Die nachfolgende Arbeit unternimmt den Versuch, die Begriffe "Motiv", "Motivation" und "Motivierung" zu definieren, voneinander abzugrenzen und die Bedeutung im Kontext der Fremd- und Eigenmotivation zu betrachten.
Die Motivationspsychologie befasst sich mit zielgerichtetem Verhalten beim Menschen und analysiert die Ausrichtung, Ausdauer und Intensität beim Zielstreben. Die Forschung differenzierte dabei von Anfang an zwischen Motiven und Motivation. Die Arbeit definiert die Begriffe Motiv, Motivation und Motivierung und grenzt sie voneinander ab. Die Bedeutung wird vor allem im Kontext der Fremd- und Eigenmotivation betrachtet.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Motiv – Motivation – Motivierung
2.1 Motiv
2.1.1 Zwei Motivsysteme: Unbewusste und bewusste Motive
2.2 Motivation
2.2.1 Intrinische Motivation
2.2.2 Extrinsische Motivation
2.3 Motivierung
3 Zusammenfassung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die Begriffe Motiv, Motivation und Motivierung wissenschaftlich zu definieren, voneinander abzugrenzen und deren Bedeutung im Kontext von Fremd- und Eigenmotivation kritisch zu hinterfragen.
- Historische und etymologische Herleitung der Motivationsbegriffe
- Differenzierung zwischen unbewussten und bewussten Motivsystemen
- Gegenüberstellung von intrinsischer und extrinsischer Motivation
- Kritische Analyse des Begriffs Motivierung als Instrument der Fremdsteuerung
- Diskussion über die Möglichkeiten und Grenzen der Verhaltensbeeinflussung im Personalmanagement
Auszug aus dem Buch
2.3 Motivierung
Bei der Abgrenzung des Begriffes der Motivierung wird es schwierig sich auf etablierte Definitionen zu beziehen. Die Unterscheidung wird selten vorgenommen und gerade im allgemeinen Sprachgebrauch scheinen die Begriffe Motiv, Motivation und Motivierung häufig synonym verwendet zu werden. Folgt man zunächst der deutschen Grammatik, handelt es sich bei dem Wort „Motivierung“ um die Ableitung des Substantivs zum Stamm des Verbs „motivieren“ mit dem Suffix bzw. Ableitungsmorphem „-ung“. Bei dieser Ableitung setzt Sprenger, 2014 an und führt dazu aus, dass das Suffix „-ung“ den Ablauf eines Geschehens kennzeichnet (Isolierung, Zivilisierung), das Suffix „-(t)ion“ hingegen eher zustandsbeschreibende Verbalabstrakta (Isolation, Zivilisation) bildet.
Ähnlich wie bei der sogenannten „Zivilisierung“, die Kolonialmächte bis heute gerne als Euphemismus für einen Prozess nutzen, der geschichtlich häufig einer De-Facto Unterwerfung gleichkam (Dill, 2011, S. 140), scheint es hier sprachlich um etwas zu gehen, das von außen herbeigeführt wird. So schlägt Sprenger, 2011 die Abgrenzung vor für Versuche der Fremdsteuerung den Begriff der Motivierung zu verwenden. Die Tätigkeit ist dabei nicht in sich selbst belohnend, sondern wird von außen angeleitet bzw. belohnt (z. B. in Form von Anreizsystemen). Damit stellt er eine direkte Verbindung von der „Motivierung“ zu dem bereits definierten Begriff der „extrinsischen Motivation“ her. Motivierung beschreibt demnach tendenziell Fremdsteuerung, also aktives Eingreifen in den Zustand der Motivation einer Person.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Entwicklung des Motivationsbegriffs von der Antike bis zu aktuellen Studien und verdeutlicht die Notwendigkeit einer klaren terminologischen Abgrenzung im beruflichen Kontext.
2 Motiv – Motivation – Motivierung: Dieses Hauptkapitel analysiert detailliert die psychologischen Grundlagen von Motiven, Motivation und Motivierung und zeigt die konzeptionellen Unterschiede sowie deren Auswirkungen auf menschliches Verhalten auf.
3 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert, dass Motivation ein individueller Prozess ist und warnt davor, Motivierung als Instrument der Fremdsteuerung mit echter, intrinsischer Motivation gleichzusetzen.
Schlüsselwörter
Motiv, Motivation, Motivierung, Personalmanagement, Intrinsische Motivation, Extrinsische Motivation, Fremdsteuerung, Selbstmotivation, Verhaltensbeeinflussung, Motivsysteme, Bedürfnispyramide, Psychologie, Leistungssteigerung, Anreizsysteme, Arbeitspsychologie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die begriffliche Schärfung und Abgrenzung der Konzepte Motiv, Motivation und Motivierung, um die Dynamik zwischen individueller Eigensteuerung und versuchter Fremdbeeinflussung zu verstehen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Motivationspsychologie, die Unterscheidung zwischen bewussten und unbewussten Motiven sowie die kritische Betrachtung von Anreizsystemen im Personalmanagement.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Begriffe klar voneinander zu trennen und aufzuzeigen, warum eine dauerhafte Verhaltensbeeinflussung durch externe Motivierung (Fremdsteuerung) oft nicht nachhaltig funktioniert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse und eine etymologische Herleitung der Begriffe, ergänzt durch die Auseinandersetzung mit führenden motivationstheoretischen Modellen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden Motive als Persönlichkeitsmerkmale, Motivation als zielgerichtetes Konstrukt und Motivierung als Versuch der Fremdsteuerung detailliert diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Intrinsische und extrinsische Motivation, Motivierung, Fremdsteuerung, Selbstkonzept und Anreizsysteme.
Wie unterscheidet der Autor zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation?
Intrinsische Motivation basiert auf dem inneren Antrieb, eine Tätigkeit um ihrer selbst willen auszuführen, während extrinsische Motivation durch äußere Faktoren wie Belohnung oder Bestrafung gesteuert wird.
Was versteht man unter dem "Korrumpierungseffekt"?
Der Korrumpierungseffekt beschreibt das Phänomen, bei dem intrinsische Motivation durch externe Belohnungen oder Druck von außen untergraben wird.
Warum warnt die Arbeit vor dem Begriff der "Motivierung" im Management?
Da Motivierung oft als Form der Fremdsteuerung verstanden wird, die kurzfristig wirkt, aber das Selbstkonzept des Individuums nicht nachhaltig stärkt, wird stattdessen die Schaffung förderlicher Rahmenbedingungen empfohlen.
- Arbeit zitieren
- Alexander Wörndl (Autor:in), 2021, Motiv, Motivation und Motivierung. Eine Begriffsabgrenzung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1138884