Das Heer Friedrich des Großen

Ein Vergleich von filmischer Fiktion und historischer Realität


Hausarbeit (Hauptseminar), 2007
33 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Filmanalyse
2.1 Fridericus
2.2 Der Große König
2.3 Zusammenfassung

3. Das preußische Heer aus der Sicht Friedrich des Großen

4. Rüstungspolitik Friedrich des Großen

5. Die preußische Armee in der Schlacht

6. Resümee

Quellen und Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„ Dieu est pour les gros escadrons “ [1]

Mit dem preußischen Heer zur Zeit Friedrich des Großen assoziieren sich militärische Erfolge, Disziplin sowie hervorragend ausgebildete und taktisch geschulte Soldaten. Diese Armee konnte in einer Vielzahl von Schlachten siegreich sein und bleibt noch bis in die heutige Zeit hinein als nahezu unschlagbar in Erinnerung.

Die Filme Fridericus und Der Große König, unterstreichen dieses Bild der preußischen Streitkräfte. Da sie für ein breites Publikum produziert wurden, hoben sie insbesondere die Schlagkraft und die Ausdauer in einem Gefecht hervor. Ziel der Arbeit ist es zu überprüfen, inwiefern diese klischeehaften Merkmale, die der preußischen Armee nachgesagt werden, der historischen Realität entsprechen.

Ausgangspunkt der Arbeit sind einige ausgewählte Filmszenen aus den oben erwähnten Filmen. Sie werden einer genauen Analyse unterzogen, um die filmische Darstellung des preußischen Heeres herauszuarbeiten. Vor allem die eigene Betrachtungsweise der preußischen Armee von Friedrich dem Großen floss in die Filme mit ein. Sie diente als Grundlage der visuellen Illustration des Heeres. Folgend werden einige der militärischen Schriften von Friedrich dem Großen untersucht, um seine Einschätzung der eigenen Streitkräfte rekonstruieren zu können.

Anschließend erfolgt die Auswertung der Waffenversorgung der preußischen Armee. Sie trug wesentlich zu einer erfolgreichen Kriegsführung bei.

Das letzte Kapitel der Hausarbeit befasst sich dann intensiv mit der preußischen Armee in der Schlacht. Insbesondere die schiefe Gefechtsordnung der preußischen Armee wirkte sich entscheidend in einem Manöver aus. Friedrich verwendete diese Strategie in mehreren Feldzügen und konnte so siegreich den Kriegsschauplatz verlassen.

Die kriegsentscheidende Bedeutung der Infrastruktur des Heeres kann, angesichts des vorgegebenen Rahmens der Arbeit, nur punktuell an den Fallbeispielen der Waffenversorgung und der Betrachtung der Manöverstrategie der preußischen Armee in der Schlacht geschehen und bietet lediglich einen Ansatzpunkt für weitere Analysen.

2. Filmanalyse

Betrachtet werden sollen Szenen aus den Filmen Fridericus und Der Große König. Beide wurden von der Filmgesellschaft Tobis AG, eine Tochtergesellschaft der holländischen Internationalen Tobis-Maatschnappij, produziert. Die Tobis AG wurde 1928 gegründet. Sie musste sich 1937 dem deutschen Staat und dessen Machthabern unterordnen, nachdem der deutsche NS-Staat Aktienpakete der Tochtergesellschaft aufgekauft hatte, um den Einfluss der holländischen Muttergesellschaft zu unterbinden und die Gesellschaft für propagandistische Zwecke nutzen zu können. Neben der Tobis AG wurden auch andere deutsche Filmgesellschaften verstaatlicht und ebenfalls für nationalsozialistische Propaganda benutzt. Die NS-Regierung verwendete die Tobis AG für die Produktion von Propagandafilmen. Sogar der Propagandaminister, Joseph Goebbels, gab diese Filme persönlich bei der Filmgesellschaft in Auftrag. So entstanden auch Fridericus und Der Große König.

Beide Filme sind unter der Kategorie der so genannten „Durchaltefilme“ einzuordnen. Charakteristisch für solche Filme ist, dass militärisch auswegslose Situationen und Ereignisse filmisch kreiert und nur durch das Agieren einer starken Führerpersönlichkeit, gelöst werden können. Damit wurde gezielt auf die „Führerpersönlichkeit“ Adolf Hitlers angesprochen. Auch Friedrich der Große war eine herausragende Persönlichkeit. Deshalb war eine Verwendung seiner Person als propagandistisches Filmmittel naheliegend.

Da die Filme als Propagandamittel einzuordnen sind, sind sie besonders kritisch zu betrachten und auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu überprüfen.[2] Dabei ist zu berücksichtigen, dass die heute der Öffentlichkeit zugängigen Kopien bereits durch die Amerikaner entschärft wurden.

2.1 Fridericus

1936 produzierte Johannes Meyer den Film Fridericus, der sich mit Preußen in der Zeit des Siebenjährigen Krieges befasste.

Der Film beschreibt folgende Situation für Preußen:

Bereits von den Österreichern mit Unterstützung von Frankreich geschlagen und Berlin durch Russland unter der Regierung Zarin Katharinas besetzt, schickt Friedrich seine Armee noch einmal in die Schlacht. Diese Schlacht entscheidet Friedrich mit Hilfe seiner Husaren und Hans Joachim von Zietens[3] für sich. Berlin kann wieder zurückerobert werden und die Berliner jubeln den Soldaten zu. Danach regiert Friedrich als so genannter „Friedefürst“.[4]

In dem Film spielt Otto Gebühr den Monarchen, Friedrich den Großen. Seit 1922 verkörperte er Friedrich den Großen erfolgreich, wie beispielsweise in Filmen wie Der Alte Fritz, Das Flötenkonzert von Sanssouci und Der Große König. Otto Gebühr wirkte auch in anderen Filmen mit, in denen er nicht in der Rolle des Friedrichs auftrat. Diese Filme waren aber bei weitem nicht so erfolgreich, wie jene, die ihn in der Rolle des Monarchen zeigten. Otto Gebühr wurde am 29. Mai 1877 in Kettwig und war seit seinem zwanzigsten Lebensjahr als Schauspieler tätig. 1907 stand er zum ersten Mal vor der Filmkamera. Nach dem zweiten Weltkrieg kehrte Otto Gebühr 1947 ans Theater und zum Heimatfilm zurück bevor am 13. März 1954 in Wiesbaden verstarb.[5]

Als „Durchaltefilm“ bietet Fridericus einen Einblick in die Zustände bzw. Verfassung des preußischen Heeres nach den Schlachten gegen Österreich, Frankreich und Russland. Stark geschwächt und dezimiert wird der desolate Zustand des Heeres dargestellt. Die Kampfmoral scheint gebrochen und Kritik an Friedrich wird deutlich und der Betrachter darauf eingestimmt, dass nur durch eine überraschende Wendung, wie eine hervorragende Armeeführung, der Sieg noch gewährleistet werden kann.

Zunächst präsentiert der Film die physischen Anstrengungen, die dem preußischen Heer abverlangt werden. Die langen Märsche und die mangelnden Ruhephasen nehmen den Soldaten auch noch die letzten vorhandenen Kraftreserven.[6] Verstärkt wird diese Wahrnehmung durch die folgende Kameraeinstellung, welche die Truppen völlig übermüdet während einer Marschpause zeigt. Filmisch wird diese Zustandsbeschreibung durch die Kameraperspektive der Halbtotalen, in der die zu filmenden Personen von Kopf bis Fuß gezeigt und in der deren Aktionen offenbart werden, eingefangen. Zudem findet dieses filmische Stilmittel in der Darstellung von Personengruppen Verwendung.[7] Der schlafende Truppenteil steht im Fokus der Betrachtung. Das Bild eines Regimentes, das sich an der Grenze des möglichen Krafteinsatzes befindet, kommt so besonders zum Ausdruck.

Vor allem die bereits erwähnten langen und schnellen Märsche sind für die beschriebenen Entkräftungserscheinungen verantwortlich. Die Kritik an dieser Form der Belastung des Heeres transportiert insbesondere das folgende Gespräch zweier Offiziere, in dem von einem der beiden deutliche Zweifel an den Marschbefehlen Friedrichs geäußert werden. Der andere weist im Gegenzug daraufhin, dass Friedrich nicht ohne Grund das Heer so belaste. Die Kameraeinstellung des „Close up“, also die Großaufnahme der beiden Gesichter der Offiziere, wird hier als filmisches Mittel verwendet, um die Emotionen, die sich in den Gesichtern der beiden abzeichnen, dem Zuschauer näher zu bringen. Sie untermalen und verstärken die Kritik, die von dem einen der Offiziere ausgeht und akzentuieren den sich andeutenden Konflikt zwischen den beiden Offizieren aufgrund deren gegensätzlicher Ansichten zu den Marschbefehlen Friedrich des Großen. Der Ärger über Friedrichs Agieren ist dem Kritik übenden Offizier förmlich aus dem Gesicht abzulesen. Infolgedessen ist dieses teilweise wutverzehrt und deutet auf eine starke Erregung des Offiziers hin.

Das Bild eines übermüdeten Heeres sowie der Unmut, die sich diesbezüglich breitmacht, bringt auch die folgende Szene aus demselben Film zum Ausdruck.[8] In dieser fällt ein Soldat bei dem Aufbau eines Lagers in die Axt, die er hierzu verwendet und findet so den Tod. Folgend diskutieren zwei Soldaten über diesen Vorfall. Auch hier erfolgt die Kritik an der Vorgehensweise Friedrichs, jedoch nur in indirekter Form. Keiner der beiden Soldaten traut sich diese direkt auszusprechen, aus Angst vor Sanktionen, die folgen könnten. Dem Gespräch ist zu entnehmen, dass auf offene Kritik an der „Unfehlbarkeit“ Friedrichs harte Sanktionen ausgeschrieben waren, die bis zum Tod durch Aufhängen gingen. Auch hier wird die Kameraperspektive der Halbtotalen eingesetzt um Mimik, Gestik und Aktionen der Soldaten zu zeigen. Zudem wird durch die traurige und melancholische Musik im Hintergrund die Situation der Niederlage Preußens, die sich abzeichnet, unterstrichen. Die Situation scheint ausgehend von der Musik als hoffnungslos und nicht mehr zu bewältigen. Dementsprechend lässt sich auch das Verhalten der dargestellten Soldaten erklären. Deren Verhalten ist geprägt von Resignation und Erschöpfung von den langen Märschen sowie der erlittenen Niederlage. Umso erstaunlicher erscheint es, dass am Ende des Filmes das Heer Friedrich des Großen die entscheidende Schlacht gewinnt und Berlin zurückerobern kann. Denn die sich in den beiden exemplarisch dargestellten Szenen abzeichnende Entkräftung der Truppe, ihre Resignation und Niedergeschlagenheit, ziehen sich fast durch den gesamten Film. Dennoch kann Friedrich trotz eines geschwächten Heers den Sieg bei der Schlacht um Berlin erringen. Energisch und entschlossen führt Friedrich seine Soldaten in die letzte entscheidende Schlacht. Er motiviert sie sich nicht kampflos zu ergeben und schreitet heroisch vor ihnen her. Die Kamera greift den Siegeswillen und die Entschlossenheit Friedrichs auf, indem seine Gesichtszüge durch eine Nahaufnahme dargestellt werden. Die Hintergrundmusik unterstützt Friedrichs heldenhaftes Auftreten und hebt ihn für den Betrachter als hervorragende Führungspersönlichkeit heraus. Es ist dem beherzten Eingreifen von Friedrich dem Großen zu verdanken, dass die preußischen Truppen den gegnerischen Streitkräften standhalten können, bis Hans Joachim von Zieten mit seinen Regimentern einschreiten und Preußen zum Sieg verhelfen kann.[9]

2.2 Der Große König

Ein weiterer Film, der die Thematik Friedrich des Großen bzw. das Heerwesen zu dessen Regierungszeit aufgreift, ist Der Große König. Dieser Film erschien 1942 unter der Regie von Veit Harlan. Ähnlich wie in Fridericus steht Preußen nach der Niederlage bei Kunersdorf kurz vor einer endgültigen Niederlage. Friedrich der Große konnte zwar gerettet werden, jedoch die Hälfte des preußischen Heeres waren vernichtet worden. In der Folge steht Friedrich mit dem Gedanken, den Krieg dennoch zu gewinnen alleine da. Sein gesamtes Umfeld ist gegen die Fortführung des Krieges und für die Kapitulation. Dementsprechend auf sich allein gestellt, zeichnet sich während des Filmes ein Bild eines einsamen Königs ab, der trotz dieser misslichen Lage für ihn an seinem Ziel, Preußen zum Sieg zu führen, festhält. Die Durchhalteproblematik in dem Film wird verknüpft mit einer Liebensgeschichte. Mit Hilfe des Feldwebels Treskow kann Friedrich am Ende des Filmes die entscheidende Schlacht bei Schweidnitz gegen Österreich für sich entscheiden. Treskow muss bei dieser Schlacht sein Leben lassen und stirbt in den Armen Friedrichs des Großen. Somit hat die Liebesbeziehung zwischen Treskow und Luise, die sich innerhalb des Filmes entwickelt hat, ein abruptes Ende. Luise, gespielt von Kristina Söderbaum, nimmt in dem Film die Rolle einer fürsorgenden Frau ein, die zuerst ihre Familie in den Wirren des Krieges verliert und später die verwundeten Soldaten pflegt.[10]

Otto Gebühr verkörpert, wie bereits in Fridericus, die Rolle Friedrich des Großen. Veit Harlan führte Regie bei diesem Film. Er wurde am 22. September 1899 in Berlin geboren und war von Goebbels beauftragt, für die Produktion mehrerer Propagandafilme verantwortlich. Frank Noack schrieb in seiner Harlan-Biographie, dass Harlan der Regisseur gewesen sei, der Goebbels gerne gewesen wäre. Bereits mit sechszehn Jahren hatte Harlan seine erste Bühnenrolle am Berliner Lusientheater. Seine erste tatsächliche Filmrolle bekam er 1927 in dem Kinofilm Die Hose von Carl Sternheim. Weitere folgten, unter anderem in dem militärischen Preußendrama Yorck (1931) unter der Regie von Gustav Ucicky, aber auch in Filmen wie Gefahren der Liebe (1931), Die Elf Schill´schen Offiziere (1932) war er zu sehen. Der Film Flüchtlinge, in dem er mitwirkte, wurde am 1. Mai 1935 mit dem „Staatspreis“ ausgezeichnet. Sein Bühnendebüt gab er mit den Stücken Hochzeit an der Pauke und Krach im Hinterhaus. Der Erfolg, der sich mit Krach im Hinterhaus abzeichnete, veranlasste die ABC Film dazu, ihn auch mit der Regie der Filmversion zu beauftragen. Nachdem er bei weiteren Komödien Regie geführt hatte, wechselte er im Jahre 1937 mit der Verfilmung von Leo Tolstois Kreutzersonate das Genre und wandte sich ernsteren Filmthemen zu. Noch im selben Jahr erfolgte die Auszeichnung mit dem „Nationalen Filmpreis“ für die Regie bei dem Film Der Herrscher. Zum wichtigsten Regisseur im Dritten Reich wurde er jedoch durch die bereits genannten Propagandafilme wie beispielsweise Jud Süß, Der Große König, Die Goldene Stadt und Kolberg.

Insgesamt war er dreimal verheiratet, mit der jüdischen Schauspielerin Dora Gerson, mit der Darstellerin und späteren CDU-Politikerin Hilde Körber und mit Kristina Söderbaum. Am 13. April 1964 verstarb Veit Harlan auf Capri.[11]

Am 5. September 1912 wurde Kristina Söderbaum in Stockholm geboren. Ihr Vater Dr. Henrik Gustav Söderbaum war Präsident der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften. Sie hatte schon seit ihrer Jugend Interesse an der Schauspielerei und ging nach dem Tod ihrer Eltern im September 1934 nach Berlin. Dort erhoffte sie sich als Schauspielerin tätig sein zu können. 1936 bekam sie ihre erste kleine Filmrolle in Erich Waschnecks Onkel Bräsig. Später lernte sie dann Veit Harlan kennen und spielte nach ihrer Heirat die Hauptrollen in allen seinen Filmen. Infolgedessen hatte sie auch die Hauptrolle in den Filmen Jud Süß (1939-40), Die Goldene Stadt (1941-42), Der Große König (1941-42) und Kolberg (1943-44) inne. Nach dem Tod ihres Mannes begann sie eine zweite Karriere als Porträt- und Modefotografin bevor sie dann am 12. Februar 2001 in Hitzacker, Niedersachen verstarb.[12]

Im Gegensatz zu dem vorigen Film wird in Der Große König die Verfassung des preußischen Heeres nicht nur negativ dargestellt. Neben der bekannten Durchhalteproblematik hebt der Regisseur das Verhalten der preußischen Truppen in der Schlacht positiv hervor. Die erste zu analysierende Szene[13] aus Der Große König befasst sich hauptsächlich mit der Marschformation der preußischen Armee. Zu sehen ist der Marsch der Truppen, unterstützt von einer heroischen, kraftvollen Musik im Hintergrund. Die hierbei verwendete Musik vermittelt den Eindruck einer unbesiegbaren und von Erfolg gekrönten Armee. Die Kameraeinstellung der Halbtotalen zeigt die Soldaten von Kopf bis Fuß und spiegelt so ihre Bewegung und Agilität wieder. Verstärkt wird dies noch durch den nicht vorhandenen Schwenk der Kamera. Die Kamera zeichnet lediglich die Aktionsformen der Truppenverbände auf, bewegt sich aber nicht mit den Truppen. Man sieht die Soldaten in das Bild hineinlaufen. Durch die Verwendung eines solchen filmischen Mittels lässt sich die Dynamik des Heeres hervorheben. Fokussiert auf die Fortbewegung des Heeres wird der Eindruck eines Heeres, das sich ständig in einem aktiven Status befindet zum Ausdruck gebracht. Unermüdlich scheint es auf sein Ziel, dem Feind entgegen zu marschieren und ihn vernichtend zu schlagen, hinzu zu schreiten. Betrachtet man die Staffelung des Heeres, so reiten in der vorderen Formation vier Offiziere oder Kapitäne; es ist an der Uniform nicht genau auszumachen um welche Truppengattung es sich handelt, da die Uniform nicht genau zu erkennen ist. Den Offizieren oder Kapitänen schließen sich drei Fähnriche an. Dahinter folgen in drei Reihen gestaffelt die Regimenter der Grenadiere[14]. Hinter diesen befinden sich wiederum Offiziere zu Pferde und weitere Fahnen tragende Soldaten. Weiterhin sind Musketierregimente[15] in drei Reihen hintereinander geordnet, zu sehen. Anschließend an diese Regimenter reiten Offiziere, gefolgt von den bereits genannten Fähnrichen. Die Marschordung der Musketierregimente vollzieht sich durch das gesamte dargestellte Heer.[16] Zu beachten ist, dass in der betrachteten Szene nur die Marschformation der Infanterie gezeigt wird.

[...]


[1] Cotoni, Marie-Hélène, Correspondance de Frédéric II avec Louis-Dorothée de Saxe-Gotha. 1740-1767, Oxford 1999, Lettre á Louis-Dorothée de Saxe-Gotha du 8 Mai 1760.

[2] Becker, Wolfgang, Film und Herrschaft. Organisationsprinzipen und Organisationsstrukturen der nationalsozialistischen Filmpropaganda, Berlin 1973, S. 154-157.

http://www.sign-lang.uni-hamburg.de/Medienzentrum/zmm-news/Sose0102/0102At15.htm. http://www.filmportal.de/df/3b/Artikel,,,,,,,,EE2FB9C5E643DFC2E03053D50B375E4B,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,.html#MEE313EE1DF51C8F9E03053D50B37694B.

[3] Hans Joachim von Zieten war preußischer Reitergeneral unter Friedrich dem Großen. Er bildete die preußische Kavallerie zu einer schlachtendscheidenden Angriffswaffe aus. Durch seine Führung konnte die preußische Armee in Prag und Leuthen im Jahr 1757 und Liegnitz und Torgau 1760 Siege erringen.

http://lexikon.meyers.de/meyers/Zieten.

[4] Giesen, Rolf, Hobsch, Manfred, Hitlerjunge Quex, Jud Süss und Kolberg. Die Propagandafilme des Dritten Reiches Dokumente und Materialien zum NS-Film, Berlin 2005, S. 132-135.

[5] Ebd., S. 486-487.

[6] Meyer, Johannes, Fridericus, Diana-Tonfilm GmbH, 1936, 00:03:08.

[7] Hickethier, Knut, Film- und Fernsehanalyse, Stuttgart 2001, S. 58.

[8] Meyer, Johannes, Fridericus, Diana-Tonfilm GmbH, 1936, 01:14:50.

[9] Ebd., 01:33:44.

[10] Giesen, Rolf, Hobsch, Manfred, Hitlerjunge Quex, Jud Süss und Kolberg. , Berlin 2005, S. 384-388.

[11] Ebd., S. 487-488.

[12] Ebd., S. 495.

[13] Harlan, Veit, Der Große König, Tobis, 1942, 00:02:43.

[14] Grenadiere warfen aus Gusseisen oder Glas bestehende Kugeln gefüllt mit Pulver. Ziel dieses Vorgehens war es Breschen in gegnerische Infanterie zu schlagen. Eingesetzt wurden hierfür aufgrund des Gewichtes der Kugel(zwei bis drei Pfund) kräftige, durchtrainierte Leute.

Guddat, Martin, Grenadiere, Musketiere, Füsiliere., Bonn, S. 21-22.

[15] Musketiere waren mitunter als Hauptbestandteil des preußischen Heeres zu sehen. Auch hier brauchte man kräftige Leute, da die Muskete mit einem Gewicht von elf bis dreizehn Pfund getragen werden musste. Hinzu kam noch die Ausrüstung, die getragen werden musste.

Ebd., S. 23.

[16] Die dargestellte Marschformation entsprach in etwa der tatsächlichen Marschformation der preußischen Armee. Diese konnte sich wie folgend formieren: Sie gliederte sich in vier Züge. Die ersten drei der vier Züge bestanden aus Musketierkompanien, der vierte aus einer Grenadierkompanie. Vor dem ersten Zug befanden sich drei Tamboure, die die Marschgeschwindigkeit durch die Taktgeschwindigkeit ihrer Trommel angaben. Dahinter folgte, vor der ersten der fünf Musketierkompanien, der Kapitän als Kommandeur der Kompanie. Auch vor den anderen Zügen der Musketierkompanien und der Grenadierkompanien war ein Kapitän installiert. Die Kompanien besaßen bis auf Ausnahmen drei Glieder. Hinter der ersten Kompanie ritt ein Unteroffizier. Dies lies sich auf alle Musketier- und Grenadierkompanien, bis auf jeweils die vorletzte Kompanie eines Zuges, die zwei Unteroffiziere aufwies und die letzte an deren Ende kein Unteroffizier existierte, übertragen. Vor der zweiten Kompanie jedes Zuges, außer beim zweiten Zug, dort entsprach es der dritten Kompanie, wurde ein Fähnrich eingesetzt. Gleiches geschah vor der vierten Kompanie jedes Zuges. Der zweite Zug war von dieser Maßnahme ausgeschlossen, da in diesem Zug vor der vierten Kompanie kein Fähnrich existierte. Stattdessen gab es einen Fähnrich vor der fünften Kompanie. Insgesamt hatte der erste, dritte und vierte Zug fünf Kompanien. Nur der zweite Zug umfasste sieben Kompanien. Die dritte Kompanie der Züge eins, drei und vier führten ein Fähnrich und ein Leutnant an. Bei dem zweiten Zug der vierten Kompanie wurden der Fähnrich und der Leutnant durch einen Tambour ergänzt. Zudem installierte die Heeresleitung vor der letzten Kompanie jeden Zuges einen Leutnant. Die letzte Kompanie eines jeden Zuges bestand nur aus einem Glied. Im zweiten Zug setzen sich die erste und die vorletzte Kompanien ebenfalls aus einem Glied zusammen. Zusätzlich hatten die Kompanien zwei und fünf desselben Zuges nur zwei Glieder. Vor ihnen schritt ein Tambour und gab die Marschgeschwindigkeit an. Alle anderen Züge besaßen bis auf die thematisierte letzte Kompanie drei Glieder.

Ebd., S. 20.

Ende der Leseprobe aus 33 Seiten

Details

Titel
Das Heer Friedrich des Großen
Untertitel
Ein Vergleich von filmischer Fiktion und historischer Realität
Hochschule
Universität Bielefeld  (Fakultät für Geschichtswissenschaft, Philosophie und Theologie)
Veranstaltung
Friedrich der Große. Fakten und filmische Fiktion
Note
2,3
Autor
Jahr
2007
Seiten
33
Katalognummer
V113591
ISBN (eBook)
9783640147571
ISBN (Buch)
9783640147694
Dateigröße
528 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Heer, Friedrich, Großen, Große, Fakten, Fiktion
Arbeit zitieren
Sebastian Kentsch (Autor), 2007, Das Heer Friedrich des Großen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113591

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