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Vergewaltigung von Frauen im Sudan und im Kongo

Title: Vergewaltigung von Frauen im Sudan und im Kongo

Seminar Paper , 2008 , 18 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Anne Nickel (Author)

Sociology - War and Peace, Military
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In Afrika gab und gibt es eine vergleichsweise hohe Zahl an lang andauernden Kriegen bzw. Bürgerkriegen mit verheerenden Folgen für große Teile der jeweiligen Bevölkerungen (vgl. Hofmeier/Matthies 1992: 12).
In dieser Arbeit möchte ich im Speziellen auf zwei der größten Länder Afrikas und deren Auseinandersetzungen eingehen; Sudan und Kongo. Beide Länder befinden sich seit Jahrzehnten im Krieg, in dem, neben Morden und Folterungen auch Vergewaltigungen an der Tagesordnung stehen.
Diese Arbeit soll sich nun mit der Frage beschäftigen ob in den jeweiligen Bürgerkriegen Vergewaltigung zur Kriegsstrategie gehört. Außerdem soll herausgefunden werden welche Folgen diese Kriegsvergewaltigungen auf die Opfer haben.
Zu Beginn der Arbeit soll ein Überblick über die Konflikte und die politische Situation der beiden Länder, nach ihrer Unabhängigkeit gegeben werden um die die jeweilige Konfliktsituation zu verdeutlichen und um nachvollziehen zu können wie diese jahrzehntelangen Konflikte die Bevölkerung beeinflussen. Dann werde ich auf Vergewaltigung als völkerrechtliches Verbrechen eingehen. Darauf folgend soll die Frage betrachtet werden, ob der Akt der Vergewaltigung in den beiden Ländern als eine Art Kriegsstrategie genutzt wird. Danach werde ich den Versuch anstellen verschiedene Motivationstypen von Vergewaltigung festzumachen und diese dann völkerrechtlich einzustufen. Darauf wird das Fazit dieser Arbeit folgen. Um in meine Arbeit einzuführen, möchte ich im Folgenden auf die verschiedenen Konflikte des Sudans und des Kongos seit ihrer Unabhängigkeit eingehen, um so einen Einblick in die Situation der Länder und ihrer Bewohner zu bekommen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Konflikte seit der Unabhängigkeit

2.1 Der Sudan

2.1.1 Der erste Bürgerkrieg

2.1.2 Der zweite Bürgerkrieg

2.1.3 Der Darfur-Konflikt

2.2 Der Kongo

2.2.1 „Kongo-Wirren“ und Sezessionskrieg

2.2.2 Der Bürgerkrieg

2.2.3 Die Diktatur Mobutus

2.2.4 Der Kongokrieg

2.2.5 Der Kongo unter Joseph Kabila

2.2.6 Die ersten Wahlen im Kongo

3. Vergewaltigung als Verbrechen

3.1 Vergewaltigung als Verbrechen gegen die Menschlichkeit

3.2 Vergewaltigung als Kriegsverbrechen

3.3 Vergewaltigung als Völkermord

4. Vergewaltigung als Kriegsstrategie in Sudan und Kongo

5. Versuch einer Typologie

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle von Vergewaltigungen in den langjährigen Bürgerkriegen im Sudan und im Kongo mit dem Ziel zu ergründen, ob diese als bewusste Kriegsstrategie eingesetzt werden und welche Auswirkungen sie auf die betroffenen Opfer haben.

  • Historische Konfliktanalysen von Sudan und Kongo seit der Unabhängigkeit
  • Völkerrechtliche Einordnung von Vergewaltigung als Kriegsverbrechen und Völkermord
  • Analyse von Vergewaltigung als gezielte Kriegsstrategie
  • Entwicklung einer Typologie von Vergewaltigungsmotiven
  • Folgen der sexuellen Gewalt für die Opfer und deren soziale Stellung

Auszug aus dem Buch

5. Versuch einer Typologie

Die Berichte und Aussagen der Opfer lassen auf mindestens 3 Ausprägungen von Vergewaltigungsmotiven schließen.

Der erste Typ ist die rassistisch motivierte Vergewaltigung. In Berichten von Opfern der Janjaweed-Milizen des Sudans wird gesagt, dass die Milizen die Frauen schwängern wollten, damit sie arabische Babys zur Welt bringen und sie drohten auch die Frauen des Fur-Stammes zu vergewaltigen, damit deren Babys eine andere Hautfarbe bekommen. Damit erfüllt diese Form der Vergewaltigung den Tatbestand des Völkermordes. Allerdings wird es schwierig sein die Verantwortlichen dafür zu belangen und alles zu beweisen.

Der zweite Typ ist die „spontane“ Vergewaltigung. Ein Artikel berichtet über Militärs oder Banditen im Kongo, die, nachdem sie kein Geld im Haus ihres Opfers fanden, deren Tochter vergewaltigten, den Vater dabei zusehen ließen und auch ihn dazu zwingen wollten seine Tochter zu vergewaltigen (vgl. www.kongo-kinshasa.de). Dieser Typ der Vergewaltigung wird völkerrechtlich sehr schwer zu belangen sein, da die Namen der Täter, aber vor allem auch ihre Gruppenzugehörigkeit unbekannt sind. Außerdem geschah diese Vergewaltigung eher aus der Wut heraus kein Geld von der Familie bekommen zu haben.

Der dritte Typ ist desozialisierend motiviert. In diesem Fall vergewaltigen die Täter ihre Opfer um diese zu degradieren und es ihnen unmöglich zu machen in ihrer gewohnten Umgebung ihr Leben weiterzuführen. Nur ein Beispiel dafür wären die schweren Vergewaltigungen von Frauen durch Hutu-Milizen. Durch das gewaltsame Einführen von Stöcken, Bajonetten und Gewehrläufen kommt es zu Rissen zwischen Vagina, Blase und Darm und damit zur Inkontinenz (vgl. www.zeit.de). Mit diesen Verletzungen werden die Frauen aus der Gesellschaft, wie Leprakranke ausgeschlossen, bestätigt Dr. Denis Mukwege aus dem Panzi-Hospital (vgl. www.zeit.de). Diese letzte Motivation der Vergewaltigung ist diejenige, von der am häufigsten berichtet wird – wahrscheinlich auch, weil bei anders motivierten Vergewaltigungen, wie z.B. bei der rassistischen, die schwangeren Opfer ebenfalls aus ihrem gesellschaftlichen, aber vor allem aus ihrem familiären Leben gerissen werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik langjähriger Konflikte in Afrika ein und definiert die Forschungsfrage, ob Vergewaltigung eine bewusste Kriegsstrategie darstellt.

2. Die Konflikte seit der Unabhängigkeit: Hier wird ein historischer Überblick über die komplexen Bürgerkriege im Sudan sowie die politisch instabile Geschichte des Kongo gegeben.

3. Vergewaltigung als Verbrechen: Dieses Kapitel ordnet sexualisierte Gewalt völkerrechtlich als Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen oder Völkermord ein.

4. Vergewaltigung als Kriegsstrategie in Sudan und Kongo: Der Abschnitt belegt durch Berichte von Hilfsorganisationen den gezielten Einsatz von Massenvergewaltigungen zur Destabilisierung der Zivilbevölkerung.

5. Versuch einer Typologie: Es werden drei Hauptmotive für Vergewaltigungen – rassistisch, spontan und desozialisierend – systematisch hergeleitet und beschrieben.

6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass sexuelle Gewalt in beiden Ländern systematisch eingesetzt wird, stellt aber die schwierige völkerrechtliche Ahndung fest.

Schlüsselwörter

Vergewaltigung, Sudan, Kongo, Kriegsstrategie, Bürgerkrieg, Völkermord, Kriegsverbrechen, Menschenrechte, Janjaweed, sexualisierte Gewalt, Zivilbevölkerung, völkerrechtliche Einordnung, Konfliktforschung, Frauengewalt, Traumatisierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die systematische Anwendung von Vergewaltigungen als Kriegsstrategie in den langjährigen Bürgerkriegen im Sudan und im Kongo.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?

Die zentralen Themen sind die historische Genese der Konflikte in beiden Ländern, die völkerrechtliche Einordnung von Gewalt gegen Frauen sowie die psychologischen und sozialen Auswirkungen auf die Betroffenen.

Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?

Die Untersuchung soll klären, ob Vergewaltigungen in den betrachteten Konflikten lediglich Begleiterscheinungen sind oder ob sie als gezieltes Kriegsmittel genutzt werden, um die Bevölkerung zu destabilisieren.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine deskriptive und analysierende Arbeit, die auf Auswertungen von Berichten internationaler Organisationen wie Ärzte ohne Grenzen und Amnesty International sowie auf einschlägiger Fachliteratur basiert.

Was sind die inhaltlichen Schwerpunkte des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der Konfliktzonen, eine juristische Einordnung der Gewalt und eine empirisch gestützte Kategorisierung verschiedener Vergewaltigungsmotive.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?

Besonders prägend sind die Begriffe „Kriegsstrategie“, „Völkermord“, „desozialisierende Gewalt“ und der länderübergreifende Vergleich zwischen Sudan und Kongo.

Welche drei Typen von Vergewaltigungsmotiven identifiziert die Autorin?

Die Autorin unterscheidet zwischen rassistisch motivierter Vergewaltigung, „spontaner“ Gewalt durch Banditen oder Militärs sowie einer desozialisierend motivierten Form, die darauf abzielt, Opfer dauerhaft aus der Gemeinschaft auszuschließen.

Warum ist die juristische Verfolgung der Täter laut Arbeit so schwierig?

Die Ahndung ist schwierig, da Beweise oft schwer zu sichern sind, Tätergruppen anonym bleiben und die lokalen Machthaber kein Interesse an unabhängigen Untersuchungen haben.

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Details

Title
Vergewaltigung von Frauen im Sudan und im Kongo
College
Ruhr-University of Bochum  (Sozialwissenschaftliche Fakultät)
Course
Regionalanalyse: Sudan - Regionale Konflikte
Grade
2,0
Author
Anne Nickel (Author)
Publication Year
2008
Pages
18
Catalog Number
V113399
ISBN (eBook)
9783640142088
ISBN (Book)
9783640142163
Language
German
Tags
Vergewaltigung Frauen Sudan Kongo Regionalanalyse Sudan Regionale Konflikte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anne Nickel (Author), 2008, Vergewaltigung von Frauen im Sudan und im Kongo , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113399
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