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Globus für den Reichsaußenminister von Ribbentrop

Eine umfassende Beschreibung und Interpretation eines der zentralen Exponate in der ständigen Ausstellung „Deutsche Geschichte in Bildern und Zeugnissen“ im Deutschen Historischen Museum Berlin

Title: Globus für den Reichsaußenminister von Ribbentrop

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 20 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Marc Castillon (Author)

History of Germany - National Socialism, World War II
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Es sollen hier ausgehend von und eng an dem Exponat mit dem Titel „Globus für den Reichsaußenminister v. Ribbentrop“, welches in der ständigen Ausstellung „Deutsche Geschichte in Bildern und Zeugnissen“ im Zeughaus im Deutschen Historischen Museum Berlin zu sehen ist, die recherchierten objektiven Daten dieses auf das Jahr 1938 zu datierenden Großglobus benannt und ausgedeutet werden, um dann den historischen Kontext genau dieses Globus zu beleuchten. Die offizielle Bezeichnung des „Columbus-Großglobus für Staats- und Wirtschaftsführer“ fand sich sozusagen voll erfüllt: Der DHM-Globus war der – genauer gesagt ein – Globus des seit 1938 amtierenden Außenministers des Deutschen Reiches, Joachim Ribbentrop (1983-1946), und damit ein Globus aus dem nationalsozialistischen Führungskreis. Es wird auf die Komposition des Globus als Teil eines Ganzen, der Globus in den Räumen des Reichsaußenministeriums in der Wilhelmstraße 73/74 und die damit erzielte Raumwirkung einzugehen sein. Der Globus an sich ist schon seit Jahrhunderten ein Bedeutungsträger, durch den bestimmte Vorstellungen assoziiert werden (sollen). An dieser Stelle ist auch auf die hinter der (optischen) Wirkung stehende, übergeordnete Symbolhaftigkeit eines Globus näher einzugehen, der Globus als Symbol. Wurde auch im Dritten Reich, wie auch zu jeder anderen Zeit, dem Geist der jeweiligen Zeit entsprechend, das symbolische Gewicht der Globen bewusst eingesetzt, um eben eine bestimmte Wirkung zu erzielen? In einem abschließenden Arbeitsschritt soll der Bogen wieder zurück zum DHM-Exponat geschlagen werden. Deutliche Beschädigungen am Korpus des ausgestellten Globus erwecken Assoziationen zu ikonoklastischen Zerstörungen von Bildern oder Denkmälern. Sollte auch hier versucht worden sein, übergeordnete Werte und die Symbolträchtigkeit des Globus zu zerstören und ihn sozusagen aus einer Tradition heraus zu beseitigen?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Objektive Daten, Grundmotive und historische Provenienz des Objektes

1. Präsentation des Objektes im DHM

2. Datierung und Besitznachweise

3. Maße und Gewicht

4. Korpus

5. Karte

6. Gestell

III. Interpretation

1. Der Columbus-Großglobus im Reichsaußenministerium Wilhelmstraße 73/74

a) Die Standfußanfertigung durch die Vereinigten Werkstätten

b) Das Interieur des Reichsaußenministeriums

c) Kategorie: Profane Reliquie

2. Der Globus als Symbol

3. Der DHM-Globus im Lichte des Ikonoklasmus

IV. Fazit / Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den als Exponat im Deutschen Historischen Museum ausgestellten „Columbus-Großglobus für Staats- und Wirtschaftsführer“ aus dem Jahr 1938. Ziel ist es, das Objekt hinsichtlich seiner Provenienz, seiner Bedeutung als Statussymbol und Machtinstrument im Umfeld des Reichsaußenministeriums unter Joachim von Ribbentrop zu analysieren sowie die symbolische Aufladung und die ikonoklastischen Beschädigungen des Objekts kritisch zu interpretieren.

  • Historische Kontextualisierung des Columbus-Großglobus im Nationalsozialismus.
  • Untersuchung der raumgreifenden Wirkung und Symbolik von Globen als Machtinsignien.
  • Analyse der spezifischen Materialität und der Sonderanfertigung durch die Vereinigten Werkstätten.
  • Deutung der ikonoklastischen Spuren als bewusste Akte der Desymbolisierung und Vernichtung von Herrschaftsansprüchen.

Auszug aus dem Buch

3. Der DHM-Globus im Lichte des Ikonoklasmus

Bei der Betrachtung des DHM-Globus sind Beschädigungen augenscheinlich. Der Globus wurde einmal im Bereich Mitteleuropa, auf der Höhe von Wien bzw. Budapest, vertikal mit einer kleinkalibrigen Handfeuerwaffe (vermutlich eine Pistole, ein Revolver oder ein Gewehr) durchschossen. Insgesamt wurde der Korpus insbesondere im nordeuropäischen Bereich auf Höhe Englands, Deutschlands und Österreichs massiv mit einem stumpfen Gegenstand eingebeult. Möglicherweise erfolgten diese Beschädigungen durch einen Gewehrkolben. Das Aluminium liegt hier zum Teil bloß, ein größeres Stück der Papierkarte ist abgerissen worden. Darüber hinaus finden sich auch auf der südlichen Halbkugel kleinere Beschädigungen des Metallkörpers und der Karte.

„Den Tatbestand einer Schleifung erfüllt die Zerstörung eines Bauwerks mit historischer und/oder politischer Symbolwirkung dann, wenn der Destruktionsvorgang vorsätzlich, zielgerichtet und ostentativ […] vollzogen wird.“ [Czech, 2005, S. 211] Der vorbenannte Tatbestand lässt sich auch auf den DHM-Globus anwenden: Sicherlich kann nicht die Rede davon sein, dass die Karte im Bereich Deutschlands nur durch ein vielfaches draufzeigen oder berühren abgekratzt worden sei. Die Beschädigungen sind auch nicht durch einen ungerichteten Vandalismus entstanden. Die Zerstörungen müssen bewusst, vorsätzlich und zielgerichtet vorgenommen worden sein. Für diese Annahme spricht die Tatsache, dass bei fast sämtlichen noch erhaltenen Columbus-Großgloben im Bereich der Landkarte Europas die Beschädigungen ganz ähnlich sind. Die meisten Globen zeigen Einbeulungen durch Fußtritte oder stumpfe Gegenstände auf, darüber hinaus auch Bajonettstiche oder Einschüsse.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Einführung in das Untersuchungsobjekt und Darlegung der Forschungsfragen hinsichtlich der historischen Einordnung und der symbolischen Bedeutung des Großglobus.

II. Objektive Daten, Grundmotive und historische Provenienz des Objektes: Detaillierte Beschreibung der physischen Merkmale, der Datierung, der Fertigung sowie der Herkunft des im DHM ausgestellten Exponats.

III. Interpretation: Analyse der politischen und symbolischen Funktion des Globus im Kontext des Reichsaußenministeriums und Deutung der gewaltsamen Beschädigungen als ikonoklastischer Akt.

IV. Fazit / Resümee: Zusammenfassende Bewertung des Globus als Repräsentationsinstrument des Nationalsozialismus und als profane Reliquie, deren heutiger Zustand von einer gezielten Desymbolisierung zeugt.

Schlüsselwörter

Columbus-Großglobus, Deutsches Historisches Museum, Joachim von Ribbentrop, Reichsaußenministerium, Nationalsozialismus, Politische Ikonographie, Machtsymbol, Profane Reliquie, Ikonoklasmus, Desymbolisierung, Aluminiumkorpus, Vereinigte Werkstätten, Staatsrepräsentation, Sachzeugen, Zeitgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert einen monumentalen Columbus-Großglobus aus dem Jahr 1938, der als Exponat im Deutschen Historischen Museum (DHM) ausgestellt ist, um dessen historische Bedeutung und symbolische Verwendung im NS-Regime aufzuzeigen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die physische Beschaffenheit des Objekts, die historische Provenienz im Umfeld des Reichsaußenministers Ribbentrop sowie die kulturwissenschaftliche Deutung des Globus als Machtinstrument und Ziel ikonoklastischer Akte.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist eine fundierte Beschreibung und Interpretation des Exponats, um den imperialen Anspruch des Nationalsozialismus zu verdeutlichen und die Zerstörungsspuren am Objekt historisch einzuordnen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine Kombination aus objektiver Datenanalyse, motivgeschichtlicher Betrachtung sowie der ikonologischen Interpretation von Herrschaftssymbolen und historischen Sachzeugen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte technische Analyse der Fertigung, die Einordnung in den räumlichen Kontext des Reichsaußenministeriums sowie die Interpretation der symbolischen Aufladung und der Beschädigungen des Objekts.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Analyse?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Machtsymbolik, Ikonoklasmus, profane Reliquie, Staatsrepräsentation sowie der Begriff des kollektiven Gedächtnisses im Kontext nationalsozialistischer Architektur und Einrichtung.

Warum wird der Globus als „profane Reliquie“ bezeichnet?

Der Begriff wird verwendet, da das Objekt aufgrund seiner ursprünglichen Nähe zur Machtperson Joachim von Ribbentrop eine über die bloße materielle Beschaffenheit hinausgehende, auratische Bedeutung innerhalb des nationalsozialistischen Führungskreises innehatte.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich der Beschädigungen?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Beschädigungen, wie Schusslöcher im Bereich Mitteleuropa, nicht als Vandalismus, sondern als zielgerichtete ikonoklastische Handlung zur Vernichtung eines politischen Herrschaftssymbols zu bewerten sind.

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Details

Title
Globus für den Reichsaußenminister von Ribbentrop
Subtitle
Eine umfassende Beschreibung und Interpretation eines der zentralen Exponate in der ständigen Ausstellung „Deutsche Geschichte in Bildern und Zeugnissen“ im Deutschen Historischen Museum Berlin
College
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Geschichtswissenschaften)
Course
Politische Ikonographie 1530-1918
Grade
1,3
Author
Marc Castillon (Author)
Publication Year
2008
Pages
20
Catalog Number
V113544
ISBN (eBook)
9783640144310
ISBN (Book)
9783640145713
Language
German
Tags
Globus Reichsaußenminister Ribbentrop Politische Ikonographie Columbus-Großglobus für Staats- und Wirtschaftsführer Joachim Ribbentrop Wilhelmstraße Außenminister DHM-Globus Globus aus dem nationalsozialistischen Führungskreis Columbus Symbolträchtigkeit Pei-Bau Reichskanzlei Berlin Hitler-Globus Großglobus Herrenzimmer Vereinigte Werkstätten Paul Ludwig Troost Leonhard Gall Speer Gerdi Troost Ottomeyer Interieur Drittes Reich 3. Reich Nationalsozialismus Art-Déco Reliquie Profane Reliquie Ikonoklasmus Czech monumentaler Globus ikonoklastische Handlung Desymbolisierung Symbol
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Marc Castillon (Author), 2008, Globus für den Reichsaußenminister von Ribbentrop, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113544
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