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Homosexualität in der Weimarer Republik. Eine Analyse anhand Kurt Hillers "Paragraph 175 - Die Schmach des Jahrhunderts"

Titel: Homosexualität in der Weimarer Republik. Eine Analyse anhand Kurt Hillers "Paragraph 175 - Die Schmach des Jahrhunderts"

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2020 , 20 Seiten , Note: 3,0

Autor:in: Sven Ottenstroer (Autor:in)

Germanistik - Semiotik, Pragmatik, Semantik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit untersucht anhand von Kurt Hillers Werk "Paragraph 175 - Die Schmach des Jahrhunderts" den Diskurs um die Homosexualität in der Weimarer Republik.

Die Weimarer Republik steht für eine Zeit der Unsicherheit und des Umbruchs. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs stellt sie nach dem Niedergang des deutschen Kaiserreichs die erste deutsche Demokratie dar. Neue Ansichten und Strömungen treffen auf konservative Ansichten, gepaart mit Existenz- und Zukunftsängsten. So ergibt sich ein sehr pluralistisches Gesellschaftsbild, das durch viele verschiedene Einflussfaktoren geformt wird. So ergaben sich viele Grundsatzfragen, die in der Öffentlichkeit zur Diskussion standen. Einer dieser Diskurse handelte um den Paragraphen 175 des Strafgesetzbuches des deutschen Kaiserreichs. Dieser Paragraph stellte Homosexualität unter Strafe, was in den 1920er Jahren zu teils hitzigen Debatten zwischen Konservativen, die den Paragraphen befürworteten und humanistischen Organisationen und Verbänden, die die bedingungslose Abschaffung desselbigen forderten, führte.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Historischer Kontext

2.1 Die Weimarer Republik

2.2 Der Paragraph 175

2.3 Kurt Hiller

3. Analyse

3.1 Analysekonzept

3.2 I. Vorrede

3.3 IV. Ethische Aufgaben der Homosexuellen

3.4 VIII. Schutz auch den Prostituierten!

3.5 XIII. Recht und sexuelle Minderheiten

4. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Werk "§175 Die Schmach des Jahrhunderts" von Kurt Hiller aus dem Jahr 1922, um anhand einer Diskurs- und Argumentationsanalyse die sprachlichen Mittel und Strategien des Autors im Kampf gegen die Kriminalisierung von Homosexualität in der Weimarer Republik aufzuarbeiten.

  • Historische Einordnung der Weimarer Republik und des Paragraphen 175
  • Analyse der rhetorischen Strategien und der Stilmittel in ausgewählten Kapiteln
  • Untersuchung der Argumentationsführung hinsichtlich der Selbstwahrnehmung von Minderheiten
  • Kritische Auseinandersetzung mit Hillers Ansichten zu Prostitution und gesellschaftlicher Normativität

Auszug aus dem Buch

3.4 VIII. Schutz auch den Prostituierten!

In dem Kapitel „Schutz auch den Prostituierten!“ äußert sich Kurt Hiller über die Prostitution, und zwar sowohl bei Männern als auch bei Frauen. Immer wieder werden Homosexuelle mit erpresserischer Prostitution gleichgesetzt. Diese Gleichsetzung beschreibt Hiller mit einer antithetischen Anapher, indem er schreibt:

Der „anständige“ Homoerotiker ist in der Gesellschaft heute ein Deklassierter – und der junge Mann der Straße ist ein Deklassierter; ein Deklassierter also erhebt sich hier dünkelvoll über den anderen. O, die Welt wird so elend geordnet bleiben, wie sie geordnet ist, ehe nicht die Deklassierten aller Gattungen und Bereiche brüderlich sich zusammenschließen zur gemeinsamen gegenseitigen Erlösung vom Übel – von jenem Übel, das nicht der Schöpfer in die Welt gesetzt hat, sondern der rohere, beschränktere, gewissenlosere Teil seiner Geschöpfe (ebd., S. 66).

Vor allem in dem zweiten Teil dieses Zitates wird bildhafte Sprache verwendet, die in ihrem Sprachstil schon beinahe einer biblischen Offenbarung zu gleichen scheint.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt das Ziel der Arbeit vor, Kurt Hillers Werk im Kontext der Weimarer Republik linguistisch zu untersuchen und seine sprachlichen Mittel in der Debatte um den Paragraphen 175 aufzuzeigen.

2. Historischer Kontext: Dieses Kapitel liefert einen Überblick über die gesellschaftlichen Umbrüche der Weimarer Republik, die rechtliche Situation durch den Paragraphen 175 und ein Kurzporträt des Autors Kurt Hiller.

3. Analyse: Das Kernkapitel präsentiert das Analysekonzept nach Thomas Niehr und untersucht exemplarisch vier Kapitel des Werkes hinsichtlich Argumentation, Wortwahl und rhetorischer Stilmittel.

4. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Analyse zusammen und betont die Aktualität von Hillers Streitschrift für moderne Debatten um Gleichberechtigung und Diskriminierung.

Schlüsselwörter

Kurt Hiller, Paragraph 175, Weimarer Republik, Homosexualität, Diskursanalyse, Argumentationsanalyse, Prostitution, Minderheitenrechte, Rhetorik, Gleichberechtigung, Stilmittel, Invertierte, soziale Normen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit einer diskursanalytischen Untersuchung von Kurt Hillers Streitschrift aus dem Jahr 1922, die sich gegen die Kriminalisierung homosexueller Handlungen richtet.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die rechtliche Unterdrückung sexueller Minderheiten, die gesellschaftliche Stellung von Prostituierten und der Einsatz für gesellschaftliche Anerkennung durch argumentative Mittel.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Erforschung der sprachlichen Strategien, mit denen Hiller seine Argumente gegen den Paragraphen 175 vorbringt und versucht, seine Leserschaft von der Notwendigkeit der Gleichberechtigung zu überzeugen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin oder der Autor orientiert sich methodisch an dem Schema der linguistischen Argumentationsanalyse nach Thomas Niehr.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden das Vorwort sowie drei inhaltliche Kapitel des Buches ("IV. Ethische Aufgaben der Homosexuellen", "VIII. Schutz auch den Prostituierten!", "XIII. Recht und sexuelle Minderheiten") analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Paragraph 175, Homosexualität, Diskursanalyse, Kurt Hiller, rhetorische Stilmittel und Gleichberechtigung definiert.

Wie bewertet Hiller das Verhältnis von Prostitution und Moral?

Hiller relativiert die moralische Verurteilung der Prostitution, indem er sie als erzwungene Lebensnotwendigkeit darstellt und scharf gegen die Doppelmoral der christlichen Gesellschaft agitiert.

Wie begründet Hiller die Forderung nach Rechten für sexuelle Minderheiten?

Er argumentiert auf der Basis einer "Grundtatsache" menschlicher Verschiedenheit und fordert, dass der Staat nur bei direkter Kollision von Interessen eingreifen darf, statt private Neigungen zu pathologisieren.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Homosexualität in der Weimarer Republik. Eine Analyse anhand Kurt Hillers "Paragraph 175 - Die Schmach des Jahrhunderts"
Hochschule
Universität Paderborn
Note
3,0
Autor
Sven Ottenstroer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
20
Katalognummer
V1134012
ISBN (eBook)
9783346508478
ISBN (Buch)
9783346508485
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kurt hiller §175 weimarer republik sprachliche mittel
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sven Ottenstroer (Autor:in), 2020, Homosexualität in der Weimarer Republik. Eine Analyse anhand Kurt Hillers "Paragraph 175 - Die Schmach des Jahrhunderts", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1134012
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Leseprobe aus  20  Seiten
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