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Die Didaktik der ökonomischen Bildung

Unter besonderer Berücksichtigung des Einsatzes handlungsorientierter Methoden

Title: Die Didaktik der ökonomischen Bildung

Seminar Paper , 2008 , 15 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Anja Schlepütz (Author)

Didactics - Business economics, Economic Pedagogy
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Seit den 1990er Jahren gibt es vermehrt bildungspolitische Bestrebungen, ökonomische Bildung in allen allgemein bildenden Schulen zu verankern und zu stärken. Dies wird mit einer Reihe von Argumenten begründet, z.B. die soziale Marktwirtschaft ist auf das Verstehen, Verständnis und den Gestaltungswillen von Wirtschaftsbürgern angewiesen, die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft verlangt im Zeitalter der Globalisierung ein fundiertes ökonomisches Wissen aller Bürger etc. Zwischen politischem und ökonomischem Lernen besteht eine enge Verbindung, da sich beides an denselben Bildungszielen und –prinzipien orientiert. Hedtke beschreibt in seinem Artikel einige grundlegende Gemeinsamkeiten der politischen und ökonomischen Bildung in Bezug auf die Ziele, die Prinzipien und die Methoden. Zu den allgemeinen Zielen des politischen und ökonomischen Lernens zählt er vor allem Mündigkeit, Urteilsfähigkeit, Handlungsfähigkeit und Partizipation. Als gemeinsame Prinzipien nennt er, mit unterschiedlicher Gewichtung, die Teilnehmer-, Situations-, Problem- und Wissenschaftsorientierung, Perspektivenwechsel, Exemplarizität und auch Kontroversität. Weiterhin stellt Hedtke fest, dass sich ökonomisches Lernen weder theoretisch noch praktisch von politischem Lernen in Bezug auf die Methoden unterscheidet, da beide weitestgehend auf dieselben fachdidaktischen Lehr-Lern-Methoden und sozialwissenschaftliche Methoden zurückgreifen. Als gemeinsames Repertoire bei den Lehr-Lern-Methoden nennt er z.B. Fallstudie, Planspiel, Pro-Contra-Diskussion, Rollenspiel oder Szenario. Bei den sozialwissenschaftlichen Methoden werden z.B. Befragung, Simulationsmodell oder Statistikanalyse gemeinsam angewendet.
Trotz dieser Gemeinsamkeiten gibt es einige Charakteristika für ökonomisches Lernen, die Hedtke in disziplinäre, sektorale, institutionale und paradigmatische Spezifika einteilt. Eine disziplinäre Unterscheidung besteht im Hinblick auf die Bezugswissenschaft, in Fall des ökonomischen Lernens ist dies die Wirtschaftswissenschaft, wobei der Schwerpunkt hier im schulischen Kontext eher auf der Volkswirtschaftslehre als auf der Betriebswirtschaftslehre liegt. Dementsprechend werden auch vor allem volkswirtschaftlichen Leitkategorien wie z.B. Knappheit, Rationalität, Dilemma, Risiko und Kreislauf in das Zentrum des ökonomischen Lernens gestellt...

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Ökonomische Bildung vs. politische Bildung

2. Wirtschaftsdidaktische Grundsätze

3. Handlungsorientierte Methoden in der ökonomischen Bildung

3.1 Kriterien, Merkmale und Prinzipien des handlungsorientierten Unterrichts

3.2 Argumente für einen handlungsorientierten Unterricht

3.3 Argumente gegen einen handlungsorientierten Unterricht

3.4 Lernen an Modellen als integrativer Ansatz

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Didaktik der ökonomischen Bildung mit einem speziellen Fokus auf die Implementierung handlungsorientierter Methoden. Ziel ist es, die Notwendigkeit einer aktiv-produktiven Aneignung von ökonomischem Wissen aufzuzeigen, um die Handlungs- und Entscheidungskompetenz von Schülern in einer komplexen Wirtschaftswelt zu fördern.

  • Vergleich zwischen ökonomischer und politischer Bildung
  • Wirtschaftsdidaktische Grundansätze
  • Kriterien und Prinzipien handlungsorientierten Unterrichts
  • Argumentationslinien für und gegen handlungsorientierte Methoden
  • Lernen an Modellen als integrativer didaktischer Ansatz

Auszug aus dem Buch

3.1 Kriterien, Merkmale und Prinzipien des handlungsorientierten Unterrichts

Nachfolgend soll anhand der Aussagen verschiedener Autoren dargestellt werden, was die Kriterien, Merkmale und Prinzipien des handlungsorientierten Unterrichts sind. Durch den Einsatz von handlungsorientierten Methoden im Unterricht soll der Schüler also zu einem tätig werdenden lernenden Subjekt werden. Daher soll an die Stelle der Rezeption die Produktion treten, damit der Schüler zum Ko-Produzenten bzw. Ko-Konstrukteur des Lernprozesses werden kann. Somit ist der handlungsorientierte Unterricht gekennzeichnet durch: Aktivität, Handeln, Selbständigkeit, Eigentätigkeit, Unmittelbarkeit, und Erkenntnis als Tätigkeit. Zwischen den Schülern und dem Lehrer soll eine Verständigung über die Ziele und Verfahren des Unterrichts erfolgen, um den Lernprozess demokratisch zu gestalten.

Wolf beschreibt dies so: „Schüler sollen im Unterricht so oft wie möglich selbst aktiv werden, anstatt belehrt zu werden; durch Erkundung der Realität eigene Erfahrungen machen, anstatt sich über Medien diese aus „zweiter Hand“ vermitteln zu lassen; durch eigenes Gestalten auch produktiv lernen, anstatt passiv Vorgegebenes aufzunehmen.“

Daher trägt die Handlungsorientierung der Tatsache Rechnung, dass die Befähigung der Schüler zur selbstbestimmten und verantwortungsbewussten Gestaltung des Lebens nur durch eine Befähigung zum Handeln erreicht werden kann.

Ein weiteres Argument für einen handlungsorientierten Unterricht liefert eine Untersuchung der ‚American Audiovisuell Society’, die in Bezug auf den Behaltenswert bei Menschen herausgefunden hat, dass man im Durchschnitt 20 Prozent von dem behält, was man hört, 30 Prozent behält man von dem, was man sieht und 80 bis 90 Prozent wird von dem behalten, was man selber sagt und selber tut.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Ökonomische Bildung vs. politische Bildung: Dieses Kapitel erläutert die engen Verbindungen sowie die disziplinären Spezifika zwischen ökonomischem und politischem Lernen.

2. Wirtschaftsdidaktische Grundsätze: Hier werden vier zentrale wirtschaftsdidaktische Ansätze vorgestellt, darunter der kategorial-wirtschaftspolitische und der handlungstheoretische Ansatz.

3. Handlungsorientierte Methoden in der ökonomischen Bildung: Dieses Kapitel bildet das Kernstück und analysiert die Kriterien, Potenziale sowie die methodischen Dimensionen handlungsorientierten Unterrichts.

3.1 Kriterien, Merkmale und Prinzipien des handlungsorientierten Unterrichts: Es wird dargelegt, wie Schüler durch aktive Produktion zu Ko-Konstrukteuren ihres eigenen Lernprozesses werden.

3.2 Argumente für einen handlungsorientierten Unterricht: Dieses Kapitel führt Vorteile wie erhöhte Motivation, Transferfähigkeit und die Förderung von Methodenkompetenz an.

3.3 Argumente gegen einen handlungsorientierten Unterricht: Es werden kritische Aspekte beleuchtet, etwa der hohe Zeitaufwand, die Gefahr des Verlusts fachsystematischer Zusammenhänge und Schwierigkeiten bei der Erfolgskontrolle.

3.4 Lernen an Modellen als integrativer Ansatz: Das Lernen an Modellen wird als Gegenentwurf oder Ergänzung vorgestellt, um wirtschaftliche Zusammenhänge durchschaubar zu machen.

4. Fazit: Das Fazit unterstreicht die Notwendigkeit einer aktiv-produktiven Aneignung von Erfahrungen für die Mündigkeit und plädiert für ein integratives, curriculares Gesamtkonzept.

Schlüsselwörter

Ökonomische Bildung, politische Bildung, Handlungsorientierung, Wirtschaftsdidaktik, Handlungskompetenz, Methodenvielfalt, Lernen an Modellen, Schülerselbsttätigkeit, Sozialkompetenz, Wirtschaftsordnung, Sozialwissenschaftliche Methoden, Unterrichtsgestaltung, Mündigkeit, Transferfähigkeit, Handlungsprodukt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die didaktischen Herausforderungen und Chancen einer handlungsorientierten ökonomischen Bildung in allgemein bildenden Schulen.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Zentral sind die Abgrenzung zur politischen Bildung, die Darstellung wirtschaftsdidaktischer Ansätze sowie die Analyse von Methoden, die handlungsorientiertes Lernen ermöglichen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie handlungsorientierte Methoden die Handlungs- und Entscheidungskompetenz von Schülern stärken können, um diese auf eine aktive Teilnahme am Wirtschaftsleben vorzubereiten.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden zur Begründung herangezogen?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse maßgeblicher wirtschaftsdidaktischer Autoren wie Hedtke, Kruber, Speth und Reinhardt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Wirtschaftsdidaktik und die detaillierte Diskussion der Vor- und Nachteile sowie verschiedener Ausprägungen (Reales Handeln, Simulation) handlungsorientierter Methoden.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Handlungsorientierung, ökonomische Bildung, Kompetenzaufbau, Methodenvielfalt und didaktische Integration.

Warum wird die Abgrenzung zwischen ökonomischer und politischer Bildung thematisiert?

Da beide Disziplinen häufig auf ähnliche methodische Repertoires zurückgreifen, ist es wichtig, die spezifischen ökonomischen Leitkategorien (wie Knappheit oder Rationalität) klar herauszuarbeiten.

Welche Rolle spielt das „Lernen an Modellen“ in diesem Kontext?

Das Lernen an Modellen wird als integrativer Ansatz präsentiert, der helfen soll, wirtschaftliche Zusammenhänge systematischer zu durchschauen und eine Reflexionsphase in den Unterricht einzubauen.

Was ist die zentrale Schlussfolgerung in Bezug auf die Methodik?

Die Autorin kommt zum Schluss, dass handlungsorientierte Methoden nicht als bloße Aktivierungsmittel missbraucht werden dürfen, sondern als Bestandteil eines gut durchdachten, curricularen Gesamtkonzepts fungieren müssen.

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Details

Title
Die Didaktik der ökonomischen Bildung
Subtitle
Unter besonderer Berücksichtigung des Einsatzes handlungsorientierter Methoden
College
University of Cologne  (Humanwissenschaftliche Fakultät)
Course
Umsetzungen ökonomischer Problemstellungen in Bildungsprozessen
Grade
1,0
Author
Anja Schlepütz (Author)
Publication Year
2008
Pages
15
Catalog Number
V113804
ISBN (eBook)
9783640151660
ISBN (Book)
9783640154128
Language
German
Tags
Didaktik Bildung Umsetzungen Problemstellungen Bildungsprozessen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anja Schlepütz (Author), 2008, Die Didaktik der ökonomischen Bildung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113804
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