„Quick“, „Twen“, „Tempo“ - Zeitschriften, die es nicht mehr gibt


Hausarbeit (Hauptseminar), 2007

16 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Der bunte und bewegte Zeitschriftenmarkt

2. Die Zeitschrift „Quick“
2.1. Erste deutsche Illustrierte nach 1945
2.2. Der Verlag, Preise und Auflagenzahlen
2.3. Die Titelseite: Layout und Motive
2.4. Eine breit gefächerte Themenpalette
2.5. Die Charakteristika der Zeitschriftenmarke „Quick“
2.6. Mögliche Gründe für das Scheitern

3. Die Zeitschrift „twen“
3.1. „twen“ – ein Kind der Sechzigerjahre
3.2. Der Verlag, Preise und Auflagenzahlen
3.3. Die Titelseite: Layout und Motive
3.4. Die Themen am Zeitgeist der „twens“
3.5. Die Charakteristika der Zeitschriftenmarke „twen“
3.6. Mögliche Gründe für das Scheitern

4. Die Zeitschrift „Tempo“
4.1. Eine Art „Erstes deutsches Lifestyle-Magazin“
4.2. Der Verlag, Preise und Auflagenzahlen
4.3. Die Titelseite: Layout und Motive
4.4. Themen aus Gesellschaft, Politik und Kultur
4.5. Die Charakteristika der Zeitschriftenmarke „Tempo“
4.6. Mögliche Gründe für das Scheitern
4.7. Ein einmaliges Comeback

5. Fazit: Kurzzeitiger Kultstatus kein Garant für langfristigen Erfolg

Literaturangaben:

1. Der bunte und bewegte Zeitschriftenmarkt

„Stern“, „Spiegel“ oder „Focus“ zählen mitunter zu den bekanntesten Zeitschriftentiteln in Deutschland. Neben diesen traditionsreichen Printmedien gibt es zahlreiche weitere Zeitschriften. Von Wirt-schaftsmagazinen, Anzeigenblättern und Jugendzeitschriften über Fernsehzeitungen, Rätselzeitschriften oder Männermagazine bis hin zu Anzeigenblättern oder gar Gefangenenzeitungen – die Reihe der unterschiedlichen Zeitschriftenarten und -gattungen ist lang. Die, sei es in gedruckter Form oder auch online erscheinenden Presseprodukte bedienen jedes noch so außergewöhnliche Interesse der Leser.

Wöchentlich tauchen am Kiosk und im Internet neue Titel auf, die sich dem schwierigen Wettbewerb der Medienbranche stellen müssen. Nicht wenige sind gezwungen, ihr Erscheinen wieder einzustellen. 2006 waren dies laut www.retromedia.com, einer Art „virtueller Friedhof der Medienbranche“, 83 Titel.[1]

Einige dieser Zeitschriften verschwinden spurlos vom Markt, ohne jemals von sich reden gemacht zu haben. Ganz anders die Titel, die in dieser Hausarbeit näher betrachtet werden sollen. Mit der Einstellung der „Quick“, „Twen“ und „Tempo“ verabschiedeten sich bekannte Namen vom Zeitschriftenmarkt, die noch heute, zum Teil über 37 Jahre (Twen) nach Erscheinen ihres letzten Heftes, weitgehend ge-läufig sind. Was die Besonderheit dieser drei Hefte ausmachte und wo mögliche Gründe dafür liegen, dass es dennoch zu einem Ende ihrer Auflage kam, soll im Folgenden untersucht werden.

2. Die Zeitschrift „Quick“

2.1. Erste deutsche Illustrierte nach 1945

So breit gefächert und titelreich war der Zeitschriftenmarkt in Deutschland selbstverständlich nicht immer. Um auf diesem hohen Sättigungsniveau anzugelangen, musste eine Reihe von Ent-wicklungen zurückgelegt werden. Ein einschneidender Punkt in der deutschen Pressegeschichte ist der Zusammenbruch des National-sozialismus 1945 und das damit verbundene vorläufige Ende der deutschen Presse. Vom Wiederaufbau des Pressewesens, über die Situation in der Presse nach der Wiedervereinigung bis hin zur Entwicklung der neuen Medien im „online-Zeitalter“ hat sich vieles getan.

Ganz zu Beginn dieser Entwicklungen, zum Zeitpunkt der Neuordnung der Presse nach dem 2. Weltkrieg, als die Besatzungsmächte nur zögerlich Lizenzen an deutsche Medien-vertreter herausgaben,[2] erscheint zum ersten Mal die Zeitschrift „Quick“.

Dr. Theodor Martens und Dietrich Kenneweg gelang es am 5. März 1948 in langwierigen Verhandlungen mit den alliierten Besatzungs-mächten die Lizenz zur Herausgabe einer „neuen deutschen Aktuellen Illustrierten“[3] zu erwerben.

Nur zwei Monate später, am 25. April 1948, konnte die Leserschaft die erste Illustrierte nach dem 2. Weltkrieg in der Hand halten, die aus deutscher Feder stammte.[4]

2.2. Der Verlag, Preise und Auflagenzahlen

Die „Quick“ - der Name steht womöglich in Verbindung mit der amerikanischen Besatzungsmacht – wurde von der Leserschaft sehr gut angenommen. Schon am Ende des ersten Erscheinungsjahres konnten Kenneweg und Martens eine Auflage von über 700 000 Exemplaren verzeichnen.[5] 18 Jahre lang war die „Quick“ Eigentum des Verlages „Theodor Martens & Co“ der beiden Gründer Martens und Kenneweg bis sie in den Besitz des „Heinrich Bauer Verlages“ überging.[6]

Die erste Ausgabe der Quick kostete 80 Reichspfennig, was nach der Währungsreform etwa 40 Pfennigen entsprach. Im Laufe der 44 Jahre, in der die Illustrierte erschien, gab es immer wieder Preiserhöhungen. Bei ihrer Einstellung im August 1992 lagen de Kosten für ein Heft bei 3,30 DM.[7]

Die Auflagenzahlen schwankten zwischen einem Maximalwert von etwa 1 500 000 und einem Minimalwert von 700 000 Exemplaren.[8]

2.3. Die Titelseite: Layout und Motive

Bekannt ist die „Quick“ heute häufig noch durch ihr markantes Titellayout. Vielen ist das weiße „Q“ im roten Quadrat als Logo in Erinnerung geblieben. In der Bevölkerung hatte es einen Bekannt-heitsgrad von unglaublichen 90 %. Dieses Wiedererkennungsmerkmal wurde nach zahlreichen Veränderungen in dieser endgültigen Form allerdings erst 1960 eingeführt und dann bis 1992, bis zur Einstellung der „Quick“ beibehalten.

Während die Farben rot und weiß von Beginn an verwendet wurden, wechselten mehrfach die Untertitel.[9]

Zusammen mit dem markanten Logo musste natürlich ein passendes Titelbild für den Kaufanreiz sorgen. Die „Quick“ setzte dabei zunächst auf „Portraits von Filmstars, Adeligen, Sportlern und anderen Prominenten“[10]. Ab 1965 wurde der Käufer mit immer sexistischeren Abbildungen gelockt. Allein 27 Titel der „Quick“ präsentierten mehr oder weniger nackte Frauen auf dem Titel. Diese Hinwendung zu offener Sexualität in Bildform war aufgrund der gesellschaftlichen Entwicklungen offenbar nötig. Verkaufszahlen von Publikumszeitschriften aus den Sechzigerjahren zeigen deutliche Unterschiede zwischen erfolgreichen Ausgaben durch Nudität auf dem Titelbild und erheblichen Auflagenrutschen, wenn stattdessen beispielsweise ein Politiker die erste Seite zierte.[11] Dieses Konzept nach dem Motto „sex sells“ gipfelte 1974 in einer bundesweiten Beschlagnahmung der Illustrierten „Quick“ aufgrund der Darstellung eines Mannes mit erigiertem Penis auf dem Titelblatt. Im Laufe der Zeit wurde das Verhältnis zwischen sexistischen und weniger anzüglichen Motiven allerdings wieder etwas ausgeglichener.[12]

[...]


[1] Vgl. www.retromedia.de/?p=25

[2] Vgl. Pürer/Raabe, S. 91ff.

[3] Lübkemann, S. 50.

[4] Vgl. ebd.

[5] Vgl. Lübkemann, S. 50.

[6] Vgl. ebd., S. 70f.

[7] Vgl. ebd., S. 54f, 85.

[8] Vgl. ebd., S. 83.

[9] Vgl. Lübkemann., S. 51.

[10] Ebd., S. 52.

[11] Vgl. Faulstich, S. 138ff.

[12] Vgl. Lübkemann, S. 53.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
„Quick“, „Twen“, „Tempo“ - Zeitschriften, die es nicht mehr gibt
Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg  (Lehrstuhl für Kommunikationswissenschaft)
Veranstaltung
Zeitungen und Zeitschriften als Marke
Note
2,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
16
Katalognummer
V113646
ISBN (eBook)
9783640149995
ISBN (Buch)
9783640150342
Dateigröße
433 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Zeitschriften, Zeitungen, Zeitschriften, Marke
Arbeit zitieren
Katharina Petzi (Autor), 2007, „Quick“, „Twen“, „Tempo“ - Zeitschriften, die es nicht mehr gibt , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113646

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