Ein lustiger Russe erzählt Alltagsgeschichten. Aus seinem Heimatland, über die typisch deutschen Gewohnheiten, die bei ihm bloß keine Gewohnheiten werden wollen, aber auch über die Jahre nach der Wende. Nach der Öffnung der
Mauer zieht Kaminer nach Berlin. Sieben Jahre später erzählt er seine ersten Geschichten auf der Lesebühne. Mittlerweile hat er zwölf erfolgreiche Bücher geschrieben, in den nächsten Monaten folgen zwei weitere. Diese Arbeit setzt sich mit ausländischen Wendeautoren auseinander. Mittels ausführlicher Analyse der Bücher Kaminers und des Vergleichs mit anderen ausländischen Autoren, die sich mit der Wende auseinandersetzen, versucht sie die Frage zu beantworten, ob Wladimir Kaminer als Wendeautor betrachtet werden kann.
Inhaltsverzeichnis
I. Einführung
II. Wladimir Kaminer: Biografie
III. Themen seiner Werke
Das Genre
Die Form
Die Themen
IV. Erklärungen für seinen Erfolg
V. Vergleich mit anderen Autoren
Literarischer Stil
Ausländische Autoren in der Wendeliteratur
Ein Buch beleuchtet: Selam Berlin
Ein Buch beleuchtet: Ein Brasilianer in Berlin
VI. Fazit
VII. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das literarische Schaffen von Wladimir Kaminer im Kontext der sogenannten Wendeliteratur. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse seiner besonderen Perspektive als ausländischer Autor auf die Wende und die deutsche Gesellschaft sowie der Erklärung seines großen Publikumserfolgs im Vergleich zu anderen Autoren mit ähnlichem Hintergrund.
- Biografischer Werdegang Wladimir Kaminers
- Analyse der inhaltlichen und formalen Gestaltung seiner Werke
- Faktoren für den Erfolg beim deutschen Lesepublikum
- Vergleichende Literaturanalyse mit Yadé Kara und Jão Ubaldo Ribeiro
- Diskussion des Begriffs Wende- und Zuwandererliteratur
Auszug aus dem Buch
Die Themen
Wladimir Kaminer setzt sich in einfachen, kurzen Alltagsgeschichten auseinander. Aus den einzelnen kleinen Geschichten lässt sich ein viel umfassenderes Bild formen, in dem nicht nur das tägliche Leben des Autors geschildert wird, sondern das eher die Darstellung einer Atmosphäre ist. Die so auf induktivem Wege entstandene Atmosphäre sagt etwas aus über die allgemeine Stimmung in einer Stadt, in einem Land. Der russische Autor beschäftigt sich mit großen Themen wie der Wende, der Integrationsproblematik und Auswanderung, der russischen Armee. Selbst wuchs er im sozialistischen Russland auf, wo ständig der Staatssicherheitsdienst auf der Lauer lag, das Konsumangebot gering war und Kaminer und seine Freunde pro forma Jobs annehmen mussten, da man ohne anerkannten Job in den Knast geraten konnte. Aufgrund eigener Erfahrung kennt er sich mit der Geschichte aus: Als er 1990 in der offiziell nicht mehr existierenden DDR seine Aufenthaltserlaubnis bekam, konnte er selbst erfahren, wie sich die neuen Bundesländer dem Westen anpassten, sich von einem sozialistischen Staat in einen kapitalistischen umwandelten und sich das damalige Berlin in einem unsicheren Zustand befand. Sein eigenes Viertel Prenzlauer Berg, wo nach der Wende alle wegzogen, da das Viertel zu DDR-Zeiten ziemlich runtergekommen war, entwickelte sich zu einem trendy Viertel voller Studenten und Freidenkern.
Kein Thema ist für Kaminer tabu. Es ist schließlich Menschen wie ihm vorbehalten, sich mit Themen wie Ausländer, die Berliner Russengemeinschaft, Kapitalismus oder deutsches Spießertum auseinanderzusetzen und sich darüber lustig zu machen. Seine Sonderposition, bedingt durch seine Herkunft und seinen Immigrantenstatus, hat ihn sowohl in Sondergruppen platziert als auch zum Außenstehenden gemacht.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einführung: Die Einleitung definiert den Begriff Wendeliteratur und steckt den Rahmen der Untersuchung ab, welche die Perspektive von Wladimir Kaminer auf die Wende beleuchtet.
II. Wladimir Kaminer: Biografie: Dieses Kapitel zeichnet den Lebensweg Kaminers von der Emigration aus der Sowjetunion über seine ersten Schritte auf der Berliner Lesebühne bis zum Erfolg als Schriftsteller nach.
III. Themen seiner Werke: Der Autor erläutert das Genre der „Alltagsbewältigungsprosa“, die literarische Form sowie die zentralen Themen wie Integration und den Alltag in Berlin.
IV. Erklärungen für seinen Erfolg: Hier wird analysiert, warum Kaminer besonders bei deutschen Lesern erfolgreich ist, indem er ihre Kultur kritisch-ironisch spiegelt und in einfacher Sprache anspricht.
V. Vergleich mit anderen Autoren: Kaminers Werk wird mit den Werken von Yadé Kara und Jão Ubaldo Ribeiro verglichen, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in Stil und Perspektive herauszuarbeiten.
VI. Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass Kaminer als Wende- und Zuwandererautor eine einzigartige Position einnimmt, die durch Produktivität und eine offene Innenperspektive geprägt ist.
VII. Literaturverzeichnis: Auflistung aller verwendeten Quellen.
Schlüsselwörter
Wladimir Kaminer, Wendeliteratur, Berlin, Migration, Identität, Alltagsprosa, Deutsche Wiedervereinigung, Russengemeinschaft, Integration, Literaturvergleich, Zeitgeschichte, Biografie, Exilliteratur, Interkulturalität, DDR.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit befasst sich mit der literarischen Aufarbeitung der deutschen Wiedervereinigung durch den russischstämmigen Autor Wladimir Kaminer.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?
Zentrale Themen sind die Integration von Zuwanderern in Deutschland, die Wahrnehmung des deutschen Alltags nach der Wende sowie die Rolle von ausländischen Autoren in der sogenannten Wendeliteratur.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Hauptziel ist es, zu analysieren, ob und inwiefern Wladimir Kaminer als klassischer Wendeautor betrachtet werden kann und wodurch sich sein Erfolg bei einem breiten Publikum begründet.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine biografische Analyse von Wladimir Kaminer, eine Untersuchung seiner literarischen Stilmittel und einen vergleichenden Ansatz mit anderen ausländischen Autoren wie Yadé Kara und Jão Ubaldo Ribeiro.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Biografie des Autors, eine Untersuchung der Themen seiner Werke, eine Analyse der Erfolgsfaktoren sowie einen detaillierten Vergleich seines Stils und seiner Perspektive mit anderen zeitgenössischen Autoren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Wladimir Kaminer, Wendeliteratur, Migration, Interkulturalität und Identität im wiedervereinigten Berlin beschreiben.
Inwiefern unterscheidet sich Kaminers Perspektive von der des brasilianischen Autors Jão Ubaldo Ribeiro?
Während Kaminer trotz seines Migrationshintergrunds eine Innenperspektive einnimmt und am gesellschaftlichen Leben teilnimmt, verharrt Ribeiro in seinen Kolumnen eher in einer Außenperspektive als distanzierter Beobachter.
Welche Bedeutung hat das „Prenzlauer Berg“-Viertel für Kaminers Werk?
Es dient als Schauplatz vieler seiner Geschichten, wo sich der Wandel des Viertels von einem runtergekommenen Ort zu einem trendigen Zentrum spiegelt, was Kaminer als atmosphärische Grundlage für seine Texte nutzt.
Warum wird Kaminer sowohl als Wendeautor als auch als Zuwandererautor bezeichnet?
Weil seine frühen Werke stark von der Wendezeit geprägt sind, seine spätere Thematik sich jedoch zunehmend auf das Leben als Einwanderer und die Auseinandersetzung mit der deutschen Bürokratie konzentriert.
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- Anonym (Author), 2008, Wladimir Kaminer - Ausländer in der Wendeliteratur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113900