Diese Arbeit untersucht die Fragestellung, wie wirksam die Mindfulness-Based Stress Reduction bei der Behandlung einer einsatzbedingten Posttraumatischen Belastungsstörung ist. Selbst das Wissen darum, was einen erwarten könnte, schützt nicht vor der Entwicklung einer Posttraumatischen Belastungsstörung. Unruhe und Albträume sind laut der Bundeswehr zwei der typischen Anzeichen dieser psychischen Erkrankung, die auch nach Rückkehr aus einem Auslandseinsatz auftreten können.
Gemäß der S2k-Leitlinie liegt die durchschnittliche Abbruchrate, bei Patienten und Patientinnen mit einer Posttraumatischen Belastungsstörung, beispielsweise bei der traumafokussierten kognitiven Verhaltenstherapie bei 16,7 %. Dieses Problem gilt es zu lösen.
Mindfulness-Based Stress Reduction kann laut des Verbands der Achtsamkeitslehrenden sowohl den Blutdruck als auch die Erregung des vegetativen Nervensystems senken. Es hilft den Körper und Geist zu beruhigen, zudem ist es möglich Gefühle, Gedanken und Körperempfindungen besser wahrzunehmen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Posttraumatische Belastungsstörung
2.1 Typische Merkmale einer PTBS
3. Prävalenz
3.1 Prävalenz von PTBS in der deutschen Allgemeinbevölkerung
3.2 Prävalenz von einsatzbedingter PTBS
4. Achtsamkeit
5. Mindfulness-Based stress reduction
5.1 Merkmale der MBSR
6. Vergleichsstudien
6.1 Vergleichsstudie mit Veteranen im Jahr 2017
6.2 Vergleichsstudie mit Veteranen und Veteraninnen im Jahr 2015
6.3 Vergleichsstudie mit Veteranen und Veteraninnen im Jahr 2019
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Wirksamkeit der Mindfulness-Based Stress Reduction (MBSR) als ergänzende therapeutische Intervention bei der Behandlung von einsatzbedingter posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS) bei Veteranen und Veteraninnen, mit dem Ziel, das Potenzial zur Symptomreduktion zu evaluieren.
- Grundlagen der Posttraumatischen Belastungsstörung
- Mechanismen und Kennzahlen der Prävalenz bei Einsatzkräften
- Konzeptualisierung und Anwendung von Achtsamkeit und MBSR
- Analyse und Vergleich randomisierter klinischer Studien
- Diskussion der Eignung als ergänzende Therapiemaßnahme
Auszug aus dem Buch
Typische Merkmale einer PTBS
Das wiederholte Erleben des Traumas zum Beispiel in Form von Flashbacks und Albträumen gilt als typisches Merkmale der psychischen Erkrankung. Betroffene fühlen sich freudlos oder empfinden eine Gleichgültigkeit anderen Menschen gegenüber (Dilling & Freyberger, 2019, S. 173). Ferner versuchen die Betroffenen einer PTBS, Situationen und Aktivitäten zu vermeiden, welche Erinnerungen an das Trauma erneut hervorrufen könnten (Dilling & Freyberger, 2019, S. 173–174). „Meist tritt ein Zustand von vegetativer Übererregtheit mit Vigilanzsteigerung, einer übermäßigen Schreckhaftigkeit und Schlafstörungen auf“ (Dilling & Freyberger, 2019, S. 174). Zudem ist häufig eine Depression und Angst mit den genannten Merkmalen und Symptomen verbunden, darüber hinaus sind Suizidgedanken nicht selten (Dilling & Freyberger, 2019, S. 174).
Eine PTBS kann zudem durch Wutausbrüche, Reizbarkeit oder auch durch Konzentrationsschwierigkeiten gekennzeichnet sein (Dilling & Freyberger, 2019, S. 175). Bevor auf die Prävalenz von PTBS in Deutschland und die von einsatzbedingter PTBS eingegangen wird, soll zunächst der Begriff Prävalenz definiert werden.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik einsatzbedingter Traumatisierungen bei Soldaten ein und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Wirksamkeit von MBSR.
Posttraumatische Belastungsstörung: Hier werden die klinische Definition der PTBS sowie deren Symptomatik und diagnostische Kriterien ausführlich dargestellt.
Prävalenz: Das Kapitel widmet sich der statistischen Häufigkeit von PTBS, sowohl in der deutschen Allgemeinbevölkerung als auch spezifisch bei Einsatzkräften.
Achtsamkeit: Definition des Begriffs Achtsamkeit im Kontext östlicher meditativer Traditionen und deren Übertragung in den klinischen Kontext.
Mindfulness-Based stress reduction: Vorstellung des MBSR-Programms nach Kabat-Zinn sowie dessen spezifische Struktur und methodische Merkmale.
Vergleichsstudien: Kritische Untersuchung von drei zentralen Studien, welche die Auswirkungen von MBSR im Vergleich zu gegenwartszentrierten Gruppentherapien evaluieren.
Fazit: Synthese der Studienergebnisse und Beantwortung der Forschungsfrage sowie Ausblick auf die zukünftige klinische Anwendung von MBSR.
Schlüsselwörter
Mindfulness-Based Stress Reduction, MBSR, Posttraumatische Belastungsstörung, PTBS, Veteranen, Achtsamkeit, Traumatherapie, Symptomreduktion, Psychische Gesundheit, Auslandseinsatz, Klinische Psychologie, Wirksamkeit, Depression, Angststörung, Traumafokussierte kognitive Verhaltenstherapie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?
Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung, inwiefern die Methode der Mindfulness-Based Stress Reduction (MBSR) bei der Behandlung von PTBS-Symptomen bei ehemaligen Militärangehörigen wirksam ist.
Welche zentralen Themenbereiche werden bearbeitet?
Die Arbeit verknüpft klinische Grundlagen zur PTBS mit der Theorie der Achtsamkeit und analysiert aktuelle empirische Forschungsergebnisse aus klinischen Vergleichsstudien.
Was ist das primäre Ziel dieser Untersuchung?
Ziel ist es zu beurteilen, ob MBSR als unterstützende oder ergänzende Maßnahme zur klassischen Therapie bei einsatzbedingter PTBS dienen kann.
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und einem systematischen Vergleich randomisierter klinischer Studien, die MBSR mit einer Kontrollgruppe (PCGT) gegenüberstellen.
Welche Schwerpunkte bilden den Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die theoretische Fundierung von PTBS und MBSR sowie die detaillierte Auswertung dreier spezifischer Vergleichsstudien aus den Jahren 2015, 2017 und 2019.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich durch die Begriffe MBSR, PTBS, Veteranen, Achtsamkeitstraining und klinische Wirksamkeitsforschung zusammenfassen.
Warum wurde die "gegenwartszentrierte Gruppentherapie" als Vergleichsgruppe gewählt?
Die PCGT wurde gewählt, da sie sich als Vergleichsbehandlung besonders gut eignet, um unspezifische Effekte gruppenbasierter Interventionen zu kontrollieren und einen fairen Wirksamkeitsvergleich zu ermöglichen.
Welche Empfehlung gibt die Autorin für die therapeutische Praxis?
Die Autorin empfiehlt, MBSR als vorbereitende Ergänzung zu nutzen, um die psychische Stabilität der Betroffenen für eine nachfolgende traumafokussierte Therapie zu erhöhen.
- Arbeit zitieren
- Lisa Schulz (Autor:in), 2021, Mindfulness-Based Stress Reduction bei einer einsatzbedingten Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1137457