Das Verfahren der Validation nach Naomi Feil als psychosoziale Interventionsmöglichkeit bei Demenzpatienten


Hausarbeit, 2008
13 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Demenz – Begriffserklärung
2.1 Verschiedene Formen von Demenz
2.1.1 Sekundäre Demenzformen
2.1.2 Primäre Demenzerkrankungen
2.2 Entstehung einer Demenz – Risikofaktoren

3 Das Verfahren der Validation als psychosoziale Interventionsmöglichkeit bei Demenzpatienten

4 Schlussbemerkungen

5 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Noch Mitte der 80er Jahre gab es für Demenzkranke selbst sowie für ihre Angehörigen fast keine Hilfen und Informationen. Heutzutage kann man von Professionalisierung in Bezug auf die Demenzkrankheit sprechen. Jedoch bestehen hinsichtlich der Diagnose, der Unterstützung der Angehörigen und der Versorgung der Erkrankten noch viele Defizite.

Die demographischen Entwicklungen in Deutschland haben zu veränderten Strukturen des Alters geführt. Der Anteil der alten Menschen in Deutschland wird größer und der Anteil der Berufstätigen wird geringer, da sich aufgrund der geringen Geburtenrate die Bevölkerung Deutschlands drastisch reduziert. Die Menschen erreichen ein immer höheres Lebensalter. Das resultiert aus den verbesserten Lebensbedingungen und einer zunehmend gesundheitsbewussteren Lebensführung. Dieser demographische Wandel wird sich auf viele Bereiche des Lebens auswirken, wie z.B. die Arbeits- und Familienstruktur. Die Konsequenzen sind noch nicht absehbar. Festzustellen ist aber eine erhöhte Anzahl von Demenzerkrankungen. Demzufolge ist in den letzten zehn Jahren weltweit eine erhebliche Zunahme der Forschungsaktivitäten zu beobachten (vgl. Weyerer 2005: 23). Darüber hinaus stellt Demenz eine Herausforderung für die Politik und für die Soziale Arbeit dar.

Mit dieser Arbeit will ich versuchen, zu verdeutlichen, wie die Betreuung von Personen mit Demenz zu verbessern und zu professionalisieren ist. Als angehende Sozialarbeiterin möchte ich der Frage nachgehen, wie man diesen Menschen helfen kann.

Bei dementen alten Menschen sind das Denken, Fühlen und Handeln verändert. Sie können sich aber an ihr vergangenes Leben noch sehr genau erinnern, auch wenn es zurzeit nicht mehr abgerufen werden kann. Konnte ein dementer Mensch bestimmte Konflikte bisher nicht lösen, hat er jetzt das Bedürfnis, alles aufzuarbeiten. Er ist ständig unruhig, scheint ununterbrochen auf dem Weg zu sein, Ungelöstes wieder zu „reparieren“.

Durch eine Fernsehsendung wurde ich vor einiger Zeit auf die Methode der Validation aufmerksam gemacht. Ihre positive Auswirkung auf die Betroffenen hat mich dazu veranlasst, in folgenden Kapiteln dieser Arbeit meine Faszination für das Verfahren der Validation zum Ausdruck zu bringen.

2 Demenz – Begriffserklärung

„Mit dem Begriff der Demenz wird im Alltagssprachgebrauch eine Reihe von Symptomen bezeichnet, die auf einen Verlust geistiger Leistungsfähigkeiten hinweisen“ (Reggentin/Dettbarn-Reggentin 2006: 18). Demenz ist eine psychische Erkrankung, die als „Hirnorganisches Psychosyndrom“ (abgekürzt „HOPS“) bezeichnet wird.

Die heute gebräuchlichste Definition ist der ICD-10[1] entnommen. Demnach verläuft das demenzielle Syndrom chronisch oder fortschreitend unter Beeinträchtigung höherer kortikaler Funktionen, wie: Gedächtnis, Denken, Orientierung, Auffassung, Rechnen, Lernfähigkeit, Sprache. Diese wird von der Verschlechterung der emotionalen Kontrolle, des Sozialverhaltens und der Motivation begleitet. Körperliche Schwäche und Depression führen zu einer Beeinträchtigung der täglichen, persönlichen Verrichtungen, wie: Waschen, Ankleiden oder Körperausscheidungen (vgl. Zaudig/Hiller 1996: 11).

Die Kranken verlegen Gegenstände, vergessen Namen, verpassen Verabredungen, erzählen immer wieder dieselben Geschichten. Dennoch können immer wieder überraschend „Erinnerungsinseln“ auftauchen, die durch vertraute Lieder, Gerüche oder Gesichter ausgelöst werden.

Mit steigendem Alter nimmt die Häufigkeit des Auftretens der Demenzkrankheit zu. Sie ist aber nicht zwangsläufig als altersbedingter Prozess anzusehen. In der Altersgruppe der 65- bis 69-jährigen beträgt sie weniger als 2%, bei den 75- bis 79-jährigen steigt sie auf ca. 6%, in der Altersgruppe der 85- bis 89-jährigen beträgt sie mehr als 20% (vgl. Löding-Blöhs 2007: 28).

Eine differenzierte Diagnostik ist sehr nötig, um noch heilbare Krankheitsbilder zu identifizieren. Anhand einer guten Diagnose kann man das Leben der Demenzkranken besser gestalten.

Der Feststellung einer Demenzerkrankung dienen verschiedene Testverfahren, auf deren genauere Vorstellung verzichtet wird.

2.1 Verschiedene Formen von Demenz

Die Krankheit verläuft nach bisherigen Kenntnissen über einen Zeitraum von fünf bis zehn Jahren, wobei der Demenzkranke immer pflegebedürftiger wird.

Es wird zwischen sekundären und primär degenerativen Demenzen unterschieden.

2.1.1 Sekundäre Demenzformen

Sekundäre Demenzen bilden 10 – 20 % aller Demenzformen und treten als Folge anderer Erkrankungen auf. Sie gelten als heilbar. Diese Demenzform zeichnet sich aus durch Symptome, wie: Gedächtnis- und Orientierungsstörungen oder Verwirrtheit. Es gibt eine Reihe von Ursachen, die für sekundäre Demenzen verantwortlich sind. Diese lassen sich auf Erkrankungen oder Veränderungen von Organen zurückführen.

Eine Chance auf Heilung besteht, soweit keine Schädigungen des gehirnorganischen Bereichs eingetreten sind.

Für eine Demenz-Diagnose nach ICD-10 müssen folgende Voraussetzungen vorliegen:

- Nachweis einer Abnahme des Gedächtnisses und des Denkvermögens
- Wesentliche Beeinträchtigungen der Tätigkeiten im Alltag

Spezifische Verhaltensweisen von Demenzkranken sind:

- Aggressivität
- Angst
- Antriebslosigkeit
- Probleme mit der Verständigung
- Bewegungsdrang

Die Beeinträchtigungen müssen sich dabei über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten erstrecken (vgl. Weyerer 2005: 8).

2.1.2 Primäre Demenzerkrankungen

Primäre Demenzen sind bis heute nicht heilbar. Die Hauptgruppe der primären demenziellen Erkrankungen bilden drei Demenztypen, die in diesem Abschnitt kurz vorgestellt werden.

Alzheimer – Typus

Bei der Alzheimer-Demenz handelt es sich um ein klinisches Bild, das pathologisch durch eine Hirnschrumpfung (Atrophie) gekennzeichnet ist, mit Erweiterung der inneren und äußeren Liquorräume (Hirnwasserkammern). Der Prozess beginnt in tiefer liegenden Regionen des Schläfenlappens (für Gedächtnisprozesse verantwortlich) und schreitet Richtung des Scheitellappens (räumliche Wahrnehmung und Operationen) fort (vgl. Braak & Braak 1996).

[...]


[1] ICD-10 ist die Abkürzung von „International Statistical Classificatin of Disease an Related Health Problems“ der Weltgesundheitsorganisation (WHO)

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Das Verfahren der Validation nach Naomi Feil als psychosoziale Interventionsmöglichkeit bei Demenzpatienten
Hochschule
Leuphana Universität Lüneburg
Note
2,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
13
Katalognummer
V113762
ISBN (eBook)
9783640144631
Dateigröße
465 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Verfahren, Validation, Naomi, Feil, Interventionsmöglichkeit, Demenzpatienten
Arbeit zitieren
Danuta Lade (Autor), 2008, Das Verfahren der Validation nach Naomi Feil als psychosoziale Interventionsmöglichkeit bei Demenzpatienten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113762

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