Bildungsdimensionen der Digital Literacy. Was man über Teilhabe und Diskurs im Internet wissen sollte


Hausarbeit, 2018

18 Seiten, Note: 1,3

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretische Einführung
2.1 Notwendigkeit von Digital Literacy in medialen Bildungsräumen
2.2 Bedeutung der Digital Literacy und grundlegende Begrifflichkeiten
2.3 Bildungsrelevante Appelle im Zusammenhang mit Digital Literacy

3 Digital Literacy zu Teilhabe und Diskurs im Internet
3.1 Facebook-Filterblase als neue Form sozialer Isolation
3.2 Facebook als Begegnungsstätte der Meinungsvielfalt

4 Ausblick: Künftig notwendige (Medien-)Kompetenzen

5 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Seit jeher ist Bildung ein weiter und nicht leicht zu beschreibender Begriff, dessen Definition sich im Laufe der Zeit verändert. Gerade in der heutigen Zeit scheint eine Auseinandersetzung mit dem Thema unumgänglich, denn nie waren Menschen mit so vielen Informationen konfrontiert wie heute. Grund dafür sind Medien. Ob Fluch oder Segen, sie sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken und die Nutzer leben unter dem Zwang, an den Entwicklungen teilzunehmen, um nicht sozial und digital ausgeschlossen zu werden. (Livingstone, 2010, S. 33)

Doch diese Zeiten medialer Information und Kommunikation stellt neben der Politik auch die Pädagogik vor Herausforderungen, die den Menschen befähigen muss, mit den neuen Entwicklungen umzugehen. Die Notwendigkeit von Medienkompetenz steht schon lange in der öffentlichen Diskussion. So forderte die Bundesministerin Johanna Wanka im Jahr 2017 in ihrer Rede auf der Bitkom-Konferenz Bildung 4.0 in Berlin „dass die digitale Kompetenz genauso wie Lesen, Schreiben und Rechnen als eine Kulturtechnik vermittelt wird, denn das ist notwendig für ein selbstbestimmtes Leben, für berufliches Wirken und […] für gesellschaftliche Teilhabe“ (Bundesministerium für Bildung und Forschung, 2017). Und gerade diese Digitalkompetenz, auch Digital Literacy genannt, soll die Lösung sein. In Zeiten moderner Medien stellt das Internet eine Art Bildungsraum für den Menschen dar, in dem er lernen muss, sich zurechtzufinden und mit dessen Chancen, aber auch mit dessen Risiken umzugehen.

Im Folgenden wird zunächst eine theoretische Einführung in das Gebiet der Digital Literacy gegeben. Hierbei wird vorab deren Notwendigkeit in der heutigen Zeit dargelegt, sowie die Bedeutung des Ausdrucks und anderer grundlegender Begrifflichkeiten aus Sicht der Medienpädagogik erläutert, bevor in diesem Zusammenhang bildungsrelevante Appelle aufgezeigt werden, um einen ersten Überblick darüber zu bekommen, was sich hinter Digital Literacy verbirgt.

Im zweiten Teil dieser Arbeit wird die Notwendigkeit neuer Kompetenzen in Bezug auf die Teilhabe und den Diskurs im Internet anhand möglicher Risiken aufgezeigt und sich mit der Frage beschäftigt, inwieweit Eli Parisers Theorie der Filter Bubble in Zeiten von Medienkompetenz im grenzenlosen Internet noch bestehen kann oder ob soziale Netzwerke eine solche Filterblase nicht sogar auflösen können. Hierfür werden zunächst Argumenten herangezogen, die für die Existenz einer solchen sozialen Isolation in sozialen Netzwerken sprechen, um anschließend aufzuzeigen, wie die Meinungsvielfalt auf Facebook in der heutigen Zeit diesem Phänomen wiederspricht. Ein abschließender Ausblick soll zusammenfassen, wie die Theorie der Filterblase angesichts dieser Argumentation bewertet werden kann. Zudem soll aufgezeigt werden, welche (Medien-)Kompetenzen beziehungsweise Bildungsdimensionen in Zukunft notwendig sein werden, um dem Problem der Filterblase, den Risiken, aber auch den Chancen sozialer Netzwerke wie Facebook gegenüberzutreten.

2 Theoretische Einführung

Für einen ersten Einblick in das Themengebiet der Digital Literacy geht es zunächst darum, die Notwendigkeit einer solchen Medienbildung in der heutigen Zeit zu untersuchen. Anschließend wird der Versuch unternommen, die Bedeutung des Ausdrucks der „digitalen Kompetenz“ sowie weitere grundlegender Begrifflichkeiten aus Sicht der Medienpädagogik zu klären, bevor in Anbetracht dessen auf bildungsrelevante Appelle im Zusammenhang mit Digital Literacy eingegangen wird.

2.1 Notwendigkeit von Digital Literacy in medialen Bildungsräumen

Es lässt sich zweifellos feststellen, dass in den letzten Jahren der Digitalisierung große Veränderungen stattgefunden haben und der Zugang zu Wissen ein immenses Wachstum erlebt hat. Der Mensch lebt heute in einer Welt der Unbeständigkeit, Unsicherheit, Komplexität und Mehrdeutigkeit. (Grannemann, 2015) Kurz gesagt, in einem komplexen Ort des ständigen Wandels, die immer mehr durch neue Technologien beherrscht wird. Der Mensch wird so Schritt für Schritt zu einem „Digitalen Bürger“. Doch diese Entwicklung des Internets und der neuen Medien bringt nicht nur Vorteile, sondern viele Herausforderungen mit sich, darauf zu reagieren. Die Hürde des Zugangs muss zunächst überwunden werden, bevor man daran teilnehmen kann, doch das ist nur der erste Schritt. Der Nutzer muss sich bewusst sein, dass auch im Internet Rechte und Pflichten existieren, Gesetze zu befolgen sind und auf Sicherheit geachtet werden muss. Darüber hinaus ist nicht zu vernachlässigen, dass in der heutigen Zeit ein Großteil der Marktwirtschaft und des Handels, aber auch die gesamte Kommunikation überwiegend digital abgewickelt wird, weshalb der Nutzer lernen muss, verantwortungsbewusst mit diesem Informationsaustausch umzugehen und angemessene Entscheidungen zu treffen. Zwischen all diesen Gesichtspunkten, die zu den neun Elementen der digitalen Bürgerschaft zählen und mit denen sich der Mediennutzer auseinandersetzen muss, steht Digital Literacy, die digitale Kompetenz, die schon seit längerem im Zentrum der Diskussion von Politik und Pädagogik steht. (Digital Citizenship Institute, 2017)

In der heutigen Zeit werden nicht nur Produktions-, Konsum- und Wirtschaftsbeziehungen neu gestaltet, sondern der Mediennutzer erlangt eine neue Position innerhalb der Gesellschaft. (Livingston, 2010, S. 33) Darüber hinaus verändern sich die Funktionen der Medien. Sie sind nicht mehr länger nur technisches Werkzeug, sondern stellen eine mediale Präsentation der Welt dar und eröffnen dem Menschen Möglichkeiten zur Selbsterfahrung, Kommunikation und Lebensführung. (Spanhel, 2010, S. 50) Statt bloßes Mittel zur Information zu sein ermöglichen sie heute Kreativität, vermitteln Phantasiebilder und lassen Parallelwelten entstehen. (Livingstone, 2010, S. 35, Buckingham, 2010, S. 59, Spanhel, 2010, S. 53) So sind sie längst nicht mehr nur Vermittler der Kultur, sondern werden selbst zu einer kulturellen Form der Gesellschaft, die von den Mediennutzern mitgestaltet wird, die keine bloßen Empfänger darstellen, sondern sich aktiv einbringen können und selbst zu Sendern werden. (Buckingham, 2010, S. 59, Spanhel, 2010, S. 50) Die fortschreitende Medienkonvergenz führt dazu, dass die Grenze zwischen den einzelnen Medien mehr und mehr verschwimmt und es wird immer schwerer, diese technologisch konvergierte und globalisierte Welt zu regulieren. (Buckingham, 2010, S. 59, Livingstone, 2010, S. 38)

Vor diesem Hintergrund war Medienbildung, Digital Literacy und die kritische Auseinandersetzung mit diesen Entwicklungen nie wichtiger wie in der heutigen Zeit medialer Information und Kommunikation, um den Menschen zu befähigen, mit den neuen Medien umzugehen. (Livingstone, 2010, S. 33) Die Lese- und Schreibfähigkeit (Literacy) reicht längst nicht mehr aus, um sich auch mit den genannten Problemen der Medien auseinanderzusetzen und das führt mehr und mehr dazu, dass Medienkompetenz und Digital Literacies in der europäischen Politik, aber auch in der Pädagogik immens an Bedeutung gewinnen. (Livingstone, 2010, S. 33, 34, 38)

Ein weiterer Gesichtspunkt ist die Entstehung neuer Zeichensysteme. Sprachforscher Wilhelm von Humboldt sah die Sprache als „äußerliche Erscheinung des Geistes der Völker“ (Humboldt, 1949, S. 37). Nach ihm ist sie und deren Vermittlung somit als wichtigstes Gut anzusehen. Und auch Baacke (1973) sieht die Sprache als grundlegend an, wenn es um kommunikative Kompetenz geht. (S. 100) In Anbetracht dessen muss man sich jedoch bewusst sein, dass diese und deren Ausprägungen in Form von Zeichensystemen sich wandeln. (Spanhel, 2010, S. 52) So gibt es beispielsweise auch in den neuen Medien linearen Text und das Internet hat seine eigene Sprache, mit der es umzugehen gilt. (Livingstone, 2010, S. 35) Nun steht jedoch in der Diskussion, ob auch visuelle Medien einen Prozess des kulturellen Lernens erfordern, wie es bei der geschriebenen Sprache der Fall ist, ob man Literacy als Ausdruck für Lese- und Schreibfähigkeit auf verbale Sprache beschränkt ist, oder ob ein Übertragen auf visuelle und audiovisuelle Medien möglich ist. (Buckingham, 2010, S. 60) So sieht Spanhel (2010) neben der vielfach geforderten Medienkompetenz auch Sprachkompetenz als unverzichtbar an, da nur mithilfe der Sprache eine gedankliche Auseinandersetzung mit der Medialität möglich ist und sich der Nutzer sie verarbeiten und bewerten kann. (S. 51) Medienbildung ist also grundsätzlich auch eine Sprachbildung. (Spanhel, 2010, S. 51) Dies führt nun gleich im Anschluss zu einigen Begriffsbestimmungen.

2.2 Bedeutung der Digital Literacy und grundlegende Begrifflichkeiten

Die Notwendigkeit digitaler Kompetenzen im Zusammenhang mit den neuen Medien steht nun außer Frage, doch die genaue Bestimmung des Begriffs Digital Literacy und was genau er beinhaltet, stellt für die Medienpädagogik nach wie vor eine Herausforderung dar. Paul Gilster führte den Begriff Digital Literacy im Jahr 1997 mit seinem gleichnamigen Buch ein, doch Argumente für Computerkennt-nisse reichen bereits bis in die 1980er Jahre zurück. (Bawden, 2008, S. 18) Seitdem wurde der Ausdruck für digitale Kompetenz unterschiedlich definiert. Lankshear und Knobel (2008) sehen beispielsweise Digital Literacy als eine soziale Praxis an, die die soziale und anthropologische Dimension von Computerinteraktion ebenso betrachtet, wie das Enkodieren und Kodieren. (S. 9ff) Die Europäische Kommission (2007) verwendete hierfür stattdessen den Begriff „Computerkompetenz“. (S. 7) Doch gerade diese Bezeichnung zeigt schon das entscheidende Problem auf: Oftmals scheint digitale Kompetenz eine rein funktionale Definition zu sein und steht allein für technische Fähigkeiten. Natürlich geht es zunächst um die Grundlagen und technisches Knowhow zur Überwindung des Zugangs, doch zahlreiche Autoren plädieren für einen Begriff digitaler Kompetenz, der darüber hinausgeht, ein Verständnis dafür fördert, wie Medien funktionieren und reflektierende Möglichkeiten aufzeigt, sie zu verwenden. (Buckingham, 2010, S. 59-61, 68) Die Tatsache, dass Medien längst nichtmehr nur Hilfsmittel zur Informationsbeschaffung sind, sondern eine neue Welt konstruieren, zeigt, dass der Medienbegriff keinesfalls nur auf technischer Ebene betrachtet werden darf. (Buckingham, 2010, S. 59, Spanhel, 2010, S. 51) Bisher wird in Diskussionen über digitale Kompetenz vollkommen vernachlässigt, dass es heute neben der Information und Unterhaltung auch um Kommunikation, Spiel und Fantasie geht. Somit ist der Ausdruck „Computer Literacy“ schlecht definiert und wird nur als eine technische Ausdifferenzierung der Medienkompetenz verstanden. (Buckingham, 2010, S. 60, Pietraß, 2010, S. 75) Es sollte jedoch um mehr als den bloßen Zugang zu einem Medium gehen, sondern darum, ein kritisches Verständnis dafür zu entwickeln und sich darüber hinaus über dessen sozial wirtschaftlichen und kulturellen Auswirkungen bewusst zu sein. (Buckingham, 2010, S. 67) Computer Literacy ist nur eines der Vielzahl an unterschiedlichen Konzepten und Elementen, die unter dem Ausdruck „Digital Literacy“ vereint werden. Dieser steht dabei als Überbegriff für verschiedene Literacies, einer Sammlung von Kompetenzformen, die der Mediennutzer in verschiedenen Anwendungsbereichen einbringen muss. (Pietraß, 2010, S. 73) Und diese gehen weit über technische Fähigkeiten hinaus und müssen sich mit der Kommunikation, den Informationen, den sozialen Netzwerken und vielem mehr befassen. So zeigt sich Digital Literacy als ein nicht auf einen Bereich beschränkbares Gebiet, das sich aus Communication Literacy, Network Literacy, Information Literacy, Computer Literacy und Social Media Literacy und möglichen weiteren Kompetenzformen zusammensetzt, die für Medienbildung stehen. Informationskompetenz steht hierbei beispielsweise für die Fähigkeit, Informationen zu suchen und zu bewerten. „Game Literacy“ spielt eine immer größere Rolle, da Computerspiele mehr und mehr Teil der Gesellschaft werden und ebenfalls zur Bildung beitragen, da in einer virtuellen Welt Entscheidungen getroffen und sanktioniert werden. (Buckingham, 2010, S. 65) Und auch „Print Literacy“ ist in der heutigen Zeit nicht zu vernachlässigen, da auch im Internet linearer Text existiert. (Livingstone, 2010, S. 35) Es gibt also viele Elemente und nicht nur eine, sondern mehrere Medienkompetenzen. (Livingstone, 2010, S. 40, Buckingham, 2010, S. 65) Diese alle müssen ständig angepasst werden und stellen eine Herausforderung an die Medienpädagogik, unter dieser Vielfalt von Medienkompetenzformen eine Einheitlichkeit herzustellen und dennoch sind sie nie endgültig bestimmbar. (Pietraß, 2010, S. 74)

Neben digitaler Kompetenz steht seit den 90er Jahren der Begriff Medienkompetenz im öffentlichen Diskurs, wofür ebenfalls noch keine ausreichende Definition gefunden wurde. Baacke (1997) gliederte den Begriff Medienkompetenz in vier Dimensionen des Umgangs mit Medien: Medienkritik, Medienkunde, Mediennutzung und Mediengestaltung. (S. 98-99) Er versteht also unter Medienkompetenz erstens die analytische Auseinandersetzung und selbstreflexive Nutzung der Medienangebote, zweitens das Wissen über die technischen Abläufe, drittens eine kompetente und effiziente Verwendung der Medien für persönliche Anliegen und viertens die aktive Verwendung der Medien, um an gesellschaftlichen Prozessen teilzunehmen. Die Medienpädagogik sieht Medienkompetenz nicht als höchstes Ziel, sondern dient der Medienbildung. (Spanhel, 2010, S. 50) Nach Spanhel (2010) ist Bildung das, „was der Mensch in der aktiven Auseinandersetzung mit bedeutsamen Umwelten selbst aus sich macht“ (S. 47). Es ist somit ein selbstgesteuerter Entwicklungsprozess, durch den der Mensch zu reflexivem Verhalten fähig wird. Als wichtiger Bestandteil der Umwelt haben Medien folglich einen hohen Stellenwert im heutigen Bildungsprozess, wobei es nun in der Verantwortung der Medienpädagogik liegt, diese medialen Bildungsräume zu gestalten. (Spanhel, 2010, S. 45-48)

Bei Digital Literacy geht es also darum, zu lesen, zu recherchieren und in die Tiefe zu gehen, doch es lässt sich festhalten, dass eine einheitliche Bestimmung des Begriffs und von Medienkompetenz nicht möglich ist. Grundsätzlich kann man darunter die Fähigkeit verstehen, digitale Informationen zu nutzen. Der Mediennutzer muss also in der Lage sein, wertvolle und falsche Informationen zu erkennen, sie kritisch zu bewerten, deren Herkunft zu hinterfragen und ein Bewusstsein dafür besitzen, wie Sprache im Internet funktioniert, welche unsichtbaren kommerziellen Einflüsse dort wirken und wie diese Informationen auf den Nutzer ausgerichtet sind. (Buckingham, 2010, S. 61-63, Livingstone, 2010, S. 40) Kurz gesagt muss Digital Literacy vermitteln, wie digitale Medien konstruiert werden.

2.3 Bildungsrelevante Appelle im Zusammenhang mit Digital Literacy

Nun wurde deutlich, dass die Erklärung, was hinter den Ausdrücken Digital Literacy, Medienbildung und Medienkompetenz steckt, nicht leicht zu geben ist. Doch auf der anderen Seite scheint die Diskussion um diese Begrifflichkeiten mehr Probleme aufzuwerfen, als sie letztendlich lösen kann. So fordert beispielsweise Pietraß (2010), die Medienpädagogik müsse es aufgeben, eine einheitliche Bestimmung der Kompetenz zu suchen, da es sonst die Gefahr einer Funktionalisierung und einer Eng-führung des Begriffes kommen kann. (S. 74) Oder aber die Bestimmung führt zu einer unsystematischen Sammlung von Teilkompetenzen. In jedem Fall hat sich gezeigt, dass trotz der fortschreitenden Einführung von Technologien in den Schulen die heutige Medienbildung noch lange nicht ausreichend ausgearbeitet ist und sich noch viel ändern muss. Die Vermittlung digitaler Kompetenzen in allen Bereichen der Gesellschaft stellt hierbei den wichtigsten Schritt dar. (Livingstone, 2010, S. 35) Medien repräsentieren für die Kinder von heute nicht nur ein technisches Werkzeug, sondern eine neue kulturelle Form und in diesem Zusammenhang müssen Pädagogen ihnen Mittel zur Verfügung stellen und ihnen helfen, diese zu verstehen. (Buckingham, 2010, S. 59) Die US-amerikanische Partnership for 21st Century Learning formulierte hierfür im Jahr 2002 das sogenannte Modell der „4Cs of 21st century learning“, worin vier Kompetenzen genannt werden, die in diesem Jahrhundert für Lernende von großer Bedeutung sein werden: Kritisches Denken (critical thinking), Kommunikation (communication), Zusammenarbeit (collaboration) und Kreativität (creativity). (Partnership for 21st Century Learning) In den USA orientieren sich seitdem viele Schulen erfolgreich an diesem Modell und das unterstreichen einen Gesichtspunkt, den Livingstone (2010) aufgreift, nämlich dass erst Ziele festgelegt werden müssen, bevor spezifische erforderliche Fähigkeiten festgelegt werden können. (S. 42) Eine bloße Aufnahme von Digital Literacy in den schulischen Lehrplan reicht bei weitem nicht aus, sondern Mediennutzer müssen darauf vorbereitet werden, in einer Gesellschaft zu lernen, die mehr und mehr aus neuen Technologien besteht und müssen darauf reagieren können durch ein hohes Maß an vielfältigen Kompetenzformen, wie Informationskompetenz (information literacy) und diese Digital Literacy macht einen Bestandteil der „digitalen Bürgerschaft“ aus. (Digital Citizenship Institute, 2017)

Wichtig ist also in jedem Fall, dass die bisherigen medienpädagogischen Ansätze auf digitale Medien ausgeweitet werden und zu gewährleisten, dass diese auf unterschiedliche Anwendungsfelder übertragbar sind. (Buckingham, 2010, S. 62) Zum einen liegt hier die Verantwortung der politischen Umsetzung von Medienkompetenz bei den Ministerien, doch auch der Nutzer muss sich mit der Frage auseinandersetzen, was die Medien für den Menschen tun können und wie er mit ihnen Leben kann, jedoch ohne außer Acht zu lassen, was sie mit ihm selbst machen.

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Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Bildungsdimensionen der Digital Literacy. Was man über Teilhabe und Diskurs im Internet wissen sollte
Hochschule
Universität Passau
Note
1,3
Jahr
2018
Seiten
18
Katalognummer
V1134931
ISBN (eBook)
9783346506115
ISBN (Buch)
9783346506122
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bildungsdimensionen, digital, literacy, teilhabe, diskurs, internet
Arbeit zitieren
Anonym, 2018, Bildungsdimensionen der Digital Literacy. Was man über Teilhabe und Diskurs im Internet wissen sollte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1134931

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