Politainment. Zur unterhaltsamen Aufbereitung politischer Kommunikation im Fernsehen


Diplomarbeit, 2008

151 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. Politik versus Unterhaltung? – Einleitung
1.1. Zielstellung
1.2. Fokus Fernsehen
1.3. Herangehensweise

2. Information und Unterhaltung
2.1. Information
2.2. Mediale Informationsvermittlung
2.3. Unterhaltung
2.4. Inszenierung

3. Infotainment
3.1. Zur Vermischung von Information und Unterhaltung
3.2. Entwicklungstendenzen in Fernsehformaten
3.2.1. Quantitative und qualitative Veränderungen
3.2.2. Quotendiktat
3.2.3. Fixierung der Rezipienten
3.2.4. Amerikanisierung.
3.3. Formen des Infotainment
3.4. Nachrichten – die inszenierte Information
3.4.1. Format und Konzept
3.4.2. Nachrichtenfaktoren
3.4.3. Technische Darstellungseffekte

4. Zum Verhältnis von Politik und Medien
4.1. Abhängigkeits- und Wechselbeziehungen
4.2. Öffentlichkeit
4.2.1. Mediale Herstellung politischer Öffentlichkeit
4.2.2. Öffentliche Kommunikation im Umbruch
4.3. Politische Kommunikation im öffentlich-medialen Raum

5. Politainment - Politik im Unterhaltungsformat
5.1. Angewandte Nachrichtenfaktoren und Stilmittel
5.1.1. Prominenz und faciale Gesellschaft
5.1.2. Privatisierung und Personalisierung
5.1.3. Identifikation und parasoziale Interaktion
5.1.4. Emotionalisierung und Involviertheit
5.1.5. Skandalisierung und Negativismus
5.1.6. Simplifizierung und Stereotypisierung
5.2. Politische Akteure und Politainment – exemplarische Beispiele
5.2.1. John F. Kennedy – der erste Fernsehpräsident
5.2.2. Ronald Reagan – der Präsident aus Hollywood
5.2.3. Gerhard Schröder – der Medienkanzler
5.3. Grenzen und Scheitern
5.3.1. Guido Westerwelle bei „Big Brother“
5.3.2. Rudolf Scharpings „Pool-Affäre“

6. Zur Funktionalität von Politainment – Zusammenfassung und Ausblick
6.1. Politainment als Negativkonnotation – Gefahren
6.1.1. Untergang der Information
6.1.2. Zerrbild der Realität
6.1.3. Verlust an Authentizität und Ehrlichkeit
6.2. Politainment als Ausdruck gesellschaftlicher Bedürfnisse – Chancen
6.2.1. Informationszugang durch Unterhaltung
6.2.2. Meinungsbildung Meinungsloser
6.2.3. Aktive Rezeption

7. Literaturverzeichnis

„Politics is television, television is entertainment, and entertainment is politics.“[1]

1. Politik versus Unterhaltung? – Einleitung

TV-Duelle, Polittalks und inszenierte Auftritte in Fernsehsendungen prägen das gegenwärtige Alltagsverständnis von politischem Geschehen. Dieses wird größtenteils über Massenmedien kommuniziert und auf diese Weise der Bevölkerung zugänglich gemacht. In Anlehnung an den in der Forschungsliteratur geläufigeren Begriff „Infotainment“, der Vermischung von Information und Unterhaltung, wird seit einigen Jahren zunehmend auch von „Politainment“ gesprochen, der gegenseitigen Durchdringung von Information und Unterhaltung in der Politik. Die unterhaltsame Aufbereitung politischer Kommunikation erscheint insofern brisant und als Thema der Analyse geeignet, als es sich um einen Bereich handelt, der primär keine Unterhaltungs-, sondern Informationsvermittlung zu leisten hat, die zur politischen Willensbildung der Bevölkerung beitragen soll. Eine genaue Betrachtung dieses Modus von Politikvermittlung erscheint daher aktuell, komplex und diskussionswürdig.

Politische Informiertheit ist eine wesentliche Voraussetzung für demokratische Systeme, in denen politische Akteure ihre Handlungen und Entscheidungen legitimieren müssen. Nur auf diese Weise können sie die notwendige Zustimmung in der Bevölkerung erlangen, die sich in deren Wahlentscheidung manifestiert und letztlich über politischen Machterhalt entscheidet. Diesem Mechanismus geht allerdings die Bündelung von Aufmerksamkeit voraus, welche im Zuge der Expansion von Informationsangeboten zu einem knappen Gut geworden ist. Insofern wird die Professionalisierung politischer Kommunikation, die insbesondere Elemente der Unterhaltung aufweist, zunehmend zu einer zentralen Schlüsselqualifikation, um positive Aufmerksamkeit zu erlangen. Politainment ist dementsprechend nicht nur als gegenwärtiges Phänomen zu begreifen, das aus einem neuartig komplexen Verhältnis von Politik und Medien resultiert, sondern auch als Instrument und Strategie der gelungenen Selbstdarstellung.

Das ambivalente Verhältnis von Politik und Medien sowie die gezielt unterhaltsame Vermittlung politischer Information stellen politische Akteure vor neue kommunikative Herausforderungen: Sie sollen einerseits medial nahezu omnipräsent sein, das Publikum unterhalten, sich geschickt und originell inszenieren, rhetorische Fähigkeiten aufweisen und andererseits faktische Vermittlung leisten, seriöse Sachpolitik betreiben, diese legitimieren sowie authentisch und glaubwürdig erscheinen. Um zu beantworten, worin genau diese Herausforderung besteht, was ihre Problematik ausmacht und in welche kontextuellen Strukturen sie eingebettet ist, bedarf es einer detaillierten Analyse.

1.1. Zielstellung

Ziel der Arbeit soll es sein, das Phänomen Politainment, auf der Basis bisheriger Untersuchungen, umfassend als Variante des Infotainment zu untersuchen, seine Ausprägungen detailliert zu beleuchten und anhand von Beispielen zu konkretisieren. Das Thema ist erst seit wenigen Jahren expliziter Forschungsgegenstand, und es gibt bislang keine allgemeingültige Definition des Begriffs. 2001 legte der Politikwissenschaftler Andreas Dörner eine erste ausführliche Beschreibung und einen Definitionsansatz vor, den es jedoch um die Einbettung in kontextuelle Bedingungen und tiefergreifende Zusammenhänge zu ergänzen gilt.

Des Weiteren soll das komplexe Verhältnis von Medien und Politik (als eine solcher kontextuellen Bedingungen) analysiert werden, um zu verdeutlichen, dass immer wiederkehrende Vorwürfe der Mediatisierung von Politik oder der zwanghaften Unterwerfung der Politik unter das Diktat der Medienlogik in diesem absoluten und einseitigen Sinne unzutreffend sind. Zwar handelt es sich bei der Mediatisierung von Politik um einen zentralen Bestandteil des Politainment, dennoch ist das Verhältnis von Medien und Politik als ein gegenseitiges Abhängigkeitsverhältnis zu verstehen, das auch eine Instrumentalisierung der Medien seitens der Politik impliziert.

In Anlehnung daran wird ausgeführt, inwiefern es sich bei Politainment nicht nur um ein Resultat dieser Abhängigkeit handelt, sondern vor allem auch um eine Methode oder Strategie, die von politischen Akteuren aktiv genutzt und zum eigenen Vorteil angewandt wird. Dazu sollen Kriterien, Faktoren und Stilmittel des Infotainment auf ihre Übertragbarkeit hinsichtlich Politainment überprüft werden.

In diesem Zusammenhang stellt sich schließlich die Frage nach den neuen kommunikativen Herausforderungen für politische Akteure. Anhand exemplarischer Beispiele sollen Erfolg und Scheitern im Umgang mit den Anforderungen des Politainment demonstriert werden. Auf diese Weise wird veranschaulicht, dass es sich bei der unterhaltsamen Aufbereitung politischer Kommunikation um einen risikobehafteten und labilen Balanceakt handelt, der sich zwischen oftmals konträr zueinander stehenden Aufgabenstellungen und Interessen bewegt.

Zum Schluss soll erörtert werden, welche Chancen und Gefahren sich aus Politainment ergeben können. Politainment gerät zum einen aufgrund der Negativkonnotation des Unterhaltungsbegriffs in Kritik und unterliegt dem Vorwurf, dem Anspruch nach seriöser Faktenwiedergabe nicht zu entsprechen, zum anderen lässt sich Politainment jedoch auch als Kongruenz gegenwärtiger gesellschaftlicher Verhältnisse sowie zeitgemäßer Erwartungen an das Medium Fernsehen verstehen, wodurch gerade in einer Zeit ausgeprägter Politikverdrossenheit neue Wege eröffnet werden, Interesse an politischen Themen und Auseinandersetzungen zu wecken.

1.2. Fokus Fernsehen

In der vorliegenden Analyse beschränkt sich die Darstellung des Phänomens Politainment auf das Medium Fernsehen, wobei in Einzelfällen durchaus auf Beispiele aus Hörfunk und Printmedien zurückgegriffen wird. Die Einschränkung auf das Medium Fernsehen lässt sich wie folgt begründen:

Trotz neuester kommunikativer Möglichkeiten durch das Internet, gilt das Fernsehen noch immer als die primäre politische Informationsquelle. Nach aktuellen Statistiken des Meinungsforschungsinstituts Forsa beziehen 79% der deutschen Bevölkerung ab 14 Jahren ihr Wissen über politisches Geschehen, das sie vor allem Nachrichtenformaten entnehmen,

„sehr häufig“ oder „häufig“ aus dem Fernsehangebot, hingegen nur 55% aus Hörfunk oder Printmedien und lediglich 22% aus dem Internet.[2] Zudem gilt das Fernsehen sowohl in Deutschland als auch in den USA als glaubwürdigstes Medium. Insbesondere das Nachrichtenfernsehen wurde von 57% der befragten Deutschen als glaubwürdigstes Medium eingestuft.[3] Beide Argumente erscheinen demnach besonders vor dem Hintergrund interessant, dass es sich bei der vorliegenden Analyse von Politainment schließlich um eine Analyse der Vermischung informativer und unterhaltender Elemente, Unterhaltung und Politik, fiktionaler und non-fiktionaler Aspekte handelt. Damit steht der von den Nutzern als hoch eingeschätzte Informationsgehalt des Mediums Fernsehen bei gleichzeitig ebenso hoher Glaubwürdigkeit dem möglicherweise deutlich geringeren, tatsächlichen Informationsgehalt gegenüber.

Letztlich ist das Fernsehen zentrales Medium für politische Auseinandersetzungen. Dies betrifft sowohl die mediale Vermittlung politischer Handlungen, beispielsweise im Bundestag, wie auch inszenierte, durchchoreographierte Auftritte in Talkshows oder sonstigen Events. Dies liegt vermutlich, ebenso wie die eben skizzierten Sachverhalte, in der Visibilität des Mediums begründet. Das Fernsehen suggeriert durch das Senden von Live- Bildern Authentizität und Involviertheit. Mit Bildern lassen sich Gefühle und Stimmungen besonders gut repräsentieren. Auf diese Weise wird Authentizität wiederum gestärkt, da im Vergleich zu Printmedien und Hörfunk ein umfassenderes Persönlichkeitsprofil der gezeigten Akteure erstellt werden kann.

1.3. Herangehensweise

Ausgangspunkt der vorliegenden Arbeit ist die bisherige Forschungsliteratur, vorwiegend aus den Bereichen Medien-, Kommunikations- und Politikwissenschaft sowie der Soziologie und in einigen Fällen der Psychologie und Linguistik. Wie dem Literaturverzeichnis zu entnehmen ist, behandeln viele Autoren gezielt politische Kommunikation in den Massenmedien, wobei für diese Arbeit ebenso Literatur von Bedeutung war, die spezifische Einzelaspekte beleuchtet, wie zum Beispiel die Authentizität politischer Akteure, Skandalkommunikation, Rollenverhalten oder Öffentlichkeit. Des Weiteren wurden vereinzelt Artikel aus Zeitungen und Zeitschriften hinzugezogen, einige aktuelle Statistiken repräsentativer Internetseiten sowie zeitnahe Beispiele aus der Politik dem gegenwärtigen Fernsehprogramm entnommen.

Da Politainment als Variante des Infotainment, der Vermischung unterhaltsamer sowie informativer Elemente, zu verstehen ist, werden in Kapitel 2 zunächst die zentralen Grundbegriffe Information und Unterhaltung untersucht. In diesem Zusammenhang wird die Rolle der Massenmedien als Vermittler dieser Kategorien bestimmt und bereits auf die Problematik hingewiesen, dass Massenmedien nicht ausschließlich Wissen vermitteln, sondern zudem Sinnzusammenhänge herstellen, die sich mit der Erfahrungswelt der Rezipienten vermengen und auf diese Weise Realität konstruieren. In Anlehnung an den Unterhaltungsbegriff wird schließlich der Begriff der Inszenierung herangezogen, der mit dem der Unterhaltung sachverwandte Parallelen und Überschneidungen aufweist und hinsichtlich seiner Wirkungsabsicht maßgebliche Impulse setzt.

Kapitel 3 widmet sich dem Phänomen Infotainment. Hierin soll belegt werden, dass die traditionelle Dichotomie Information/Unterhaltung zwar möglich ist, dennoch vor allem im Fernsehen relativ selten in reiner Form dargeboten wird, sich die Kategorien stattdessen häufig überschneiden. In diesem Kontext werden qualitative und quantitative Veränderungen im Fernsehangebot beleuchtet. Dazu zählen insbesondere die Entstehung neuer Genres, die einen deutlichen Infotainmentcharakter aufweisen und unter anderem im Zuge der aufkommenden privat-kommerziellen Angebote zunehmend entwickelt werden. An dieser Stelle wird insbesondere auf essentielle Konsequenzen der kommerziellen Ausrichtung privater Sender eingegangen, die sich etwa in einer strengen Publikumsorientierung, im Aktualitätsdruck sowie in Quotenorientierung unter zunehmenden Konkurrenzbedingungen äußern, mit dem Ziel, ein Höchstmaß an positiver Aufmerksamkeit zu erlangen. In diesem Kontext wird der Trend zur Amerikanisierung erklärt, einige Formen und Abwandlungen des Infotainment vorgestellt und schließlich ausführlich auf das Fernsehgenre „Nachrichten“ eingegangen. Dieses erscheint für diese Arbeit insbesondere relevant, da es sich hierbei um ein Format handelt, dem womöglich der größte Informationsgehalt zugesprochen wird und welches selber den Anspruch erhebt, maximale Informationsvermittlung zu leisten. Zudem bilden Nachrichten eine gewichtige Plattform für die Vermittlung politischer Prozesse und Handlungen. In der darauf folgenden Darstellung des Verhältnisses von Politik und Medien sowie Politainment wird im Ansatz auf einige Nachrichtenfaktoren und Darstellungseffekte eingegangen, die durchaus unterhaltsamen Charakter aufweisen und nicht nur informativen.

Bevor schließlich explizite Merkmale des Politainment untersucht werden, soll zunächst in Kapitel 4 die komplexe Wechselbeziehung zwischen dem Politik- und Mediensystem erläutert werden. Dazu wird eine gegenseitige Abhängigkeit aufgezeigt, die in ihrer Symbiose beider Systeme zur Grundlage der unterhaltsamen Aufbereitung politischer Information wird. Mediale Herstellung von Öffentlichkeit, Dualismen beider Systeme und die daraus resultierenden Herausforderungen für politische Akteure werden hier Thema sein.

Kapitel 5 beschäftigt sich vor diesem Hintergrund mit Politainment als Ergebnis des Zusammenwirkens von Medien und Politik sowie ihres strategischen Nutzens als Instrument der Selbstinszenierung von Politikern. Relevante Nachrichtenfaktoren bzw. dramaturgische Stilmittel, die diese Inszenierung unterstützen, werden hier ebenfalls betrachtet. Dazu zählen unter anderem Trends zur Emotionalisierung, Privatisierung und Stereotypisierung. Zur Veranschaulichung werden daran anschließend historische Beispiele aus der Politik vorgestellt. John F. Kennedy, Ronald Reagan und Gerhard Schröder werden als exemplarische Beispiele für „Kenner und Könner“ des Politainment herangezogen, und es wird aufgezeigt, wie jeder einzelne von ihnen das Instrument auf seine Weise erfolgreich zu nutzen wusste. Anhand zweier weiterer Beispiele soll daran anschließend verdeutlicht werden, dass die Anwendung von Politainment als Strategie nicht unproblematisch ist und rasch an ihre Grenzen stoßen kann. Guido Westerwelles Einzug in die Reality-Show „Big Brother“ und Rudolf Scharpings „Pool-Affaire“ dienen als Beispiele für ein Scheitern im Umgang mit Politainment, allerdings mit unterschiedlichen Konsequenzen für die Akteure. Im Kapitel 6, dem Schlusskapitel, werden die Erkenntnisse dieser Arbeit zunächst zusammengefasst, um dann im Ausblick sowohl zukünftig denkbare Chancen als auch Gefahren des Politainment zu erörtern.

2. Information und Unterhaltung

Zunächst einmal stellt sich die Frage, was die Begriffe Information und Unterhaltung im Kern ausmacht, was sie voneinander unterscheidet und in welchem Verhältnis sie zueinander stehen. In den folgenden Abschnitten sollen beide Begriffe detailliert untersucht und hinsichtlich ihrer gegenseitigen Beeinflussung beschrieben werden. Es wird sich zeigen, dass die Trennung beider Ebenen nicht ganz unproblematisch ist, da sich die (Bedeutungs-) Ebenen tendenziell vermischen, was dem Charakter des zu untersuchenden Phänomens Infotainment entspricht.

2.1. Information

Der Begriff „Information“ stammt ursprünglich aus der mathematischen Kommunikationstheorie und wird inzwischen auf Massenkommunikation angewendet. Information bezeichnet hier ein Signal, das von Sender zu Empfänger kommuniziert und als Entweder-Oder-Sachverhalt verstanden wird.[4] Entweder die Information glückt, oder sie tut es nicht. Tut sie es, liegt Kommunikation vor. Allerdings, und dies ist für die vorliegende Arbeit von zentraler Bedeutung, bezeichnet Information im alltäglichen Sprachgebrauch eher Tatsachendarstellungen oder bestimmte Ressorts, also einen „Inhaltstypus der Kommunikation“.[5] Hierunter fallen sämtliche Sachthemen und wissenschaftliche Inhalte. Informationen erfüllen zudem eine normative Funktion, indem sie eine umfassende Meinungsbildung in der Bevölkerung ermöglichen.[6] Ebenso erfüllen Unterhaltung und Bildung diese Funktion. Im Fernsehen wird Information allerdings häufig als Programmsparte aufgefasst, die mit dem Unterhaltungsangebot konkurriert, also Sparten wie Sport, Musik, Kindersendungen, Fiction usw.[7]

Der Duden definiert den Begriff der Information wie folgt: Als eine Nachricht, Auskunft, Belehrung und Aufklärung bzw. als eine Folge von Signalen, die zusammengesetzt eine Mitteilung ergeben, welche beim Empfänger ein bestimmtes (Denk-)verhalten bewirkt.[8] In Bezug auf Fernsehnachrichten deckt sich dies mit der Vorstellung, dass das Wissen der Zuschauer erweitert wird, indem sie Auskunft über bestimmte Ereignisse in der Welt erhalten, also informiert werden. Die vorliegende Definition impliziert somit die Idee, dass Nachrichten als eine Art Spiegel funktionieren und somit einen Teil der Realität abbilden bzw. Inhalte des realen Geschehens repräsentieren.[9] Etwas weniger allgemein definiert Michael Schenk Informationen als eine Art Vehikel, das zwar die Realität nicht direkt abbildet, aber Zuschauer auf Probleme der Realität aufmerksam macht, sie zum Nachdenken darüber anregt und für diesen Zweck Material aus der Realität zur Verfügung stellt.[10] Informationen, bzw. die Vermittlung dieser, scheinen demzufolge grundsätzlich einen Realitätsgehalt aufzuweisen, ob dieser nun in der vermeintlichen Abbildung liegt, Einzelaspekte repräsentiert oder auf solche aufmerksam macht. Informationen stehen demnach immer eindeutig in Verbindung mit der Realität oder dem, was gesellschaftlich als solche begriffen und wahrgenommen wird.

2.2. Mediale Informationsvermittlung

Eine ausführliche Untersuchung darüber, was Realität ist oder ausmacht, wie sie im Einzelnen wahrgenommen und abgebildet wird, würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen. Doch betrachtet man Realitätsvorstellungen und Informationsvermittlung unter dem Einflussfaktor der Massenmedien, ist vor allem jenes Bild von Realität entscheidend, das über diese vermittelt wird. Anders formuliert: Die Medien formen die gesellschaftliche Vorstellung von Realität mit. Niklas Luhmann beschreibt diesen Aspekt in seinem Buch

„Die Realität der Massenmedien“ sehr treffend, wenn er sagt: „Was wir über unsere Gesellschaft, ja über die Welt, in der wir leben, wissen, wissen wir durch die Massenmedien.“[11] Eine weitreichende Vermittlung von Informationen (bspw. Nachrichten) findet entsprechend weniger über Institutionen, wie Kirche, Schule, Familie und Eltern statt. Luhmann erläutert, dass sich sämtliche Wissensressourcen in einem expandierenden Prozess hin zu den Massenmedien verschoben haben, welcher ganz entscheidend den Charakter gesellschaftlichen Wissens prägt.[12]

Die massenmediale Kommunikation zeichnet sich vor allem durch ihre Spezifika Zugänglichkeit und Reichweite aus. Die Informationsvermittlung geschieht in hohem, verdichtetem Tempo und überwindet Raumgrenzen.[13] Die Komplexität der Informationen wird gesteigert. Die Welt, mit der es sich auseinanderzusetzen gilt, wächst mit der Globalisierung und wird auch thematisch vielfältiger. Für die vorliegende Arbeit ist besonders der Aspekt der gegenwärtigen medialen Erfahrungswelt interessant. Es ist davon auszugehen, dass sich die medial erzeugte Realitätsvorstellung mit Segmenten der individuellen Erfahrung vermengt und zu einer neuen, komplexeren Wirklichkeit zusammensetzt.[14] Luhmanns Idee der Wissensanreicherung über die Massenmedien wird sozusagen um die Dimension der persönlichen Alltagserfahrungen erweitert. Zu behaupten, Medien machten Realität, wäre womöglich zu simpel. Vielmehr formen sie jene Bausteine, die von Mediennutzern zur Realitätskonstruktion verwendet werden.[15] Hier deutet sich bereits die komplizierte Beschaffenheit solcher Realitätskonstruktionen an, besonders wenn berücksichtigt wird, dass die Funktion massenmedialer Kommunikation nicht ausschließlich in der Vermittlung von Informationen besteht, auch wenn diese sicherlich eine bedeutende Funktion einnimmt. Wie in den kommenden Abschnitten noch beschrieben wird, stehen unterhaltsame, inszenierte und fiktionale Medieninhalte den informativen in ihrer Bedeutung kaum nach. Die Vermischung solcher Inhalte macht das Phänomen Infotainment im Kern aus. Sie liegt den Realitätsvorstellungen zugrunde. Diese wiederum werden gesamtgesellschaftlich verankert, also zu Normen gefestigt, die über die Medien inhaltlich bedient und bestätigt werden. Erst aus der Kombination informativer und unterhaltender Elemente erhält eine Nachricht das Potential zur Realitätskonstruktion bzw.

–verschiebung, welche sich dann im Zusammenspiel mit individuellen Erfahrungen zu einer neuen, komplexen Konstruktion von Realität verdichtet.

2.3. Unterhaltung

Der Psychologe und Kommunikationswissenschaftler Gerhard Maletzke brachte den Charakter von Unterhaltung auf die einfache Formel: „Unterhaltung ist, was unterhält.“[16] So trivial diese Aussage auf den ersten Blick erscheinen mag, sie umschreibt Wesen und Problematik des Begriffs sehr zutreffend. Denn bis heute gibt es keine klare bzw. unumstrittene Definition des Begriffs. Zwar finden sich in der Forschungsliteratur relativ homogene Assoziationen zu diesem Begriff, wie „Amüsement“, „Erheiterung“ oder

„Ablenkung“[17], jedoch handelt es sich hierbei durchweg um subjektive Konstitutionen, die Rezipientensicht betreffend. Ob sich diese letztlich unterhalten, belustigt oder erheitert fühlen, liegt in ihrem subjektiven Erleben und lässt sich nicht signifikant auf eine statistische Größe reduzieren, zumal das individuelle Erleben durch ebenso komplexe Mechanismen, wie psychische, soziale und kognitive Faktoren bestimmt wird.[18] Klar ist, dass Unterhaltung eine rezipientenorientierte Kategorie ist sowie eine Kategorie, die das Verhältnis zwischen Rezipient und Kommunikator betrifft.[19] Doch auch dieses Verhältnis kann nicht hinreichend erläutert werden, da unklar bleibt, ob die Unterhaltungsabsichten des Kommunikators entsprechende Wirkungen beim Rezipienten tatsächlich erzielen oder dessen Erwartungen wiederum hinsichtlich des Unterhaltungsangebots erfüllt werden. Der Kommunikator beabsichtigt zu unterhalten, doch Unterhaltung als solche bleibt immer eine Größe, die sich einzig und allein im Erleben des Rezipienten manifestiert.[20] Diese Problematik verfestigt sich zudem unter der Frage nach dem Realitätsmodus. Ähnlich der Information, steht natürlich auch Unterhaltung in Verbindung mit der Realität. Doch während Information häufig Realität abzubilden versucht und Teile von ihr repräsentieren will, deuten Assoziationen zu dem Begriff „Unterhaltung“, wie beispielsweise „Ablenkung“, einen eher fantasievollen Umgang mit der Realität an. Nach Schenk lädt Unterhaltung den Zuschauer dazu ein, seine wirklichen Probleme zu vergessen und bereitet Vergnügen durch Erzeugung von Emotionen.[21] Das heißt, der Realitätsbezug besteht hier darin, dieser zu entfliehen oder sie angenehmer zu gestalten. In Anlehnung an Alfred Schütz, der sich überwiegend mit den Prozessen sozialer Realitätskonstruktion befasst hat und das, was wir im Alltag für real halten als „ausgezeichnete Wirklichkeit“[22] bezeichnet, kann auch Unterhaltung als eine Art geschlossener Sinnbereich begriffen werden, der sich entsprechend schwer bis gar nicht erschließen lässt. Das, was für den einen real ist, muss für den anderen nicht existieren und kann ein Hirngespinst sein – ähnlich verhält es sich mit dem, was als Unterhaltung empfunden wird und auch mit dem empfundenen Realitätsgrad des Unterhaltungsangebots. Allerdings muss an dieser Stelle betont werden, dass in Umfragen, in denen nach der Bedeutung von Unterhaltung für den Einzelnen gefragt wird, tendenziell ähnliche Antworten gegeben werden. Häufig bedeutet Unterhaltung für die Rezipienten: Abwechslung, Erleben und Erholung, Ablenkung und Vergnügen, Entspannung und Emotionen.[23] Dies deckt sich mit der Beobachtung, dass Unterhaltungsprogramme thematisch vor allem „human interests“[24] aufgreifen, nämlich dem Bedürfnis nach Themen wie Klatsch, Katastrophen, Verbrechen oder persönlichen Schicksalen nachkommen. In diesem Zusammenhang wird auch häufig von der „Boulevardisierung“[25] des Fernsehens gesprochen. Sie wird deutlich in Formaten, wie „Exclusiv“ (RTL), „Blitz“ (Sat.1), oder „Taff“ (Pro Sieben), in denen es vor allem um Neuigkeiten Prominenter geht. Magazine, wie

„Brisant“ (ARD) und „Akte“ (Sat.1) berichten über menschliche Schicksale und Verbraucherthemen. In „Cheaters“ (RTL II) werden verzweifelte Hausfrauen mit der Kamera begleitet, die mit Hilfe des Moderators die Seitensprünge ihrer Männer aufdecken. Solche Formate fallen unter Reality-TV. Doch auch Nachrichtensendungen bedienen „human interests“. Vor allem Nachrichten auf Privatsendern zeichnen sich dadurch aus, dass sie Politik und Wirtschaft verhältnismäßig wenig Sendezeit einräumen und stattdessen etwa über neue Elektronikartikel berichten oder über Liebeleien aus der „Promiwelt“. Politische Beiträge betreffen hier häufig weniger das eigentliche politische Geschehen, als vielmehr Skandale und Nebensächlichkeiten bezüglich der politischen Akteure.

Auch wenn das aktive Publikum im Rezeptionsprozess letztlich selbst entscheidet, was wirklich unterhaltsam ist und sich der Sinnbereich der Unterhaltung in seinen Variationen und Ausmaßen kaum ganz erschließen lässt, so ebnet doch die Perspektive des Kommunikators den Zugang für seine Unterhaltungsabsicht.[26] Das von ihm produzierte Unterhaltungsangebot zeichnet sich nach Dörner durch zwei wesentliche Merkmale aus, die an dieser Stelle skizziert werden sollen:

1. Die Welt der Unterhaltung ist eine „Als-Ob-Welt“.[27] Zwar leitet sie sich aus der Wirklichkeit des Alltags ab, doch bildet letztlich eine neue, in sich schlüssige Welt. Entscheidend hierbei ist die Konformität beider Welten. Da die Logik der „Als-Ob-Welt“ mit der Logik der Alltagswelt einhergeht, schafft sie Identifikationsmöglichkeiten und somit wiederum die Möglichkeit, als Zuschauer unterschiedliche Rollen und Erfahrungsräume zu erleben. Die Identifikation fungiert dabei als Brücke zwischen Fiktion und eigener Erfahrung: Durch Identifikation nimmt der Zuschauer an der „Als-Ob-Welt“ teil. Dies setzt eine spätere, wichtige Transferleistung von Wissens- und Erfahrungssegmenten in den Alltag voraus. Ohne allzu ausführlich auf die Funktion von Unterhaltungsangeboten eingehen zu wollen, sei die Bedeutsamkeit des Identifikationsprozesses an dieser Stelle hervorzuheben. Dieser könnte ein entscheidender Faktor für den Erfolg von Unterhaltungsformaten sein, denn er leitet Wahrnehmung, Deutung und Sinngehalt der Realität (im Übrigen auch politischer Realität). Die Transferleistung macht das Eintauchen in solche „Als-Ob-Welten“ äußerst orientierungsfreundlich, indem Komplexität reduziert und zudem der Alltag als entspannter empfunden wird.

2. Die Wirkungsmöglichkeiten von Unterhaltungsangeboten bestehen weniger aus argumentativer Information als aus Stimmungen. Dass Unterhaltung tatsächlich unterhält, amüsiert und entspannt, führt Dörner auf den „Feel-Good-Faktor“[28] zurück – einer spezifischen Wirkungsmöglichkeit von Unterhaltungsangeboten, die die „Als-Ob-Welten“ besser und schöner erscheinen lässt als die eigene Erfahrungswelt. Dies geschieht über Zeichenkonstruktionen, die gezielt eingesetzt werden (vor allem in Spielfilmen). Der Einsatz von repräsentierenden Zeichenebenen, wie zum Beispiel einer klaren dramaturgischen Aufbereitung von Helden, Feinden und Konfliktstrukturen, wirken ebenso eindringlich wie nicht-repräsentierende, also unmittelbar greifende. Diese wären beispielsweise Musik und Farben, die eine bestimmte Atmosphäre erzeugen. Resümierend erzeugt der „Feel-Good- Faktor“ in Unterhaltungsformaten eine „Emotion des Utopischen“[29], dessen Gefühlsqualität sich in erster Linie auf bestimmte Entbehrungen (und Probleme) der realen Welt bezieht.

Luhmann nennt den von Dörner als „Als-Ob-Welten“ bezeichneten Bereich zwischen Realität und Fiktion „Welt der Imaginationen“[30], die ständig neue Informationen benötigt. Nach Luhmann muss das Publikum stets in der Lage sein, einen Bezug zur faktischen Realität herstellen zu können: Unterhaltung aktiviert als „Verstärker“ Selbsterlebtes, Erhofftes und Vergessenes; sie reimprägniert also letztlich das, was der Rezipient ohnehin weiß.[31] Das Fernsehen professionalisiert in diesem Kontext die Form der erzählenden Unterhaltung, die dazu einlädt, das Gesehene/Gehörte auf sich selber zu beziehen, und zwar unter anderem durch die Personalisierung von Ereignissen, Erfahrungen und Alltagswissen. Faktoren, die einen hohen Grad an Emotionen hervorrufen können.

Die Erzeugung von Emotionen und Stimmungen durch Unterhaltung wird in dieser Arbeit noch Schwerpunktthema sein. An dieser Stelle soll vorab noch ein wesentliches Merkmal von unterhaltenden Angeboten erwähnt werden, das diese emotionale Wirkungsebene unmittelbar berührt: die leichte Erschließung des Inhalts. In Anlehnung an den eben diskutierten phantasievollen Umgang mit Realität, erklärt Leo Bogart, dass diese während des Rezeptionsprozesses in Produkte der Phantasie eingetauscht und dadurch wiederum die kognitive Aktivität reduziert wird.[32] Das bedeutet, Unterhaltungsprogramme erfordern keine besonders hohe Denkleistung und sind „leicht zu verdauen“. Sie sprechen den Zuschauer auf einer stärker emotionalen Ebene an, weswegen auch selten ein spezielles Vorwissen zur Erschließung des Inhalts erforderlich ist. Genauso wenig wird eine längerfristige Auseinandersetzung mit dem Gesendeten gefordert. Unterhaltung lädt zu einem kurzweiligen Amüsement ein, weswegen Information vermutlich eine deutlich höhere Relevanz beigemessen wird.

2.4. Inszenierung

Das Verhältnis von Unterhaltung zu Realität und Fiktion oder die Aufbereitung der Realität in „Als-Ob-Welten“ mit „Feel-Good-Faktor“ legen nahe, den Unterhaltungsbegriff an den der Inszenierung zu koppeln. Wenn die Grenzen zum Fiktiven im Unterhaltungsangebot fließend sind, stellt sich auch die Frage nach der Aufbereitung des Programms hinsichtlich der Dramaturgie. Denn bei dem Akt des Inszenierens geht es um das „Vorbereiten, Bearbeiten, Einstudieren, künstlerisch(e) Gestalten“ sowie „geschickt ins Werk Setzen, Organisieren, Einfädeln“[33] eines Stückes oder Programms. Nach Theaterwissenschaftlerin Erika Fischer werden hierbei Imaginäres, Fiktives und Reales zueinander in Beziehung gesetzt.[34] Inszenierung begreift sie als immergegenwärtigen, schöpferischen Prozess, der Erscheinungen sichtbar macht.[35] Dies deutet im Übrigen an, dass auch Informationssendungen bis zu einem gewissen Grade Unterhaltungs- bzw. Inszenierungselemente enthalten, um Information auch nur darstellen zu können. Wesentlich hierbei scheint die formgebende Bedeutung zu sein, die der Inszenierung zugeschrieben wird. Sie scheint nicht nur einfach ein dramaturgisches Stilmittel zu sein, mit dessen Hilfe sich Programme spannender und unterhaltsamer aufbereiten lassen, sondern sie ist möglicherweise ein obligatorischer Faktor, der Informationen jeder Art erst sichtbar macht, bzw. derart gestaltet, dass sie vom Rezipienten überhaupt wahrgenommen und verarbeitet werden. Inszenierung ist somit ein zentraler Aspekt des Phänomens Infotainment und damit auch des Politainments (als Variante), wie sich in dieser Arbeit noch zeigen wird.

3. Infotainment

Der Infotainment-Begriff ging hierzulande in den 80er Jahren in den kommunikationswissenschaftlichen Sprachgebrauch ein, nicht zuletzt durch die seinerzeit aufkommenden Privatsender.[36] In der deutschen Fachliteratur wurde der Begriff vermutlich erstmals 1988 in den Aufsätzen der Zeitschrift „Media Perspektiven“ explizit geäußert. Darin berichteten Medienwissenschaftler und Fernsehschaffende über aktuelle Entwicklungen der amerikanischen Fernsehlandschaft und über die damals neuartigen deutschen News Shows von Sat.1 und RTL.[37] Der Neologismus wurde im Übrigen wahrscheinlich schon etwas früher, nämlich in den späten 70er Jahren, von amerikanischen Fachleuten verwendet.[38] Eine allgemeingültige Definition von Infotainment ist nicht zu finden. Der Begriff wird seitens der Medienforschung zwar tendenziell ähnlich ausgelegt, jedoch mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Rudi Renger beispielsweise begreift Infotainmant als „formal-inhaltliche Gestaltungsstrategie“[39], Christian Schicha ganz ähnlich als „Stilmittel zur Übertragung von Information“.[40] Einige Autoren beziehen sich auf den Infotainment-Begriff bei Ulrich Saxer. Dieser begreift ihn als einen Sammelbegriff für die unterhaltsame Aufbereitung von Informationen. Ebenso ist Infotainment ein allgemeines Schlagwort für die Vermischung von Information und Unterhaltung in der Medienindustrie.[41] Eine klare Definition erscheint besonders aufgrund des komplexen Unterhaltungsbegriffs schwierig. Infotainment-Definitionen schließen vielfach eine Wertung mit ein. So meint Louis Bosshart, es werden „Informationen auf angenehme Weise vermittelt“[42], während Gottlieb F. Höpli äußert: „Infotainment ist die neueste Art, Informationen nicht ernst zu nehmen. Infotainment ist im Speziellen die Kapitulation des Journalisten vor dem Zusammenhang“.[43] Diese Auswahl einiger Definitionsansätze verdeutlicht resümierend folgende Aspekte: 1. Infotainment ist (in seiner Dominanz) ein relativ neuartiges Phänomen in der Medien- und besonders in der Fernsehlandschaft. 2. Infotainment beschreibt, ist oder ermöglicht eine spezifische Art und Weise der Aufbereitung eines Programms und 3. Infotainment verkörpert ein besonderes Verhältnis von Information und Unterhaltung. Einige Autoren gehen sogar so weit, Infotainment inzwischen als Bedingung zu betrachten, um Information überhaupt erfolgreich vermitteln zu können.[44] Daher soll diese Relation im nächsten Abschnitt detaillierter betrachtet werden.

3.1. Zur Vermischung von Information und Unterhaltung

An kleinen alltäglichen Beispielen lässt sich verdeutlichen, dass Unterhaltung und Information selbst in vermeintlich reiner Form hinsichtlich ihres Unterhaltungs- bzw. Informationsgehalts ganz unterschiedlich rezipiert werden können: Eine Musik- oder Tanzveranstaltung kann für den einen Zuschauer pure Unterhaltung sein, während sie für den anderen eine tiefergehende Bedeutung hat. Eine Person mag die Veranstaltung genießen, ohne sich jemals zuvor mit Genre und Inhalt beschäftigt zu haben. Sie erfreut sich an der bunten Darstellung und verlässt sie hinterher entspannt. Eine andere Person jedoch, mit anderem Hintergrundwissen, mag einen völlig anderen Zugang zu dem Programm haben und sich auf andere, fundierte Weise damit auseinandersetzen: Vielleicht mit Überlegungen zum Bühnenbild oder Kameraschnitt, inhaltlichen Analysen über latente Gesellschaftskritik oder politische Aussagen. Für diese Person bedeutet die Veranstaltung Arbeit. Sie denkt aktiv mit und lässt sich nicht nur passiv „berieseln“. Genauso trifft dieser Effekt auf das Fernsehprogramm zu. Dieses Beispiel zeigt bereits, dass die traditionelle Dichotomie von Information und Unterhaltung zwar möglich, ihre tatsächliche Rezeption jedoch unterschiedlich ist. Aber abgesehen davon, finden sich die Ebenen Information und Unterhaltung im gegenwärtigen TV-Programm immer seltener in ursprünglicher Form wieder. Üblicherweise vermischen sich beide Ebenen, und das Fernsehangebot eignet sich zunehmend einen Infotainment-Charakter an. Dies trifft insbesondere auf Nachrichtensendungen zu, einem Format, dem wohl nach wie vor der größte Informationsgehalt zugesprochen wird. Doch auch die News Shows können es sich, nach Dörner, nicht mehr leisten, nur vom Blatt abzulesen, ohne Zuhilfenahme dynamischer Beiträge und Bilder, poppiger Grafiken und Computeranimationen.[45] Bernward Frank meint sogar: „Alles, was wir lesen, hören oder sehen, enthält Nachrichten, Informationen, ob dies intendiert ist, oder nicht. Die landläufige Trennung der Medienfunktionen in Information, Unterhaltung und Bildung ist bloßer Terminus und entspricht nicht der Realität dessen, was angeboten wird und – noch bedeutsamer – wie etwas rezipiert wird.“[46] Diese Auffassung entspricht einer Studie von Ursula Dehm aus dem Jahr 1984, aus der hervorgeht, dass diese Dichotomie von Unterhaltung und Information von der Mehrheit der befragten Fernsehzuschauer nicht als solche wahrgenommen wird.[47] Sendungen, die nicht unterhalten, werden nicht der Kategorie „Informationssendung“ zugeschrieben, sondern schlicht als Angebote begriffen, die „nicht unterhalten“. Lediglich für eine kleine Minderheit, die im Übrigen über eine deutlich bessere Schulbildung und berufliche Stellung verfügte, hatten Sendungen, die nicht unterhalten, eine offenkundig informierende und meinungsbildende Funktion. Gebhard Rusch kam allerdings 1993 zu dem Ergebnis, dass Zuschauer beim Anschauen von Informations- bzw. Nachrichtensendungen a priori keine Unterhaltung erwarten. Dies täten sie nur bei Sendungen, die von der Kommunikatorseite explizit dem Unterhaltungssektor zugeordnet wurden.[48] Dennoch ist von einer Vermischung der zwei Ebenen auszugehen. Claudia Wegener spricht sogar von einer Aufhebung der Grenzen. Die Hauptfunktion von Infotainment sei nämlich die Herstellung von Identifikationsmöglichkeiten sowie das Erzeugen von Mitgefühl und Emotionen – also die abwechslungsreiche Gestaltung des Programms durch Einbeziehung dieser Faktoren.[49] Hier findet Inszenierung statt und eine Vermischung von realen und fiktionalen Elementen

– in Unterhaltungs- wie Informationsformaten gleichermaßen. Wegener spricht in dem Zusammenhang auch von „unterhaltsamer Information“ und meint damit Informationen, die durch affektive bzw. emotionale Gestaltung übermittelt werden. Hierbei seien mediale Stimuli als emotionale Akzentuierung des Informationsangebots von Bedeutung. Diese entsprächen dem emotionalen Gehalt von beispielsweise Nachrichten.[50] Gefühle und Emotionen werden letztlich auch in nicht-fiktionalen Sendeinhalten dargestellt. Demnach werden Informationen hier emotional präsentiert.[51] Die Informationsaufnahme ist zunehmend mit Emotionen verbunden. Das Erleben bestimmter Empfindungen wird dabei zu einem wichtigen Motivationsfaktor, um ein Programm überhaupt einzuschalten.[52]

Im Folgenden soll nun die Entwicklung des Infotainment kurz umrissen werden, um schließlich aktuelle Tendenzen und Formate vorzustellen.

3.2. Entwicklungstendenzen in Fernsehformaten

Wie bereits im vorigen Kapitel erläutert, ist der Infotainment-Begriff noch relativ jung. Doch das Auftreten des Phänomens lässt sich schon wesentlich früher feststellen, auch wenn es zu dieser Zeit noch nicht explizit benannt und kaum untersucht wurde. Infotainment ist sicherlich nicht als revolutionäre Programmerneuerung zu verstehen, sondern, so Saxer, als ein neues „Umkombinieren von bereits Existentem“.[53] Es würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen, nun jeden einzelnen Aspekt der Infotainment-Geschichte darzulegen. Denn bereits in der Aufklärung gab es den sogenannten Moraljournalismus, der mit seinen Moralischen Wochenschriften auf ein Publikum abzielte, das nicht zu den Intellektuellen zählte und versuchte, Ergebnisse aus Wissenschaft und Gelehrtenwelt unterhaltsam aufzubereiten.[54] Genannt sei jedoch zum Beispiel die berühmte Radioreportage Orson Welles´ namens „The War of the Worlds“ von 1938. Hier wurde eine angebliche Invasion der USA durch Marsmenschen so glaubwürdig inszeniert, dass sie bei tausenden Hörern Flucht und Panik auslöste. Sie hielten Fiktionales für real. In den 50er Jahren kamen Formate auf, die heute in ähnlicher Form dem Infotainment zugerechnet werden, beispielsweise die CBS-Serie „Wanted“, die, dem deutschen „Aktenzeichen XY ungelöst“ vergleichbar, mittels Rekonstruktionen von Kriminalfällen nach Verbrechern fahndete.[55] Auch hiermit wurde 1955 ein Format erschaffen, in dem die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verschwammen: Die Verbrechen existierten wirklich, und auch die Suche nach den Tätern war echt. Die Aufbereitung der Sendung jedoch wurde durch spannende, dramatische Elemente unterstützt und damit unterhaltsam gemacht. Sie glich dramaturgisch eher einem Kriminalfilm. Es folgten später Shows, wie „Cops“ (1989) oder

„Emergency Call“ (1990), in denen ein Kamerateam reale Polizeieinsätze verfolgte.[56] Aktuelle, im deutschen Fernsehen laufende, äquivalente Sendungen sind beispielsweise

„Toto und Harry“ auf Sat.1. Auch hier geht es um die Realität, um wahre Fälle, aber gleichzeitig um Show und Inszenierung. 1979 galt „Real People“ auf NBC als Auslöser für den Boom des sogenannten „Trash-TV“. Im Zentrum standen Familientragödien durchschnittlicher Menschen, die vor einem Millionenpublikum öffentlich gemacht wurden. Doch bereits 1968 entwickelte eine lokale ABC-Station in Chicago solche „Happy Family“- Formate, den Vorläufern heutiger Mittags-Talkshows.[57] Im Laufe der Zeit kamen immer mehr Fernsehformate auf, die der Dichotomie Information/Unterhaltung nicht mehr eindeutig zuzuordnen waren. Sie wiesen tendenziell Unterhaltungselemente auf und kreuzten sich mit weiteren Genres, wie Werbung, Verbrauchermagazinen oder Comedy. Zu nennen sind unter anderem Gameshows, wie „Der Preis ist heiß“ oder „Glücksrad“ mit ihrer Kombination aus Spiel und Spannung, unter Einbeziehung von Produktwerbung. Wissenschaftsshows, wie „Knoff Hoff“ oder aktuell „Clever – die Show, die Wissen schafft“, sind hingegen Formate, die den Anspruch erheben, Wissen zu vermitteln und dies auf spielerische Art und Weise. Eine weitere Variante stellen sogenannte Beziehungsshows dar.

„Herzblatt“ und „Nur die Liebe zählt“ verbinden reale Beziehungsschicksale (ebenso realer Kandidaten) mit inszenierten Showeinlagen und bedienen damit in erster Linie den Unterhaltungssektor. Selbst der Wetterbericht hat längst einen eigenen Sendeplatz und wird unterhaltsam gestaltet, indem das Wetter nicht mehr einfach nur abgelesen, sondern mit Witz und Originalität präsentiert wird.[58] In all diesen Formaten geht es um eine unterhaltsame Aufbereitung von Information, auch wenn die jeweilige Ausprägung des Informationsgehalts recht unterschiedlich ist.

Im Rahmen dieser Arbeit ist die Veränderung von Nachrichten hin zum Infotainment von besonderem Interesse, beispielsweise durch neuartige Strukturen, wie kürzere Beiträge und fragmentarische Informationen. Nachrichtensendungen sind schließlich zudem zentrale Foren für politische Inhalte. Es werden jene Nachrichten vorgezogen, die gut „ankommen“ und nicht langweilen, auch wenn die langweiligeren möglicherweise die wichtigeren Nachrichten wären.[59] Im Hinblick auf das Schwerpunktthema Politainment wird den Nachrichten im Verlauf dieser Arbeit noch besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Doch zuvor sollen im Rahmen der Entwicklungsgeschichte auch einige kontextuelle Bedingungen erläutert werden, die diese Entwicklung bis heute fördern. Dies ist unabdingbar, um die Aktualität und Brisanz des Themas hinreichend zu verstehen.

3.2.1. Quantitative und qualitative Veränderungen

Betrachtet man die gegenwärtige Fernsehlandschaft, so fällt grundsätzlich ein Anstieg an Unterhaltungsformaten auf. Schicha stellte im Jahr 2002 fest, dass Dreiviertel aller Sendezeit aus Unterhaltung besteht und der Informationsgehalt in den Hintergrund rückt.[60] Viele dieser Formate, wenn nicht sogar die Mehrzahl, sind der Kategorie Infotainment zuzuordnen. Sie erheben den Anspruch, Wissen zu vermitteln und tun dies möglichst unterhaltsam. Viele Spartenkanäle beschränken sich dabei auf Spezialthemen, wie Musik (MTV, VIVA), Spielfilme und Sport (Premiere, DSF). 2003 lag der Anteil an Inhalten, die unter die Rubrik Information fallen, bei ARD und ZDF bei 42% bzw. 48%, RTL bei 24%, Pro Sieben bei 30% und Sat.1 bei 17%.[61] Hier wird der gravierende Unterschied zwischen öffentlich-rechtlichen und privat-kommerziellen Sendern deutlich. Die Auswahl und Produktion von Programmen verläuft, bei aller Unterschiedlichkeit ihrer Sendekriterien, dennoch nach den Regeln des Marktes. Insgesamt lag das Informationsangebot (gemeint sind vor allem Nachrichten und Reportagen) 1996 in Deutschland bei den öffentlich- rechtlichen Sendern bei 42%, bei den privaten Kanälen bei 17%.[62] Die

„Unterhaltungslogik“[63] betrifft jedoch beide Anbieterseiten und unterliegt maßgeblich folgenden Faktoren: 1. der Konkurrenz um Quoten und Marktanteile, 2. dem Kommerzialisierungsdruck, 3. dem Zeitdruck um Aktualität und 4. der Rezeptionsgewohnheit des Publikums.[64]

Dazu seien zunächst folgende Anmerkungen gemacht: Zum einen unterliegen auch öffentlich-rechtliche Sender einem Kommerzialisierungsdruck, und ihr Erfolg misst sich letztendlich an Zuschauerquoten. Auch sie sind also gezwungen, das Publikum oder bestimmte Zielgruppen für sich zu gewinnen und dauerhaft zu fixieren. Dazu beschreibt Klaus Koziol sehr treffend die Programmentwicklung von ARD und ZDF, die sich zunehmend auf ein älteres Publikum (60+) spezialisiert und den Kinderkanal konzipiert haben, nachdem sie feststellen mussten, dass Privatsender ein eher junges Publikum erreichen.[65] Diese Tendenz schlägt sich auch auf das Informationsangebot nieder. Nach einer Studie von Hans-Jürgen Weiss und Joachim Trebbe über die Programmstrukturen 1998/1999 neigen inzwischen auch öffentlich-rechtliche Sender stärker zur News Show und versuchen Beiträge durch persönliche Kommentare abzurunden oder durch witzige Bemerkungen ihre eher konventionell gestalteten Nachrichtensendungen aufzulockern.[66] Private Sender strahlen deutlich weniger Nachrichtenformate aus. RTL bildet hierbei die

Ausnahme. Der Sender bietet ein umfangreicheres Nachrichtenprogramm an als alle anderen Privatsender zusammen.[67] Allerdings ist dieses über sogenannte „soft news“ (diese entsprechen vor allem Klatsch und Tratsch-Meldungen) sehr unterhaltsam aufbereitet. Mit dieser Strategie hat der Marktführer inzwischen mehr Nachrichtenzuschauer als das ZDF.[68] Zum zweiten lässt sich daraus schließen, dass selbst bei einer Berichterstattung zu demselben Thema, eine ganz andere Art der Darstellung zu erwarten ist. Der genaueren Analyse sei vorweggenommen, dass bei Großereignissen (wie zum Beispiel einem Terroranschlag) private Nachrichtenmagazine mehr emotionsgeladene Bilder von Betroffenen zeigen, um damit u.a. das Ereignis auf kaum verarbeitbare Weise zu dramatisieren und den Betrachter das Fürchten zu lehren.[69] Dass dennoch auch öffentlich- rechtliche Sender ganz und gar nicht frei sind von Inszenierung, werden die nächsten Abschnitte über Nachrichten noch verdeutlichen. Um ihre Einschaltquoten zu erhöhen, sind auch sie zunehmend in der Situation, ihrem Programm Infotainmentcharakter zu verleihen. Zum Beispiel wurde von der ARD einst der Versuch unternommen, ihre Zielgruppe durch Daily Soaps wie „Marienhof“ und „Verbotene Liebe“ um jüngere Zuschauer zu erweitern, und das mit Erfolg. Die Serie „Verbotene Liebe“ trägt nach wie vor mit einem durchschnittlichen Marktanteil von über 14% nicht unerheblich zum Erfolg des Senders bei.[70] Das ZDF erzielt bis heute seine höchsten Einschaltquoten mit der Unterhaltungsshow „Wetten, dass...?“ (über 40%)[71], „ML Mona Lisa“ wirbt mit „erschütternden Reportagen“,

„Menschen und ihren Schicksalen“ und „spannenden Originalfällen“[72] und berührt damit ganz klar sogenannte „human touch“-Themen, womit es den Privatsendern gleicht. Doch Unterhaltung allein scheint dem Publikum nicht zu genügen. Es geht auch um Imagepflege. RTL erhob beispielsweise den Anspruch, nicht nur als Unterhaltungssender wahrgenommen zu werden und stellte daraufhin einen eigenen Informationssektor als Bestandteil des Programms heraus.[73] Auch das mit Erfolg. Der damalige Informationsdirektor Hans Mahr sagte dazu 1997: „Niemand zappt mehr zum ZDF, um zu kontrollieren, ob RTL etwas vergessen hat.“[74]

An diesen Beispielen wird deutlich, dass sowohl öffentlich-rechtliche als auch privat- kommerzielle Sender längst dabei sind, die Grenzen ihrer ursprünglichen Sektoren Unterhaltung und Information zu lockern, um sich jeweils ein wenig der Konkurrenz anpassen zu können. Selbstverständlich tut dies nicht jeder Sender gleichermaßen, und es gibt nach wie vor Kanäle, wie die „Dritten“, deren Informationsgehalt noch sehr hoch angesiedelt ist. Doch auch hier sind Verschiebungen sichtbar: Der MDR, dessen Programm zunächst überwiegend von hohem kulturellen Niveau und bildungsbürgerlich geprägt war, sendet zunehmend Talkshows und Schlagerparaden.[75]

3.2.2. Quotendiktat

Wie bereits erwähnt, unterliegt die Entwicklung hin zum Infotainment vor allem den Regeln des Marktes. Das Quotendiktat verstärkte sich erheblich mit Aufkommen des dualen Rundfunksystems.[76] Bis 1984 war Fernsehen in Deutschland eine Angelegenheit des Staates, doch dann mussten die Sender um Quoten und Marktanteile kämpfen. Die Privatsender setzten in ihren Informationsangeboten einen Schwerpunkt auf „human touch”-Themen und grenzten sich damit entsprechend von den öffentlich-rechtlichen Sendern ab.[77] Die Marktanteile sind entsprechend hoch. Dörner (u.a.) bestätigte in diesem Zusammenhang, dass das Publikum nicht nur Entspannung über Unterhaltung sucht, sondern informativen Angeboten sogar gezielt aus dem Weg geht („Unterhaltungsslalom”[78]). Die Nutzung von Unterhaltungsangeboten liegt dabei prozentual sogar höher als es ihrem Anteil im Angebot entspricht: 1995 beispielsweise lag der Gesamtanteil der gesendeten Unterhaltungsprogramme bei 39%, während der Anteil an den tatsächlich geschalteten Sendungen bei 46% lag.[79] Solche und ähnliche Ergebnisse der Markt- und Publikumsforschung projizieren eine Gestalt vom jeweiligen Zielpublikum und tragen entsprechend zum Druck des Quotendiktats bei. Die Gestalt wird für die Medienschaffenden zur verpflichtenden Perzeption, sozusagen zur Direktive ihrer Produktion. Ob diese erfolgreich ist, zeigt sich hinterher in der Einschaltquote, im Printbereich langfristig in der Auflage. Den Redakteuren der ZEIT wurde im Übrigen vorübergehend verschwiegen, wie hoch die tatsächliche Auflage der Wochenzeitung ist, um ihnen den Druck während der Produktionswochen zu nehmen.[80] Diese Vorgehensweise wurde natürlich längst aufgegeben. Die Auflagen (und Quoten beim Fernsehen) werden in der Regel grundsätzlich jeden Morgen präsentiert und analysiert, mit der unvermeidbaren Konsequenz, dass Journalisten nicht mehr so frei und kreativ arbeiten können, wie sie es vielleicht gerne wollten. Stattdessen müssen sie den Tenor des Senders oder der Zeitung unter Quotendruck bedienen.[81]

3.2.3. Fixierung der Rezipienten

Damit ein Sender seine gewünschte Einschaltquote erreicht, muss er die Aufmerksamkeit der Zuschauer auf sein Programm lenken, sie gewissermaßen fixieren. Diese Grundvoraussetzung gewinnt umso stärker an Bedeutung, je mehr Programme alternativ zur Verfügung stehen, die Zuschauer also wählen können. Mit zunehmender Konkurrenz steigt somit der Kampf um Aufmerksamkeit.[82] Um sich von der Konkurrenz abzuheben und den Vorlieben möglichst vieler Zuschauer zu entsprechen, setzen vor allem Privatsender vermehrt auf eine unterhaltsame Aufbereitung ihrer Programme. Neil Postman veranschaulicht in seinem Buch „Wir amüsieren uns zu Tode“, was geschieht, wenn dem nicht nachgekommen wird.[83] Er berichtet über den amerikanischen Fernsehmoderator Robert McNeil, der einst mit seiner Sendung „McNeil-Lehrer Newshour“ versuchte, sich vom kommerziellen Showbusiness zu distanzieren. Den Preis, den er dafür zahlte, stattdessen alternative, periphere Themen abzuhandeln und ausführliche Hintergrundinformation zu liefern, waren eine abfallende Zuschauerquote und eine deutliche Gehaltseinbuße.[84] McNeil erkannte, entscheidend bei der Nachrichtenproduktion sei es grundsätzlich, „alles kurz zu halten, die Aufmerksamkeit der Zuschauer nicht zu belasten und sie stattdessen durch Abwechslung, Neuigkeit, Aktion und Bewegung ständig zu stimulieren. Keinem Begriff, keiner Gestalt, keinem Problem braucht man mehr als ein paar Sekunden Aufmerksamkeit zu schenken.“[85] Wenn auch nur ein Beispiel, so zeigt es doch, welch substanzielle Bedeutung die Aufmerksamkeit der Zuschauer hat. In den bisherigen Ausführungen wurde bereits erläutert, wie das Publikum durch Vermeidung von Dissonanzen an das Programm gebunden wird. Der Versuch Rezipienten zu fixieren, also ihre Aufmerksamkeit auf bestimmte Formate zu lenken, wird in der Aufbereitung dieser deutlich. Sie betrifft nicht nur Programme, die gezielt auf Entertainment setzen, sondern auch Informationssendungen, wie Reportagen und Nachrichten. Aufwendig inszenierte Ereignisse erreichen oftmals auch Menschen außerhalb der Kernzielgruppe. Die Gestaltung eines Wahlkampfes als Showevent erhält somit auch von solchen Gruppen Aufmerksamkeit, die bisher vielleicht gar nicht politisch interessiert waren. Dies belebt und erweitert den öffentlichen Diskurs über die jeweils ins Zentrum projizierten Themen und bildet die Voraussetzung für mainstreamartige Auffassungen. So erweitert sich das Kommunikationsspektrum; die rezipierte Realität besteht allerdings in erster Linie aus schnelllebigen Bildern, oft irrelevanten Einzelheiten, Redundanzen und dramatisierten Szenen.[86] Diese Erkenntnis führt zu einer neuen Problemstellung: Die Aufmerksamkeit des Publikums ist trügerisch, denn der reine Konsum von Programmen sagt zunächst noch nichts über die Qualität der Rezeption aus. Ob Informationsvermittlung und auch Unterhaltung tatsächlich empfangen werden, bleibt zunächst offen. Wobei aus den genannten Gründen davon ausgegangen werden kann, dass hier verstärkt die Wirkungsmechanismen der Unterhaltung greifen, etwa über Emotionalität. Diese Überlegungen führt Hans Thomas weiter. Er geht von einem Paradoxon der Informationsgesellschaften aus: Die Möglichkeit, an Informationen zu gelangen, steigt an, aber die Relevanz dieser geht zurück, da Informationen für das Publikum häufig nur dann interessant sind, wenn sie unterhaltsam aufbereitet werden.[87] Thomas Meyer fügt hinzu, dass das Potential der Inszenierung in der Regel ausgeschöpft, während das der Information nicht annähernd so stark genutzt wird.[88] Diese These lässt sich durch zwei Argumente bekräftigen: Erstens entspricht sie insofern den Empfindungen der Zuschauer, als sie nach Umfragen zwar das Gefühl haben, in einem hohen Maß Informationen vorgesetzt zu bekommen, jedoch immer weniger das Gefühl haben, wirklich informiert zu sein.[89] Zweitens lässt sich im Alltag immer wieder feststellen, dass im Grunde jeder über die vermeintlich wichtigsten Themen, wie Irakkrieg, Iran-Atomprogramm und Vogelgrippe Bescheid weiß und eine Meinung dazu hat, jedoch die Mehrzahl wohl kaum über dazugehöriges Hintergrundwissen verfügt. Postman nennt diesbezüglich das Beispiel eines Geiseldramas im Iran, über das ganz Amerika sprach. Doch kaum einer wusste, welche Sprache im Iran gesprochen wird oder konnte etwas zu islamischen Glaubensgrundsätzen sagen.[90] Wer könnte, um ein aktuelleres Beispiel zu wählen, erklären, wie der Vogelgrippevirus entsteht und sich ausbreitet oder wofür die Bezeichnung H5N1 steht? Wer kennt schon bedeutsame Details der Gesundheitsreform? Nach Postman haben die meisten Menschen keine Meinung zu solchen Themen, sondern nur bestimmte Gefühlsregungen, die bewusst erzeugt werden. Er bezeichnet diesen Zustand als Phänomen der „Desinformation“.[91] Das heißt, es handelt sich nicht um Fehlinformationen, sondern um irreführende und irrelevante Informationen oberflächlichen Charakters. Die Aufmerksamkeit der Rezipienten wird dadurch geschürt, dass sie vorgetäuscht bekommen, genauestens informiert zu werden, während authentische Informationen oftmals vorenthalten werden.

3.2.4. Amerikanisierung

In der Fachliteratur wird im Zusammenhang mit Infotainment häufig von der sogenannten

„Amerikanisierung”[92] des Fernsehens gesprochen. Amerikanisierung meint allgemein den

„Transfer von Gegenständen, Institutionen, Normen, Werten, Gebräuchen und Verhaltensnormen“[93] aus den USA. Dieser Transfer verläuft nicht reflexiv, das heißt, es findet kein gegenseitiger Austausch statt, sondern eine Übernahme, weswegen der Begriff tendenziell negativ konnotiert ist.[94] Gerade in Bezug auf Massenmedien ist die Präsenz amerikanischer Formate und Produktionen erheblich. Das deutsche Fernsehprogramm ist sehr amerikanisch ausgerichtet. Zum einen werden US-Produktionen gekauft und lediglich synchronisiert (man denke nur an Serien wie „Dallas” oder „Magnum”), zum anderen nehmen sich deutsche Produktionen häufig amerikanische zum Vorbild (z.B. die „Harald Schmidt Show” mit dem Schreibtisch aus der „Letterman Show”). Ganze Genres wurden aus Amerika importiert, zum Beispiel Sitcoms, Daily Soaps, Talkshows oder Stand Up Comedy-Formate.

Auch wenn es in dieser Arbeit nicht explizit um einen Ländervergleich geht, sollen kurz einige Anmerkungen über den amerikanischen Unterhaltungssektor gemacht werden. Dies bietet sich auch insofern an, als im Politainment-Kapitel Beispiele der amerikanischen Politik entnommen werden.

In der Tat sind die USA im 20. und 21. Jahrhundert die führende Nation der Unterhaltungsindustrie. Im Vergleich zu Deutschland, wo der Infotainment-Charakter durch die Einführung des dualen Rundfunksystems immens verstärkt wurde, waren Film und Fernsehen in Amerika von Beginn an kommerzialisiert. Dies war besonders mit zunehmendem Erfolg des Kinofilms aus Hollywood spürbar und auch in den 40er und 50er Jahren, als das Fernsehen dominantes Massenmedium wurde.[95] Bis heute bilden der Filmverleih und der Vertrieb von Merchandising einen der wichtigsten Wirtschaftszweige im Exportgeschäft.[96] Dörner wählt den Kinofilm „Batman” als Beispiel, um dies zu veranschaulichen. Der Blockbuster spielte (in der Originalfassung 1989) allein in den ersten fünf Monaten 250 Mio. Dollar ein. Mit der Videoveröffentlichung erzielte Warner Brothers weitere 400 Mio. Dollar, mit Merchandising insgesamt 1 Mrd. Dollar.[97]

In den USA gab es nie öffentlich-rechtliche Sender, mit Ausnahme der „Public Broadcasting Service Network”, die 1967 von Universitäten und Stiftungen gebildet wurde. Allerdings machte der Sender lediglich einen Marktanteil von 3% aus.[98] Damit geht der strukturelle Umbruch des Fernsehmarktes der 50er Jahre „vom tradierten Sponsoring-System zum Direktverkauf von Werbezeiten”[99] einher. Werbespots waren von nun an unverzichtbare Determinanten des Programms. Entsprechend bedeutsam wurde die Maximierung der Zuschauerzahlen.

An dieser Stelle sei bereits der hohe Stellenwert dieser Entwicklung für die amerikanische Politik vorab erwähnt: Hier wurden, der Kommerzialisierung entsprechend, Parteien und politische Spitzenakteure wichtige Werbekunden von Sendern. Sie kauften sich ihre Werbezeiten ein, mit der Folge, dass bis heute etwa 50% des Wahlkampfetats für Werbespots ausgegeben werden.[100] Dies unterscheidet sich immens von der deutschen Fernsehlandschaft, in der, zumindest was die öffentlich-rechtlichen Sender betrifft, jedem festgeschriebene Werbezeiten zustehen. Das Verhältnis der US-Bürger zur Politik wird also in weit stärkerem Maße als bei uns durch den medialen Kommerz geprägt: Das Fernsehen wird als glaubwürdigste Informationsquelle angegeben, weswegen die Reputation eines erfolgreichen Nachrichtenformats auch entscheidend für die Glaubwürdigkeit eines Politikers ist.[101]

3.3. Formen des Infotainment

Bevor im Folgenden insbesondere Infotainment in Fernsehnachrichten besprochen werden soll, dem hauptsächlichen Forum für Politikvermittlung und Politikerauftritten, erscheint es sinnvoll, zunächst noch auf die verschiedenen Varianten und Formen des Infotainment einzugehen, aus dem Politainment als eine hervorgeht.

Wenn Infotainment vor allem Wissen per Unterhaltung vermitteln will, so kann dies auf unterschiedliche Weise stattfinden. Unter den Sammelbegriff „Edutainment” fallen zum Beispiel Quiz-Sendungen wie „Jeopardy” oder „Wer wird Millionär?”, bei denen in erster Linie der spielerische Akt des Wettkampfs um den Gewinn im Vordergrund steht, jedoch der Anspruch erhoben wird, Bildung zu vermitteln.[102] Doch gerade in Shows wie

„Jeopardy” wird größtenteils nach Wissen gefragt, das ohnehin aus dem Fernsehen bezogen wird, zum Beispiel: welcher Schauspieler X, welcher Schlagzeuger der Gruppe Y, welcher Moderator Z? Allerdings ist die Sendung „Wer wird Millionär?” ein gutes Beispiel für ein hoch erfolgreiches Familienformat (2006 bis zu 10,5 Mio. Zuschauer[103]), das zeigt, wie Informationen durchaus unterhaltsam eingeholt werden können. „Edutainment” muss jedoch nicht immer so explizit zum Ausdruck kommen, wie in einem Fernsehquiz. Zahlreiche Arztserien vermitteln Therapieformen und neueste Fortschritte der Medizintechnik, in Familienserien, wie den „Drombuschs”, erfuhren die Zuschauer alles über Tricks und Tücken des Erbens und Vererbens.[104] Ebenso Gerichtsshows liefern Einblick in das Rechtssystem und vermitteln Norm- und Moralvorstellungen. Obwohl davon auszugehen ist, dass die Zuschauer sich dem fiktiven Charakter solcher Serien und Shows bewusst sind, konstruieren diese die Realität doch sehr detailliert und wirken dadurch höchst authentisch.

Viele solcher Formate fallen auch unter die Bezeichnung „Reality-TV”. Diese umfasst wiederum zahlreiche verschiedene Showformate, die eine klare Definition des Begriffs erschweren. Olaf Kracht beispielsweise spricht vom sogenannten „reality-based-tv“[105], das auf wirklichen Ereignissen beruht, jedoch für das Medium Fernsehen entsprechend umgesetzt wird.

[...]


[1] Spear 1984, S. 13. Zitiert in: Ripper 1998, S. 28.

[2] Vgl. RTL-Newsstudie 2006.

[3] Vgl. Edelman Trust Barometer 2008.

[4] Vgl. Jarren 2006, S. 148.

[5] Vgl. Jarren 2006, S. 149.

[6] Ebd., S. 149.

[7] Vgl. Jarren 2006, S. 150.

[8] Vgl. Wissenschaftlicher Rat 1982, S. 341.

[9] Vgl. Bogart 1980, S. 209.

[10] Er spricht bspw. von einem „Vergleich der Wissensbestände“ während des kommunikativen Aktes; Schenk 1987, S. 41. Vgl. dazu auch Wegener 2001, S. 87.

[11] Luhmann 1996, S. 9.

[12] Zum Beispiel heißt es: Wir wissen „so viel über die Massenmedien, dass wir diesen Quellen nicht trauen können. (...) Man wird alles Wissen mit dem Vorzeichen des Bezweifelbaren versehen – und trotzdem darauf aufbauen, daran anschließen müssen“. Ebd., S. 9.

[13] Vgl. Dörner 2001. S. 87f.

[14] Vgl. Dörner 2001, S. 89.

[15] Vgl. Dörner 2001, S. 91.

[16] Maletzke 1995, S. 94.

[17] Wegener u.a. 2001, S. 88.

[18] Vgl. Wegener 2001, S. 89.

[19] Vgl. Dehm 1984, S. 80ff. Zitiert in: Bruns/Marcinkowski 1997, S. 143.

[20] Vgl. Wegener 2001, S. 89.

[21] Vgl. Schenk 1987, o.S. Zitiert in: Wegener 2001, S. 87.

[22] Schütz 1972, S. 339, S. 394 u.a.

[23] Vgl. Schicha/Brosda 2002, S. 10.; vgl. Wegener 2001, S. 78.; vgl. Bruns 1997, S. 145.

[24] Begriff u.a. in: Bruns 1997, S. 144; Schicha/Brosda 2002, S. 15.

[25] Begriff u.a. in: Kusebauch 2003, S. 1.

[26] Vgl. Wegener 2001, S. 103.

[27] Dörner 2001, S. 60 u.a.

[28] Dörner 2001, S. 62 u.a.

[29] Ebd., S. 62.

[30] Luhmann 1996, S. 99.

[31] Luhmann 1996, S. 108.

[32] Vgl. Bogart 1980, S. 238.

[33] Vgl. Wissenschaftlicher Rat 1982, S. 349.

[34] Vgl. Fischer-Lichte 1998, S. 88.

[35] Vgl. Fischer-Lichte 1998, S. 89.

[36] Vgl. Wittwen 1995, S. 18. Zitiert in: Renger 2000, S. 274.

[37] Vgl. Rust 1998. S. 611ff.; vgl. Krüger 1998. S. 362ff.; beide zitiert in: Renger 2000, S. 274.

[38] Vgl. Wittwen 1995, S. 18. Zitiert ebd., S. 274.

[39] Renger 2000, S. 274.

[40] Vgl. Schicha/Brosda 2002a, S. 13.

[41] Vgl. Saxer 1991, S. 5ff. Zitiert in: Renger 2000, S. 274.

[42] Bosshart 1991, S. 3. Zitiert in: Renger 2000, S. 276.

[43] Gerhard Höpli, o.T., zitiert ebd., S.276.

[44] Vgl. Schicha/Brosda 2002a, S. 15.

[45] Vgl. Dörner 2001, S. 57.

[46] Frank 1972, S. 22. Zitiert in: Wegener 2001, S. 88.

[47] Vgl. für den Abschnitt Dehm 1984a, S. 223.

[48] Vgl. Rusch 1993, o.S. Zitiert in: Wegener 2001, S. 97.

[49] Vgl. Wegener 2001, S. 87.

[50] Vgl. Wegener 2001, S. 100.

[51] Vgl. Wegener 2001, S. 101.

[52] Vgl. Renger 2000, S. 287.

[53] Saxer 1991, S. 6f. Zitiert in: Renger 2000, S. 277.

[54] Vgl. Maar 1995, S. 14.

[55] Vgl. Renger 2000, S. 277.

[56] Ebd., S. 277.

[57] Vgl. Renger 2000, S. 278.

[58] Man denke nur an den Kultstatus, den Metereologe Jörg Kachelmann auf diese Weise erreichte. Inzwischen ist er Werbeträger für den Trinkjoghurt „Actimel“, der die Abwehrkräfte bei schlechtem Wetter stärken soll.

[59] Vgl. Teichert 2001, o.S. Zitiert in: Wegener 2001, S. 84.

[60] Vgl. Schicha/Brosda 2002a, S. 8.

[61] Vgl. Krüger 2005, S. 198. Zitiert in: Hans-Bredow-Institut 2006, S. 151.

[62] Vgl. Dörner 2001, S. 43.

[63] Meyer 2000, S. 12f.

[64] Ebd., S. 12f.

[65] Vgl. Koziol 2002, S. 55.

[66] Wie etwa: „So kann´s gehen. Jetzt zu erfreulicheren Nachrichten, dem Wetter“; Weiss/Trebbe 2000, o.S. Zitiert in: Schicha/Brosda 2002a, S. 8.

[67] Vgl. Schicha/Brosda 2002a, S. 9.

[68] Vgl. Felgenhauer 2007.

[69] Vgl. Hagen/Zeh u.a. 1998, o.S. Zitiert in: Kepplinger 2004, S. 367.

[70] Vgl. Erstes Deutsches Fernsehen 2007.

[71] Vgl. Luley 2006.

[72] Wegener 2001, S. 91.

[73] Ebd., S. 91.

[74] Hans Mahr, RTL Group, 1997, zitiert ebd., S. 91.

[75] Vgl. Dörner 2001, S. 43.

[76] Vgl. Dörner 2001, S. 42.

[77] Ebd., S. 42.

[78] Dörner 2001, S. 43.

[79] Vgl. Hasebrink 1998, S. 351.

[80] Vgl. Hoffmann 1998, S. 78.

[81] Vgl. ebd, S. 78.

[82] Dieses Phänomen ist schon in Deutschland mit ca. 30 verschiedenen Kanälen (Kabel) zu beobachten. In den USA gibt es doppelt bis dreifach so viele Sender zur Auswahl.

[83] Postmans Buch ist polemischer Natur, und viele seiner Beispiele werden sicherlich zugespitzt dargestellt. Dennoch eignen sie sich sehr gut dafür, einzelne Problemstellungen zu veranschaulichen.

[84] Ebd., S. 131.

[85] Robert McNeil 1983, zitiert in: Postman 2003, S. 131.

[86] Vgl. Pfetsch 2002, S. 16.

[87] Vgl. Thomas 1994, S. 61. Zitiert in: Renger 2000, S. 292.

[88] Vgl. Meyer 2001, S. 17.

[89] Vgl. Schümchen 2002, S. 9.

[90] Vgl. Postman 2003, S. 132f.

[91] Postman 2003, S. 133.

[92] Begriff u.a. in: Kamps 2007, S.60ff.

[93] Doering-Manteuffel 1999, S.11. Zitiert ebd., S.60.

[94] Es bleibt allerdings fragwürdig, inwiefern solche Amerikanisierungstendenzen tatsächlich nur auf den „American Way of Life“ zurückzuführen oder vielmehr als allgemeine Ausprägungen der Modernisierung zu begreifen sind.

[95] Vgl. Dörner 2001, S. 46.

[96] Ebd., S. 46.

[97] Ebd., S. 46.

[98] Vgl. Dörner 2001, S. 47.

[99] Ebd., S. 47.

[100] Ebd., S. 47f.

[101] Vgl. Dörner 2001, S.48.

[102] Vgl. Dörner 2001, S. 58f.

[103] Vgl. RTL Television 2007.

[104] Vgl. Dörner 2001, S. 59.

[105] Redakteur von „Augenzeugen-Video“, zitiert in: Wegener 1994. S. 15.

Ende der Leseprobe aus 151 Seiten

Details

Titel
Politainment. Zur unterhaltsamen Aufbereitung politischer Kommunikation im Fernsehen
Hochschule
Technische Universität Berlin
Note
1,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
151
Katalognummer
V113459
ISBN (eBook)
9783640133406
ISBN (Buch)
9783640135059
Dateigröße
839 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Politainment, Aufbereitung, Kommunikation, Fernsehen
Arbeit zitieren
Diplom-Medienberaterin Sarah Tschernigow (Autor), 2008, Politainment. Zur unterhaltsamen Aufbereitung politischer Kommunikation im Fernsehen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113459

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