Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit

Das Erzbistum Hamburg-Bremen. Die Emanzipation der skandinavischen Kirchen.

Titel: Das Erzbistum Hamburg-Bremen. Die Emanzipation der skandinavischen Kirchen.

Seminararbeit , 2019 , 31 Seiten , Note: 5,5

Autor:in: Joachim Struck (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit soll der Frage nachgegangen werden, wie das als Missionsbistum gegründete Erzbistum Hamburg-Bremen versuchte, seine Oberhoheit über die Kirche Skandinaviens zu behaupten, und warum diese Bemühungen im 12. Jahrhundert schließlich scheiterten.

Dazu ist es notwendig, zunächst zu den Anfängen der Kirche in diesem Raum zurückzugehen, denn hier liegt bereits der Keim späterer Entwicklungen. In der «Vita Anskarii» Erzbischof Rimberts, Ansgars direktem Nachfolger, wird der Missionsauftrag Ansgars mit der Gründungsgeschichte des Erzbistums Hamburg-Bremens verknüpft und die Legation Ansgars von Rimbert zur Legitimation des Metropolitananspruchs und der Stellung Hamburg-Bremens herangezogen, die immer wieder strittig war.

Schon das Titular des Doppel-(Erz-)bistums war immer wieder umstritten, und erst 1223 gingen Amt und Titel endgültig auf die Bremer Kirche über. Auch in der Forschung werden verschiedene Schreibungen verwendet. Mal ist von den Erzbischöfen von Hamburg, ein andermal von den Erzbischöfen von Bremen, der Hamburger oder der Bremer Kirche die Rede.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Fragestellung und Einleitung

2. Entstehung des Erzbistums Hamburg‐Bremen

3. Adam von Bremen und seine Hamburgische Kirchengeschichte (Gesta Hammaburgensis ecclesiae pontificum)

4. Geografische Verortung des «Nordens» bei Adam von Bremen

5. Die Mission und das Erzbistum Hamburg‐Bremen unter Ansgars Nachfolgern

6. Die Christianisierung in Norwegen und Schweden

7. Die Loslösung der skandinavischen Kirchen aus der Metropolitangewalt des Erzbistums Hamburg‐Bremen

8. Fazit

9. Bibliografie

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die kirchenhistorische Entwicklung des Erzbistums Hamburg-Bremen, insbesondere dessen Versuche, die Oberhoheit über die skandinavischen Kirchen zu behaupten, und analysiert die Ursachen für das Scheitern dieser Bemühungen im 12. Jahrhundert.

  • Die Gründungsgeschichte und die Rolle von Adam von Bremens "Gesta Hammaburgensis" als zentrale Quelle.
  • Die geografische und ideologische Konstruktion des "Nordens" als Missionsraum.
  • Die kirchenpolitischen Strategien der Erzbischöfe zur Sicherung ihrer Metropolitangewalt.
  • Der Prozess der Emanzipation der skandinavischen Kirchen von der hamburgisch-bremischen Abhängigkeit.

Auszug aus dem Buch

4. Geografische Verortung des «Nordens» bei Adam von Bremen

Wenn Ansgar, seit 831 Missions‐(Erz‐)bischof, mit der päpstlichen Missionserlaubnis ausgestattet wurde und «die ständige Legation zu Schweden, Dänen, Slaven und anderen nordischen Völkern» übertragen bekam, stellt sich die Frage nach der geografischen Verortung bzw. Eingrenzung dieses Gebietes. Diese Frage ist deshalb bedeutsam, weilsich aus ihrer Beantwortung der Metropolitananspruch der späteren Erzbischöfe von Hamburg‐Bremen über das entsprechende Gebiet ableitet. Geografisches Merkmal dieses «Nordens» war im frühen Mittelalter vor allem die Zusammenfassung der skandinavischen und slawischen Völker zu einem gemeinsamen heidnischen Lebensraum, den «partes aquilonis» (den Ländern des Nordostwindes/Nordens). Gleichzeitig verbindet sich diese Vorstellung in den Beschreibungen mit den Adjektiven «wild», «kalt», «rau» und «dunkel». Die Bewohner galten zudem als potentiell gewalttätige Barbaren. Das Gegenbild zu den «partes aquilonis» sind das «regnum» und die «christianitas», also die Gebiete, die christlich und Teil des politischen Reiches (der Karolinger) waren. Die zugehörigen Adjektive sind «warm», «geordnet» und «friedlich». Adams Vorstellung von der Grenze zum «Norden» orientierte sich am Verlauf der Elbe. Von der «Sclavania», zu der die Elbe vom Reich aus hauptsächlich die Trennlinie darstellt, sagt Adam: «Eius latitudo est a meridie in boream, hoc est ab Albia fluvio usque ad mare Scythicum».

Zusammenfassung der Kapitel

1. Fragestellung und Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung ein, wie das Missionsbistum Hamburg-Bremen seinen Anspruch auf den Norden zu behaupten suchte und warum dies schließlich scheiterte.

2. Entstehung des Erzbistums Hamburg‐Bremen: Dieses Kapitel erörtert die umstrittenen Anfänge des Bistums und die kirchenrechtliche Konstruktion einer Metropolie mit Suffraganen jenseits der Reichsgrenzen.

3. Adam von Bremen und seine Hamburgische Kirchengeschichte (Gesta Hammaburgensis ecclesiae pontificum): Vorstellung der zentralen Quelle, ihrer Entstehung und Bedeutung für das Selbstverständnis des Erzbistums.

4. Geografische Verortung des «Nordens» bei Adam von Bremen: Analyse des mentalen Kartenbildes von Adam von Bremen und der ideologischen Begründung des Missionsanspruchs über skandinavische und slawische Völker.

5. Die Mission und das Erzbistum Hamburg‐Bremen unter Ansgars Nachfolgern: Untersuchung der Entwicklung kirchlicher Strukturen in Dänemark und der Versuche, durch Privilegien und Fälschungen die Machtansprüche zu sichern.

6. Die Christianisierung in Norwegen und Schweden: Darstellung der komplexen Bekehrungsgeschichte in Norwegen und Schweden, die oft durch Eigeninteressen der Herrscher und Handelskontakte geprägt war.

7. Die Loslösung der skandinavischen Kirchen aus der Metropolitangewalt des Erzbistums Hamburg‐Bremen: Erörterung der Bedingungen für kirchliche Selbständigkeit und der gescheiterten Versuche Adalberts, durch einen Patriarchats- oder Primatsplan die Kontrolle zu wahren.

8. Fazit: Zusammenfassende Bilanz des Dilemmas der Erzbischöfe zwischen ihrem Sendungsauftrag und dem faktischen Verlust ihrer Machtbasis durch die Emanzipation der nordischen Kirchen.

9. Bibliografie: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärquellen.

Schlüsselwörter

Erzbistum Hamburg-Bremen, Adam von Bremen, Skandinavienmission, Kirchengeschichte, Metropolitangewalt, Suffragane, Mittelalter, Dänemark, Norwegen, Schweden, Christianisierung, Nordeuropa, Patriarchatsplan, Gesta Hammaburgensis, Kirchenprovinz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Geschichte des Erzbistums Hamburg-Bremen im Mittelalter und untersucht, wie die Kirche versuchte, ihre Vormachtstellung über die nordischen Gebiete zu festigen und warum diese Vormachtstellung schließlich an die neugegründeten skandinavischen Kirchenprovinzen verloren ging.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Entstehung des Erzbistums, die Bedeutung der "Hamburgischen Kirchengeschichte" von Adam von Bremen als Quelle, die Christianisierung Skandinaviens sowie die kirchenpolitischen Konflikte um Metropolitanrechte und territoriale Unabhängigkeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Gründe für das Scheitern der Bemühungen des Erzbistums Hamburg-Bremen aufzuzeigen, seine Oberhoheit über die Kirche Skandinaviens im 12. Jahrhundert dauerhaft zu behaupten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine historische Analyse, die vor allem zeitgenössische Quellen wie die "Gesta Hammaburgensis" sowie fachwissenschaftliche Literatur zur Gründungsgeschichte und den kirchenpolitischen Kontexten des Hochmittelalters auswertet.

Was steht im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil analysiert detailliert die geografische Verortung des "Nordens" bei Adam von Bremen, die Versuche der Erzbischöfe, mit Hilfe von Urkunden und politischen Plänen (wie dem Patriarchatsplan) Einfluss zu nehmen, sowie die konkreten Schritte der Loslösung der Kirchen in Dänemark, Norwegen und Schweden.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Metropolitangewalt, Missionsbistum, Emanzipationsbestrebungen, skandinavische Kirchen, Kirchenprovinz und das Erzbistum Hamburg-Bremen als Machtzentrum im Reich.

Welche Rolle spielte der "Patriarchatsplan" von Erzbischof Adalbert?

Der Plan war ein verzweifelter Versuch Adalberts, nach dem drohenden Verlust der skandinavischen Suffragane eine Rangerhöhung zum Patriarchat zu erreichen oder die Diözese in zwölf kleine Bistümer aufzuspalten, um die kirchenrechtliche Basis für eine Metropolie künstlich zu erhalten.

Warum war die Christianisierung Skandinaviens auch ein politischer Prozess?

Da die Erzbischöfe von Hamburg-Bremen zugleich Reichsfürsten waren, bestand für die skandinavischen Herrscher die ständige Gefahr, über die kirchliche Oberhoheit auch in eine politische Abhängigkeit vom Heiligen Römischen Reich zu geraten. Die Loslösung der Kirche war daher ein essenzieller Akt für die nationale Souveränität der nordischen Reiche.

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Erzbistum Hamburg-Bremen. Die Emanzipation der skandinavischen Kirchen.
Hochschule
Universität Basel  (Philosophisch-Historische Fakultät / Departement Geschichte)
Veranstaltung
"Ansgar – Missionieren an Rande der Welt"
Note
5,5
Autor
Joachim Struck (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
31
Katalognummer
V1137301
ISBN (eBook)
9783346531438
ISBN (Buch)
9783346531445
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mittelalter Kirchengeschichte Norddeutschland
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Joachim Struck (Autor:in), 2019, Das Erzbistum Hamburg-Bremen. Die Emanzipation der skandinavischen Kirchen., München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1137301
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  31  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum