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Das Monster inkognito. Menschliche Dualität in Werken von Robert L. Stevenson, Émile Zola und Bret Easton Ellis

Title: Das Monster inkognito. Menschliche Dualität in Werken von Robert L. Stevenson, Émile Zola und Bret Easton Ellis

Bachelor Thesis , 2021 , 35 Pages , Grade: 1,1

Autor:in: Anonym (Author)

Literature - Comparative Literature
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Summary Excerpt Details

Die Arbeit setzt Robert L. Stevensons "Dr Jekyll and Mr Hyde", Émile Zolas "La Bête humaine" und Bret Easton Ellis' "American Psycho" in Verbindung. Ein besonderer Fokus liegt auf den dualen Strukturen, die alle drei Werke charakterisieren – so etwa die Dualität zwischen Gut und Böse, Gesellschaft und Individuum, wie auch Mensch und Tier. Zentral für diese Arbeit ist ebenso Michel Foucaults Konzept des "Sittenmonsters", welches die historische Entwicklung vom sichtbaren körperlichen Monster zum unsichtbaren psychologischen Monster beschreibt.

Der althergebrachte Dualismus zwischen Gut und Böse, mit welchem sich die Menschheit seit vielen Jahrhunderten intensiv auseinandersetzt, wird in „The Strange Case of Dr Jekyll and Mr Hyde“ in einer einzigen Figur zusammengefasst und entfacht so den Diskurs über die Dualität der menschlichen Psyche. Die Figur des Dr. Jekyll ist angesehener Arzt und gewissensloser Krimineller, Mensch und Monster zugleich; diese Umstände machen sie zu einem Grenzgänger, dessen eindeutige Zuordnung zwangsweise ins Leere läuft. Womöglich ist gerade diese Transgression der Grund, warum das sprichwörtliche Erbe von Stevensons Schauernovelle schon wenige Jahre nach ihrer Veröffentlichung Autoren aus aller Welt dazu inspirierte, sich umfangreichen Neu- und Weiterbearbeitungen zu widmen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die grundlegende Ambiguität des Monsters: Historischer Umriss der Entwicklung von sichtbarer zu unsichtbarer Monstrosität

2.1. Exkurs: Das Konzept des „Sittenmonsters“ nach Michel Foucault

3. Das Bild der Anderen: Gesellschaftliche Wahrnehmung

3.1 Henry Jekyll und Edward Hyde – unvereinbare Gegensätze(?)

3.2 Jacques Lantier: Ein gefährlicher Trugschluss

3.3 Patrick Bateman: Anonymität der Oberfläche

4. Das Bild des Anderen: Gespaltene Subjekterfahrungen

4.1 Das Monster als Mittel der Befreiung

4.2 Das Monster als Bedrohung des Subjekts

4.3 Das Monster als Ersatz für das Subjekt

5. Zwischen Mensch und Tier: Spuren des Animalischen bei Stevenson, Zola und Ellis

5.1 Mordlust als animalischer Trieb

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Darstellung und Entwicklung menschlicher Dualität durch das Motiv des "Monsters" in den literarischen Werken von Robert L. Stevenson, Émile Zola und Bret Easton Ellis. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie sich das Verhältnis zwischen der gesellschaftlichen Außenwahrnehmung, dem individuellen Selbstbild und dem animalischen Trieb der Protagonisten in diesen Texten manifestiert und welche Rückschlüsse dies auf das Konzept des unsichtbaren Monsters zulässt.

  • Analyse dualer Strukturen bei Dr. Henry Jekyll, Jacques Lantier und Patrick Bateman.
  • Untersuchung des Konzepts des "Sittenmonsters" nach Michel Foucault.
  • Gegenüberstellung von gesellschaftlicher Maske und innerer monströser Realität.
  • Erforschung der animalischen Triebe als Ausdruck einer existentiellen Krise.
  • Kritische Betrachtung gesellschaftlicher Normen und ihrer negativen Auswirkungen auf das Subjekt.

Auszug aus dem Buch

3.3 Patrick Bateman: Anonymität der Oberfläche

Foucaults historischem Apriori zum Trotz, findet das unsichtbare Monster mit Patrick Bateman einen Exponenten in der Literatur der Postmoderne. Die Monstrosität ist in „American Psycho“ vollständig aus der Physiognomie des Protagonisten gewichen: He is, physically, every inch the romantic hero: handsome, with a fit, toned body and impeccable taste. The predictable nature of his appearance is underlined by the frequent questions of others as to whether he is a model or actor. Doch obwohl Bateman optisch exakt dem gesellschaftlichen Idealtypus seiner Zeit entspricht, hebt ihn sein gutes Aussehen im New York der späten 1980er-Jahre keineswegs hervor – eher verleiht es ihm eine gewisse Anonymität. Das Umfeld Batemans setzt sich ausschließlich aus wohlhabenden, attraktiven und gut gekleideten Menschen zusammen, wie auch seine Lebensgefährtin Evelyn im Dialog mit Bateman zusammenfasst: ‚He’s rich,‘ I say. ‚Everybody’s rich,‘ she says, concentrating on the TV screen. ‚He’s good-looking,‘ I tell her. ‚Everybody’s good-looking, Patrick,‘ she says remotely. ‚He has a great body,‘ I say. ‚Everybody has a great body now,‘[…] Hier zeigen sich die hohen Standards, welche für die Lebenswelt der New Yorker Upper Class gelten – und welchen auch der Protagonist entspricht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der menschlichen Dualität und Vorstellung der untersuchten Autoren sowie der zentralen Fragestellung.

2. Die grundlegende Ambiguität des Monsters: Historischer Umriss der Entwicklung von sichtbarer zu unsichtbarer Monstrosität: Theoretische Auseinandersetzung mit dem Monsterbegriff und Foucaults Konzept des Sittenmonsters als unsichtbare, verhaltensbasierte Monstrosität.

2.1. Exkurs: Das Konzept des „Sittenmonsters“ nach Michel Foucault: Vertiefende Analyse der Theorie Foucaults und der Abgrenzung von physischer Deformität hin zu deviantem Verhalten.

3. Das Bild der Anderen: Gesellschaftliche Wahrnehmung: Betrachtung der Außenwirkung der drei Protagonisten im Kontext ihrer jeweiligen gesellschaftlichen Umgebung.

3.1 Henry Jekyll und Edward Hyde – unvereinbare Gegensätze(?): Analyse des Dualismus bei Stevenson unter Berücksichtigung der viktorianischen Moralvorstellungen.

3.2 Jacques Lantier: Ein gefährlicher Trugschluss: Untersuchung der Figur Lantiers bei Zola und der Diskrepanz zwischen seinem positiven gesellschaftlichen Image und seinem inneren Trieb.

3.3 Patrick Bateman: Anonymität der Oberfläche: Analyse von Batemans Rolle als postmoderner Charakter, der durch absolute Anpassung im Luxusmilieu anonym bleibt.

4. Das Bild des Anderen: Gespaltene Subjekterfahrungen: Untersuchung der inneren Zerrissenheit der Figuren und ihrer Versuche, mit dem monströsen Anteil zu leben oder ihn zu verdrängen.

4.1 Das Monster als Mittel der Befreiung: Analyse von Jekylls Experiment als Versuch, dem moralischen Druck durch Abspaltung zu entkommen.

4.2 Das Monster als Bedrohung des Subjekts: Darstellung des Kampfes von Lantier gegen seine zerstörerischen Impulse als Bedrohung seiner Subjektivität.

4.3 Das Monster als Ersatz für das Subjekt: Analyse von Batemans Monstrosität als Folge einer konsumorientierten Identitätslosigkeit.

5. Zwischen Mensch und Tier: Spuren des Animalischen bei Stevenson, Zola und Ellis: Untersuchung des Animalischen als gemeinsame Wurzel der menschlichen Devianz in allen drei Werken.

5.1 Mordlust als animalischer Trieb: Analyse der Mordlust als Ausdruck einer tief verwurzelten, atavistischen Kraft, die sich rationaler Kontrolle entzieht.

6. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Bestätigung, dass die Dualität der Protagonisten in allen Werken eine untrennbare Einheit bildet.

Schlüsselwörter

Monster, Dualität, Stevenson, Zola, Ellis, Sittenmonster, Foucault, Animalität, Triebhaftigkeit, Identität, Gesellschaftskritik, viktorianisches Zeitalter, Postmoderne, Subjekterfahrung, Devianz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Phänomen der menschlichen Dualität durch das literarische Motiv des Monsters in Werken von Robert L. Stevenson, Émile Zola und Bret Easton Ellis.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen das Verhältnis von gesellschaftlicher Maske und innerem Trieb, die Entwicklung des Monsterbegriffs sowie die Grenzziehung zwischen Mensch und Tier.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die Protagonisten Jekyll, Lantier und Bateman mit ihrer inneren Monstrosität umgehen und warum diese "unsichtbaren Monster" trotz gesellschaftlicher Anpassungsbemühungen als fester Bestandteil ihrer Identität erhalten bleiben.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die theoretische Ansätze, insbesondere Michel Foucaults Konzept des Sittenmonsters, mit einer vergleichenden Textanalyse verbindet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Konzepte der sichtbaren und unsichtbaren Monstrosität definiert, gefolgt von einer detaillierten Figurenanalyse der Protagonisten hinsichtlich ihrer gesellschaftlichen Außenwahrnehmung, ihrer Subjekterfahrungen und ihrer animalischen Triebe.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Monstrosität, menschliche Dualität, Animalität, Triebhaftigkeit und die Analyse literarischer Identitätskonzepte charakterisiert.

Wie unterscheidet sich Patricks Batemans Monstrosität von der Dr. Jekylls?

Während Jekyll versucht, seinen bösen Teil durch eine namentliche und physische Abspaltung (Hyde) loszuwerden, integriert Bateman seine Monstrosität in eine von Konsum und Oberflächlichkeit geprägte Existenz, in der sein "Monster-Sein" fast völlig unbemerkt bleibt.

Warum ordnet Zola Lantiers Verhalten dem Tierreich zu?

Zola nutzt das Animalische bei Lantier, um zu verdeutlichen, dass seine Gewaltakte keine rationalen Entscheidungen sind, sondern als unausweichlicher, tief in der menschlichen Natur verankerter Trieb aus ihm herausbrechen.

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Details

Title
Das Monster inkognito. Menschliche Dualität in Werken von Robert L. Stevenson, Émile Zola und Bret Easton Ellis
College
Ruhr-University of Bochum
Grade
1,1
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2021
Pages
35
Catalog Number
V1138583
ISBN (eBook)
9783346510730
ISBN (Book)
9783346510747
Language
German
Tags
American Psycho Dualität Doppelleben Dr. Jekyll and Mr. Hyde La Bête humaine Monster gespaltene Persönlichkeit Mörder Mord Devianz Abweichendes Verhalten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2021, Das Monster inkognito. Menschliche Dualität in Werken von Robert L. Stevenson, Émile Zola und Bret Easton Ellis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1138583
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