Integration von Frauen mit Migrationshintergrund im deutschen Arbeitsmarkt. Arbeitsmarktintegration von Frauen mit Migrationshintergrund für die private Wirtschaft


Bachelorarbeit, 2021

27 Seiten, Note: 1,3

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretischer Rahmen
2.1 Migration
2.1.1 Ursachen von Migration
2.1.2 Deutsche Bevölkerung mit Migrationshintergrund
2.2 Arbeitsmarktintegration

3 Frauen mit Migrationshintergrund auf dem Arbeitsmarkt
3.1 Daten und Fakten
3.2 Studien und Analysen zum aktuellen Stand auf dem Arbeitsmarkt

4 Ausgewählte Hindernisse auf dem Arbeitsmarkt
4.1 Sprachliche Barrieren
4.2 Diskriminierung
4.3 Fehlende Netzwerke

5 Maßnahmen zur Förderung und Unterstützung

6 Fazit

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Dass Deutschland ein von Vielfalt geprägtes Land ist, spiegelt sich vor allem in den aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts wider. Demnach hat jede vierte Person, die in Deutschland ihren Wohnsitz hat, einen Migrationshintergrund. Als Mensch mit Migrationshintergrund gelten nach Definition alle, die entweder selbst im Ausland geboren sind oder mindestens ein Elternteil haben, der keine deutsche Staatsbürgerschaft besitzt.1 Darüber hinaus sind von den 21,3 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund 64 Prozent im Ausland geborene Personen.2 Dazu kommt das jährlich eine hohe Anzahl an ZuwandererInnen verzeichnet wird (2019: 1,56 Millionen).3 Die Zuwanderung erfolgt entweder aus eigener Motivation oder durch das Anwerben von Fachkräften für den deutschen Arbeitsmarkt. Damit wird deutlich, dass die Arbeitsmarktintegration eine politische und eine wirtschaftliche Dimension umfasst.4

Davon ausgehend, dass die Bevölkerung in Deutschland immer älter wird und aktuell ein Durchschnittsalter von 47,4 Jahren aufweist, während die Bevölkerungsgruppe der MigrantInnen ein Durchschnittsalter von 35,6 Jahren verzeichnet, stellen MigrantInnen für den Arbeitsmarkt ein großes Potenzial dar.5

Der Mikrozensus 2019 zeigt auf, dass Frauen mit Migrationshintergrund überproportional oft in geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen vertreten sind, obwohl über 40 Prozent einen beruflichen Abschluss haben.6 Zusätzlich dazu verfügen Migrantinnen in Deutschland über ein niedriges Netto­Durchschnittseinkommen von 1.459€, wohingegen Frauen ohne Migrationshintergrund ein Netto-Durchschnittseinkommen von 1.739€ erhalten.

Das Ziel dieser Arbeit ist zu untersuchen, wie gut Frauen mit Migrationshintergrund in den deutschen Arbeitsmarkt integriert sind. Hierfür soll zum einen analysiert werden, welche Stellung MigrantInnen auf dem Arbeitsmarkt einnehmen und zum anderen welche Herausforderungen den Zugang zum Arbeitsmarkt beeinträchtigen können. Anschließend wird betrachtet, welches Potenzial die Arbeitsmarktintegration von Frauen mit Migrationshintergrund für die private Wirtschaft haben kann. Die Ausarbeitung dieser Thematik stützt sich, zusätzlich zur Fachliteratur, auf aktuelle Statistiken und Studien zur Migrationsforschung in Deutschland.

2 Theoretischer Rahmen

In diesem Kapitel werden die Grundlagen und die Terminologie erläutert, die den theoretischen Rahmen des Themas bilden.

2.1 Migration

Das Wort Migration leitet sich vom lateinischen Begriff „ migrare“ ab und heißt wörtlich übersetzt „Wanderung“. Dies beschreibt den Vorgang der dauerhaften Umsiedlung von Personen oder Personengruppen.7 Im Folgenden werden die verschiedenen Einflussfaktoren und Formen der Migration näher erläutert, die für die Zuwanderung nach Deutschland relevant sind.

2.1.1 Ursachen von Migration

Um zu verstehen, aus welchen Beweggründen Menschen das Heimatland verlassen, werden in diesem Abschnitt die häufigsten Formen der Erwerbsmigration, Bildungsmigration, Familienmigration, Asyl und Flucht im Einzelnen erörtert.8 Golder (1998) benennt diesbezüglich drei Einflussfaktoren, die zu der sogenannten Push-Migration beitragen. Diese sind die ökonomischen, die politischen und die demographischen Einflüsse. Gemäß dieser drei Kategorien zählt er die Verbesserung der eigenen Einkommensverhältnisse oder Beschäftigungsverhältnisse zu den ökonomischen und demographischen Einflussfaktoren. Politische Instabilität im Heimatland wie Kriege zählt er zu den politischen Faktoren.9

Erwerbsmigration

Diese Form der Migration resultiert aus einer Kosten-Nutzen-Kalkulation.10 Vor der Auswanderung, werden die Einkommens- und die Arbeitsverhältnisse im Heimatland, zu denen des Ziellandes ins Verhältnis gesetzt. Die Abwanderung tritt dann in der Regel ein, wenn die Erwerbsverhältnisse im Zielland zu einem höheren Durchschnittseinkommen führen.11 Innerhalb Europas ist Deutschland eines der Einwanderungsländer, dass jedes Jahr eine hohe Anzahl an NeuzuwandererInnen verzeichnet.12 Die Anzahl der ErwerbsmigrantInnen aus Nicht EU-Ländern lag im Jahr 2019 bei 64.219.13 Darunter befanden sich rund 61 Prozent (hoch-) qualifizierte Fachkräfte14 mit einem Aufenthaltstitel gemäß §§ 18 bis 21 AufenthG. Im Aufenthaltsgesetz werden alle Maßnahmen der Erwerbstätigkeit von Zugewanderten geregelt.15 Von den Neuzugewanderten wurden 21.305 akademische Fachkräfte verzeichnet, von denen rund 24 Prozent Frauen waren.16

Bildungsmigration

Bildungsmigration ist eine Möglichkeit, die sowohl von StudentInnen als auch von anderen Personen genutzt wird, um im Ausland ein Studium aufzunehmen oder eine berufliche Qualifikation zu erwerben.17 Heckmann (2015) führt aus, dass ausländische StudentInnen, die in der Regel einen begrenzten Aufenthalt im Zielland haben, eine präferierte Gruppe im Hinblick der Fachkräftegewinnung darstellen. Er erklärt dies damit, dass StudentInnen im Rahmen des Studiums wichtige Integrationsprozesse durchlaufen.18 Um das Humankapital der ausländischen AbsolventInnen für den deutschen Arbeitsmarkt zu gewinnen, besteht die Möglichkeit, einen Aufenthaltstitel zum Zweckwechsel zu erlangen. Dieser ermöglicht den AbsolventInnen innerhalb von 18 Monaten eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen.19 Im Jahr 2019 erhielten 10.272 AbsolventInnen zum Zwecke der Arbeitssuche einen Aufenthaltstitel, darunter waren 4.838 weibliche Absolventen aus dem Ausland.20

Familienmigration

Die Familienmigration ermöglicht es ausländischen Einwanderern, die ohne ihre Familien eingewandert sind, im Zielland wieder zusammengeführt zu werden. Dazu zählen nicht nur die Familienmitglieder von AusländerInnen, sondern auch ausländische EhepartnerInnen von deutschen StaatsbürgerInnen.21 Der Familiennachzug wird von Einwanderungsländern wie Deutschland im Rahmen der Integrationspolitik befürwortet und als wichtiger Stabilisator wahrgenommen.22 Vor allem Frauen und Kinder nutzen diese Migrationsform. Der Frauenanteil für die im Jahr 2019 erteilten Aufenthaltstitel lag bei 43 Prozent und 37 Prozent bei den Kindern.23

Flucht und Asyl

Flüchtlingsmigration wird durch politische Konflikte oder Krieg im Herkunftsland verursacht. Dies führt dazu, dass Personen kein sicheres Leben mehr im Heimatland führen können und Schutz im Ausland suchen.24 Han (2016) kritisiert den Handlungsspielraum, den Aufnahmeländer bei der Bewilligung des Bleiberechts haben, da glaubwürdig nachgewiesen werden muss, dass eine Rückkehr der Schutzsuchenden mit Risiken verbunden ist.25 Für die Gewährung richtet sich die Bundesregierung an den Artikel 1 A Nr. 2 der Genfer Flüchtlingskonvention (GFK) und regelt darauf basierend alle Rechte und Pflichten im Asylgesetz und im Aufenthaltsgesetz. Zusätzlich zu einem Schutzstatus oder Aufenthaltstitel ist dort auch das Recht der Erwerbstätigkeit unter bestimmten Auflagen und abhängig vom Status festgelegt.26 Im Jahr 2019 wurden 142.509 Asylerstanträge gestellt, davon waren 43,5 Prozent von Frauen.27

EU-Binnenmigration

Bei der EU-Binnenmigration handelt es sich um die Zu- und Abwanderung von Staatsangehörigen aus den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union. Mit

51,1 Prozent waren die EU-BinnenmigrantInnen im Jahr 2019 die größte Zuwanderungsgruppe in Deutschland. Die Mehrheit wanderte im Rahmen der Familienmigration ein. Unter den Neuzugewanderte migrierten 35 Prozent, um eine Erwerbstätigkeit in Deutschland nachzugehen.28

2.1.2 Deutsche Bevölkerung mit Migrationshintergrund

Aus den dargestellten Migrationsformen wird ersichtlich, dass es sich bei Personen mit Migrationshintergrund um eine heterogene Gruppe von Menschen handelt, die aus unterschiedlichen Motivationen nach Deutschland migrieren. Wie bereits eingangs dargelegt, zählen zu Menschen mit Migrationshintergrund demnach Personen, die nach 1949 selbst im Ausland geborene sind oder mindestens ein Elternteil im Ausland geboren ist.29 Vor dieser amtlichen Einführung durch das Statistische Bundesamt im Jahr 2006, war eine statistische Unterscheidung ausschließlich zwischen Deutschen, Ausländern und Staatenlosen möglich.30 Zu der Bevölkerung mit Migrationshintergrund zählten im Jahr 2019 21,2 Millionen Menschen.31

2.2 Arbeitsmarktintegration

Heckmann (2015) fasst zusammen, dass der Zugang zum Arbeitsmarkt von Angebot und Nachfrage abhängt. Zum einem durch die gezielte Nachfrage an ausländischen Arbeitskräften und zum anderen durch das Angebot ausländischer Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt des Ziellandes. So, dass abhängig vom Bedarf auf das Angebot der ausländischen Arbeitskräfte zurückgegriffen werden kann. Er betont, dass das Bildungsniveau oder ein beruflicher Abschluss die wesentlichen Faktoren für die Arbeitsmarktintegration darstellen.32

[...]


1 Vgl. Statistisches Bundesamt (2020), S.4, www.destatis.de, (abgerufen am 22.2.2021) - Dokument 24.

2 Vgl. ebenda S. 68.

3 Vgl. BMI (2020), S.12, www.bamf.de, (abgerufen am 29.3.2021) - Dokument 13.

4 Vgl. Heckmann, F. (2015), S. 26.

5 Vgl. Statistisches Bundesamt (2020), S.83, www.destatis.de, (abgerufen am 22.2.2021) - Dokument 24.

6 Verglichen dazu, haben 69 Prozent der Frauen ohne Migrationen eine berufliche Qualifikation (Statistisches Bundesamt 2020).

7 Vgl. Han, P. (2016), S. 5 f.

8 Vgl. BMI (2020), S.7 ff., www.bamf.de, (abgerufen am 29.3.2021) - Dokument 13.

9 Vgl. Golder, S. (1998), S. 56 f.

10 Vgl. Borjas, G. J. (2014), S. 9 ff.

11 Vgl. ebenda.

12 Vgl. Fachkommission Integrationsfähigkeit (2020), S. 8, www.fachkommission- integrationsfaehigkeit.de, (abgerufen am 4.4.2021) - Dokument 6.

13 Im Jahr 2018 waren es hingegen 60.857 Erwerbsmigrantinnen (BMI 2020)

14 Als qualifizierte Personen gelten, gemäß dem Statistischen Bundesamt, Personen mit einem beruflichen Abschluss und hochqualifizierte Personen, solche mit einem akademischen Abschluss. (Statistisches Bundesamt 2020)

15 Vgl. BMI (2020), S.10, www.bamf.de, (abgerufen am 29.3.2021) - Dokument 13.

16 Vgl. ebenda S. 76.

17 Vgl. Heckmann, F. (2015), S. 31.

18 Vgl. ebenda, S. 32.

19 Vgl. BMI (2020), S.97, www.bamf.de, (abgerufen am 29.3.2021) - Dokument 13.

20 Vgl. ebenda. S. 98.

21 Vgl. Heckmann, F. (2015), S. 26 f.

22 Vgl. ebenda.

23 Vgl. BMI (2020), S.284, www.bamf.de, (abgerufen am 29.3.2021) - Dokument 13

24 Vgl. Han, P. (2016), S. 107.

25 Vgl. ebenda, S. 93 ff.

26 Vgl. BMI (2020), S. 103 ff., www.bamf.de, (abgerufen am 29.3.2021) - Dokument 13.

27 Vgl. ebenda.

28 Vgl. BMI (2020), S. 68 ff., www.bamf.de, (abgerufen am 29.3.2021) - Dokument 13.

29 Vgl. Statistisches Bundesamt (2020), S. 5, www.destatis.de, (abgerufen am 22.2.2021) - Dokument 24.

30 Ein weiterer Aspekt, der zur Einführung der Kategorie "Migrationshintergrund" mit all ihren Unterkategorien führte, war, dass in der Statistik die Migrationserfahrungen vieler Personen wie beispielsweise eingebürgerter Ausländer vernachlässigt wurden (Statistisches Bundesamt 2020).

31 Vgl. Statistisches Bundesamt (2020), S. 36, www.destatis.de, (abgerufen am 22.2.2021) - Dokument 24.

32 Vgl. Heckmann, F. (2015), S. 96 f.

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten

Details

Titel
Integration von Frauen mit Migrationshintergrund im deutschen Arbeitsmarkt. Arbeitsmarktintegration von Frauen mit Migrationshintergrund für die private Wirtschaft
Hochschule
Hochschule RheinMain
Note
1,3
Jahr
2021
Seiten
27
Katalognummer
V1138355
ISBN (eBook)
9783346528964
ISBN (Buch)
9783346528971
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Kommentar der Dozentin: Das Fazit fasst die Thesis sinnvoll zusammen, legt politische Widersprüche offen und schlägt weiterführende Forschungsthemen vor. Der formale Gesamteindruck der Arbeit ist sehr gut. Des Weiteren wurde die Thesis in der Fachbereichszeitschrift der Hochschule veröffentlicht.
Schlagworte
Migrationshintergrund, Frauen mit Migrationshintergrund, Arbeitsmarkt, deutsche Arbeitsmarkt, Migrantinnen, Arbeitsmarktintegration, Integration, Diskrimminierung
Arbeit zitieren
Anonym, 2021, Integration von Frauen mit Migrationshintergrund im deutschen Arbeitsmarkt. Arbeitsmarktintegration von Frauen mit Migrationshintergrund für die private Wirtschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1138355

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