anteilsscheinen eingelegte Geld und die damit angeschafften Vermögensgegenstände angesehen wird.31

Anders als bei (Einzel-) Aktien wird bei Investmentfonds also nicht in eine einzelne Aktie investiert, sondern in einen „Topf“, der aus vielen (in der Regel 50-200) Investmentprodukten besteht. Gleichzeitig investieren viele verschiedene Anleger in diesen „Topf“, wodurch sich ein großes Fondsvermögen bildet. Bei aktiv gemanagten Fonds oder auch kurz aktiven Fonds, wird dieser „Topf“ von einem Fondsmanager verwaltet. Dieser ist bei einer Kapitalanlagegesellschaft angestellt. Der Fondsmanager verwaltet das angelegte Geld und investiert dieses in die Aktien, die sich im „Topf“ des Fonds befinden. Die Anleger erhalten im Gegenzug Anteilsscheine am Fondsvermögen.32

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Funktionsweise eines aktiven Investmentfonds33

Die Funktionsweise eines aktiven Investmentfonds wird in Abbildung 3 noch einmal verdeutlicht.

Bei aktiven Investmentfonds wird zwischen offenen und geschlossenen unterschieden. Offene Investmentfonds können über Kapitalanlagegesellschaften oder an der Börse gehandelt werden und folgen dem zuvor erläuterten Prinzip. Diese Fonds investieren üblicherweise in Finanzinstrumente (Aktien, etcetera). Geschlossene Investmentfonds zeichnen sich durch eine einmalig festgelegte hohe Summe, die von den Anlegern eingezahlt werden muss, aus. Dafür werden die Anleger unternehmerisch beteiligt. Diese Fonds sind allerdings mit Vorsicht zu genießen, da das Fondsvermögen oft in wenige oder nur ein einziges Projekt investiert wird und es unter Umständen noch eine Nachschusspflicht gibt. Eine weitere Besonderheit ist, dass das eingesetzte Kapital erst nach einer festgelegten Laufzeit wieder entnommen werden kann.34 Eine frühzeitige Kapitalentnahme wird oft mit hohen Gebühren belegt. Diese Fonds investieren üblicherweise in Sachwerte (Immobilien, etcetera).

Fondsmanager versuchen mit der Auflage ihres Fonds eine Outperfomance, also eine Überrendite am Markt zu erzielen. Anhand von vorgelagerten Analysen suchen sie die passenden Wertpapiere aus, um die Zusammensetzung des Fonds, durch den Kauf und Verkauf von Wertpapieren, zu verändern. Dadurch soll ein Wissensvorsprung gegenüber dem Markt, bzw. den gebildeten Preisen der einzelnen Wertpapiere am Markt entstehen. Dazu bedienen sie sich unter anderem der Fundamentalanalyse. Diese geht von einer Diskrepanz zwischen dem inneren Wert und dem Börsenkurs eines Unternehmens aus. Laut Waren Buffet ergibt sich der innere Wert eines Unternehmens aus der Summe aller Barmittel, die dem Unternehmen während seiner verbleibenden Lebenszeit entnommen werden können, abgezinst auf den Gegenwartswert.35 Die Diskrepanz ergibt sich aus der langsamen Anpassungsgeschwindigkeit der Kurse an neue Informationen und divergierender Erwartungen über das Unternehmen von Anlegern.36

[...]


1 Vgl. Bundeszentrale für politische Bildung online, 2016a, o.S.

2 Vgl. ders., 2016b, o.S.

3 Vgl. Europäische Zentralbank online, 2021, o.S.

4 Statistisches Bundesamt online, 2021a, o.S.

5 Europäische Zentralbank online, 2014, o.S.

6 Vgl. Bundesfinanzministerium online, 2021, o.S.

7 Vgl. ebd., o.S.

8 Vgl. ebd., o.S.

9 Vgl. ebd., o.S.

10 Vgl. Europäische Zentralbank online, 2014, o.S.

11 Vgl. ebd., o.S.

12 Vgl. Pape, Ulrich, 2021, o.S.

13 Vgl. Scherbaum, Christoph, 2020, S.5.

14 Vgl. ebd., S.6.

15 Vgl. ebd., S.64f.

16 ABC New Media AG online, 2021, o.S.

17 Vgl. Heldt, Cordula, 2021a, o.S.

18 Vgl. §2 Abs. 1 WpHG.

19 Vgl. Heinrichs, Corinna / Grundmann, Wolfgang, 2017, S.181.

20 Vgl. ebd., S.181.

21 Vgl. ebd., S.181.

22 Vgl. Heldt, Cordula, 2021b, o.S.

23 Vgl. Peters, Jörn, 2021, S.10.

24 Vgl. §8 Abs. 2 AktG.

25 Vgl. §8 Abs. 3 AktG.

26 §8 Abs. 4 AktG.

27 Vgl. § 12 Abs. 1 AktG.

28 Vgl. §58 Abs. 4 AktG.

29 Vgl. Boerse.de Finanzportal AG online, 2021, o.S.

30 Vgl. §1 Abs.1 KAGB.

31 Vgl. §2 Abs.1 und 2 InvG.

32 Vgl. Autengruber, Herbert, 2009, S22.

33 Beike, Rolf / Schlütz, Johannes, 2015, S.606.

34 Vgl. Heldt, Cordula, 2021c, o.S.

35 Vgl. Scherbaum, Christoph, 2020, S.111.

36 Vgl. Heldt, Cordula, 2021d, o.S.

Ende der Leseprobe aus 41 Seiten

Details

Titel
Finanzanlagestrategien im Niedrigzinsumfeld. Eine vergleichende Analyse verschiedener Investments
Hochschule
Duale Hochschule Baden-Württemberg Mannheim, früher: Berufsakademie Mannheim
Note
1,4
Autor
Jahr
2021
Seiten
41
Katalognummer
V1133831
ISBN (eBook)
9783346509604
ISBN (Buch)
9783346509611
Sprache
Deutsch
Schlagworte
BWL, Finanzanlage, Bank, Aktien, ETF, Investment, Investieren, Finanzen, VWL, Niedrigzins, Niedrigzinsumfeld, Niedrigzinspolitik, Finanzwirtschaft, Anlage, Anlageformen
Arbeit zitieren
Nadim Naamnih (Autor:in), 2021, Finanzanlagestrategien im Niedrigzinsumfeld. Eine vergleichende Analyse verschiedener Investments, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1133831

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