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Stellenwert der Parodie in der literarischen Behandlung von „Faust“. Bedeutung für die Ausbildung einer literaturwissenschaftlichen Kompetenz von Deutschlehrer-Studenten

Title: Stellenwert der Parodie in der literarischen Behandlung von „Faust“. Bedeutung für die Ausbildung einer literaturwissenschaftlichen Kompetenz von Deutschlehrer-Studenten

Thesis (M.A.) , 2002 , 224 Pages , Grade: 1

Autor:in: Mag Midhat Suleiman (Author)

Didactics - German Studies
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Problem der Rezeption deutscher Literatur im fremdkulturellen Literaturunterricht und mit der damit verbundenen Ausbildung einer literaturwissenschaftlichen Kompetenz. Kulturell gesehen bezieht sich die deutsche Literatur in der Regel auf einen verschiedenen Hintergrund, als dies in der ägyptischen Kultur der Fall ist, so dass ägyptische Studenten bei der Rezeption deutscher Literatur sich oft nicht in der Lage sehen, den Textsinn zu erfassen. Es fehlt ihnen einmal das kulturelle Wissen der Zielsprache, zum anderen könnte hierfür fälschlicherweise ein Vorwissen der Eigenkultur eintreten. Ziel dieser Arbeit besteht darin, durch den Einsatz der bisher vernachlässigten Gattung der Parodie diese Rezeptionsproblematik zu untersuchen, um herauszufinden, inwieweit die Parodie im fremdkulturellen Literaturunterricht an der Deutschen Abteilung der Pädagogischen Fakultät der Ain Shams Universität einen Beitrag zum Verständnis des literarischen Textes leisten kann.

Zunächst wird im Folgenden der Versuch unternommen, auf die Besonderheit der Parodie einzugehen, die noch bis vor kurzem eine in der Literaturwissenschaft vernachlässigte Form war und eine meines Erachtens unberechtigte Randstellung einnahm. Diese Randstellung rührte daher, dass die Parodie für lange Zeit nur als eine verzerrende oder verspottende Nachahmung eines bekannten Werkes betrachtet wurde. Schon Verweyen klagte 1979 in seiner Einführung in die Theorie und Praxis der Parodie darüber, dass die Parodie immer noch am Rande des literaturwissenschaftlichen Interesses stehe (Verweyen/Witting 1979a, S.1). Dass sich die Forschungslage in der jüngsten Zeit geändert hat, betonte aber schon Beate Müller, als sie 1994 bemerkte, dass die Parodie in der Literaturwissenschaft zum Thema geworden ist. Diese Aussage wird jedoch gleich relativiert, wenn die Autorin kritisch ergänzt, dass bis heute keine systematische Theorie zur Parodie entwickelt wurde (Müller 1994, S.14). Die Intensivierung der Parodieforschung in neuester Zeit gibt Anlass zur Hoffnung, dass die Untersuchung von Texten der Parodie und ihr verwandter Formen wie die Travestie oder das Pastiche in naher Zukunft mehr Interesse finden wird. In dieser Arbeit wird es hauptsächlich um die Parodie gehen.
[...]


Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

0.1. Gegenstand der Arbeit

0.2. Forschungsstand

0.3. Aufbau und Ziel der Arbeit

1. Zur Begriffsklärung der Parodie

1.1. Lexikalische Untersuchung der Gattung „Parodie“

1.2. Bestimmung von Parodiemerkmalen anhand einiger Beispiele

1.2.1. Ausschluss von zufälliger Parodieproduktion

1.2.2. Parodieerkennung durch Behandlung desselben Sujets und die antithematische Behandlung der Parodie

1.2.3. Nennung der Vorlage in der Parodie

1.2.4. Merkmale des Parodierten

1.3. Entwicklungsgeschichte

2. Die Parodie im Rahmen verschiedener Literaturtheorien:

2.1. Der russische Formalismus und die Parodie

2.2. Die Dekonstruktionstheorie und die Parodie

2.3. Die Intertextualitätstheorie und die Parodie

2.4. Die Rezeptionsästhetik und die Parodie

2.5. Parodistisches Kommunikationsmodell

2.6. Die Parodie und die unterschiedlichen Theoriekonzepte

3. Faust in parodistischen Werken

3.1. Das Faust-Motiv als Gegenstand von Parodien

3.2. Analyse von Goethes „Faust. Der Tragödie erster Teil“ (1808)

3.3. Analyse der Parodie „Faust. Der Tragödie erster Teil“ (1985) von Uta Claus mit Karikaturen von Rolf Kutschera

3.4. Vergleich von Vorlage und Parodie

4. Didaktisches Modell zum Einsatz von Parodien im Literatur-unterricht und zur Ausbildung von literaturwissenschaftlicher Kompetenz bei ägyptischen Deutschlehrer-Studenten

4.1. Beschreibung und Auswertung der Didaktisierung

4.1.1. Erste Didaktisierungsphase – Vorbereitungsphase im 2. Studienjahr

4.1.2. Zweite Didaktisierungsphase – Didaktisierung von „Faust“ im 3. Studienjahr

4.1.3. Beschreibung und Analyse des Didaktisierungsversuchs

4.2. Bewertung des Didaktisierungsversuchs

4.2.1. Bewertung durch die Studenten

4.2.2. Bewertung des Versuchs durch die Analyse der Arbeitsblätter

4.3. Ergebnisse des Didaktisierungsversuchs

4.3.1. Auf der Sprachebene

4.3.2. Auf der Textebene

4.3.3. Allgemeine Wissensebene

4.3.4. Interkulturelle Ebene

5. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Stellenwert der Parodie als Methode im fremdkulturellen Literaturunterricht. Das primäre Ziel ist es, zu analysieren, ob der Einsatz von Parodien ägyptischen Deutschlehrer-Studenten dabei helfen kann, den Textsinn deutscher Literatur (hier konkret Goethes „Faust“) besser zu erfassen und ihre literaturwissenschaftliche Kompetenz zu fördern.

  • Untersuchung der Parodie als Form kritischer Textverarbeitung.
  • Empirischer Didaktisierungsversuch mit ägyptischen Deutschlehrer-Studenten.
  • Theoretische Einbettung der Parodie mittels Literaturtheorien wie dem russischen Formalismus und der Rezeptionsästhetik.
  • Gegenüberstellung von Originalvorlage und parodistischer Bearbeitung.
  • Förderung sowohl rezeptiver als auch produktiver literarischer Fähigkeiten.

Auszug aus dem Buch

3.1. Das Faust-Motiv als Gegenstand von Parodien

Goethes „Faust“ ist ein Werk, das bis heute, nach mehr als einem Jahrhundert seit seiner Fertigstellung, zu den wichtigsten Werken der deutschen Literatur zählt und auch in der Weltliteratur eine bedeutende Stellung einnimmt. An diesem Werk hat Goethe sechzig Jahre seines Lebens gearbeitet. Er begann mit der Arbeit an „Faust“ ungefähr im Jahre 1773 und vollendete die erste Fassung, die als „Urfaust“ bekannt ist und in die Zeit des Sturm und Drang gehört, im Jahre 1775. Dieser folgte „Faust. Ein Fragment“, das Goethe im Sinne der Klassik überarbeitet hatte und im Jahre 1788 fertig stellte. Die letzte Überarbeitung von Faust endete mit der Veröffentlichung von „Faust. Der Tragödie erster Teil“ im Jahre 1808. „Faust. Der Tragödie zweiter Teil“, den wir hier nicht behandeln werden, wurde erst im Jahre 1832 veröffentlicht, da Goethe den Wunsch äußerte, es erst nach seinem Tode zu veröffentlichen.

Es ist von Bedeutung, diese Entwicklungsphasen des Werkes darzustellen, um die Wichtigkeit des „Faust“ für Goethe zu verdeutlichen. Die lange Arbeitszeit, die er diesem Werk opferte, berechtigt den hohen literarischen Anspruch, den es an den Rezipienten stellt. Es ist nicht verwunderlich, dass ein Werk, das in einer solch langen Zeitspanne geschrieben worden ist, von den Literaturwissenschaftlern ebensoviel Zeit beansprucht, um analysiert zu werden und noch bis heute immer wieder neue Interpretationen zulässt. Dies ist auf den Stil Goethes zurückzuführen, den wir noch im folgenden behandeln werden.

Die Idee zum Faust hatte Goethe schon in früherer Zeit, als er es durch das Puppenspiel kennen lernte. Gefestigt wurde diese Idee noch weiter durch Lessings Fragment, das 1759 im 17. Literaturbrief veröffentlicht wurde. Lessing gestaltete seinen Faust dem Zeitalter der Aufklärung gemäß. Für ihn war Faust, der alles wissen wollte, geradezu das ideale Bild für den Wissenschaftler der Aufklärung und durch diesen Wissensdurst war er ein geeignetes Opfer für den Teufel (Kobligk 1978, S.6). Und es ist mit großer Sicherheit anzunehmen, dass Goethe von dieser Idee angeregt wurde.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung der Rezeption deutscher Literatur im fremdkulturellen Kontext ein und definiert die Rolle der Parodie als Methode zur Kompetenzförderung.

1. Zur Begriffsklärung der Parodie: Dieses Kapitel widmet sich der lexikalischen Untersuchung der Gattung und der Herleitung von Parodiemerkmalen sowie einem geschichtlichen Überblick.

2. Die Parodie im Rahmen verschiedener Literaturtheorien:: Hier werden Literaturtheorien wie Formalismus, Dekonstruktion und Intertextualität herangezogen, um das Phänomen der Parodie theoretisch zu fundieren.

3. Faust in parodistischen Werken: Dieses Kapitel analysiert Goethes Faust-Motiv und vergleicht das Originalwerk direkt mit einer spezifischen Faust-Parodie.

4. Didaktisches Modell zum Einsatz von Parodien im Literatur-unterricht und zur Ausbildung von literaturwissenschaftlicher Kompetenz bei ägyptischen Deutschlehrer-Studenten: Dieser Teil beschreibt den praktischen Unterrichtsversuch, seine Durchführung, Bewertung durch Studierende und die erzielten Ergebnisse.

5. Schluss: Das Fazit resümiert die Arbeit und bestätigt den didaktischen Wert der Parodie für den Fremdsprachenunterricht.

Schlüsselwörter

Parodie, Russischer Formalismus, Dekonstruktion, Intertextualität, Rezeptionsästhetik, Goethe, Faust, Didaktik, Fremdsprachenunterricht, Literaturvermittlung, Textanalyse, Literarische Kompetenz, Sprachkompetenz, Kulturvermittlung, Literaturkritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht den Stellenwert der Parodie im fremdkulturellen Deutschunterricht und deren Potenzial, das Verständnis komplexer literarischer Vorlagen zu verbessern.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Felder sind die Literaturtheorie (insb. Parodietheorien), die Analyse von Goethes Faust und ein praktischer didaktischer Modellversuch an der Ain Shams Universität.

Was ist das primäre Ziel der Studie?

Das Ziel ist die empirische Untersuchung, ob Parodien ägyptischen Studenten helfen können, literaturwissenschaftliche Kompetenz und das Verständnis für deutsche Klassiker zu erlangen.

Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?

Die Autorin kombiniert eine theoretische Literaturanalyse mit einem empirischen Unterrichtsversuch (Didaktisierungsversuch), inklusive Fragebögen und der Auswertung von studentischen Arbeiten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Parodie, die Analyse von Faust-Parodien und die detaillierte Darstellung und Auswertung eines zweiphasigen Unterrichtsmodells.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Parodie, Russischer Formalismus, Rezeptionsästhetik, Intertextualität und Didaktik (DaF) bestimmt.

Warum wurde Goethes „Faust“ als Vorlage gewählt?

Das Werk gilt als anspruchsvoller Klassiker, der besonders hohe Anforderungen stellt, und ist zudem ein bekanntes Vorbild für zahlreiche parodistische Bearbeitungen.

Was sind die Hauptergebnisse des didaktischen Versuchs?

Die Ergebnisse zeigen eine positive Progression in der literarischen Kompetenz der Studenten; Parodien wurden als hilfreiches, motivierendes Mittel empfunden, um den Zugang zum Original zu erleichtern.

Wie spielt die Sprache eine Rolle bei der Parodieanalyse?

Die Parodie nutzt oft eine sehr moderne, teils umgangssprachliche Form, die auf Kontrast zur klassischen Sprache des Originals setzt, was den Lernenden eine kritische Auseinandersetzung mit Sprachstilen ermöglicht.

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Details

Title
Stellenwert der Parodie in der literarischen Behandlung von „Faust“. Bedeutung für die Ausbildung einer literaturwissenschaftlichen Kompetenz von Deutschlehrer-Studenten
College
Ain Shams University
Grade
1
Author
Mag Midhat Suleiman (Author)
Publication Year
2002
Pages
224
Catalog Number
V113782
ISBN (eBook)
9783640143894
ISBN (Book)
9783640144013
Language
German
Tags
Stellenwert Parodie Behandlung Bedeutung Ausbildung Kompetenz Deutschlehrer-Studenten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mag Midhat Suleiman (Author), 2002, Stellenwert der Parodie in der literarischen Behandlung von „Faust“. Bedeutung für die Ausbildung einer literaturwissenschaftlichen Kompetenz von Deutschlehrer-Studenten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113782
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