Soziale Berufe werden von Frauen beherrscht. Dies konnte ich sowohl in meinem Beruf als Heilerziehungspflegerin wie auch in meinem derzeitigen Studium feststellen. Die Zahlen der studierenden Männer in unserem Studiengang allein sind wesentlich geringer als die der studierenden Frauen. In unserem Semester (6.) sind von 63 Studierenden nur 13 Männer (20,6 %). In den unteren Semestern ist die Quote der männlichen Studenten sogar noch minimaler. Im 2. Semester sind von insgesamt 118 Studierenden nur 22 männliche Studenten (18,6%). Im 4. Semester findet sich die geringste Männerquote (8,5 %); lediglich sechs Studierende sind Männer (von insgesamt 70 Studenten).
Soziale Arbeit scheint für Männer also kein reizvolles Arbeitsfeld zu sein und mich interessiert, warum diejenigen die sich doch für diesen Bereich entscheiden, Interesse an diesem Beruf entwickelt haben.
Der folgende Bericht bezieht sich auf mein wissenschaftliches Praxisprojekt, welches ich als Vorbereitung auf meine anstehende Bachelorarbeit in der Bewährungshilfe Osnabrück und Bersenbrück durchgeführt habe. Für diesen Bereich entschied ich mich aufgrund der auffällig hohen Männerquote im Gegensatz zu anderen Arbeitsfeldern der Sozialen Arbeit.
Im Folgenden werde ich den Prozess und den Vorgang meiner Arbeit näher erläutern. Zu Beginn erläutere ich, wie sich das Interesse für dieses Thema bei mir entwickelt hat. Um einen Eindruck in dieses spezielle Arbeitsfeld zu ermöglichen, möchte ich die Beschreibung der Bewährungshilfe (BWH) vornehmen. Dies bezieht sich auf die Aspekte Aufgaben, Ziele und Gestaltung der Arbeit der BWH. Dies ist wichtig, um die Arbeit der Bewährungshelfer und die Strukturen der behördlichen Arbeit nachvollziehen zu können.
Im weiteren Verlauf möchte ich mein methodisches Handeln genauer beschreiben. Hierzu werde ich kurz auf mein Vorgehen in Bezug auf die Literaturrecherche eingehen, wobei nicht jede Literaturangabe aufgrund des Umfangs der Arbeit explizit erläutert werden kann. Daran anschließend finden sich die Hypothesen wieder, welche ich in der Vorbereitung auf meinen Fragebogen aufgestellt habe. Diesen werde ich im Folgenden genauer erörtern.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Interesse am Thema
3 Aufgabenbeschreibung- Bewährungshilfe
3.1 Aufgaben des Bewährungshelfers
3.1.1 Betreuungsangebot
3.1.2 Auflagen und Weisungen
3.2 Ziele
3.3 Zielgruppe
4 Methodisches Vorgehen
4.1 Wahl des Datenerhebungsinstruments
4.2 Literaturrecherche
4.3 Hypothesen
4.3.1 Hypothesen für die Wahl des sozialen Berufes (des Sozialarbeiters)
4.3.2 Hypothesen für die Wahl des Arbeitsbereiches der Bewährungshilfe
4.4 Erläuterung des Fragebogens
5 Auffälligkeiten in der Auswertung
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Beweggründe von Männern, den Beruf des Sozialarbeiters zu ergreifen und speziell im Bereich der Bewährungshilfe tätig zu werden, um der Unterrepräsentanz männlicher Fachkräfte in sozialen Berufen nachzugehen.
- Analyse der Berufswahlmotivation von Männern in der Sozialen Arbeit
- Untersuchung spezifischer Anreize des Arbeitsfeldes Bewährungshilfe
- Erfassung gesellschaftlicher Zuschreibungen zum "typischen" Mann
- Vergleich von Frauen- und Männerteams im Hinblick auf Konfliktkultur
- Evaluierung der gesellschaftlichen Anerkennung verschiedener Arbeitsfelder
Auszug aus dem Buch
3 Aufgabenbeschreibung- Bewährungshilfe
„Jeder Mensch gestaltet sein Leben nach seinen Fähigkeiten und Möglichkeiten. Er hat den Willen und das Recht auf Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung. Für sein daraus resultierendes Handeln ist er selbst verantwortlich. Die Akzeptanz dieser Grundgedanken ist Voraussetzung für das berufliche Tun innerhalb der Bewährungshilfe. Daraus resultieren eine wertschätzende Grundhaltung sowie ein ressourcen- und lösungsorientierter Arbeitsstil in der Betreuungsarbeit, wodurch Selbstverantwortung und positive Fähigkeiten der Probandinnen und Probanden gestärkt und ihre soziale Kompetenz anerkannt werden.“
3.1 Aufgaben des Bewährungshelfers
Die Aufgaben der Bewährungshelfer und Bewährungshelferinnen sind im Jugendgerichtsgesetz (§24 JGG) und im Strafgesetzbuch (§56d StGB) geregelt. Wenn die Vollstreckung einer Jugendstrafe bzw. Freiheitsstrafe oder eines Strafrestes zur Bewährung ausgesetzt wurde, wird die zuständige Bewährungshilfe durch das Gericht informiert.
„Bewährungshelfer und Bewährungshelferinnen stehen den verurteilten Jugendlichen und Erwachsenen helfend und betreuend zur Seite. Sie überwachen aber auch die Auflagen und Weisungen, die das Gericht dem Verurteilten aufgegeben hat, z.B.
• Schadenswiedergutmachung
• Gemeinnützige Dienste
• Zahlung einer Geldbusse
• Erfüllung der Unterhaltspflicht
• Therapieauflagen, etc. „
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Autorin begründet ihr Interesse an der Männerquote in sozialen Berufen und stellt den Rahmen ihres wissenschaftlichen Praxisprojekts in der Bewährungshilfe vor.
2 Interesse am Thema: Es wird die persönliche Motivation erläutert, die durch Erfahrungen in der Heilerziehungspflege und im Studium entstand, um den Männermangel in sozialen Berufen zu hinterfragen.
3 Aufgabenbeschreibung- Bewährungshilfe: Dieser Abschnitt definiert das professionelle Selbstverständnis sowie die gesetzlichen Rahmenbedingungen und Kernaufgaben der Bewährungshilfe.
4 Methodisches Vorgehen: Die Autorin beschreibt die Wahl des Fragebogens als Erhebungsinstrument, die Literaturrecherche und die aufgestellten Hypothesen zu Berufswahl und Arbeitsfeld.
5 Auffälligkeiten in der Auswertung: Hier werden erste Ergebnisse der Befragung präsentiert, darunter demografische Daten, Beweggründe der Befragten und deren Einschätzung zur Anerkennung des Berufsfeldes.
6 Fazit: Die Autorin reflektiert ihre praktischen Erfahrungen in der Bewährungshilfe und stellt einen Kontrast zwischen der Konfliktkultur in Männer- und Frauenteams heraus.
Schlüsselwörter
Soziale Arbeit, Männer, Bewährungshilfe, Berufswahl, Geschlechterkonstruktion, Sozialarbeiter, Männlichkeit, Bewährungshelfer, Motivation, Arbeitsfeld, Praxisprojekt, Datenerhebung, Fragebogen, Rollenbild, Konfliktkultur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der geringen Anzahl männlicher Beschäftigter in der Sozialen Arbeit und untersucht exemplarisch an der Bewährungshilfe, welche Gründe Männer für diesen Berufsweg bewegen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Im Zentrum stehen die Berufswahlmotivation von Männern, die Analyse des Arbeitsbereichs Bewährungshilfe und der Vergleich gesellschaftlicher Männlichkeitsbilder mit dem Selbstbild der männlichen Sozialarbeiter.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die Beweggründe der Männer für die Wahl des sozialen Berufes sowie speziell des Arbeitsfeldes Bewährungshilfe zu explorieren und zu verstehen, warum dieser Bereich für Männer attraktiver scheint als andere Felder.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?
Es wurde ein empirischer Ansatz gewählt, der auf einer Literaturrecherche, der Aufstellung von Hypothesen und einer schriftlichen Befragung (Fragebogen) von Bewährungshelfern basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die Aufgabenbeschreibung der Bewährungshilfe, die Darstellung des methodischen Vorgehens, die Hypothesenbildung sowie eine detaillierte Auswertung der erhobenen Daten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Soziale Arbeit, Männer, Bewährungshilfe, Berufswahlmotivation und Geschlechterkonstruktion.
Welche Auffälligkeiten ergaben sich bei der Auswertung zur Herkunft der Sozialarbeiter?
Es zeigte sich, dass entgegen der Vermutung nicht die Mehrheit der befragten Männer Zivildienst geleistet hatte, sondern dass eine größere Gruppe einen Wehrdienst absolviert hatte.
Wie unterscheidet sich laut dem Fazit die Konfliktkultur zwischen Teams?
Die Autorin beobachtete, dass in der Bewährungshilfe, als einem männlich dominierten Bereich, fachliche Konflikte offener und rationaler angesprochen wurden als in den bisher von ihr erlebten reinen Frauenteams.
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- Alina Heitjan (Autor), 2008, Männer in der Sozialen Arbeit, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113810