Der Parthenonfries ist der Fries am wohl bekanntesten Tempel der griechischen Antike: dem Parthenon auf der Athener Akropolis. Ein schottischer Künstler namens John Henning hatte das Glück, Zugang zu den Elgin Marbles - Lord Elgin hatte Teile des Parthenonfrieses mit nach London genommen - zu bekommen und so wurde er auf den Parthenonfries aufmerksam und fertigte etliche Miniaturkopien in aus verschiedenen Materialien an. Dabei war er nicht immer sehr genau, anderer Male jedoch wieder übergenau.
Inhaltsverzeichnis
1. Artikel
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht eine im Schloss- und Schlüsselmuseum in Graz befindliche reliefartige Eisenreplik des Parthenonfrieses und vergleicht diese mit dem historischen Original sowie anderen bekannten Abgüssen des schottischen Künstlers John Henning.
- Historische Einordnung des Parthenonfrieses und der Arbeiten von John Henning.
- Detaillierter Vergleich der Eisenreplik mit dem griechischen Originalfries.
- Analyse künstlerischer Freiheiten und Abweichungen in der Darstellung.
- Untersuchung von Beischriften, Datierungen und rätselhaften Kennzeichnungen auf der Replik.
- Reflektion über die Entstehungsgeschichte und die mögliche Funktion des Eisenabgusses.
Auszug aus dem Buch
Vergleich der Henning Replik mit dem Original
Vergleicht man die Henning Replik mit dem Original in der Wiedergabe des Nord- und Südfrieses fallen einige Fehler auf. Der West- und der Ostfries sind dagegen nahezu korrekt wiedergegeben.
Der Nordfries wird von Henning in zwei Streifen unterteilt. Er beginnt seine Darstellung jedoch mit den Prozessionsteilnehmern und nicht – wie am Original – mit der Reiterkavalkade. Hier fällt auf, dass der Künstler teilweise Pferde oder Figuren weglässt, was vermutlich mit dem beschränkten Raum zusammenhängt. Die Abstände zwischen den Pferden variieren sehr stark.
Auch der Südfries wird in zwei Streifen unterteilt. Die Abfolge der Personen stimmt mit dem Original nicht ganz überein.. Den Apobaten widmet Henning auf diesen beiden Streifen mehr Platz als im Norden.
Den Ostfries stellt der Künstler dagegen sehr detailgetreu wieder. So stellt Henning einige Elemente, die mit freiem Auge kaum sichtbar sind, dar. Man kann etwa an Ares´ Ferse das Ende seines Szepters erkennen, wie es auch am Original der Fall ist. (Abbildung 3 und Abbildung 2)
Trotzdem nimmt er sich jedoch die eine oder andere Freiheit heraus. So lässt er Demeter einen Stab anstelle einer Fackel tragen (Abbildung 3+Abbildung 2) oder er stellt Nike ungeflügelt dar (Abbildung 3 und Abbildung 2).
Zusammenfassung der Kapitel
Artikel: Dieser Hauptteil analysiert die spezifische Eisenreplik des Parthenonfrieses, beschreibt die Arbeitstechnik von John Henning und vergleicht die Details der Replik mit den antiken Originalplatten.
Schlüsselwörter
Parthenonfries, John Henning, Eisenreplik, Elgin Marbles, Schloss- und Schlüsselmuseum Graz, Gipsguss, Relief, Antike, Kunstgeschichte, Pheidias, Panathenäen, Ikonografie, Reproduktion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit einer bisher wenig beachteten Eisenreplik des Parthenonfrieses, die im Schloss- und Schlüsselmuseum in Graz aufbewahrt wird.
Welche thematischen Schwerpunkte werden gesetzt?
Die Schwerpunkte liegen auf der kunsthistorischen Einordnung der Replik, dem Abgleich mit dem Athener Original und der Analyse der spezifischen Arbeitsweise des schottischen Künstlers John Henning.
Was ist das primäre Ziel dieser Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Qualität und Genauigkeit der Grazer Eisenreplik zu bewerten und die Abweichungen vom historischen Vorbild zu dokumentieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär angewandt?
Es wird eine vergleichende Analyse (komparative Methode) zwischen dem physischen Objekt (Eisenreplik) und den bekannten Aufzeichnungen sowie dem historischen Referenzwerk durchgeführt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich dem detaillierten Vergleich von Nord-, Süd-, Ost- und Westfries, interpretiert rätselhafte Beischriften und diskutiert die Provenienz sowie Datierung des Gusses.
Durch welche Schlagworte lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?
Die zentralen Schlagworte sind Parthenonfries, John Henning, Eisenreplik, Elgin Marbles und Kunstgeschichte.
Wer war John Henning und warum ist er für diese Arbeit wichtig?
John Henning war ein schottischer Künstler, der im 19. Jahrhundert zahlreiche Miniatur-Repliken der Elgin Marbles anfertigte; die vorliegende Arbeit nutzt seine Biografie, um die Grazer Replik einzuordnen.
Gibt es eine Erklärung für die auf der Replik gefundenen Jahreszahlen?
Die auf der Platte eingegossenen Jahreszahlen 1812 und 1829 werden im Text als ein offenes Problem identifiziert, das bisher nicht zweifelsfrei geklärt werden konnte.
Welche Bedeutung haben die Beischriften auf der Replik?
Die Beischriften, die auf dem Original nicht existieren, werden als bewusste Ergänzungen Hennings interpretiert, die vermutlich der didaktischen Erläuterung für seine Kunden dienten.
- Quote paper
- Sigrid Vollmann (Author), 2008, Die Henning-Parthenon-Replik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113548