Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Pedagogy - History of Pedagogy

Die Rolle der bürgerlichen Frauen in Deutschland

Title: Die Rolle der bürgerlichen Frauen in Deutschland

Seminar Paper , 2004 , 22 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Jessica Siegmund (Author)

Pedagogy - History of Pedagogy
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Im 19. Jahrhundert schwankte das Bürgertum zwischen dem Festhalten an alten Werten, aber wollte auch einen Ausbruch aus diesem alten, überholten und verfestigten System erlangen. In dieser Hausarbeit möchte ich aufzeigen, welche Rolle die Frauen zu der damaligen Zeit in dieser Umbruchphase spielten und welche Möglichkeiten sie suchten, um ihre Vorstellungen und Pläne, wie zum Beispiel das Recht auf Bildung und Arbeit, durchzusetzen.
Als typisch bürgerliche Gesellschaft soll hier die Form gelten, in der eine gesellschaftliche und soziale Rollenverteilung zwischen den Geschlechtern vorherrscht, wobei die Frauen sich mit ihrer zugewiesenen Rolle der passiven und unmündigen Ehefrau abfanden.

Zunächst soll die Rolle der Frau in gesellschaftlicher Hinsicht beschrieben werden. Sie verhalf dem Mann und der Familie durch standesgemäße Lebens- und Haushaltsführung zu ihrem Ansehen, welches auch mit ihrer Tüchtigkeit steigen und sinken konnte. Aufgrund des häufig vorherrschenden Geldmangels in den Familien waren die Frauen gezwungen, sich Mittel und Wege zu suchen, wie sie den standesgemäßen Schein, ohne finanzielle Mittel, aufrechterhalten konnten. Neben diesen Tätigkeiten werde ich zudem über die Lebensumstände der Dienstmädchen und der Frauen schreiben, die nicht verheiratet waren.

Anschließend soll auf die Ehre der Frauen eingegangen werden, welche für die damalige Zeit besonders wichtig für den gesellschaftlichen Stellenwert war. Die Ehre war das Einzige, was auch die Frauen in der damaligen Zeit erreichen konnten, wobei auch diese immer mit dem Ehemann gekoppelt wurde. Aber dennoch war es damals das einzige Kapital, dass eine Frau haben konnte. Die möglichen Auswirkungen des Verlustes der Ehre möchte ich an dem Beispiel des Ehebruchs aufweisen.

Im dritten Teil der Arbeit soll die Geschichte der Frauenbewegungen ab Mitte des 19. Jahrhunderts dargestellt werden, wobei sowohl die Schwierigkeiten der Frauen bei ihren Emanzipationsversuchen, als auch die Gründung der ersten Frauenvereine in Deutschland angesprochen werden sollen. Dabei soll darauf eingegangen werden, ob die Frauen wirklich eine Gleichbehandlung und Gleichstellung nach bürgerlichem Ideal erreichen konnten oder ob die Frauen nach den Frauenbewegungen noch immer in der klassischen Rollenverteilung von Mann und Frau verblieben sind.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Rolle der Frau in der bürgerlichen Gesellschaft Deutschlands im 19. Jahrhundert

2.1 Die Situation der Hausfrauen

2.2 Die Situation der Dienstmädchen

2.3 Die Situation der unverheirateten Frauen des Bürgertums

3. Die Ehre der Frau

3.1 Die Ehre als ihr größtes Kapital

3.2 Verlust der Ehre am Beispiel des Ehebruchs

4. Die deutsche Frauenbewegung von ihren Anfängen bis zum Ende des 19. Jahrhunderts

4.1 Die Ausgangslage

4.2 Die Schwierigkeiten der deutschen Frauenbewegung

4.3 Die Gründung der ersten deutschen Frauenvereine

4.4 Die Frauenbewegung von 1894 – 1933

4.4.1 Die bürgerliche Frauenbewegung

4.4.2 Die proletarische Frauenbewegung

5. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die gesellschaftliche Rolle bürgerlicher Frauen im Deutschland des 19. Jahrhunderts, beleuchtet die Bedeutung weiblicher Ehre sowie die Entstehung und Entwicklung der ersten Frauenbewegungen und analysiert deren Bestrebungen zur Emanzipation.

  • Soziale und ökonomische Lebensumstände von Hausfrauen und Dienstmädchen
  • Die zentrale Bedeutung der Ehre als weibliches Kapital
  • Auswirkungen gesellschaftlicher Erwartungen auf das Leben verheirateter und unverheirateter Frauen
  • Herausforderungen und Erfolge bei der Gründung früher Frauenvereine
  • Differenzierung zwischen bürgerlicher und proletarischer Frauenbewegung

Auszug aus dem Buch

2.1 Die Situation der Hausfrauen

Die Hausfrau im 19. Jahrhundert hatte eine „Dreifachrolle als Gattin, Mutter und Haushälterin“ zu erfüllen. Dabei gilt es jedoch die Aufgaben und die Rolle der Frau gegenüber der Öffentlichkeit von denen in der Familie zu unterscheiden. Während sie für die Gesellschaft müßig erscheinen und „durch ihre angebliche Freistellung von hauswirtschaftlichen Arbeiten den sozialen Status des Ehemannes symbolisieren“ sollte, war sie innerhalb des Familienlebens doch für den Haushalt zuständig, den sie unter größter Sparsamkeit zu führen hatte.

Die bürgerlichen Frauen verblieben meist in den Häusern, da sie zahlreiche Arbeiten verrichten mussten. Besonders wichtig war, dass auf alle Wünsche des Ehemannes und der Kinder eingegangen wurde, die besonders beim Einkauf und Kochen berücksichtigt werden mussten. Hätte die Frau vor allem die Bedürfnisse des Ehemannes nicht beachtet, wäre eine unglückliche Ehe die Folge gewesen, da seine Wünsche stets oberste Priorität hatten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die Umbruchphase des 19. Jahrhunderts und formuliert das Ziel, die Rollenverteilung, das Konzept der Ehre sowie die Geschichte der Frauenbewegungen zu untersuchen.

2. Rolle der Frau in der bürgerlichen Gesellschaft Deutschlands im 19. Jahrhundert: Dieses Kapitel beschreibt die spezifischen Lebensbedingungen von Hausfrauen, Dienstmädchen und unverheirateten Frauen, die zwischen dem Anspruch auf Repräsentation und wirtschaftlicher Not standen.

3. Die Ehre der Frau: Der Abschnitt erläutert die Bedeutung der Ehre als essenzielles soziales Kapital der Frau und analysiert die schwerwiegenden Konsequenzen bei deren Verlust, etwa durch Ehebruch.

4. Die deutsche Frauenbewegung von ihren Anfängen bis zum Ende des 19. Jahrhunderts: Dieses Kapitel analysiert die Ursprünge der Frauenbewegung, die Hindernisse bei Emanzipationsversuchen sowie die Gründung zentraler Frauenvereine und die Ausdifferenzierung in bürgerliche und proletarische Strömungen.

5. Schluss: Das Schlusskapitel fasst die Entwicklung der Frauenrolle zusammen und resümiert, dass trotz des fortbestehenden Klassensystems eine deutliche Verbesserung der Stellung und Möglichkeiten der Frauen erreicht wurde.

Schlüsselwörter

Bürgerliche Gesellschaft, 19. Jahrhundert, Frauenrolle, Hausfrau, Dienstmädchen, Ehre, Ehebruch, Frauenbewegung, Emanzipation, Bildung, Frauenvereine, Bund deutscher Frauenvereine, Gleichberechtigung, Frauenerwerbsarbeit, Geschlechterrollen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die gesellschaftliche Stellung der Frau im deutschen Bürgertum des 19. Jahrhunderts, die unter einem Spannungsfeld zwischen traditionellen Rollenzuweisungen und wachsenden Emanzipationsbestrebungen stand.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf den Lebensumständen verschiedener Frauengruppen, der kulturellen Bedeutung der weiblichen Ehre und der Geschichte der organisierten Frauenbewegung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Frauen in einer von Männern dominierten Gesellschaft nach Möglichkeiten für Bildung, Arbeit und Selbstbestimmung suchten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Hausarbeit, die auf Basis von Literaturanalysen die Lebensbedingungen und die Entwicklung der Frauenrechte im 19. Jahrhundert rekonstruiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet detailliert den Alltag der Frau im Haushalt, den sozialen Druck durch das Konzept der "Ehre" sowie den politischen und organisatorischen Kampf um Gleichberechtigung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Bürgerliche Gesellschaft, Frauenbewegung, Emanzipation, Ehre und Geschlechterrollen sind zentrale Begriffe dieser Untersuchung.

Warum war der "Müßiggang" für bürgerliche Frauen so bedeutend?

Der demonstrative Müßiggang diente als Statussymbol, welches den Reichtum des Ehemannes nach außen repräsentieren sollte, auch wenn dies oft durch heimliche Arbeit der Frau ermöglicht wurde.

Wie unterschieden sich bürgerliche und proletarische Frauenbewegungen?

Während die bürgerliche Frauenbewegung primär für Bildungs- und Berufschancen sowie rechtliche Anerkennung kämpfte, fokussierte die proletarische Bewegung stärker auf den Arbeiterinnen- und Mutterschutz sowie die Überwindung sozialer Diskriminierung.

Excerpt out of 22 pages  - scroll top

Details

Title
Die Rolle der bürgerlichen Frauen in Deutschland
College
University of Münster
Grade
2,7
Author
Jessica Siegmund (Author)
Publication Year
2004
Pages
22
Catalog Number
V113797
ISBN (eBook)
9783640151592
Language
German
Tags
Rolle Frauen Deutschland Frauen 19. Jahrhundert
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jessica Siegmund (Author), 2004, Die Rolle der bürgerlichen Frauen in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113797
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  22  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint