Die HPV-Impfung zur Prävention von Gebärmutterhalskrebs


Research Paper (undergraduate), 2008
34 Pages, Grade: 1,0

Excerpt

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Einleitung

2 Epidemiologie
2.1 Zervixkarzinom
2.1.1 Zahlen und Daten
2.1.2 Erkrankung und Behandlung
2.2 HPV und der Zusammenhang mit dem Zervixkarzinom
2.2.1 Humane Papillomviren
2.2.2 HPV-Infektion

3 Prävention
3.1 Vorbemerkung
3.2 Früherkennung
3.2.1 Ziele und Anforderungskriterien
3.2.2 Leistungsumfang
3.2.3 Pap-Test
3.3 HPV-Impfung
3.3.1 HPV-Impfstoffe
3.3.2 Klinische Wirksamkeit
3.3.3 Verträglichkeit
3.3.4 Integration in nationale Impfprogramme

4 Ökonomische Aspekte
4.1 Früherkennungsuntersuchung
4.2 HPV-Impfung

5 Resümee

Literaturverzeichnis

Ehrenwörtliche Erklärung

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Klassifikation von Dysplasien

Tabelle 2: Spontaner Verlauf der Zervixdysplasie ohne Therapie

Tabelle 3: Münchener Nomenklatur II

Tabelle 4: Wirksamkeit von Gardasil gegen CIN und Adeno- karzinome in situ

Tabelle 5: Wirksamkeit von Gardasil gegen Genitalwarzen sowie CIN und Karzinome an Vulva und Vagina aus Future I

1 Einleitung

Im Oktober 2006 erhielt mit Gardasil der erste von zwei Impfstoffen gegen humane Papilomviren seine Zulassung von der Europäischen Arzneimittelbehörde und ist seitdem auch auf dem deutschen Markt erhältlich.[1]

Die Impfung gegen HP-Viren ist seitdem missverständlicher- und fälschlicherweise häufig auch als Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs in der Diskussion. Während die Pharmahersteller Merck, Sanofi Pasteur MSD und GlaxoSmithKline seit Monaten mit Plakaten in Apotheken, Handzetteln, in Rundfunk und Fernsehen sowie im Internet auf die ernsthafte Gesundheitsgefährdung durch Gebärmutterhalskrebs aufmerksam machen und ihre Produkte als zuverlässige Abhilfe bewerben, liegen nun seit Mitte 2007 erstmalig Phase-III-Studien zu der Vakzine vor.[2]

Die Ergebnisse der Studien und der belegte beziehungsweise noch fehlende Nutzen sind in der Fachwelt umstritten.

In der folgenden Arbeit werden die Chancen und Risiken sowie der ökonomische Nutzen der Impfung betrachtet. Dazu erfolgt zunächst eine Darstellung der epidemiologischen Bedeutung von Zervixkarzinomen sowie von HPV-Infektionen und deren Zusammenhang. Des Weiteren erfolgt eine Gegenüberstellung der bereits etablierten Krebsfrüherkennungsuntersuchung mit der HPV- Impfung unter Berücksichtigung der Wirkung und Verträglichkeit. Zuletzt werden die ökonomischen Aspekte, insbesondere die Kosten, betrachtet.

2 Epidemiologie

2.1 Zervixkarzinom

2.1.1 Zahlen und Daten

Mit einer Neuerkrankungsrate von einer halben Million Frauen jährlich ist das Zervixkarzinom das zweithäufigste Karzinom bei Frauen, wobei 80% der Diagnosen in Entwicklungsländern gestellt werden.[3]

In Deutschland ist Gebärmutterhalskrebs die dritthäufigste gynäkologische Tumorerkrankung, an der jährlich etwa 6.500 Frauen neu erkranken und im Jahr 2002 1.763 Frauen verstarben.[4] Mit einem Anteil von 3,2% liegt die Inzidenz des Zervixkarzinoms in Deutschland an zehnter Stelle der Krebsneuerkrankungen und verursacht 1,76% der Krebsmortalität bei Frauen.[5] Das mittlere Erkrankungsalter beim Zervixkarzinom von 50,4 Jahren liegt ca. 19 Jahre unter dem mittleren Erkrankungsalter aller Krebserkrankungen von etwa 69 Jahren. Frauen unter 45 Jahren erkranken in Deutschland häufiger an Gebärmutterhalskrebs als an einer Krebserkrankung der Ovarien oder des Corpus uteri.[6]

Die Zervixkarzinom-Inzidenz und -Mortalität Deutschlands entspricht dem Europastandard und liegt im europäischen Vergleich im Mittelfeld. Im weltweiten Vergleich liegen die Erkrankungsraten in europäischen Ländern im unteren Drittel. Mit einer viermal höheren Inzidenz wie in Europa finden sich die höchsten Raten im südlichen und östlichen Afrika.[7]

In Deutschland[8] und Europa[9] ist seit Beginn der 1970er Jahre ein Rückgang der Inzidenz und Mortalität zu beobachten, der zeitgleich mit der Einführung des Zervixabstriches (Pap-Test) im Rahmen der Krebsfrüherkennung auftrat. Es gilt als mit relativ hoher Zuverlässigkeit belegt, dass mittels Pap-Tests Vorstufen des Gebärmutterhalskrebses diagnostiziert werden können und so das Risiko verringert wird, an dieser Krebsart zu erkranken und zu sterben.[10]

2.1.2 Erkrankung und Behandlung

Als Gebärmutterhalskrebs wird die maligne Veränderung der Plattenepithelien und des Cervix uteri bezeichnet,[11] die zu etwa 77% Ursache von invasiven Zervixkarzinomen sind.[12] Einen kleineren Teil der Zervixkarzinome begründen mit ca. 11%[13] die Adenokarzinome im oberen Teil des Gebärmutterhalses.[14] Fehlbildungen der Zervix und das Plattenephitelkarzinom gelten als Krebsvorstufen, die in ein invasives Zervixkarzinom übergehen können. Das ist jedoch ein langsam fortschreitender Prozess. Ein unbehandeltes Plattenepithelkarzinom entwickelt sich in 30% bis 70% der Fälle in einem Zeitraum von zehn bis zwölf Jahren zu einem invasiven Karzinom. Der Tumor breitet sich stetig vom Gebärmutterhals in das Bindegewebe neben der Zervix und die Vagina sowie sprunghaft in die nahen Lymphknoten aus. Tochtergeschwülste treten in der Regel erst relativ spät auf. Während frühe Veränderungen am Gebärmutterhals symptomfrei verlaufen, ist der Tumor beim Auftreten von Blutungen oder Schmerzen meist schon weiter fortgeschritten. Darin begründet sich die Relevanz der Früherkennungsuntersuchungen (vgl. Gliederungspunkt 2.1.3), die der Entdeckung von Krebsvorstufen dient.[15] Bei sichtbaren Tumoren erfolgt die Diagnosesicherung mittels einer Biopsie durch eine Kolposkopie. Bei einem Abstrich festgestellte Dysplasien werden je nach Befundkonstellation und individuellem Risiko behandelt oder beobachtet.

Bei Fortbestehen von schweren Dysplasien werden zur Abklärung gezielte Gewebeentfernungen, manchmal auch eine Konisation vorgenommen. In frühen Stadien stellt dies gleichzeitig eine ausreichende Therapie dar. Liegt ein invasives Karzinom vor erfolgt eine erweiterte Operation und je nach Histologie eine Nachbestrahlung. Bei fortgeschrittenem Zervixkarzinom kann eine primäre Bestrahlung auch in kurativer Absicht eingesetzt werden. Gegebenenfalls ist eine Kombination von Bestrahlung und Chemotherapie möglich.[16]

2.2 HPV und der Zusammenhang mit dem Zervixkarzinom

2.2.1 Humane Papillomviren

Das Papillomvirus ist ein ca. 55 nm kleines Viruspartikel, das der Papovaviren-Familie angehört. Es existieren ca. 100 verschiedene HPV-Typen, die sowohl die Haut als auch die Schleimhäute infizieren können. Im Bereich des Uro-Anogenitaltrakts treten dabei ca. 40 verschiedene HPV-Typen in den Vordergrund, die aufgrund ihres onkogenen Potenzials in die zwei Gruppen Niedrigrisiko- und Hochrisiko-HPV-Typen eingeteilt werden.[17] Zu den Niedrigrisiko-HPV- Typen gehören die HPV-Typen 6, 11, 42, 43, und 44. Diese haben ein niedriges Potenzial, eine maligne Erkrankung entstehen zu lassen. Die Niedrigrisiko-HPV-Typen 6 und 11 sind die Hauptverursacher von genitalen Warzen, unter denen etwa 1% bis 2% der Bevölkerung leiden. Die Hochrisiko-HPV-Typen haben dagegen ein hohes onkogenes Potenzial. Zu den Hochrisiko-HPV-Typen zählen die HPV-Typen 16, 18, 31, 33, 35, 39, 45, 51, 52, 56, 58, 59, 68, 73, 82 und eventuell auch 26,

53 und 66. Das Risiko, bei einer persistierenden Hochrisiko-HPV- Infektion an einer prämalignen oder malignen Veränderung der Cervix

uteri zu erkranken, ist statistisch sehr hoch. Die HP-Virus-Typen 16 und

18 wurden bereits 1995 von der WHO als kanzerogen für den Menschen eingestuft.[18] Diese beiden HPV-Typen sind bei 9% der HPV- Infektionen und 70% der Fälle von Gebärmutterhalskrebs nachweisbar.[19]

[...]


[1] Vgl. Hillemanns, P., Schneller als das Virus!, 2007, S. 8.

[2] Vgl. o. V., HPV-Impfstoff Gardasil, 2007, S. 57; vgl. o. V., Zweiter HPV-Impfstoff Cervarix, 2007, S. 102.

[3] Vgl. Schneider, A. et al., Epidemiologie, […] des Zervixkarzinoms, 1999, S. 245.

[4] Vgl. Jahn, I. et al., Gebärmuttererkrankungen, 2007, S. 12.

[5] Vgl. Claassen, M. et al., Stellungnahme des AKF zur HPV-Impfung, Stand: 05.12.2007 (Internet).

[6] Vgl. Jahn, I. et al., Gebärmuttererkrankungen, 2007, S. 10ff.

[7] Vgl. Ebd., S. 12.

[8] Vgl. Ebd., S. 12.

[9] Vgl. Groth, S., Impfung gegen HPV und gegen Gebärmutterhalskrebs, Stand: 23.10.2007 (Internet).

[10] Vgl. Jahn, I. et al., Gebärmuttererkrankungen, 2007, S. 12.

[11] Vgl. Ebd., S. 10.

[12] Vgl. Schneider, A. et al., Epidemiologie, […] des Zervixkarzinoms, 1999, S. 249.

[13] Vgl. Ebd., S. 249.

[14] Vgl. Jahn, I. et al., Gebärmuttererkrankungen, 2007, S. 10.

[15] Vgl. Ebd., S. 10.

[16] Vgl. Jahn, I. et al., Gebärmuttererkrankungen, 2007, S. 10.

[17] Vgl. Hillemanns, P. et al., HPV-Infektion, 2007, S. 2.

[18] Vgl. Hillemanns, P. et al., HPV-Infektion, 2007, S. 2.

[19] Vgl. Claassen, M. et al., Stellungnahme des AKF zur HPV-Impfung, Stand: 05.12.2007 (Internet).

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Details

Title
Die HPV-Impfung zur Prävention von Gebärmutterhalskrebs
College
University of Applied Sciences Braunschweig / Wolfenbüttel
Grade
1,0
Author
Year
2008
Pages
34
Catalog Number
V113668
ISBN (eBook)
9783640141340
ISBN (Book)
9783640141432
File size
539 KB
Language
German
Tags
HPV-Impfung, Prävention, Gebärmutterhalskrebs
Quote paper
Dipl. Kffr. (FH) Christine Bönig (Author), 2008, Die HPV-Impfung zur Prävention von Gebärmutterhalskrebs, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113668

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