Theorie der psychosozialen Entwicklung nach Erik H. Erikson

Die acht Phasen des Menschen


Studienarbeit, 2006
29 Seiten, Note: Sehr gut

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

EINLEITUNG

BIOGRAPHIE ERIK H. ERIKSON (1902 BIS 1994)
(JUNGER) ERWACHSENER
(MITTLERER) ERWACHSENER
(ÄLTERER) ERWACHSENER

DAS EPIGENTISCHE PRINZIP
DIE EPIGENETISCHE TABELLE

DIE ACHT PHASEN DES MENSCHEN
1. PHASE: URVERTRAUEN VS. MISSTRAUEN
2. PHASE: AUTONOMIE VS. SCHAM UND ZWEIFEL
3. PHASE: INITIATIVE VS. SCHULDGEFÜHL
4. PHASE: LEISTUNG VS. MINDERWERTIGKEITSGEFÜHL
5. PHASE: IDENTITÄT VS. ROLLENKONFUSION
6. PHASE: INTIMITÄT VS. ISOLIERUNG
8. PHASE: ICH-INTEGRITÄT VS. VERZWEIFLUNG

UNTERSCHIED: SIGMUND FREUD VS. ERIK H. ERIKSON
DR. SIGMUND FREUD (1856-1939)
ERIK H.ERIKSON (1902 – 1994)

DISKUSSION
IST DIE STUFENFOLGE INVARIANT?
IST DIE STUFENFOLGE IRREVERSIBEL?
IST DIE STUFENFOLGE UNIVERSAL?

ANHANG
EXKURS - LEBENSLAUF DR. SIGMUND FREUD

QUELLENVERZEICHNIS

GRAPHIKVERZEICHNIS

Einleitung

Erik H. Erikson gilt als ein „freudianischer Ich-Psychologe“, d.h. er orientiert sich einerseits an den Theorien von Dr. Sigmund Freud, andererseits auch an den Konzepten anderer Psychoanalytiker, wie Anna Freud. Außerdem galt sein Interesse möglichen gesellschaftlichen und kulturellen Einflüssen bei der Identitätsentwicklung. [vgl. BOEREE, C. G., deutsch von WIESER, D.: http://www.ship.edu/~cghoeree/erikson deutsch.html, Zugriff am 12.April 2006 um 22:00 Uhr] Bevor man sich mit dem Werk von Erik H. Erikson auseinander setzen möchte, erfordert es, seine Biographie zu studieren, da seine Arbeit eng mit seinem Lebensweg verbunden ist. Die „Entwicklung einer Identität“ war nicht nur in seinem beruflichen Schaffen die zentrale Fragestellung, sondern verfolgte ihn sein gesamtes Leben auch im persönlichen Sinn. Es scheint so, als ob er selbst sein ganzes Leben auf der Suche nach (seiner) Identität war.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Biographie Erik H. Erikson (1902 - 1994)

Kindheit

[vgl. BOEREE, C. G., deutsch von WIESER D.: http://www.ship.edu/~cghoeree/erikson deutsch.html, Zugriff am 12.April 2006 um 22:00 Uhr] Erik H. Erikson wurde am 15. Juni 1902 in Frankfurt als uneheliches Kind geboren. Sein leiblicher Vater war ein unbekannter Däne, der seine jüdische Mutter, Karla Abrahamsen, noch vor der Geburt des Kindes verließ. Als er drei Jahre alt war, heiratete die Mutter seinen Kinderarzt, Dr. Theodor Homburger, daher hieß er während seiner Kindheit und frühen Erwachsenenjahre „Erik Homburger“. Seine Eltern hielten ihm gegenüber seine Herkunft lange geheim. Mit der Familiengründung einher ging auch eine Ortswechsel: Die Familie übersiedelte in den Süden Deutschlands, nach Karlsruhe.

Erik Homburger war ein großer blonder blauäugiger Junge jüdischer Herkunft. Dieser Umstand führte dazu, dass er einerseits am Gymnasium aufgrund seiner jüdischen Herkunft geneckt wurde. Andererseits neckten ihn in der Synagoge die anderen Kinder wegen seines nordischen Aussehens.

(Junger) Erwachsener

[vgl. BOEREE, C. G., deutsch von WIESER D.: http://www.ship.edu/~cghoeree/erikson deutsch.html, Zugriff am 12.April 2006 um 22:00 Uhr] Nach dem Abitur wollte Erik Künstler werden. Er lebte und liebte ein sorgenfreies Leben, besuchte Kurse und reiste viel durch Europa. Zeitweise schlief er sogar unter Brücken. Im Alter von fünfundzwanzig Jahren nahm er – auf Anraten seines Freundes Peter Blos (ein Künstler und später auch Psychoanalytiker) – eine Lehrerstelle an einer experimentellen Schule für amerikanische SchülerInnen in Wien an. Diese Schule wurde von Dorothy Burlingham, einer Freundin von Anna Freud, geleitet. Er lehrte aber nicht nur Kunst, sondern bekam auch ein Zertifikat für Montessori Erziehung und ein Zertifikat der Wiener Psychoanalytischen Gesellschaft. Er unterzog sich einer Psychoanalyse durch Anna Freud persönlich.

Während dieser Zeit heiratete er eine Tänzerin, Joan Serson, mit der er später drei Kinder bekam. (Anm: Ein Sohn wurde Soziologe.) Mit der Machtergreifung des Nationalsozialistischen Regimes musste die junge Familie – aufgrund der jüdischen Herkunft – Wien verlassen. Über Kopenhagen flüchteten sie im Jahre 1933 in die Vereinigten Staaten, nach Boston.

(Mittlerer) Erwachsener

[vgl. BOEREE, C. G., deutsch von WIESER D.: http://www.ship.edu/~cghoeree/erikson deutsch.html, Zugriff am 12.April 2006 um 22:00 Uhr]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Erik H. Erikson erhielt eine Position an der „Harvard Medical School“ und eröffnete eine Praxis für Kinderpsychoanalyse in Boston. Er kam mit Psychologen, wie Henry Murray und Kurt Lewin, sowie Anthropologen, wie Ruth Benedict und Gregory Bateson, in Kontakt. Der Einfluss der Anthropologen in seinem Werk gilt heute als ebenso stark wie jener von Sigmund und Anna Freud. Er wechselte oft den Wohnsitz, unterrichtete in Yale und später an der „University of California“ in Berkeley. Während dieser Zeit erforschte er amerikanische Urvölker. Er untersuchte das moderne Leben der Indianerstämme „Lakota“ und „Yurok“. Mit der amerikanischen Staatsbürgerschaft ändert er seinen Namen offiziell in „Erik Erikson“ um. Die Hintergründe dazu sind unbekannt. Im Jahre 1950 verließ er zum zweiten Mal einen Wohnort aufgrund einer Terrorherrschaft, der des damaligen Senators Joseph McCarthys. Im selben Jahr veröffentlichte er „Childhood und Society“, in dem er das epigenetische Prinzip und die acht Entwicklungsstufen des Menschen darstellte. Bis 1960 arbeitete und unterrichtete er in Massachussets an einer Klinik.

(Älterer) Erwachsener

[vgl. BOEREE, C. G., deutsch von WIESER D.: http://www.ship.edu/~cghoeree/erikson deutsch.html, Zugriff am 12.April 2006 um 22:00 Uhr]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Von 1960 bis 1970 war Erik H. Erikson an der „Harvard University“ tätig. Das Bemerkenswerte daran ist, dass er dies tat, ohne jemals einen akademischen Titel erworben zu haben. Im Jahre 1970 wechselte er in den Ruhestand, forschte aber weiter zusammen mit seiner Frau. Im selben Jahr veröffentlichte er „Identität und Lebenszyklus“.

Erik H. Erikson beschäftigte sich bis zu seinem Tod im Jahre 1994 mit dem Begriff „Identität“, vor allem mit der Suche nach seiner eigenen.

Das epigentische Prinzip

Das epigenetische Prinzip baut auf der Phasentheorie von Sigmund Freud auf und erweitert diese: Es werden Entwicklungsphasen auch im Erwachsenenalter dargestellt. Außerdem wird die menschliche Entwicklung nicht nur anhand psychosexueller Modalitäten erklärt, sondern zum Beispiel um die Darstellung der jeweiligen psychosozialen Modalitäten und institutioneller Ordnungen ergänzt. Insgesamt hat Erikson jede Stufe auf zehn Dimensionen beschrieben. [vgl. FLAMMER, A.: Entwicklungstheorien. Psychologische Theorien der menschlichen Entwicklung. Huber-Verlag, Bern 1996, S 85]

Der Mensch entwickelt sich durch eine festgelegte Entwicklung der Persönlichkeit in acht Stadien („stages“). Jede Stufe hat ihre optimale Zeit. Erikson bezeichnete dieses Stufen - wie Freud – als so genannte „Krisen“, in denen gewisse psychosoziale Entwicklungsaufgaben gelöst werden. Für die weitere Entwicklung eines Menschen ist eine Balance in der Bewältigung der vorrangigen Entwicklungsaufgabe ausschlaggebend. Wird eine Krise positiv abgeschlossen, behält man eine psychologische Stärke, die durch die folgenden Stufen des Lebens begleiten. Wird eine Stufe negativ abgeschlossen, kann es zu Fehlverhalten („maladaptions“) und zur Gefährdung der weiteren Entwicklung kommen. [vgl. BOEREE, C. G., deutsch von WIESER D.: http://www.ship.edu/~cghoeree/ eriksondeutsch.html, Zugriff am 12.April 2006 um 22:00 Uhr]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Anmerkung: Erikson gibt in seinen Werken überhaupt keine Altersangaben über Personen an. Er erwähnt bzw. beschreibt lediglich das Alter der in den Phasen betreffenden Leuten, wie zum Beispiel: der Pubertierende, der junge Erwachsene, … wodurch wir diese mit anderen Theorien verbunden und angenommen haben.

Erik Erikson hat im Laufe seines Lebens einige Kulturkreise kennen gelernt. Vor allem durch seine intensiven Forschungen an amerikanischen Urvölkern ist für ihn die Stufenfolge universal (in allen Kulturen zu allen Zeiten gültig). [vgl. FLAMMER, A.: Entwicklungstheorien. Psychologische Theorien der menschlichen Entwicklung. Huber- Verlag, Bern 1996, S 96]

[...]

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten

Details

Titel
Theorie der psychosozialen Entwicklung nach Erik H. Erikson
Untertitel
Die acht Phasen des Menschen
Hochschule
Wirtschaftsuniversität Wien  (Institut für Bildungswissenschaft)
Veranstaltung
"Klassiker der Pädagogik", Vertiefung Erziehungswissenschaften, Dr. Mikl, SS2006
Note
Sehr gut
Autoren
Jahr
2006
Seiten
29
Katalognummer
V113625
ISBN (eBook)
9783640148394
ISBN (Buch)
9783640148486
Dateigröße
871 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Seminararbeit zu einer Präsentation im Rahmen der Lehrveranstaltung "Klassiker der Pädagogik" (Vertiefung Erziehungswissenschaften), am Institut für Bildungswissenschaft der Wirtschaftuniversität Wien, SS 2006.
Schlagworte
Theorie, Entwicklung, Erikson, Klassiker, Pädagogik, Erziehungswissenschaften, Entwicklungspsychologie, Phasen, Psychologie, Freud, Urvertrauen, Epigentische Prinzip
Arbeit zitieren
Claudia Tusek (Autor)Cornelia Hausner-Ghazal (Autor), 2006, Theorie der psychosozialen Entwicklung nach Erik H. Erikson, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113625

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