Tätigkeitsfeld eines Sozialarbeiters im Depressions- und Kriseninterventionszentrum eines Krankenhaus in Berlin


Hausarbeit, 2008

17 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Allgemeine Grundlagen des Berufes eines Sozialarbeiters/ einer Sozialarbeiterin
2.1. Ausgangslage
2.2. Ziele, Aufgaben und Funktionen
2.3. Arbeitsmethoden
2.4. Rahmenbedingungen und ethische Prinzipien

3. Ausbildungsabschlüsse/ staatliche Anerkennung

4. Tätigkeitsfelder

5. Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

1. Einführung

„Die Situation, in der sich die Sozialarbeit befindet, ist hinlänglich bekannt. Anhaltende Massenarbeitslosigkeit, Entstehung von Armutszonen in den Ballungsgebieten, Entstehen neuer Klientengruppen (>neue Armut<)...“ So schrieben Dieter Oelschlägel und Reinhard Knopp 1984 in einem Sonderheft der Zeitschrift „Demokratische Erziehung“ und so könnten auch die Bedingungen für die Sozialarbeit heute beschrieben werden. Wenn man noch die Schlagzeilen der letzten Monate mitberücksichtigt, wo die sich letztens häufenden Fälle von Kindesmissbrauch, -Vernachlässigung und –Tötung beschrieben werden, lesen sich diese Sätze wie eine exakte Beschreibung der sozialpolitischen Situation von heute (vgl. Störch 2005: 39) . Für die angehenden Sozialarbeiter steht eines fest – sie werden genug Arbeit haben. Die Zusicherungen der Professoren und Dozenten, die Sozialarbeit/Sozialpädagogik biete ein breites Berufsspektrum, erfüllen einerseits mit Optimismus, andererseits regen sie zur Überlegung an, ob sich die Gesellschaft in einer moralischen Krise befindet und in welche Richtung sie ihren Fortgang nimmt. Krisen gehören jedoch zur Normalität jeder Gesellschaft, sie sind ein Teil des Kapitalismus. Krisen und hilfebedürftige Menschen gab es doch schon immer und überall. Hilfe ist lebensnotwendig. Gehören die Krisen-Vorbeugung und –Behebung auch zu den Aufgaben der Sozialarbeit? In den folgenden Kapiteln soll die Frage nach spezifischen, typischen Merkmalen des Berufes „Sozialarbeiter“ nachgegangen werden. Es ist ein Versuch, solche Fragen zu beantworten, wie: „Wo kommen wir (Sozialarbeiter) her ?“ und „Wo wollen wir hin ?“ Es sind Fragen der Aufgabenstellung, der Zielsetzung, der Arbeitsmethodik, der „Einsatzgrenzen“ und letztendlich – der Perspektiven für die Sozialarbeit und der in ihr beruflich Tätigen.

2. Allgemeine Grundlagen des Berufes eines Sozialarbeiters/ einer Sozialarbeiterin

Es erfordert erstens eine Begründung, warum in folgenden Abschnitten allein der Begriff der „Sozialarbeit“ verwendet wird.

Die Frage, ob die Sozialpädagogik der allgemeinen Erziehungswissenschaft untergeordnet sei oder ob Soziale Arbeit als eigene Disziplin betrachtet werden muss, ist nach wie vor in der Diskussion. Ebenso schwierig ist es, zwischen Sozialarbeit und Sozialpädagogik eine strenge Grenze zu ziehen. „Es konnte jedenfalls auch durch diese Kontroverse nicht hinreichend geklärt werden, ob Sozialpädagogik oder Soziale Arbeit der >richtige< Oberbegriff für die Arbeit am Sozialen (Kunstreich) sei“ (Kreft/Mielenz 2005: 767) .

Viele Autoren unterscheiden zwischen der Erwachsenenfürsorge (Sozialarbeit) und der Jugendfürsorge (Sozialpädagogik), was sich geschichtlich begründen lässt (vgl. Schilling 1997: 135 ff.) .Lange Zeit wurde mit dem Begriff „Sozialarbeit“ eher die materielle Unterstützung gemeint und mit der Sozialpädagogik – die personenbezogene Erziehung, die mehr auf die Prävention zielte. Diese Unterscheidung ist heutzutage unzeitgemäß (vgl. Kreft/Mielenz 2005: 768) .Weil das Bachelorestudium der Sozialarbeit/Sozialpädagogik sehr praxisorientiert ist, schließe ich mich diesen Autoren an, für die der Bergriff der „Sozialarbeit“ pragmatischer und handlungsnäher ist, der jedoch die Angebote der Sozialpädagogik in gleichem Umfang mit beinhaltet. Auch aus schreibtechnischen Gründen ist es einfacher, sich nur für eine Bezeichnung zu entscheiden und weil damit die ganze Berufsgruppe gemeint ist, wird es auch nicht zwischen der männlichen und weiblichen Form unterschieden.

„Sozialarbeit bedeutet „Betreuung bestimmter Personen oder Gruppen, die auf Grund ihres Alters, ihrer sozialen Stellung, ihres körperlichen oder seelischen Befindens der Fürsorge bedürfen, u. Maßnahmen, Hilfesuchende zu befähigen, ohne öffentliche Hilfe zu leben“ (DUDEN 1989: 1422) .

Diese Arbeit versucht ansatzweise zu erklären, was Sozialarbeit will, mit welchen Methoden sie arbeitet, wo ihre Grenzen liegen; wie Einsatzbereiche und der Begriff Sozialarbeit sich politisch und ökonomisch etabliert haben.

2.1. Ausgangslage

Jede Profession hat ihre spezifische historische Ableitung. Wer sich mit einer Profession identifizieren will, soll sich der historischen Wurzeln seines Berufes bewusst sein (vgl. Schilling 1997: 13) . In dieser Arbeit wird auf eine detaillierte Darstellung jedes Zeitabschnittes verzichtet, aus der vorgegebenen Aufgabenstellung nur skizziert.

Die Übung der „Armenpflege“ existierte schon vor dem Mittelalter. Im Mittelalter entstehen Hospitäler, auf dem theozentrischen System aufbauend, in dem Armut als ein gottgewolltes Schicksal galt: die Hospitäler und die Findelfürsorge unterlagen der kirchlichen Obhut; die Ritterorden machten sich die Findelfürsorge zu einer besonderen Aufgabe, als Beschützer der Witwen und Waisen, gepflegt von Nonnen in ihren Klöstern.

Im Spätmittelalter fing man an, zwischen „würdigen“ und „unwürdigen“, zwischen den einheimischen und fremden Bettlern zu unterscheiden. Die Folge waren städtische Bettelordnungen, z.B. von Nürnberg aus dem Jahre 1370, Bettelzeichen und Bettelkontrolle.

Die Neuzeit (15. / 16. Jh.) bringt einen Umbruch in der Fürsorge.

Man beruft sich auf den heileigen Paulus, der sagte: „wer nit erbeytet / sol auch nit essen“. Der Bettel verlor damit seine sittliche Berechtigung, Armut gilt demzufolge als ein individuelles Versagen. Die Armut sollte beseitigt werden, die Menschen müssen zur Arbeit erzogen werden – in den Zucht- und Arbeitshäusern. Diese hatten eine disziplinierende, abschreckende und erzieherische Wirkung (vgl. von Natzmer 2006).

Der Begriff der Sozialarbeit etablierte sich als solcher erst im 19. Jahrhundert. Es entwickelte sich die organisierte private Fürsorge. In der Zeit der Industrialisierung gewann der Mensch als Person und als Arbeiter immer mehr Rechte. Er ließ sich nicht mehr ausbeuten. Die qualifizierten Arbeitnehmer wollte man behalten und schützen (vgl. Scherpner 1962: 23ff.) .

Im 20. Jh. entstehen freie Wohlfahrtsverbände, die bis heute existieren. In diesem Abschnitt ging es um die Geschichte der Sozialarbeit, es wurde nicht zwischen der Erwachsenen- und Jugendfürsorge differenziert. Diese beiden Arten der Fürsorge haben sich auseinander entwickelt und jeweils eigene Handlungsmethoden und Hilfe-Modelle erarbeitet. Die Grundlage der Fürsorge war die Hilfeleistung, die damaligen Motive würden wir heutzutage nicht umfassend als „ethisch sauber“ bezeichnen.

Die Ausgangslage der Sozialarbeit heute bilden: Menschenrechte (Universal Declaration of Human Rights), Gleichberechtigung der Geschlechter, Solidarität und ganzheitliche Sicht des Menschen und seiner Probleme wie auch Erfahrungswissen und qualifizierte Ausbildung (vgl. Zimmermann 11.12.2006) .

2.2. Ziele, Aufgaben und Funktionen

Dieser Unterkapitel soll dem besseren Verständnis der Anforderungen an die Sozialarbeiter dienen, soll erklären, welches die Ziele, die Aufgaben und die Funktionen der Sozialarbeit sind, ebenso mit welchen Nachbardisziplinen sie zusammenarbeitet.

Wie in der Vergangenheit, auch heute gibt es Menschen, sei es einzelne Personen oder Gruppen, die „auf der Strecke bleiben“, für die die täglichen Probleme der Lebensgestaltung aus eigener Kraft nicht zu bewältigen sind. Eine moderne, europäische, soziale Gesellschaft ist daher verpflichtet, ihren Bürgern zu helfen, wenn nötig, „unter die Arme zu greifen“, indem sie ein breites Spektrum von Leistungen anbietet.

Die Grundlage der Sozialarbeit bilden jedoch nicht nur die Bedürfnisse der Betroffenen, sondern auch die Interessen der gesamten Gesellschaft.

Sozialarbeit ist zu einer Profession geworden, Professionen sind Handlungssysteme, deren Verhältnis zum Wissen sich als eine Anwendung von Wissen unter Handlungszwang definiert, sie gewinnen gesellschaftliches Vertrauen durch ihre Wirksamkeit (vgl. Merten 1996: 76-86; zitiert in Hermann-Stietz 2006: 404) .

Sozialarbeit holt sich ihre Kompetenzen aus anderen Wissenschaften, wie: Pädagogik, Soziologie, Recht, Medizin, Kultur, Philosophie, insbesondere Ethik und Moral, Geschichte.

„Wie andere Professionen erhält die Soziale Arbeit von der Gesellschaft ein Handlungsmonopol, damit das Handeln / die Praxis nach anerkannten regeln verläuft“ (Klüsche 1999: 121; zitiert in Hermann-Stietz 2006: 404) .

In der heutigen Welt werden Zeit und Geld immer knapper. Daher ändern sich die Anforderungen an die Soziale Arbeit.

Hansen ist der Meinung, dass „...die Dynamik der Gesellschaft und die Globalisierung den Menschen eine enorme soziale psychische und intellektuelle Flexibilität abverlangen...(und)...die Profis der Sozialen Arbeit zunehmend die Rolle von sozialen Risikoexperten einnehmen werden“ (Hansen 1999: 15; zitiert in Hermann-Stietz 2006: 403) .

Die Erklärungsversuche der Autoren, die die Funktion der Sozialarbeit nur auf anthropologische Konstanten reduzieren (Not als unvermeidliches Ereignis, Bestandteil des Lebens) sind nicht ausreichend.

Es gibt Argumentationslinien, welche die Sozialarbeit als Instrument sozialer Kontrolle und Integration beschreiben (vgl. Schmidbauer 1994: 23) .

Nach vielen Autoren fungiert die Sozialarbeit als systemstützendes Instrument zur Erhaltung der kapitalistischen Gesellschaft (vgl. Schmidbauer 1994: 24) .

Die Zielsetzungen in der Sozialarbeit sind nicht eindimensional.

„Als zeitgemäße Ziele der Sozialarbeit können wir nennen:

- Das Erkennen und Aufdecken von sozialen Problemen
- Das Bewältigen von persönlichen und gesellschaftlich bedingten Schwierigkeiten
- Das Erschließen und Vermitteln von persönlichen, materiellen und institutionellen Hilfen
- Das Befähigen, soziale Rechte und Angebote wahrzunehmen“

(Hermann-Stietz 2006: 402).

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Tätigkeitsfeld eines Sozialarbeiters im Depressions- und Kriseninterventionszentrum eines Krankenhaus in Berlin
Hochschule
Leuphana Universität Lüneburg
Note
1,7
Autor
Jahr
2008
Seiten
17
Katalognummer
V113761
ISBN (eBook)
9783640144624
ISBN (Buch)
9783656738442
Dateigröße
402 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Tätigkeiten, Sozialarbeiters/einer, Sozialarbeiterin, Depressions-, Kriseninterventionszentrum, Hedwig-Krankenhaus, Berlin, Einbeziehung, Bedingungen
Arbeit zitieren
Danuta Lade (Autor), 2008, Tätigkeitsfeld eines Sozialarbeiters im Depressions- und Kriseninterventionszentrum eines Krankenhaus in Berlin, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113761

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