Diese Arbeit analysiert anhand einer eigens entwickelten Datenbank die Erfolgsdeterminanten von ICOs. Die Datenbank beinhaltet 50 ICOs und 63 Merkmale. Initial Coin Offerings (ICOs) oder Token Verkäufe sind smart contracts, die auf der DistributedLedger-Technologie basieren (z.B. Blockchain), um externe Finanzierung durch die Ausgabe von Coins oder Tokens zu erhöhen. Smart contracts sind Computerprotokolle, die eine Wertaustauschtransaktion zwischen dem Unternehmer und dem Investor automatisieren, sodass eine Disintermediation geschaffen wird. 5.600 ICOs haben bis zum Jahr 2019 27 Milliarden USD für ihre Projekte einsammeln können. Zum Vergleich, die Crowdfunding-Industrie soll diesen Wert erst 2025 erreichen. ICOs sind eine Kombination aus Crowdfunding-Kampagnen, Initial Public Offerings und Krypto-Technologie. Dadurch sind ICOs besonders für Projekte in der Early-Stage-Phase attraktiv.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Literatur
3. Hypothesen
4. Daten und Methodik
5. Ergebnisse
6. Diskussion
7. Zusammenfassung
8. Anhang
8.1 Exkurs: Renditeverteilungseigenschaften von Kryptowährungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Seminar-Arbeit hat das Ziel, die Erfolgsdeterminanten von Initial Coin Offerings (ICOs) durch eine empirische Analyse einer eigens entwickelten Datenbank zu identifizieren, um so Erklärungsansätze für die Merkmale des ICO-Marktes zu liefern.
- Analyse von 50 ICOs und deren spezifischen Erfolgsfaktoren.
- Untersuchung von Zusammenhängen zwischen Projektmerkmalen und dem Erreichen eines Soft-Caps.
- Kritische Auseinandersetzung mit der bestehenden ICO-Literatur und deren teils gegensätzlichen Erkenntnissen.
- Exkurs zur empirischen Replikation von Renditeverteilungseigenschaften bei Kryptowährungen.
- Identifizierung von 11 zentralen Erfolgsdeterminanten, darunter Teamstruktur, Mediapräsenz und Hintergrund des CEOs.
Auszug aus dem Buch
6. Diskussion
Die erste getestete und bestätigte Hypothese ist die Presale-Durchführung. Obwohl Amsden und Schweizer ein gegensätzliches Analyse-Ergebnis, zu Adhami, Giudici und Martinazzi erzielt haben. Adhami, Giudici und Martinazzi konnten auch einen positiven Einfluss des Presale-ICO auf den Erfolg des ICOs ermitteln. Dies kann zum einen mit der unterschiedlichen Definition des ICO-Erfolgs zusammenhängen. Amsden und Schweizer definieren den Erfolg des ICOs über den eingesammelten Gesamtbetrag eines Projektes. Wobei gerade PresaleDurchführungen wichtig für den späteren Erfolg sind. Durch Presales sind die ICOs attraktiver für anspruchsvolle Anleger, wie Hedgefonds oder Risikokapitalfonds. Dadurch wird der ICO noch attraktiver und sendet ein positives Signal an den Markt.
Jedoch werden diese PresaleDurchführungen mit hohen Token-Boni erkauft, sodass die anspruchsvollen Anleger durch gezieltes sehr kurzfristiges Investment Renditen zum Nachteil des Unternehmers erwirtschaften. Da diese Anleger kein Interesse an einem langfristigen Investment haben verfällt der ICO einem kurzfristigen Hype. Des Weiteren spielt in einem sehr stark Informationasymmetrischen Markt die Transparenz eine große Rolle (Varmaz, A. und Varmaz, N. 2018, S. 147). Deswegen ist ein positiver Einfluss der Code- und Social-Media Verfügbarkeit sowie der erhöhten Anzahl an Whitepaper-Seiten und guten Analystenratings auf den Erfolg eines ICOs verständlich. Die Notwendigkeit nach Transparenz ist auch in der benachbarten CrowdfundingIndustrie zu beobachten. Erfolgreiche Crowdfunding-Kampagnen liefern den Investoren zwar zu 75 % ihre Produkte zu einem späteren Zeitpunkt. Allerdings werden erfolgreiche Crowdfunding-Projekte in dieser Zeit qualitativ hochwertig und transparent gemanagt (Mollick 2014, S. 1).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung definiert ICOs als Finanzierungsinstrumente auf Basis von Smart Contracts und skizziert die Forschungslücke bezüglich der Erfolgsursachen bei hoher Marktunsicherheit.
2. Literatur: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über den aktuellen Stand der empirischen Forschung zu ICO-Erfolgsfaktoren und verdeutlicht bestehende Inkonsistenzen in der Fachliteratur.
3. Hypothesen: Basierend auf der Literaturrecherche werden 12 spezifische Hypothesen aufgestellt, die den Zusammenhang zwischen verschiedenen Projektmerkmalen und dem ICO-Erfolg definieren.
4. Daten und Methodik: Hier wird die Erstellung einer Datenbank aus 50 ICOs erläutert sowie das methodische Vorgehen der deskriptiven Assoziationsstudie dargelegt.
5. Ergebnisse: Die deskriptive Auswertung der erhobenen Daten wird präsentiert, wobei die meisten Hypothesen durch die empirischen Befunde bestätigt werden konnten.
6. Diskussion: Die Ergebnisse werden kritisch hinterfragt und in den Kontext der bestehenden Forschung gesetzt, wobei insbesondere die Informationsasymmetrie im Markt betont wird.
7. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der wichtigsten Erkenntnisse über die Erfolgsfaktoren sowie einem Ausblick auf zukünftige Forschungsbedarfe.
8. Anhang: Der Anhang enthält vertiefende Analysen, insbesondere den Exkurs zur Renditeverteilung von Kryptowährungen im Vergleich zu traditionellen Märkten.
Schlüsselwörter
Initial Coin Offering, ICO, Blockchain, Erfolgsdeterminanten, Crowdfunding, Smart Contracts, Krypto-Markt, Finanzwirtschaft, Renditeverteilung, Informationsasymmetrie, Whitepaper, Anlegerstimmung, Analystenratings, Token, Empirische Analyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, welche Faktoren einen wesentlichen Einfluss darauf haben, ob ein Initial Coin Offering (ICO) erfolgreich ist oder nicht, wobei eine eigens zusammengestellte Datenbank als Grundlage dient.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Arbeit behandelt die Finanzierung durch Token-Verkäufe, die Rolle von Transparenz und Reputation im ICO-Markt sowie die statistische Verteilung von Renditen bei Kryptowährungen im Anhang.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Identifizierung und statistische Bestätigung von Erfolgsdeterminanten sowie die Bereitstellung von Erklärungsansätzen, um die Unsicherheit bei Investitionsentscheidungen im ICO-Sektor besser zu verstehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor führt eine deskriptive Assoziationsstudie auf Basis einer selbst erstellten Datenbank mit 50 ICO-Projekten und 63 Variablen durch.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Literaturanalyse, die Aufstellung von Hypothesen, die methodische Datenbeschreibung sowie die Auswertung der Ergebnisse und deren kritische Diskussion.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Initial Coin Offering (ICO), Erfolgsdeterminanten, Informationsasymmetrie, Smart Contracts und die Analyse von Renditeverteilungseigenschaften.
Warum spielt die Presale-Durchführung eine so wichtige Rolle für den Erfolg?
Laut dem Autor signalisiert eine erfolgreiche Presale-Phase Attraktivität für institutionelle Investoren und schafft ein positives Marktsignal, auch wenn sie mit der Problematik kurzfristiger Spekulationen verbunden ist.
Welche Bedeutung hat das Masterstudium des CEOs für Investoren?
Der Autor identifiziert den Master-Abschluss des CEOs als Erfolgsfaktor, da Investoren in einem Markt mit hoher Unsicherheit verstärkt auf verlässliche Qualifikationsmerkmale als Basis für ihre Entscheidungen zurückgreifen.
- Quote paper
- Philipp Wierzchowski (Author), 2020, Initial Coin Offerings. Eine empirische Analyse der Erfolgsdeterminanten von ICOs mit einem Exkurs zu Verteilungseigenschaften von ICOs, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1135111