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Polizeigewalt erklären und verstehen. Kulturelle, individuelle und situative Ursache

Titel: Polizeigewalt erklären und verstehen. Kulturelle, individuelle und situative Ursache

Hausarbeit , 2019 , 15 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Soziologie - Methodologie und Methoden
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ziel dieser Ausarbeitung ist eine Auseinandersetzung mit dem Thema Polizeigewalt, das in den vergangenen Jahren häufig Gegenstand medialer Diskurse gewesen ist. Anhand interpretativer soziologischer Methoden soll Polizeigewalt auf ihre Ursachen hin untersucht werden.

Es ist auf der einen Seite wichtig, dass über Polizeigewalt berichtet wird, dass unter Umständen auch Fehlverhalten aufgedeckt und kritisiert wird, jedoch wird in diesen Berichten wenig auf der analytischen Ebene gearbeitet. Fälle werden geschildert und für die LeserInnen quasi nacherzählt, die Hintergründe wie zum Beispiel Motive der Polizisten für Gewaltanwendung, situationsbedingte Eskalationsstufen oder strukturelle Gegebenheiten, die zu Gewalt führen können, werden ausgespart.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Öffentlichkeit und Transparenz von Polizeigewalt

3. Polizeigewalt erklären und verstehen

3.1 Erklären und Verstehen

3.2 Gewaltmonopol und gesetzlicher Rahmen polizeilichen Handelns

3.3 Kulturelle Ursachen

3.4 Individuelle Ursachen

3.5 Situative Ursachen

3.6 Polizeigewalt erklären

3.7 Polizeigewalt verstehen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Phänomen Polizeigewalt unter dem Aspekt, wie dieses durch unterschiedliche theoretische Perspektiven sowohl wissenschaftlich erklärt als auch in seiner Komplexität verstanden werden kann. Das primäre Ziel ist es, die Entstehungsbedingungen von Gewalt durch Polizeibeamte auf verschiedenen analytischen Ebenen zu beleuchten, um ein tieferes Verständnis für die zugrundeliegenden Strukturen und individuellen Faktoren zu entwickeln.

  • Strukturelle Bedingungen und gesetzlicher Rahmen des staatlichen Gewaltmonopols
  • Analyse kultureller Einflussfaktoren und polizeilicher Korpsgeist
  • Bedeutung individueller Motivationslagen und Selbstkontrolle bei Polizeibeamten
  • Situative Dynamiken bei Demonstrationen und im direkten Kontakt mit Bürgern
  • Methodische Gegenüberstellung der Konzepte „Erklären“ und „Verstehen“

Auszug aus dem Buch

3.1 Erklären und Verstehen

Vor dem eigentlichen Beginn des folgenden Absatzes sei zunächst kurz auf den Unterschied zwischen Erklären und Verstehen eingegangen. Die genaue Abgrenzung der beiden Begrifflichkeiten ist in den Sozialwissenschaften umstritten, allgemein kann man allerdings festhalten, dass dem Erklären eine objektive Haltung zugrunde liegt. Man versucht, um beim Beispiel Polizeigewalt zu bleiben, die Gewaltneigung eines einzelnen Polizisten anhand objektiver Merkmale zu erklären, die Menschen mit Gewaltneigung aufweisen (so lässt sich bei gewalttätigen Personen oft Gewalterfahrung in der eigenen Biographie feststellen, beispielsweise durch Sozialisation in einem Elternhaus, in dem Gewalt als Erziehungsmethode angewandt wurde). Weitere Faktoren sind die Herkunft oder das situative Entstehen von Gewalt.

Das Verstehen wiederum ist stärker durch Subjektivität gekennzeichnet. Der Verlauf einer Gewalteskalation wird betrachtet, das konkrete Geschehen wird also zunächst beschrieben. Anschließend werden weitere Verläufe gesammelt, anhand derer Gemeinsamkeiten untersucht werden. Durch den Vergleich mit ähnlich gelagerten Fällen (zum Beispiel bereits untersuchten Fällen von Polizeigewalt) werden Regelmäßigkeiten analysiert. Schlussendlich erfolgt eine Einordnung dieser Erkenntnisse in einen gesamtgesellschaftlichen Kontext.

Beim Erklären stehen also objektive Merkmale und Bedingungen von Gewalt im Vordergrund, während das Verstehen stärker auf die Hintergründe und Beweggründe fokussiert ist. In mehreren Schritten erfolgt eine sukzessive Annäherung an ein tatsächliches Verstehen. Diese fängt auf der Ebene des Einzelfalls an und geht bis zum gesellschaftlichen Kontext.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die mediale Berichterstattung über Polizeigewalt und begründet das methodische Vorgehen, das Phänomen auf individueller, situativer und kultureller Ebene zu untersuchen.

2. Öffentlichkeit und Transparenz von Polizeigewalt: Dieses Kapitel thematisiert die Problematik der mangelnden Transparenz und Datenerfassung bei polizeilichen Übergriffen, verstärkt durch interne Korpsgeister.

3. Polizeigewalt erklären und verstehen: Das Hauptkapitel führt theoretische Ansätze zur Erklärung von Polizeigewalt ein und differenziert dabei zwischen den erkenntnistheoretischen Perspektiven des „Erklärens“ und „Verstehens“.

3.1 Erklären und Verstehen: Dieser Abschnitt definiert die methodische Unterscheidung zwischen der objektivierenden Erklärung und der subjektiven Verstehensweise im Kontext sozialwissenschaftlicher Polizeiforschung.

3.2 Gewaltmonopol und gesetzlicher Rahmen polizeilichen Handelns: Hier wird das staatliche Gewaltmonopol als Grundlage polizeilichen Handelns sowie die Schwierigkeit einer klaren Definition von „Polizeiübergriffen“ diskutiert.

3.3 Kulturelle Ursachen: Das Kapitel analysiert kulturelle Aspekte, wie die „Authority Maintenance Theory“, und den Einfluss von Sozialisationsprozessen auf das Rollenverständnis von Polizisten.

3.4 Individuelle Ursachen: Hier stehen individuelle Faktoren, wie die psychische Verfassung, das „Schwarze Schafe“-Phänomen und die persönliche Selbstkontrolle der Beamten im Fokus.

3.5 Situative Ursachen: Dieser Abschnitt beleuchtet das Prinzip von „Actio und Reactio“ in Stresssituationen, insbesondere bei Großdemonstrationen wie den „Gelbwesten“-Protesten.

3.6 Polizeigewalt erklären: Die Zusammenfassung der verschiedenen Erklärungsansätze zeigt auf, wie das staatliche Gewaltmonopol und situative Widerstände das Auftreten von Polizeigewalt beeinflussen.

3.7 Polizeigewalt verstehen: Der abschließende Analyseschritt integriert das „Betriebsklima“ auf Wachen, den Korpsgeist und die Machtverhältnisse, um eine tiefere Ebene des Verstehens zu erreichen.

Schlüsselwörter

Polizeigewalt, Gewaltmonopol, Interpretative Sozialforschung, Authority Maintenance Theory, Control Balance Theory, Korpsgeist, Polizeiliche Übergriffe, Transparenz, Eskalationsstufen, Rechtsstaatlichkeit, Soziale Kontrolle, Machtverhältnisse, Polizeitraining, Situative Gewalt, Professionelle Identität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das komplexe Phänomen der Polizeigewalt und analysiert, warum und unter welchen Bedingungen Polizeibeamte Gewalt gegen Bürger anwenden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind das staatliche Gewaltmonopol, die kulturelle Prägung polizeilichen Handelns, die Bedeutung situativer Stressfaktoren sowie die Rolle individueller Motive von Beamten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Ziel ist es, Polizeigewalt nicht nur oberflächlich zu beschreiben, sondern sie durch die Perspektiven des „Erklärens“ und „Verstehens“ auf drei Ebenen – individuell, situativ und kulturell – wissenschaftlich zu durchdringen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Arbeit folgt dem Ansatz der interpretativen Sozialforschung, indem sie theoretische Konzepte mit Fallbeispielen vergleicht, um Regelmäßigkeiten in gewaltvollen Interaktionen aufzuzeigen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden theoretische Modelle wie die „Authority Maintenance Theory“ vorgestellt und diese auf konkrete Vorfälle angewandt, um die Entstehung von Polizeigewalt zu systematisieren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Polizeigewalt, Gewaltmonopol, Korpsgeist, situative Eskalation und professionelle Identität beschreiben.

Welche Rolle spielt der sogenannte „Ehrenkodex“ innerhalb der Polizei laut der Autorin?

Der „Ehrenkodex“ fungiert als informelles Regelwerk, das Polizisten davon abhält, Fehlverhalten von Kollegen aufzudecken, was wiederum die Transparenz und externe Kontrolle massiv erschwert.

Wie unterscheidet sich die situative Ebene von der kulturellen Ebene bei der Entstehung von Gewalt?

Während die kulturelle Ebene strukturelle Rollenerwartungen und Sozialisation betont, konzentriert sich die situative Ebene auf die konkrete Interaktion zwischen Bürger und Polizist, bei der kurzfristige Stressfaktoren und Widerstand als Auslöser für Gewalt dienen.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Polizeigewalt erklären und verstehen. Kulturelle, individuelle und situative Ursache
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Note
1,7
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
15
Katalognummer
V1137396
ISBN (eBook)
9783346513953
ISBN (Buch)
9783346513960
Sprache
Deutsch
Schlagworte
polizeigewalt kulturelle ursache
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2019, Polizeigewalt erklären und verstehen. Kulturelle, individuelle und situative Ursache, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1137396
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  15  Seiten
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