Die Arbeit beleuchtet das Siegel "Schule gegen Rassismus - Schule mit Courage“. Um der Frage auf den Grund zu gehen, was das Siegel „Schule gegen Rassismus - Schule mit Courage“ in Bezug auf Extremismusprävention leistet, ist es vorerst notwendig, eine Bestimmung des Begriffs Extremismus vorzunehmen. Des Weiteren sollen die Entstehung des Phänomens begünstigende Faktoren benannt werden. Für eine zuverlässige Identifikation von Gemeinsamkeiten und Unterschieden pädagogischer Präventionsansätze, die auf die Umsetzung zielgruppenspezifischer Maßnahmen abzielen, ist eine Betrachtung der einzelnen Formen des politischen Extremismus hinsichtlich ihrer jeweiligen Merkmale, notwendig. Um die Wirksamkeit „Von Schule gegen Rassismus - Schule mit Courage“ zu betrachten, sollen weiterhin die im Strategiepapier zur Extremismusprävention und Demokratieförderung der Bundesregierung aufgeführten Handlungsfelder dargestellt werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung:
2 Hauptteil:
2.1 Was ist politischer Extremismus?
2.2 Wie entsteht Extremismus?
2.3 Formen des politischen Extremismus
2.4 Strategien der Bundesregierung zur Extremismusprävention und Demokratieförderung
3 Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage
3.1 Was leistet „Schule gegen Rassismus - Schule mit Courage“ in Bezug auf Extremismusprävention?
3.2 Kritik:
3.3 Empirische Untersuchung
4 Schluss:
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Wirksamkeit des Netzwerkes „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ hinsichtlich der Extremismusprävention an Schulen. Dabei wird analysiert, inwieweit das Projekt die radikalisierungshemmenden Handlungsfelder der Bundesregierung bedient und wie nachhaltig die Projekte auf die Lernenden wirken.
- Theoretische Bestimmung von politischem Extremismus und Radikalisierungsprozessen
- Analyse der staatlichen Extremismuspräventionsstrategien
- Evaluation des Projektes „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“
- Empirische Untersuchung zur Wahrnehmung und Wirkung bei Jugendlichen
- Kritische Diskussion von Potenzialen und Herausforderungen der Umsetzung
Auszug aus dem Buch
3.1 Was leistet „Schule gegen Rassismus - Schule mit Courage“ in Bezug auf Extremismusprävention?
Inwiefern das Projekt „Schule gegen Rassismus - Schule mit Courage“ zur Extremismusprävention beiträgt, lässt sich mit einem Blick auf die drei Faktoren ausmachen, welche den Radikalisierungsprozess begünstigen (Vgl. 2.2). Schüler und Schülerinnen, die täglich wenigstens zwei Mal an dem Schild vorbei laufen, haben die Gewissheit, dass sich mindestens 70% aller Personen der Schule dazu verpflichtet haben, bei Diskriminierung aktiv einzugreifen. Durch die jährliche Unterschriftenaktion und Projekte wird auf das Vorkommen von Ausgrenzung aufmerksam gemacht und dieser gleichzeitig vorgebeugt. Das Erleben von Unmut, Unzufriedenheit und Konflikten kann so minimiert werden und die Möglichkeit der Entstehung einer kognitiven Lücke, welche die Bereitschaft darstellt, die eigenen Denkmuster zu überprüfen und mit neuen Ideen und Wertvorstellungen zu experimentieren, kann so vermieden werden.
Bildung sowie das Sprechen über politische Sachverhalte und Probleme wirkt sich ebenfalls präventiv auf die Entstehung extremistischer Denkmuster aus. Der Grundgedanke hinter dem Projekt und dem Siegel, dass alle Menschen unabhängig von der Religion, der sozialen Herkunft, des Geschlechts, körperlicher Merkmale, der politischen Weltanschauung oder der sexuellen Orientierung gleich sind, bestärkt das allgemeine Gemeinschaftsgefühl. Die Folge ist, dass sich weniger radikale und extremistische Gruppen bilden und es so zu weniger extremistischen, illegalen und/oder gewalttätigen Aktionen auf Grund des Komformitätszwangs kommt.
Das Projekt bedient ebenfalls einige Handlungsfelder der Strategie der Bundesregierung zur Extremismusprävention und Demokratieförderung, weswegen es auch unter der Auflistung der Zuwendungsempfänger zu finden ist. Durch Konzerte gegen Rassismus und gemeinsame Demonstrationen in der Stadt, Diskussionsrunden mit Politiker*innen, Gedenkveranstaltungen, Projekttagen, Theatervorstellungen, Workshops, Vernetzungstreffen sowie Kunstaktionen und Ausstellungen wird das Verständnis für politische Sachverhalte, das demokratische Bewusstsein, interkulturelle Bildung sowie die Demokratiearbeit gestärkt (und so Extremismus vorgebeugt). Das zivilgesellschaftliche Engagement und somit die Stärkung der Handlungskompetenz zivilgesellschaftlicher Akteure im Umgang mit Extremismus, damit diese aktiv gegen demokratiefeindliche Akteure eintreten können, wird ebenfalls mit der Unterschrift der Selbstverpflichtung zum aktiven Eingreifen in Konfliktsituationen gewährleistet.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Autorin legt ihre persönliche Motivation sowie die Relevanz des Themas dar, das Siegel im Kontext staatlicher Extremismusprävention zu hinterfragen.
2 Hauptteil: Theoretische Grundlagen zu Extremismusbegriffen, Radikalisierungsfaktoren und den offiziellen Strategien der Bundesregierung zur Demokratieförderung werden erarbeitet.
3 Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage: Das Projekt wird vorgestellt, seine Wirksamkeit hinsichtlich der Präventionsziele diskutiert, kritisch beleuchtet und durch eine eigene empirische Erhebung unter Schülern ergänzt.
4 Schluss: Die Ergebnisse zeigen das hohe Potenzial des Netzwerks, weisen aber auf die Notwendigkeit hin, die Qualität und Nachhaltigkeit durch digitale Angebote und Entlastung der Lehrkräfte weiter zu fördern.
Schlüsselwörter
Extremismusprävention, Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage, Radikalisierung, Demokratieförderung, Diskriminierung, politische Bildung, Zivilgesellschaft, Schulentwicklung, Projekttage, Diskriminierungsschutz, Extremismus, Toleranz, politische Partizipation, Extremismusforschung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, welchen Beitrag das bundesweite Schulprojekt „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ zur tatsächlichen Extremismusprävention an Bildungseinrichtungen leisten kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Themen umfassen die Definition von Extremismus, die Analyse von Radikalisierungsprozessen sowie die strategischen Handlungsfelder der Bundesregierung im Bereich der Demokratieförderung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu ermitteln, ob die mit dem Siegel verbundenen Projekte und Verpflichtungen nachhaltig auf die Schüler wirken und eine Sensibilisierung gegen Diskriminierung sowie eine Prävention extremistischer Tendenzen fördern.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Neben einer theoretischen Literaturanalyse wurde eine eigene empirische Untersuchung mittels eines Fragebogens durchgeführt, an der 65 Teilnehmer im Alter von 13 bis 24 Jahren mitwirkten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zum Extremismusbegriff, die Darstellung staatlicher Präventionsstrategien, eine detaillierte Projektvorstellung sowie die kritische Reflexion und empirische Auswertung.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Kern der Arbeit beschreiben?
Zentrale Begriffe sind Extremismusprävention, Demokratieförderung, Zivilgesellschaft, Radikalisierung, Diskriminierungsschutz und politische Bildung.
Inwiefern beeinflusst das „Komformitätszwang“-Konzept die Argumentation zur Extremismusprävention?
Die Arbeit argumentiert, dass das Netzwerk ein Gemeinschaftsgefühl stärkt, das dem Entstehen radikaler Gruppierungen entgegenwirkt, da der Gruppendruck innerhalb der Schule nicht mehr zur Radikalisierung, sondern zur demokratischen Normorientierung beiträgt.
Welche Kritikpunkte werden an der Initiative angeführt?
Kritisiert wird unter anderem, dass das Projekt laut manchen Stimmen einseitige politische Indoktrination begünstigen könnte oder dass bestimmte Formen von Rassismus und Antisemitismus in den Inhalten der Initiative unzureichend thematisiert werden.
Was schlägt die Autorin zur Verbesserung der Nachhaltigkeit vor?
Es wird vorgeschlagen, Lehrkräfte durch die Bereitstellung digitaler, fachgerechter Lernarrangements wie Planspiele oder virtuelle Ausstellungen zu entlasten, um die Qualität der Projektarbeit substanziell zu erhöhen.
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- Leah Riethmüller (Author), 2021, Extremismusprävention. Was leistet das Siegel "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage"?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1138036